In Kooperation mit Neue Visionen Filmverleih

Eine Reise durch Deutschland in Trümmern

Anlässlich des Goethe-Jubiläums wünschen sich beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte des Trostes von Thomas Mann. Seine Rückkehr aus dem Exil mit Tochter Erika wird zur Reise von Frankfurt bis nach Weimar. Lesen Sie hier mehr zum Filminhalt.

Thomas Mann (Hanns Zischler) und Erika Mann (Sandra Hüller) unterhalten sich mit einem Mann, hinter ihnen ist ihr Auto, ein alter Buick, zu sehen
Willkommen in Weimar: Zum großen Goethe-Jubiläum macht Thomas Mann (Hanns Zischler) zwischen amerikanischer und sowjetischer Besatzungszone keinen Unterschied.

Foto: Agata Grzybowska

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Vaterland

Vaterland

Paweł Pawlikowski

Spielfilm

Polen, Deutschland, Italien, Frankreich 2026

82 Minuten

Ab 03.09.2026 im Kino!

In Kooperation mit Neue Visionen Filmverleih

Vaterland

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begeben sich Literaturnobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler) und seine Tochter, die Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin Erika (Sandra Hüller), auf eine Reise durch ein Deutschland in Trümmern – von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Zum Goethe-Jubiläum wünscht man sich auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte des Trostes, der Zustimmung und der Vergebung vom größten aller Erzähler.

Zwischen euphorischen Wagner-Erben und literarisch versierten Generälen wird Deutschlands wichtigster Schriftsteller hofiert und manchmal auch beschimpft, während das Drama seiner eigenen Familie leise eskaliert. Es ist das erste Mal seit dem Krieg, dass Thomas Mann in sein Heimatland zurückkehrt, aus dem er einst ins Exil geflohen war. Eine Reise in die verwundete deutsche Seele, die heilen soll – sie wird für Erika und den Zauberer, wie seine Kinder Thomas Mann oft nannten, zu einer Reise ins Innerste.

Nach dem Oscar-prämierten „Ida“ und dem vielfach ausgezeichneten Drama „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ (Beste Regie in Cannes, fünf Europäische Filmpreise, darunter für den Besten Film) erzählt Paweł Pawlikowski in überragenden Kinobildern eine große deutsche Familiengeschichte im Tumult der Nachkriegszeit. Mit zarter Unerbittlichkeit überblendet „Vaterland“ den Nullpunkt der deutschen Geschichte mit dem Finale einer Familiensaga. Eine intensive filmische Erfahrung, getragen von einem überragenden Ensemble.

Die Reise in einem Buick

„Vaterland“ spielt an einem Wendepunkt der Weltgeschichte, als Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in zwei getrennte Staaten geteilt wurde, mit zwei grundverschiedenen Ideologien. Wie bei seinen früheren Filmen wollte Paweł Pawlikowski die Geschichte seiner Figuren vor dem Hintergrund politischer Umbrüche erzählen, ohne jedoch das Gefühl zu haben, die Geschichte erklären zu müssen: „Ich glaube nicht, dass man Geschichte im Film erklären kann. Die meisten historischen Filme gehen von einem bestimmten Narrativ oder einer Theorie aus und versuchen, diese durch Figuren und einen bestimmten Plot zu veranschaulichen. Für mich wird Geschichte erst dann lebendig, wenn sie anhand konkreter Figuren, Beziehungen und Situationen dargestellt wird, und diese sind immer komplex, oft auch paradox. Erklären und Veranschaulichen schränken die Bedeutung ein, sie lassen einen die Absichten des Autors klar erkennen und machen das Kino zunichte.“

Thomas und Erika Mann reisen in einem schwarzen Buick von Frankfurt nach Weimar, einer Limousine, die in den Augen von Hanns Zischler als eine Art Zeitmaschine fungiert, die die beiden durch das sich wandelnde Land transportiert: „Du steigst in dieses Auto ein und in einen Traum. Ich denke, dass Paweł das Auto als Traummaschine benutzt. Das Auto selbst sorgt für einen Fluss. Es führt dich aus dir selbst heraus. Genau das geschieht mit diesen Figuren und in gewisser Weise hilft ihnen das Auto dabei, über sich hinauszuwachsen.“

„Vaterland“ und Roadmovies

Als Paweł Pawlikowski Manns Biografie gelesen hatte, fühlte er sich direkt von dem Bild dieses schwarzen Buicks angezogen: „Ich fand es ein großartiges Bild, wie Mann in dieser amerikanischen Luxuslimousine durch die Trümmer der Nachkriegslandschaft fährt. Ich liebe die Roadmovies der 1970er Jahre. „Vaterland“ ist natürlich kein richtiges Roadmovie, vieles passiert in Hotels, aber die Reise ist gewissermaßen der Schlüssel. Wenn ich so darüber nachdenke – das erste Mal habe ich Hanns Zischler in Wenders’ Roadmovie-Klassiker ,Im Lauf der Zeit‘ von 1970 gesehen.“

Da Erika als ehemalige Rallyefahrerin diejenige ist, die Thomas Mann in diesem Auto durch das Land fährt, musste Sandra Hüller lernen, wie man mit solch einem besonderen Fahrzeug umgeht: „Es gibt in Leipzig einen Mann, der in einem Oldtimer-Museum arbeitet und genau so einen Buick besitzt, wie ihn Thomas Mann gefahren hat. Er hat uns gestattet, damit das Fahren zu üben, was am Anfang ziemlich beängstigend war, weil dieses Auto so groß und schwer ist und ganz anders funktioniert als unsere heutigen Fahrzeuge. Man braucht dafür viel Kraft in den Armen, gleichzeitig ist es auch sehr empfindlich. Es ist ein wunderschönes Auto und ich bin sehr froh, dass wir die Gelegenheit bekamen zu lernen, wie man damit fährt.“

Weitere Infos zum Film sowie Kinotickets finden Sie hier.

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