Ein gewöhnlicher Arbeitstag auf einer Baustelle verändert alles. Thomas, ein Kranführer in Berlin, erhält einen Anruf seiner Frau Carla, die ihn bittet, sie vom Krankenhaus abzuholen. Als er sie dort weinend antrifft, beginnt eine Geschichte über drei Tage, in denen eine Liebe erschüttert wird. Die Zeit vergeht, Freunde kommen und gehen, die Stadt bewegt sich weiter – doch der Schmerz bleibt.
In klaren, präzisen Bildern erzählt Angela Schanelec von Verlust, Sprachlosigkeit und der Macht der Worte. Gespräche können trösten, verletzen oder ganze Lebensentwürfe ins Wanken bringen. Vor weißen Wänden, die wie leere Leinwände wirken, treten die Figuren und ihre Gefühle umso deutlicher hervor. Gleichzeitig eröffnet der Film Räume für Freundschaft, Nähe und Momente unerwarteter Leichtigkeit, die der Verzweiflung etwas entgegensetzen.
Mit „Meine Frau weint“ gelingt Schanelec ein ebenso direkter wie poetischer Blick auf das Leben in der Großstadt. Zwischen Baustellen, Parks und Übergangsräumen entsteht das Bild eines gegenwärtigen Berlins, geprägt von unterschiedlichen Sprachen, Biografien und Erfahrungen. Nach MUSIC setzt sich die Regisseurin erneut mit den Möglichkeiten von Sprache und Kino auseinander und schafft eine bewegende Momentaufnahme von Schönheit, Trauer und Neuanfang. Der Film feierte seine Premiere im Wettbewerb der 76. Berlinale.