Im Mittelpunkt von Feline Tecklenburgs Handeln und Denken steht der Mensch – mit all seinen Gefühlen, Belastungen, Bedürfnissen und Möglichkeiten. Der irrationalen Annahme, dass Wirtschaft nur aus Zahlen bestünde, setzt Feline Tecklenburg mit ihrer Expertise zu Care-Arbeit ein kluges, durchdachtes und zukunftsweisendes Konzept entgegen: Wenn wir nicht verstehen, welche komplexe Rolle Gemeinschaft und Miteinander im wirtschaftlichen Kontext einnehmen, kann es keine Verbesserung der bestehenden Verhältnisse geben. Feline Tecklenburgs Buch zeigt, wie es besser geht – zum Wohle aller.
Gerade in Zeiten, in denen Teile der CDU soziale Politik als Linksextremismus diffamieren, kommt diese These aus der Wirtschaftstheorie wie gerufen. Sorgearbeit im weitesten Sinne sei nicht Last, sondern eben das Herzstück von wirtschaftlichen Zusammenleben, heißt es bei Tecklenburg. „Menschen brauchen Sorgearbeit wie die Luft zum Atmen“, betont die Autorin und behauptet: „Synonyme für Wirtschaft sind Sorge, Fürsorge, Care.“ Ebendiese Annahme findet sich in so treffenden Überschriften wie „Wirtschaft ist Windeln wechseln“. So steht für die Wissenschaftlerin fest: Der größte Wirtschaftssektor sei nicht die Industrie, der Finanzsektor oder Dienstleistungen, nein es sei die unbezahlte Sorgearbeit.