Neue Wege

Netzschau Stimmen aus dem Netz: »Kapitalismus und Demokratie sind heute höher entwickelt denn je. Gleichzeitig sind sie fragiler und verwundbarer geworden. Die Balance zwischen Politik und Ökonomie ist aus dem Gleichgewicht geraten.«
Neue Wege

Foto: DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images

»Wenn es je ein goldenes Zeitalter der Koexistenz und Symmetrie von Kapitalismus und Demokratie gegeben hat, dann war es die Phase von 1950 bis in die Mitte der Siebzigerjahre. Der Kapitalismus, in Deutschland sprach man von der sozialen Marktwirtschaft, war gezähmt durch politisch gewollte Marktregulierungen und einen interventionistisch-keynesianischen Wohlfahrtsstaat.«– zeit.de (Aus dem Gleichgewicht, Ein ssay von Wolfgang Merkel)

Green New Deal

»For Blakeley, the response to Covid is twined with the great financial crisis of 2008-9: Then, states bailed out the financial industry; now, the state is bailing out all industry to maintain the system of “monopoly capitalism.” While she acknowledges that no government could just let the system collapse, she excoriates the way that officials have become handmaidens to corporations, which have pocketed the free money of central banks while millions of individuals go further into debt. That, in turn, has led not to a desirable reversal of globalization, but to even more advantages for the “Global North” and even less latitude for the “Global South.« – nytimes.com (What Can We Expect After the Pandemic?, ein Artikel von Grace Berkeley)

Der Crash von 2008

»Die globale Finanzkrise, die 2007 als Immobilienkrise in den USA begann, hat fast überall auf der Welt zu einem deutlich abgeschwächten Wirtschaftswachstum oder zur Rezession geführt. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der ökonomisch entwickelten Staaten. Und in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten reduzierte sich das Wachstum des BIP deutlich. Durch die Probleme zahlreicher Finanzunternehmen und den allgemeinen Vertrauensverlust schlug die Krise auch auf den Nicht-Finanzbereich durch und führte beispielsweise zu einer deutlichen Reduzierung des Welthandels.« – bpb.de

Immobilienkonzerne Einteignen

Seit Jahrzehnten werden in immer wiederkehrenden Privatisierungswellen städtische Wohnhäuser an Immobilienkonzerne verkauft. Dabei handelt es sich um riesige Unternehmen wie Vonovia oder Deutsche Wohnen, deren größte Anteilseigner wiederum mächtige Vermögensverwalter wie Blackrock oder die norwegische Zentralbank Norges Bank sind. Wohnen ist im finanzialisierten Kapitalismus kein Menschenrecht – es muss sich rechnen. Immobilien sind kein Schutzraum, kein Ort, an dem man sich entfalten kann, sondern eine beliebte Geldanlage. Statt in Sanierungen oder in den dringend benötigten Neubau fließt das Geld der Mieterinnen und Mieter an die Shareholder und in Steueroasen ab. Besonders perfide wird das System dort, wo Leerstand von Eigentums- und Luxuswohnungen und Obdachlosigkeit in einer Stadt zusammentreffen. – jacobin.de (Enteignen statt Bausparen, ein Artikel von Ines Schwerdter)

A World to Win

»A World to Win is a podcast from Grace Blakeley and Tribune bringing you a weekly dose of socialist news, theory and action with guests from around the world.« – tribunemag.co.uk (Zum Podcast A World to Win von Grace Berkeley)

16:10 17.03.2021

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Grace Blakeley

Grace Blakeley

Biografie ​Grace Blakeley ist Ökonomin, Journalistin und demokratische Sozialistin. Ihre Texte erschienen unter anderem bei The Guardian, Jacobin und im New Statesman. Außerdem betreibt sie den Podcast »A World to Win«. 2019 veröffentlichte sie ihr erstes Buch

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