In Kooperation mit Hebbel am Ufer (HAU)

We, the Heartbroken

„Heartbreak“ wird in diesem Festival nicht nur als Folge persönlichen Verlusts betrachtet, sondern als ein Wissen um das, was in der Welt zerbrochen ist und wie sich Bündnisse der Solidarität verschieben. Lesen Sie hier weitere Infos zum Festival.

Zwei Personen liegen auf einer Bühne. Die eine hat ihren Kopf auf die Brust der anderen gelegt.
Ali Chahrour: Love Behind my Eyes.

Foto: Candy Welz

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Love is a Verb #2

Love is a Verb #2

Festival

Performance, Tanz, Musik, Diskussionen und Gesprächsrunden

An den Spielorten des Hebbel am Ufer (HAU)

06.10.2026-18.10.2026!

In Kooperation mit Hebbel am Ufer (HAU)

Love is a Verb #2

Ein Festival mit ABA NAIA, Bani Abidi, Ariel Efraim Ashbel, Antonia Baehr, Thelma Buabeng, Candice Breitz, Olympia Bukkakis, Season Butler, Ali Chahrour, Rébecca Chaillon & Sandra Calderan, Alvin Collantes, D-Dur Dykes*, Faravaz, FEELINGS, Kysy Fischer, Azadeh Ganjeh, Alice Hasters, Vlatka Horvat, Simin Jawabreh, Cassie Augusta Jørgensen, Kubra Khademi, Şeyda Kurt, Liina Magnea & Finn Ronsdorf, Marina Naprushkina, Jolie Ngemi, Occupy Houseclub!, İz Öztat, parallelgesellschaft (Armeghan Taheri & Ken Yamamoto), Rebel-Ist-hah!, SEYYARE Anatolian Women’s Choir, SOAP&SKIN, Annie Sprinkle & Beth Stephens, Ece Temelkuran, Hana Yoo u.v.m.

“Your pain becomes my pain becomes our pain.” – Gargi Bhattacharyya

Wie können wir in einer Welt, die von Krieg, Verlust und Umbrüchen geprägt ist, gemeinsam von einem besseren Morgen träumen, Widerstand leisten und handeln? “Love is a Verb #2 – We, the Heartbroken” nimmt den titelgebenden Essay der Kulturtheoretikerin Gargi Bhattacharyya zum Ausgangspunkt. Sie beschreibt Heartbreak darin nicht nur als Folge persönlichen Verlusts, sondern als ein Wissen um das, was in der Welt zerbrochen ist und wie sich Bündnisse der Solidarität aufgrund von Dogmatismus und Zynismus verschoben haben.

Wer die Gewalt, die Ungleichheit und die Verluste unserer Gegenwart wirklich wahrnimmt, kann davon nicht unberührt bleiben. Herzschmerz wird zum Ausdruck einer Welt, die verwundet ist – und zugleich zum Ausgangspunkt für Solidarität. Denn gerade in der gemeinsamen Erfahrung der Verletzlichkeit entsteht die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu treten.

Das Festival versammelt Performance, Tanz, Musik, Diskussionen und Gesprächsrunden und bringt Künstler*innen und Denker*innen zusammen, die sich mit den Brüchen unserer Gegenwart auseinandersetzen. Ihre Arbeiten handeln von Erinnerung und Widerstand, von Migration und Exil, von unerfüllter Liebe und politischer Enttäuschung. Sie fragen, wie Menschen unter den Bedingungen von Krieg, Verlust und gesellschaftlichem Umbruch ihre Handlungsfähigkeit bewahren – und welche Formen von Gemeinschaft in einer zunehmend fragmentierten Welt entstehen können.

Gargi Bhattacharyyas Gedanken verbinden sich im Festival mit Ece Temelkurans Überlegungen zu Autoritarismus, Exil und Zugehörigkeit. Die Schriftstellerin und politische Denkerin befasst sich damit, was es bedeutet, wenn Menschen sich zunehmend als Fremde in den Orten und Gemeinschaften erfahren, die einst ihr Zuhause waren. Zugehörigkeit ist dabei nichts Vorgegebenes, sondern etwas, das wir gemeinsam schaffen.

Diese Gedanken sind ein Ausgangspunkt für die „Vessel of Love“ (HAU1), die – wie in der ersten Ausgabe von „Love is a Verb“ – das Herzstück des Festivals bildet: ein Raum, in dem Gedanken, Geschichten, Stimmen und Körper zusammenkommen können. Inspiriert von der Autorin Ursula K. Le Guin und ihrer „Tragetaschentheorie“ („Carrier Bag Theory of Fiction“) – die sich auf wie in einer Tragetasche gesammelte Erzählungen fokussiert und so einen Gegenentwurf zu historisch männlich dominierten Heldengeschichten bildet – wird das HAU1 zu ei¬nem Gefäß. In dessen Zentrum steht eine großformatige, eigens für die „Vessel of Love“ auf Stoff gemalte Arbeit der Bildenden Künstlerin Kubra Khademi.

Das Festival läuft vom 06.10.2026–18.10.2026 in den Spielorten des Hebbel am Ufer (HAU) in Berlin.

Den Lageplan sowie Infos zur Anreise finden Sie hier.

Weitere Infos zum Festival sowie das vollständige Programm und Tickets finden Sie hier.

Articles & Services

Gemeinsames Leid schafft Verbundenheit

Gemeinsames Leid schafft Verbundenheit

Die Soziologin Gargi Bhattacharyya beschreibt in ihrem Buch „We, the Heartbroken” Trauer als einen notwendigen Bestandteil eines revolutionären Vorstellungsvermögens. Ihr Buch bildet den Titel des Festivals. Lesen Sie hier einen Ausschnitt.

Interview: Kubra Khademi und Jolie Ngemi

Interview: Kubra Khademi und Jolie Ngemi

Die Künstlerinnen Kubra Khademi und Jolie Ngemi beschäftigen sich mit Körpern. Khademi stammt aus Afghanistan, lebt in Frankreich und malt Frauenfiguren. Ngemi lebt in der Schweiz und befasst sich mit ihrem Herkunftsland Demokratische Republik Kongo.

Künstlerin Kubra Khademi | France 24

In ihrer jüngsten Ausstellung stellt Kubra Khademi intime Ausdrucksformen weiblicher Sexualität den Texten des persischen Dichters Rumi gegenüber. Das Ergebnis ist eine Bildersammlung, die die Tabus der afghanischen Gesellschaft in Frage stellt.

Jolie Ngemi: Mbok'Elengi | Teaser

Jolie Ngemi ist Künstlerin und befasst sich in ihrer Performance mit ihrem Herkunftsland Demokratische Republik Kongo. Im Lingala steht „Mbok’Elengi“ für ein Land voller Lebensfreude und drückt Freude, Vergnügen und Ekstase aus.

Ali Chahrour: The Love Behind My Eyes Trailer

Ali Chahrour ist ein libanesischer Choreograf und Tänzer. Er entwickelt eine Bewegungssprache, die sich von westlichen Codes löst und seine kulturellen Wurzeln sowie den politischen, sozialen und religiösen Kontext, in dem er lebt, widerspiegelt.