Als die frisch examinierte Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan) ihre erste Stelle antritt, ahnt sie nicht, welchen maroden Strukturen sie schon bald die Stirn bieten muss. Sie überlebt nur knapp einen rassistischen Brandanschlag und entscheidet sich, in diesem Fall selbst zu ermitteln. Doch statt auf Aufklärung stößt sie in den „eigenen Reihen“ auf eine Mauer des Schweigens: Oberstaatsanwalt Forch (Arnd Klawitter) bagatellisiert die Tat.
Gegen die ausdrückliche Weisung und erbitterten Widerstand der eigenen Behörde nimmt Seyo den Kampf gegen den scheinbar übermächtigen Justizapparat auf. In einem Klima des Misstrauens findet sie in Anwältin Alexandra Tiedemann (Julia Jentsch) und ihrer Freundin Ayten Alican (Alev Irmak), einer Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft, zwei Verbündete. Unter ständiger Bedrohung kämpft Seyo mit ihnen für die Integrität des Rechts — mit allen Mitteln und nicht nur vor Gericht.
Mit seinem vielfach preisgekrönten Regiedebüt „Futur Drei“ hat sich Regisseur Faraz Shariat als eine der aufregendsten und mutigsten jungen Stimmen im deutschen Kino positioniert. Nach verschiedenen TV- und Streaming-Arbeiten meldet er sich nun mit „Staatsschutz“ auf der Leinwand zurück. Bei seiner Weltpremiere auf der Berlinale 2026 wurde der Kinofilm gleich dreifach ausgezeichnet: mit dem Heiner-Carow-Preis, dem CICAE ART Cinema Award und dem Panorama Publikums-Preis.
Basierend auf einem Drehbuch von Claudia Schaefer, Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim, dem eine mehrjährige intensive Recherche zugrunde liegt, und erneut zusammen mitPaulina Lorenz und der eigenen Firma Jünglinge Film sowie Jorgo Narjes produziert, legt Faraz Shariat einen Film vor, der an Dringlichkeit und Wucht seinesgleichen sucht. Aufrüttelnd und wütend, aber nie ohne Hoffnung erzählt „Staatsschutz“ von Widerstand und untersucht die Frage, ob sich ein korrumpiertes System auch von innen heraus retten lässt.
Neben einer bezwingenden Inszenierung und der eindrucksvollen Bildgestaltung durch Lotta Kilian besticht Shariats Film dabei auch durch die Intensität des Spiels von Newcomerin Chen Emilie Yan, die hier an der Seite von Julia Jentsch, Alev Irmak, Arnd Klawitter, Sebastian Urzendowsky und Kathrin Angerer ihren Einstand im Kino gibt.
Weitere Infos zum Film sowie Kinos in Ihrer Nähe finden Sie hier.