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Ein Mosaik aus Geschichten

Ein Bauer verkauft zwei Grundstücke am See und setzt damit ein Jahrhundert deutscher Geschichte in Gang: Schlöndorffs Verfilmung von Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“ erzählt in einem lyrischen Mosaik von Vertreibung, Verlust und Erinnerung.

Ein Foto von der Familie, wie sie gemeinsam auf dem Rasen sitzen.

Filmstill: Studiocanal

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Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte

Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte

Volker Schlöndorff

Drama

Deutschland 2026

118 Minuten

Ab 15.10.2026 im Kino!

Regisseur Volker Schlöndorff zur Sélection Officielle des Cannes Filmfestivals 2026:
„Für mich ist es eine unglaubliche Ehre und Freude, nach Cannes, der ‚Mutter aller Festivals‘, zurückzukehren – sechzig Jahre, nachdem ich dort mit meinem Film ‚Der junge Törless‘ meine ersten Schritte als Regisseur gemacht habe.“

Zunächst erlebt man ein lyrisches Mosaik aus Seeufer, Wald, ein besonderes Haus. Man lernt wechselnde Bewohner kennen, Kinder, junge Frauen, einen Architekten, Nachbarn: eine jüdische Familie. Dann erschließt sich die epische Dimension. Es handelt sich um eine präzise Chronik der deutschen Geschichte des letzten Jahrhunderts. Auch ohne Daten hinzuzufügen, erschließen sich die jeweiligen Epochen aus Details.

Ein Bauer verkauft zwei Grundstücke an einen jungen Architekten und an eine jüdische Familie. Der Eine baut ein Haus im Bauhaus-Stil, die Anderen nur ein Badehaus. Die Frau des Architekten mit ihren Schwestern sind sorglose Geschöpfe der 30er- und 40er-Jahre. Kinder werden geboren, wachsen auf, verbringen glückliche Sommer. Der Architekt versucht mit Albert Speer für die Nazis zu bauen, wird aber abgelehnt und muss zum Volkssturm. Bei Kriegsende quartieren sich Rotarmisten mit ihren Pferden ein. Die Frau des Architekten entgeht der Vergewaltigung durch Umkehr der Rollen.

Als die DDR gegründet wird, baut der Architekt für die Sozialisten, bevor er mit seiner Frau in den Westen flieht. Ade Haus am See! Eine verdiente Schriftstellerin, die die Nazizeit in Moskau überlebt hat, übernimmt das Haus mit ihrer zahlreichen Familie. Als Exilanten fällt ihnen die Rückkehr schwer. Vor kurzem noch haben sie an der Seite der Russen gegen die Nazis gekämpft... doch die Natur hilft, die Geschichte zu vergessen, bis sie mit dem Fall der Mauer wieder auftaucht und den Idealisten die letzten Illusionen raubt.

Neben dem Haus ist die Natur, das heißt der See, das Grundstück, die Bäume, die Pflanzen, der Himmel, die geheime Hauptperson. Zwei junge Mädchen spielen eine wichtige Rolle: vor dem Krieg Doris Kaplan, die Tochter der Tuchfabrikanten aus Guben, eine Art Anne Frank, deren wunderbaren Briefe erhalten sind. Später die Enkelin der Schriftstellerin, die fast 25 Jahre ihres Lebens auf dem Grundstück verbringt, bis zum neuerlichen Verlust durch Enteignung nach der Wende. Sie ist es, die als Erzählerin alle die, die vor und mit ihr hier gelebt haben, zu Wort kommen lässt. Nur Einer, der Gärtner, ist von Anfang bis Ende dabei, alterslos, aber stumm.

Eine traurige Geschichte? Nein, eine Geschichte über das Leben, das immer weitergeht und das man nicht halten kann, und über die Orte, die bleiben, von immer neuen Menschen geliebt und belebt.

„Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ ist ein Mikrokosmos deutscher Geschichte, in dem sich Vertreibung und Verlust, Heimat und Herkunft, Verdrängung und Erinnerung zu persönlichen, wie historischen Dramen verdichten. Neben eindrucksvollen Bildern von Natur und menschlichen Schicksalen zeichnet der Film die präzise Chronik 100 Jahre deutscher Geschichte nach. Zusammen mit Regina Ziegler, einer der erfolgreichsten Produzentinnen Deutschlands, widmet sich der mehrfach preisgekrönte Regisseur Volker Schlöndorff, der für seine Verfilmung von Günter Grass‘ Roman „Die Blechtrommel“ mit einem Oscar und der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde, nun erneut einem Jahrhundertroman.

Mit „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ entsteht die erste Verfilmung eines Buches der vielfach prämierten Schriftstellerin Jenny Erpenbeck, die nach intensiver Arbeit als Regisseurin an Theatern und Opern 1999 mit ihrem literarischen Debüt „Geschichte vom alten Kind“ Aufmerksamkeit erregte. „The Guardian“ zählt ihren autobiografisch inspirierten Roman „Heimsuchung“ zu den „100 besten Büchern des 21. Jahrhunderts“; die „New York Times“ sieht in Erpenbeck, die 2024 den International Booker Prize gewann, eine künftige Nobelpreisträgerin. Seit dem Schuljahr 2025/26 ist „Heimsuchung“ in zahlreichen Bundesländern Bestandteil des Abiturkanons.

Weitere Infos zum Film finden Sie hier.

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Director’s Note: Volker Schlöndorff

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Ein Haus am See, fast ein Jahrhundert wie im Zeitraffer: Volker Schlöndorff erzählt, warum „Heimsuchung“ für ihn ein Film über Augenblicke ist, welche Bedeutung die Musik hat und was Heimat für ihn bedeutet.

Interview: Autorin Jenny Erpenbeck

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Was heißt es, einen Lebensort zu verlieren? Autorin Jenny Erpenbeck erzählt im Interview, wie aus einem lockeren Gespräch mit Volker Schlöndorff die Verfilmung von ihrem Roman „Heimsuchung“ wurde und warum die Geschichte heute aktuell ist.

Heimsuchung - Eine Jahrhundertwende | Trailer

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Gespräch mit Jenny Erpenbeck: Heimsuchung

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