BLOCK 10 rückt auf der großen Leinwand eines der bislang wenig beleuchteten Kapitel der NS-Verbrechen wieder in den Fokus: die medizinischen Experimente an jüdischen Frauen in Auschwitz.
Im Stammlager Auschwitz werden Anfang 1943 hunderte jüdische Frauen in Block 10 interniert und systematisch medizinischen Experimenten zur Zwangssterilisation ausgesetzt. NS-Mediziner erproben an ihnen schmerzhafteste Methoden der Zwangssterilisierung. Häftlingsärzte müssen kollaborieren. Der jüdische Gynäkologe Dr. Maximilian Samuel wird mit der Vergasung seiner 20-jährigen Tochter bedroht, sollte er sich den brutalen Experimenten verweigern. Gefangen in dem moralischen Dilemma, sucht er seinen eigenen Weg.
BLOCK 10 basiert auf Zeitzeugendokumenten, Zeugenaussagen und Gerichtsprotokollen. Der Film erzählt diese Geschichte konsequent innerhalb dieses einen Ortes – und vereint dabei die Perspektiven von Opfern, Tätern und Funktionshäftlingen in einem gemeinsamen, unentrinnbaren Raum. Gerade diese Verdichtung macht die moralischen Konflikte, Machtstrukturen und Abhängigkeiten auf besondere Weise erfahrbar und unterscheidet den Film von bisherigen Darstellungen.
„BLOCK 10 ist ein Film über Unmenschlichkeit der Täter, über unerträgliches Leiden der Opfer, über Kollaboration mit den Tätern, um nicht selbst zum Opfer zu werden“, so Regisseur Marcus O. Rosenmüller. „Der Film wird nichts auslassen, nichts beschönigen. Er demaskiert die Täter und lässt den Opfern die Würde.“
Der Film verfolgt dabei bewusst einen konfrontativen Ansatz: „Block 10 ist kein Film, der Distanz schafft oder das Geschehen abschwächt. Die historischen Verbrechen lassen sich nicht weich- zeichnen, ohne ihre Wahrheit zu verfälschen. Unser Ansatz war es daher, hinzusehen, und das Publikum mit dieser Realität zu konfrontieren. Nicht aus Sensationslust, sondern aus Verantwortung. Erinnerung darf nicht bequem sein“, so Produzentin und Drehbuchautorin Alice Brauner. Gleichzeitig sei es ein zentrales Anliegen gewesen, so nah wie möglich an den historischen Fakten zu bleiben und die Geschichte mit größter Sorgfalt und Integrität zu erzählen - gerade heute sei es notwendig gewesen, diesen Film zu machen.
Eine besondere Innovation des Films ist der erstmalige Einsatz von neu entwickeltem 360-Grad-Virtual-Reality-Material aus Auschwitz in einem fiktionalen Kinofilm, das eine räumlich er- fahrbare, historisch präzise Annäherung an die originalen Schauplätze ermöglicht und eine neue, immersive Form der Auseinandersetzung mit der Geschichte schafft. Für die Dreharbeiten wurde Block 10 in den Berliner CCC Filmstudios detailgetreu rekonstruiert; Kostüm (Mirjam Muschel) und Szenenbild (Claus-Rudolf Amler) basieren auf intensiver historischer Recherche, während sich die Darstellerinnen der inhaftier- ten Frauen physisch und psychisch intensiv auf ihre Rollen vor- bereitet haben.
„Bitte stellen Sie sich die Realität vor, die viel schlimmer war. Jüdische Frauen, die erzogen werden in völliger Scham, ihre Eltern nicht mal nackt sehen, müssen sich vor wildfremden Leuten ausziehen, werden entmenschlicht, dehumanisiert und wirklich erniedrigt bis zum Abwinken. Vielen von den Frauen, die überlebt haben, haben gesagt, sie wären lieber tot gewesen als das zu erleben. Der Film zeigt diese Gewalt an Frauenkörpern. Das ist schon ein sehr aktuelles Thema. Dass das nie aufhört!?
‚Block 10‘ ist aus Wut entstanden. Ich habe mich schon lange mit dem Thema der Sterilisationsexperimente beschäftigt, aber ohne den Überfall der Hamas am 7. Oktober wäre der Film niemals so geworden. Er wäre niemals so drastisch geworden. Bei dem Film „Wunderkinder“ (2011) haben Marcus O. Rosenmüller und ich gesagt: Wir wollen doch nicht die ganze Gewalt zeigen, das muss über die Psychologie funktionieren. In dem Film haben wir daher ganz auf gewalttätige Szenen verzichtet. „Block 10“ wäre nicht annähernd so drastisch geworden, wenn wir den 7. Oktober und alles, was danach gekommen ist, nicht erlebt hätten.“
— Dr. Alice Brauner, Produzentin & Drehbuchautorin
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