Augstein und Blome
25.01.2013 | 22:00 20

Lechts gegen Rings, oder was?

Wahljahr 2013 Jeden Freitag prallen Welten und Weltanschauungen aufeinander, wenn Jakob Augstein (der Freitag) und Nikolaus Blome (Bild) die Geschehnisse der Woche reflektieren

Kommentare (20)

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Ehemaliger Nutzer 25.01.2013 | 23:57
"...prallen Welten und Weltanschauungen aufeinander..." Also Welten prallen bei den beiden nicht aufeinander! Sie mögen beide den Kapitzalismus, wenn auch in unterschiedlichen Formen . der Jakob ist da sanfter. Das Blome "Rechts" ist, ist bekannt - ob Augstein "Links" ist, wird sich erweisen. Bei den Parteien kann man eh'kaum noch unterscheiden - die sind doch alle "Mitte" bis "Rechts"! Selbst die Grünen haben ihr "linkes" Image aufgegeben. Schade - ich vermisse eine Jutta! Da bleibt "links" nur noch die Linke!
mymind 26.01.2013 | 03:35

ja, warum gibt es politische Parteien, Klientel & Interessenspolitik?

Ja, weil Politik ggf. auch Business geworden ist?

Wenn es um die Kohle geht & wer kriegt sie kommen wir zum Kern.

Jo, vor allem zu dem Kern, der das alles wuppt. Sind immer die Gleichen, egal unter welcher Regierung.

Der Betrug an den Leuten ist es, dass ihre Interessen die gleichen sind  wie die ihrer Arbeitgeber?

Hoppla, ach wirklich? Manchmal sind es tatsächlich die gleichen, kommt stark darauf an in welchen ökonomischen & sozialen Gefilden gelauscht wird. Z.B. Der mittelständische Handwerksbetrieb hat meist nicht weniger Interesse an einer guten Auftragslage als die Mitarbeiter. So ist es auch in den meisten Dienstleistungsbereichen, zu denen neben sämtlichen Handwerksberufen auch akademische  Dienstleistungsberufe zählen. Da gibt es durchaus oftmals eine Interessensgemeinschaft…

Zypern muss man nicht retten?

Zu diesem blöden Spruch sage ich nix. Wegen mir muss man keine Bank oder Staat, der auf Pump überlebt hat,  zu retten. Leider stehen dahinter viele Menschen, die nichts dafür können.  Jakob Augstein, es wird Zeit dieses alberne Geplauder mit dem unerträglichen Blome zu beenden & einen etwas weitsichtigeren Gesprächspartner zu suchen…

mcmac 26.01.2013 | 11:11

Jakob Augsteins Einlassungen zu Beginn bezüglich der grundsätzlichen (Lebens)I n t e r e s s e n  sind hilfreich. Konsequent zu Ende gedacht, könnte so wieder so etwas wie eine politische Grundorientierung beim Einzelnen entstehen. Nur wird leider dieser Gedankengang recht schnell im Verlauf der Diskussion verwaschen und verwurstet - was ganz im Interesse derer ist, für die Nikolaus Blome steht.

fahrwax 26.01.2013 | 16:04

Die aufeinander prallenden Welten, äh Anschauungen, haben mich derart gefesselt, das mich spontan der Schlaf überkam. Leider ist das kein Scherz.

Sollte ein Leben auf diesen Planeten stattfinden, geht es mir offensichtlich am Bobbo vorbei. Erst pünktlich gegen Ende setzte sich mein Organismus gegen das Gebotene zur Wehr: aufwachen kann sehr schön sein.

KalleWirsch 26.01.2013 | 21:21

Wow. Es darf wieder kommentiert werden. Diese Kommentarsperrung war eh vollkommen absurd. Hier gesperrt und auf Youtube war sie noch offen. Nebst Verqweigerung des Hausherrn, wieso er keine Kommentare mehr wollte.

Also gut. Nachdem die Bildzeitung zur Niedersachsenwahl das Politikressort wieder öffnete und Augstein sich von seinen Bloggern wünschte, sie mögen doch weniger über Politik bloggen, reden die beiden launig über rechst und links. Wahrscheinlich gibt es Schlimmeres, aber auch Spannenderes. Aber Ernst Jandel derart zu verhunzen, da hört der Spaß auf.

janto ban 27.01.2013 | 09:47

Schon klar, dass Blome Meinung gegen Lagerwahlkampf macht und sogar behauptet, es gäbe keine Lager mehr. Gibt es doch seit Jahren das, was strukturelle, linke Mehrheit genannt wird. Und natürlich hat das andere Lager sich in Niedersachsen zur Schau gestellt. Denn die 9,9%-FDP dort ist eben kein "Nullsummenspiel". Hätte die FDP die prognostizierten 3 Prozent eingefahren, wäre das ein Verlust von 3 Punkten für's schwarz-gelbe Lager gewesen. Sowie das linke Lager Prozentpunkte verloren hat, weil Linkspartei und Piraten an der 5%-Hürde gescheitert sind.

