Die Zeit und die Spuren

Zur Ausstellung Provenienzforschung bedeutet mehr als die Klärung von Eigentumsverhältnissen und die Wiedergutmachung historischen Unrechts. Sie ermöglicht eine neue und andere Sicht auf altbekannte Werke
Werkkartei von Otto Dix mit Sicht auf die Karte „Zerstörter Kampfgraben", 1918, Akademie der Künste, Berlin, Otto-Dix-Archiv
Werkkartei von Otto Dix mit Sicht auf die Karte „Zerstörter Kampfgraben", 1918, Akademie der Künste, Berlin, Otto-Dix-Archiv

© VG Bild-Kunst, Bonn, 2022, Akademie der Künste, Berlin Foto: Oliver Ziebe

Überraschende Forschungsergebnisse über die Herkunft von Bildern, Büchern, Objekten und Dokumenten in den Sammlungen der Akademie der Künste sind Ausgangspunkt für die AusstellungSpurensicherung. An ausgewählten Beispielen werden die detektivischen Methoden der Provenienzforschung verdeutlicht und die Geschichten hinter den Werken erzählt. Zugleich wird thematisiert, welche Rückwirkungen die Rechercheergebnisse für die Akademie haben und wie komplex die Entscheidungsfindung bei belasteten Objekten ist.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zentrale Aspekte der Besitzgeschichte von Kunstwerken: Es geht um die Identifizierung von NS-Raubkunst in den eigenen Beständen und um die Suche nach den im Zweiten Weltkrieg verlorenen Sammlungen der Preußischen Akademie der Künste. Ein ganz anderes Thema, das zunehmend in den Fokus der Provenienzforschung gerät, sind die Bemühungen des DDR-Staatsapparates, in den Besitz verwertbarer Kunstgüter oder identitätsstiftender Sammlungen zu gelangen.

Zu den Exponaten gehören Manuskripte des Philosophen Walter Benjamin, die von der Gestapo beschlagnahmte Sammlung des Kunstkritikers Alfred Kerr, ein Skizzenbuch aus dem Nachlass von Max Liebermann, verloren geglaubte Ölskizzen von Carl Blechen oder die private Gemäldesammlung von Otto Nagel, die nach seinem Tode die Begehrlichkeit der DDR-Kulturpolitik weckte.

15.11.2022, 12:58

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Programm

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Programm Ein Veranstaltungsprogramm mit Diskussionsrunden, vielseitige Vermittlungsangebote sowie eine Publikation mit vertiefenden Essays und Werkbiografien begleiten die Ausstellung
Eine zentrale Aufgabe

Eine zentrale Aufgabe

Hintergrund Die Frage, wem das koloniale Erbe in den europäischen Museen gehört, wird heftig debattiert. Dabei zeigt sich, wie wichtig es für Kultureinrichtungen ist, die Herkunft des Besitzes zu klären. Ein Beitrag des Direktor des Archivs Werner Heegewaldt

Spurensicherung | Trailer

Video Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zentrale Aspekte der Besitzgeschichte von Kunstwerken: Es geht um die Identifizierung von NS-Raubkunst in den eigenen Beständen

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