In Kooperation mit Camino Filmverleih

Die Darsteller und ihre Rollen

Christian Berkel als Häftlingsarzt Dr. Maximilian Samuel, Alex Prahl als Prof. Dr. Clauberg: Die Darsteller sprechen über herausfordernde Rollen, Mut und Würde der Frauen von Block 10 und darüber, warum der Film ein Appell an die Menschlichkeit ist.

Christian Berkel als Dr. Maximilian Samuel bei der Selektion an der Außenrampe vor Auschwitz September 1942 links neben ihm seine Frau Hedwig.
Christian Berkel als Dr. Maximilian Samuel bei der Selektion an der Außenrampe vor Auschwitz September 1942 links neben ihm seine Frau Hedwig.

Filmstill: Camino Filmverleih

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Block 10

Block 10

Marcus O. Rosenmüller

Drama, Historienfilm

Deutschland 2026

103 Minuten

Ab 05. November im Kino!

In Kooperation mit Camino Filmverleih

Block 10

Christian Berkel, Rolle: Dr. Maximilian Samuel

„Meine Rolle Dr. Maximilian Samuel wollte auf der einen Sei- te das Leben seiner Tochter retten, sicherlich auch sein eigenes Leben. Und gleichzeitig hat er versucht, das Mögliche noch zu tun unter hohem Risiko. Letzten Endes hat er auch dafür mit dem Leben bezahlt. Wahrscheinlich wäre er so oder so umgebracht worden, nehme ich an, weil er zu viel gewusst hätte.

Ich finde es nicht angemessen, wenn wir aus der zeitlichen Distanz uns ein Urteil über diese Menschen, die in diese Situation kamen, anmaßen. Keiner von uns weiß, wie er sich in der Situation verhalten hätte. Keiner von uns ist auch nur annähernd in so eine Situation geraten und wir können in der heutigen Zeit sehen, wie schnell Leute umkippen, wenn sie Sorge haben, dass ihre Meinung vielleicht nicht dem Mainstream entspricht. Und da ist keiner unter Lebensgefahr.

Wir müssen uns mit diesem Thema grundsätzlich auseinanderzusetzen und dürfen uns nicht wegducken, da wo es auch schwierig ist, wo es eben nicht eindeutig ist. Es gibt wenig Geschichten dieser Art, die erzählt sind. Der Regisseur Stanley Kubrick hat anlässlich des Films „Schindlers Liste“ gesagt, der Film habe ein einziges Problem: Es ist eine Heldengeschichte. Und was damals passiert ist, die Shoah, der Holocaust war keine Heldengeschichte. Und wir müssen versuchen oder wir können versuchen, diese Geschichte nicht nur wahrheitsgemäß, sondern so wahrhaftig, wie wir nur können, zu erzählen. In diesem Fall ist die Produzentin Alice Brauner ausschließlich von existierenden Dokumenten ausgegangen. Und das ist das Entscheidende. Das dürfen nicht einfach nur abstrakte Zahlen sein. Und es darf nicht einfach nur Geschichte sein, weil dann werden die Leute keinen Bezug zum Gezeigten entwickeln.

Das, was für mich, als ich den Film gesehen habe, das wirklich Berührendste und Entscheidende war, es ist nicht einfach die Ge- schichte von Max Samuel. Es ist vor allem auch die Geschichte von diesen Frauen, die durch diese Hölle gegangen sind. Die meisten haben es nicht überlebt und bis dahin sind sie auf fürchterliche Weise gequält worden. Und diese Entmenschlichung, das war ja das Zentrale bei den Nazis. Und das erleben wir im Moment wieder, wie Entmenschlichung stattfindet.“

(Auszüge aus einem Interview für CCC Film)

Alex Prahl, Rolle: Prof. Dr. Carl Clauberg

„Die Entscheidung, die Rolle des Professor Clauberg in diesem Film zu übernehmen, fiel mir durchaus nicht leicht. Aber nach- dem ich das hervorragende Drehbuch von Dr. Alice Brauner gelesen hatte, das ausschließlich auf authentischen Aussagen von Ausschwitz Überlebenden basierte, war ich schnell überzeugt. „Block 10“ zählt für mich zu den wichtigsten Filme, die ich in meinem Leben bisher gedreht habe. Denn die politischen Verhältnisse in unserem Land, zeigen immer deutlichere Parallelen zu 1933. Menschen leugnen den Holocaust, bezeichnen ihn gar als „Fliegenschiss der Geschichte“. Nationalsozialistische Gedanken greifen Raum und wie schnell es passieren kann, dass eine bis dahin demokratische Gesellschaft komplett umgebaut wird, sehen wir derzeit in den USA. Umso wichtiger ist es meines Erachtens, mit einer angemessenen Erinnerungskultur, einer Wiederholung entgegen zu wirken! „Block 10“ ist ein wichtiger Teil dieser Erinnerungskultur „Wider das Vergessen“.

