Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm – kurz: DOK Leipzig – ist zugleich Publikumsfestival und Deutschlands wichtigster Treffpunkt der internationalen Dokumentarfilmbranche. Gegründet 1955 ist es das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt und eines der größten Filmfestivals in Deutschland. In seiner Verbindung von Dokumentar- und Animationsfilm ist es weltweit einzigartig.
Während der Festivalwoche sind 217 künstlerisch herausragende, gesellschaftlich relevante Filme und Extended-Reality-Arbeiten in verschiedenen Leipziger Kinos und Veranstaltungsorten zu sehen. Das Programm und die Durchführung des Festivals sind von den Werten Frieden, Menschenwürde, Teilhabe und Vielfalt geprägt.
Die ausgewählten Arbeiten geben Einblicke in vertraute und fremde Lebenswelten, greifen aktuelle politische Diskussionen auf oder machen gesellschaftliche Systeme und ihre Schieflagen sichtbar. Gleichzeitig spiegeln ihre kreativen Handschriften neue Tendenzen im Dokumentar- und Animationsfilm wider. DOK Leipzig macht es sich zur Aufgabe, diese Filme einem möglichst breiten Publikum zu präsentieren und so zu einem Austausch über Kunst und Welt beizutragen, der zu Perspektivwechseln oder Konfliktlösungen anregt. Ein Teil der Angeboten sind kostenlos und damit niedrigschwellig zugänglich: am Hauptbahnhof werden täglich Filme des Programms gezeigt, die Extended-Reality Ausstellung DOK Neuland sowie einige der dialogischen Formate (u.a. die Meisterklassen und die DOK Talks) sind kostenlos.
Der Branchenteil des Festivals, DOK Industry, bietet internationalen Fachbesucher*innen einen Marktplatz für Filmprojekte und einen Ort, sich über wichtige Themen und Neuerungen auszutauschen.
Als gemeinnützige Organisation engagiert sich DOK Leipzig für Film als Kunstform und als Beitrag zu einer offenen, toleranten Gesellschaft. Das Festival ist Impulsgeber, ein kulturinteressiertes Publikum für die Auseinandersetzung mit Filmsprachen zu ermutigen und Medienkompetenz in der Gesellschaft zu stärken.
Filme gemeinsam sehen und über Filme gemeinsam sprechen – DOK Leipzig ist vor allem ein Ort für Dialoge und Debatten. Nachgespräche mit den Filmschaffenden, Programm-Talks, Podcasts oder Meisterklassen regen zum Austausch über Film als Kunstform und über die künstlerische Beschäftigung mit der Welt an.
Das gesamte Festivalprogramm finden Sie hier.
Wettbewerbe
nsgesamt 76 Filme, darunter 30 Weltpremieren, konkurrieren in den vier Wettbewerben um die Goldenen und Silbernen Tauben. Das Programm umfasst insgesamt 29 Debütfilme. „Zahlreiche Filme in den Wettbewerben der diesjährigen Festivalausgabe richten den Blick nach Mittel- und Osteuropa. Dass damit dem filmischen Schaffen in diesen Ländern mehr Raum gegeben wird, ist nicht nur ein zentrales Anliegen von DOK Leipzig, sondern auch mir persönlich sehr wichtig“, sagt Ola Staszel, Festivalleiterin von DOK Leipzig. „Außerdem freue ich mich sehr, dass wir so viele Arbeiten von Nachwuchsfilmschaffenden zeigen können und die meisten der Filme im Deutschen Wettbewerb mithilfe von den Medienförderanstalten der Länder und des Bundes sowie Senderbeteiligungen realisiert werden konnten.“
Dieses Jahr entscheiden die Festivalbesucher*innen in einer Online-Abstimmung, welcher Film eine Goldene Taube für den besten Dokumentarfilm im Publikumswettbewerb erhalten soll.
Weitere Infos zu den Wettbewerbsfilmen finden Sie hier.
Die nominierten Filme finden Sie hier.
DOK Neuland entwirft Landschaft des Zusammenbruchs
Nicht enden wollende Nachrichten über Konflikte, Klimakrise und Gewalt höhlen unser Gefühl einer stabilen Welt aus. Unter dem Titel „Landslide“ entwirft die öffentliche Extended-Reality Ausstellung DOK Neuland anhand von acht eindrücklichen Werken den Zusammenbruch in all seinen Facetten, Brüchen und Verheißungen. Die von Dana Melaver kuratierten Arbeiten versammeln ein breites Spektrum an Themen und erzählerischen Ansätzen: von durch Menschenhand verursachten Umweltschäden über Lebensräume, die durch Klimawandel und Gewalt verloren gegangen sind, bis hin zu schwindenden Gewissheiten und Neuanfängen.
Das Programm zeichnet sich durch eine formale Vielfalt aus und umfasst drei VR/MR-Erlebnisse, zwei 360°-Filme, zwei Mixed-Media-Installationen sowie einer Performance.
Die Ausstellung ist vom 27. Oktober bis zum 1. November 2026 kostenlos zugänglich und bespielt mehrere Orte. Während die meisten Werke im Kohlrabizirkus zu sehen sind, finden zwei Sonderprogramme unter dem Titel „DOK Neuland Presents“ im Erdgeschoss des Leipziger Hauptbahnhofs und in der Heilandskirche/Westkreuz statt.
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