Unüberbrückbare Kluft?

Hintergründe „Wer wenig verdient, ist in der Pandemie oft noch ärmer geworden. Das belegt der Entwurf des Armutsberichts der Regierung. Aus Sicht von Verbänden ein Versäumnis der Politik: Die Bemühungen, die Folgen der Krise abzumildern, reichten nicht aus.“
Unüberbrückbare Kluft?
Ein Obdachloser campiert an der Spree, Berlin.

Foto: Sean Gallup/Getty Images

„Weniger Rücklagen, geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Probleme beim Homeschooling: Geringverdiener und Arbeitslose leiden vor allem unter den Folgen der Corona-Pandemie. Das zeigt ein Entwurf des aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.“ – tagesschau.de

Neue Formen der Ausgrenzung

„Wohnverhältnisse und eine schlechte medizinische Infrastruktur in sogenannten Problemvierteln – sozial Benachteiligte sind in der Corona-Pandemie deutlich stärker gefährdet als der Rest der Gesellschaft. Das wird auch in Deutschland immer deutlicher und lässt sich inzwischen auch mit Daten belegen: So ist das Infektionsgeschehen in sozialen Brennpunkten sehr hoch, die Impfquote dagegen sehr niedrig.“ – deutschlandfunk.de

Wachsende soziale Ungleichheit

Man hat als armer Mensch ein höheres Risiko, an Corona zu erkranken und zu sterben, als ein reicher, sagte der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Pandemie habe bewirkt, dass Teile der Mitte der Gesellschaft gefährdet sind, in Armut abzurutschen. Viele Selbstständige seien nicht mehr in der Lage, ihren Lebensstandard zu halten. Die Mitte ist geschrumpft. Für immer mehr Menschen wird die Lage prekär, während ein anderer Teil noch reicher geworden ist, so Bauer.– tagesschau.de

Lebenslange Benachteiligung

„Die Wahrscheinlichkeit, arm zu bleiben, ist seit Ende der 1980er-Jahre von 40 Prozent auf 70 Prozent angestiegen – so der „Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 2021.“ – swr.de

18:08 02.08.2021

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