Gut, wenn die LINKE es hinein geschafft hätte, hätte es für rot-grün allein nicht gereicht. Dann wäre bei den Blomes und Clements der Republik das Geschrei um rot-rot-grün wieder losgegangen. Dass man mit den Dunkelroten nicht koalieren dürfe - und seien die inhaltlichen Schnittmengen auch noch so ermunternd usw. usw. Das Spielchen kennen wir ja schon. Da geht's dann plötzlich nicht mehr um Inhalte. Lange hieß es vonseiten des politischen Gegners sogar, rot-rot-grüne Koalitionen verprellten die SPD-Wählerschaft nachhaltig. Eine verlogene, vergiftete Analyse, die Hannelore Kraft in NRW aufs Hervorragendste widerlegt hat.

Dass Blome das linke Lager für bescheuert erklärt, weil es Wahlkampf gegen die FDP (diese Partei gewordene Finanzkrise) betreibt, zeigt eigentlich nur, dass er es (vonseiten der Leserschaft seines Blattes her) gewohnt ist, Interessenspolitik - total schamfrei - als neutrale Analyse verkaufen zu können.

@Lieber Herr Blome, Sie reden doch so gerne von extremistischen Rändern. Reden wir mal darüber. Das Springer-Blatt, das ihnen die Butter auf's Brot zaubert, hat sich die politische Vernichtung der Linkspartei als erklärtes Ziel auf die Fahnen geschrieben. Ebensowenig ist es ein Geheimnis, dass das linke Lager daran arbeitet, die FDP von der politischen Bildfläche verschwinden zu lassen. Wo liegt Ihr Problem? Etwa dort, dass - falls wir uns noch weiter US-amerikanischen Verhältnissen näherten - die strukturelle, linke Mehrheit in Deutschland immer stärker zum tragen käme?

Das kann ich gut verstehen. Bestimmt wachen Sie nachts manchmal schweißgebadet auf, weil sie von einem 3-Parteien-System auf Bundesebene geträumt haben. Dagegen hilft nur eins gut: Ganz ganz viele Artikel schreiben, in denen man behauptet, die GRÜNEN seien total bürgerlich und würden total gut zur CDU passen. Das findet Wolfgang Clement bestimmt auch. Der war ja mal SPD-Superminister und muss es wissen, nicht wahr. Heute ist er nicht einmal mehr SPD. Das aber auch nur am Rande.

Gut gemacht, Herr Augstein. Den Blome schön in die intellektuelle Schmuddelecke gedrängt, wirklich. Ihr Wort in Gottes Ohr, dass der Interessenskonflikt zwischen Oberen und Unteren in diesem Jahr auf ein parteipolitisches Stelldichein vorbeischaut. Ich fürchte aber, die Leute haben längst kapiert, dass sie andere Parteien wählen müssen als ihre Vorstandsvorsitzenden, um ureigene Interessen politisch abzubilden. Dass es Leute vor den Endgeräten gibt, die Blome seine Ode an die Alternativlosigkeit, diesen Abgesang auf politische Gestaltungsmacht, abkaufen, kommt doch nicht von ungefähr. Den Boden, auf dem dieses "Die-sind-doch-alle-gleich" wuchert, hat die SPD doch selbst gepflügt. Und ausgerechnet mit Steinbrück will sie ihn nun unfruchtbar machen. Das ist doch an Tragik alles gar nicht mehr zu überbieten.

Jetzt habe ich zuende geguckt und also noch gelernt, dass huhhhh, die Euro-Krise wieder kommt. Huuuuuuh. Und sehe dem Blome förmlich an, wie er sich auf die Große Alternativlosigkeit freut, die da kommen möge. Die die SPD - wie dereinst - an die Kette der Kanzlerin lege, auf dass das zahlenmäßig stärkere, linke Lager in tausend Teile zerspränge und auch in Zukunft keinen Fuß auf politischen Boden setze. Das nennt man wohl Verlustminimierung. Gar nicht so doof, dieser Blome. (Schwarzer Springer auf D3. Schach Matt.) Guten Morgen.