Zeitalter der Arbeitenden

Hintergründe »Die Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr wegen der Corona-Beschränkungen den privaten Verbrauch so stark zurückgefahren wie zuletzt 1970. Die Ausgaben der Haushalte schrumpften inflationsbereinigt um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.«
Zeitalter der Arbeitenden

Foto: ANGELA WEISS/AFP via Getty Images

»Die Entwicklung unterscheidet sich damit auch deutlich von der in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Damals war der private Konsum weniger beeinträchtigt, erwies sich sogar als Stütze für die deutsche Wirtschaft.« – tagesschau.de

Du bist, was du machst

»Arbeit hat einen erschreckend hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Nicht umsonst lautet auch im Erwachsenenalter die locker-lässige Einstiegsfrage auf jeder Party “Was machst du so?“ und nicht “Wer bist du?“. Das ist nämlich gar nicht so wichtig, wenn du einen geilen Job hast. Wie sehr lassen wir uns von dieser großen, abstrakten Sache “Arbeit“ eigentlich definieren? Und wie sehr trauen wir uns, auch mal drauf zu scheißen? Wie viele von uns sagen ganz bewusst “Ja, ich will!“ zur Arbeit und wie viele leben eine lieblose Scheinehe mit ihrem Job? Aber ohne ist ja auch doof, oder?« – zeitjung.de

Durchgehende Erreichbarkeit

»Zur Realität gehört ebenso, dass das moderne Berufsleben anstrengender wird. Das liegt an stetig zunehmenden Leistungsvorgaben, die sich mit der Digitalisierung genauer kontrollieren lassen. Es liegt an der Tendenz zu Großraumbüros mit mehr Lärm und Gewusel. Und es liegt an der 24-Stunden-Erreichbarkeit durch Laptop und Smartphone.« – sueddeutsche.de

Arbeitsbedingte Erschöpfung

»Das Burn-out-Syndrom ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Beschwerden – eine genaue Liste der Symptome gibt es aber nicht. Sie entwickeln sich über einen längeren Zeitraum und verändern sich im Lauf der Zeit. Oft wird von verschiedenen Phasen des Syndroms gesprochen. In der Anfangsphase sind viele Betroffene noch sehr engagiert im Beruf. Sie leisten immens viel, sind aber auch schon ständig müde. In der nächsten Phase werden sie immer erschöpfter, reizbar und innerlich unruhig. Die Müdigkeit wird chronisch. Die Endphase ist geprägt von Resignation, Konzentrationsstörungen und Antriebslosigkeit. Viele Betroffene sind dann auch sehr niedergeschlagen.« – zeit.de

Pathologien des Kapitalismus

»Die gesellschaftliche Teilhabe, der soziale Aufstieg, der im amerikanischen Jahrhundert mit dem Kaufen verbunden war, Konsum als Zeichen der demokratischen Repräsentation oder, je nach ideologischer Sicht, als politisches Narkotikum, wird in der Gestalt des Airport-Kapitalismus endgültig in sein Gegenteil verkehrt. Es geht nicht mehr um Teilhabe, das wird hier klar. Es geht um Grenzen, es geht um Hierarchien, es geht auch nicht mehr ums Kaufen, sonst wären die Läden ja nicht leer, wie Tempel ohne Gläubige: Es geht um die Demonstration einer Herrschaft, die vor allem symbolisch ist.« – spiegel.de

16:57 23.03.2021

Buch: Weitere Artikel


Höher, Schneller, Weiter

Höher, Schneller, Weiter

Leseprobe Arbeit ist der Kern unserer modernen Gesellschaft. Warum arbeiten wir immer mehr, obwohl wir so viel produzieren wie noch nie und gesundheitlich darunter leiden? Unsere Steinzeit-Vorfahren arbeiteten, um zu leben und nicht andersrum und waren gesund
Beeindruckendes Panorama

Beeindruckendes Panorama

Biografie In »Sie nannten es Arbeit« geht der Autor und Sozialanthropologe James Suzman der Frage nach, ob das fortwährende Arbeiten der Natur des Menschen entspricht und wieso, wenn dem so wäre, sich immer mehr Menschen ausgebrannt und überlastet fühlen ...
Der Sinn des Lebens?

Der Sinn des Lebens?

Netzschau »Hang zu Selbstausbeutung: Was wir heute unter Arbeit verstehen, war lange anders definiert. James Suzman hat das Wesen der Arbeit von Anbeginn der Menschheit analysiert und meint: Es ist an der Zeit, unseren Begriff von Arbeit zu überdenken.«

James Suzman | Im Gespräch

Video Should we mourn - or celebrate - the death of the office? FT columnist turned school teacher Lucy Kellaway, the FT's management editor Andrew Hill and anthropologist James Suzman discuss at the FT Weekend Festival 2020


A History of Work | James Suzman

Video We speak to J. Suzman, author of ‘Work: A History of How We Spend Our Time’. He discusses how work as we know it is really a modern concept that didn’t exist until recently, the capitalist global economy & how it forces people into unfulfilling work


GIER | Dokumentation I

Video Manche nennen es eine nützliche Mitgift der Evolution, andere einen Fehler in unseren Genen. Warum können Menschen nicht genug bekommen, wohin führt diese Maßlosigkeit - und gibt es Auswege aus dem Teufelskreis der Bedürfnisbefriedigung? (I)


GIER | Dokumentation II

Video Menschen haben gerne viel Zeugs, denn das gibt ihnen das Gefühl, ewig zu leben." So der Sozialpsychologe Sheldon Solomon, der den heutigen Materialismus und Konsumrausch für verhängnisvoll hält. Wie viel ist genug? Wohin führt die Gier? (II)