In Kooperation mit Camino Filmverleih

Producer’s Note: Dr. Alice Brauner

Alice Brauner, Tochter zweier Holocaust-Überlebender, rebelliert gegen eine Gegenwart, die das Unbegreifliche einfrieren lässt. BLOCK 10 erzählt aus der Perspektive der Opfer von den Frauen im Block 10 und vom Dilemma des Häftlingsarztes Dr. Samuel.

Frauen werden von einem SS-Offizier in das KZ gezwungen.

Filmstill: Camino Filmverleih

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Block 10

Block 10

Marcus O. Rosenmüller

Drama, Historienfilm

Deutschland 2026

103 Minuten

Ab 05. November im Kino!

In Kooperation mit Camino Filmverleih

Block 10

Dr. Alice Brauner: „Ich rebelliere“ heißt es im Vorwort zu einer der Ausgaben von Jenseits der Schuld und Sühne von Jean Améry 1977 „gegen meine Vergangenheit, gegen die Geschichte, gegen eine Gegenwart, die das Unbegreifliche geschichtlich einfrieren lässt.“ Obwohl dieser Satz vor fast 50 Jahren geschrieben wurde, behält er bis heute seine Gültigkeit. Nein, er gilt mehr denn je. Daher möchte ich ihn auch für dieses Projekt und meine Beweggründe in Anspruch nehmen: „Ich rebelliere heute gegen die Gegenwart, die das Unbegreifliche immer stärker einfrieren lässt.“

Wir sehen eine Flut von Filmen über Täter oder aus Täterperspektive. Die Leiden der Opfer verlieren sich dabei in einem Dickicht aus angeblich historisch wichtiger Aufarbeitung auch der anderen Seite. Eine zunehmende Alibi-Argumentation, so scheint es, um vergessen zu machen, was die Opfer erleiden mussten und Rechtfertigungsversuche für die vermeintliche Ausweglosigkeit der Täter zu finden.

Ich bin es leid. Als Tochter zweier Holocaust-Überlebender ist es mir Vermächtnis und Aufgabe, die Erinnerung an die Opfer aufrechtzuerhalten. Mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln. Daher habe ich mich dieser bisher noch nicht erzählten Geschichte Dr. Samuels und der vielen Frauen, die zu Opfern in Block 10 wurden, angenommen. Im Stammlager Auschwitz, inmitten des Männer-KZs, ließ die SS-Lagerleitung Anfang 1943 ein zweistöckiges Gebäude, den Block 10, vom übrigen Gelände abtrennen. In ihm wurden zumeist jüdische Frauen eingesperrt, oft mehr als 400, auf engstem Raum. Zwei NS-Mediziner erprobten an ihnen Methoden der Sterilisierung. Der renommierte Kieler Gynäkologe Prof. Dr. Carl Clauberg führte im Auftrag von SS-Reichsführer Heinrich Himmler die Eingriffe durch und machte so Hunderte Mädchen und Frauen unfruchtbar, damit sie sich nicht weiter „vermehrten“. Viele starben infolge der menschenverachtenden Experimente. Andere Ärzte, wie Horst Schumann und der Standortarzt und Chef aller Ärzte in Auschwitz, Dr. Eduard Wirths, benutzten sie für weitere Experimente.

Wie am Fließband führten sie die grausamen und inhumanen Experimente wie Zwangssterilisationen ohne die geringste Rücksicht durch. Die Opfer waren meist junge jüdische Frauen aus ganz Europa, die ohne ihre Zustimmung oder jede Form der Ethik für medizinische Experimente instrumentalisiert wurden. Was im Drehbuch redundant wirken mag, ist gewollt: Es soll die gnadenlose Maschinerie dahinter zeigen, die hintereinander weg Opfer rücksichtlos verstümmelt. Frauen, die im OP wie am Fließ-band systematisch als Versuchskaninchen missbraucht werden.

Es geht darum, das Grauen und die Brutalität der Experimente zu zeigen, ohne die Opfer in ihrer Nacktheit und Hilflosigkeit zu de- gradieren oder zu entmenschlichen. Aber in Auschwitz gab es nicht nur Opfer und Täter. Es gab eine Grauzone, die der so genannten Funktionshäftlinge. In Block 10 wurden jüdische Häftlingsärzte eingesetzt, die bei den Experimenten assistieren mussten wie der Kölner Gynäkologe Dr. Maximilian Samuel. Er kam im September 1942 mit seiner Frau Hedwig und seiner jüngsten Tochter Liese Lotte in Auschwitz an. Ab Mai 1943 musste er als Häftlingsarzt selbst Operationen an den Frauen und Mädchen vornehmen. Die NS-Ärzte erpressten ihn bei Weigerung mit dem Vergasen seiner Tochter. War er williger Helfer oder ein machtloses Opfer, das seine in Birkenau inhaftierte Tochter retten wollte?

BLOCK 10 eruiert das moralische Dilemma Dr. Max Samuels und zeigt die grausamen medizinischen Experimente an den Frauen aus der Perspektive der Opfer, der Funktionshäftlinge und der Täter. Nur wenige Insassinnen überlebten diese Qualen. Wir erzählen ihre Geschichten.

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Block 10: Synopsis

Block 10: Synopsis

Im Stammlager Auschwitz werden Anfang 1943 hunderte jüdische Frauen in Block 10 interniert und systematisch medizinischen Experimenten zur Zwangssterilisation ausgesetzt. BLOCK 10 erzählt ihre Geschichten. Lesen Sie hier weitere Infos zum Film.

Director’s Note: Marcus O. Rosenmüller

Director’s Note: Marcus O. Rosenmüller

Regisseur Marcus O. Rosenmüller zeigt BLOCK 10 konsequent aus den Perspektive von Opfern, Tätern und Mitläufern: ohne Schnitt, ohne Musik, ohne Ästhetisierung. Ein Film gegen das Vergessen, der die Täter demaskiert und den Opfern ihre Würde lässt.

Die Darsteller und ihre Rollen

Die Darsteller und ihre Rollen

Christian Berkel als Häftlingsarzt Dr. Maximilian Samuel, Alex Prahl als Prof. Dr. Clauberg: Die Darsteller sprechen über herausfordernde Rollen, Mut und Würde der Frauen von Block 10 und darüber, warum der Film ein Appell an die Menschlichkeit ist.

Block 10 | Trailer

Im Konzentrationslager Auschwitz wird Anfang 1943 der Block 10 geschaffen. Dort sperrte die SS hunderte jüdische Frauen ein. Sie werden zu Objekten medizinischer Experimente, systematisch misshandelt, verstümmelt und ihrer Zukunft beraubt.

Block 10 | Teaser

In Block 10 von Auschwitz werden jüdische Frauen für medizinische Experimente missbraucht. Während sie um Würde und Überleben kämpfen, wird ein Häftlingsarzt gezwungen, selbst Teil des Systems zu werden, um seine Tochter vor dem Tod zu bewahren.