„Block 10“ macht den Holocaust emotional erfahrbar, dabei be- leuchtet er nur einen kleinen Teil dieses menschenverachtenden Verbrechens, lässt aber das gesamte grausame, abscheuliche Ausmaß der Geschehnisse in Ausschwitz durchaus erahnen. Er zeigt, wozu Menschen, die mit einer entsprechenden Macht ausgestattet sind, in der Lage sind, anderen Menschen anzutun. Insbesondere für nachfolgende Generationen, die mit dieser Thematik bisher kaum etwas zu tun hatten, kann es sehr hilfreich sein, diese Gräueltaten emotional erfahrbar zu machen.

Die jüdischen Frauen, die in „Block 10“ zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken missbraucht wurden, waren noch sehr jung. Die Darstellerinnen dieser Opfer sind für mich die eigentlichen „Stars“ in diesem Film. Die Leistungen dieser außergewöhnlichen jungen Schauspielerinnen waren ungleich herausfordernder. Sie unterzogen sich bereitwillig einer Kopfschur, entkleideten sich, lagen auf Untersuchungsstühlen, ertrugen Schreie und versetzten sich in die schrecklichen Situationen hinein, um das immense Leid überzeugend zu vermitteln. Ihre Darstellung war wirklich bemerkenswert.“

Talia Dogan, Rolle: Bella Mellach

„Bella Mellach stand für mich von Anfang an für Naivität und für Reinheit. Ich hatte das Gefühl, dass dieses junge Mädchen nicht wusste, was auf sie zukommt. Dieser Film widerspiegelt sehr, sehr gut, wie grausam Menschen sein können und wie schrecklich Menschen werden können. Und ich glaube, der Film zeigt ein- fach, dass wir dagegen arbeiten müssen und dass wir nicht vergessen dürfen, weil sich so etwas nicht wiederholen darf.“

Nilofar Khodabakhshi, Rolle: Buena Bitran

„Block 10 ist ein sehr wichtiger Film, weil er den Frauen ein Gesicht und eine Stimme gibt, deren Geschichten und auch Schicksalsschläge über viele Jahre übersehen wurden. Und was den Film so besonders macht, ist, dass er eben nicht nur die Verbrechen der Vergangenheit zeigt, sondern eben auch die unglaubliche Stärke und den Mut und den Überlebensmodus dieser Frauen und wie sie da doch versucht haben zu kämpfen, wie sie da je- den Tag was mit ihnen passiert wurde und wie sie trotzdem weiter versucht haben, ihre Würde und ihren Mut nicht zu verlieren. Deswegen schafft der Film ein enormes Bewusstsein und sollte jeder auf jeden Fall ins Kino gehen und sich diesen anschauen und auch hinschauen.

Mir war es persönlich superwichtig, die Rolle nicht nur als Op- fer der vergangenen Verbrechen darzustellen, sondern sie auch als starke Frau zu repräsentieren, die bis zur letzten Sekunde mit jeder Kraft, die sie hat, noch versucht, ihre Würde, ihren Mut, ihre Stärke und ein Stück ihrer Menschlichkeit zu bewahren. Körperlich waren die OP-Szenen sicher am herausforderndsten, emotional die Szene, in der meine Haare vor der Kamera ab- geschnitten wurden. Es ist schon ein sehr persönlicher und intimer Moment. Und in so vor der Kamera zu teilen und zu zeigen, war schon ein sehr besonderer Moment.“

Milena Straube, Rolle: Gilda Thirmin

„Von meinem Empfinden her macht BLOCK 10 etwas mit den Zu- schauerInnen, das andere Filme über Auschwitz oder über die NS-Zeit nicht schaffen: Die Zuschauer sind immer in der Verantwortung. Es gibt nie einen Moment, wo man so ein „Release- Moment“ hat , einen kurzen Entspannungsmoment oder wo man nicht davon betroffen ist, wo man sich rausnehmen kann. Ich glaube, das ist eine richtige Art, an dieses Thema ranzugehen, den Zuschauer nicht in so eine vielleicht verkitschtisierte Welt reinzunehmen, sondern wirklich mit der Realität zu konfrontieren.“

Lena Kalisch, Rolle: Hanna Ajasch

„Als ich das Drehbuch gelesen habe, war tatsächlich für mich der schwerste Moment, als wir die Ankunftsszene in Auschwitz gedreht haben. Und zwar deswegen, weil wir so viele Komparsinnen und Komparsen, großartige Komparsen und Komparsen in dort hatten, durch die aber das Gesamtbild so realistisch geworden ist, dass es mich eigentlich mit am meisten mitgenommen hat. Ich finde, dass alle BLOCK 10 gesehen haben müssen, weil über das, was dort geschehen ist, so wenig bekannt ist. Weil so oft davon ausgegangen wird, man kennt sich aus. BLOCK 10 ist definitiv ein Bereich, der einfach sehr wenig beleuchtet war. Ich glaube, dass wir uns der Geschichte stellen müssen und uns immer wieder der Geschichte vergegenwärtigen müssen, auch um die Situationen heute und jetzt zu begreifen. Der Film zeigt, zu was Menschen in der Lage sind und ist für mich ein Appell an die Menschlichkeit.“

Lydia Georgantzi, Rolle: Riketta Aji

„Riketta Aji war jemand, der wirklich gelebt hat, eine Holocaust Survivorin, die es raus geschafft hat. Ich konnte einen kleinen Einblick in ihre Akten werfen und es ist mir eine große Ehre, dieser Frau die Kraft zurückzugeben, durch die Performance in diesem Film. Der Film war eine absolute Herausforderung, schauspielerisch. Wir mussten uns die Haare abrasieren, wir mussten eine neue Sprache lernen, Ladino. Und dazu kommt noch, dass ich eine absolute Nacktszene hatte im Film. Das war natürlich sehr, sehr schwer für mich. Aber das Team war so toll vorbereitet. Der Regisseur hatte alles so klar geplant, dass es überhaupt gar nicht dazu kam, dass es unangenehm war, sondern eine tolle kreative Zusammenarbeit. Und diese Szene richtig meistern zu können damit.“

Voula Doulgkeridou, Rolle: Aliza Tsarfati

„Meine Rolle Aliza Tsarfati ist ein 15-jähriges Mädchen, das während dieser grausamen Zeit in Auschwitz ihre Hoffnung nicht verloren hat. Sie ist eine Kämpferin und hat tatsächlich überlebt. Gleich am ersten Drehtag wurden meine Haare für die Rolle brutal abgeschnitten, das war schwer. Aber es musste sein für die Rolle. BLOCK 10 muss unbedingt angeschaut werden, weil wir nicht vergessen dürfen, was war und sich das nicht wiederholen darf.“

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Block 10: Synopsis

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Im Stammlager Auschwitz werden Anfang 1943 hunderte jüdische Frauen in Block 10 interniert und systematisch medizinischen Experimenten zur Zwangssterilisation ausgesetzt. BLOCK 10 erzählt ihre Geschichten. Lesen Sie hier weitere Infos zum Film.

Director’s Note: Marcus O. Rosenmüller

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Regisseur Marcus O. Rosenmüller zeigt BLOCK 10 konsequent aus den Perspektive von Opfern, Tätern und Mitläufern: ohne Schnitt, ohne Musik, ohne Ästhetisierung. Ein Film gegen das Vergessen, der die Täter demaskiert und den Opfern ihre Würde lässt.

Producer’s Note: Dr. Alice Brauner

Producer’s Note: Dr. Alice Brauner

Alice Brauner, Tochter zweier Holocaust-Überlebender, rebelliert gegen eine Gegenwart, die das Unbegreifliche einfrieren lässt. BLOCK 10 erzählt aus der Perspektive der Opfer von den Frauen im Block 10 und vom Dilemma des Häftlingsarztes Dr. Samuel.

Block 10 | Trailer

Im Konzentrationslager Auschwitz wird Anfang 1943 der Block 10 geschaffen. Dort sperrte die SS hunderte jüdische Frauen ein. Sie werden zu Objekten medizinischer Experimente, systematisch misshandelt, verstümmelt und ihrer Zukunft beraubt.

Block 10 | Teaser

In Block 10 von Auschwitz werden jüdische Frauen für medizinische Experimente missbraucht. Während sie um Würde und Überleben kämpfen, wird ein Häftlingsarzt gezwungen, selbst Teil des Systems zu werden, um seine Tochter vor dem Tod zu bewahren.