Lutz Herden
28.12.2012 | 11:32 21

Keine Schraubenfabrik

Ostfernsehen Vor 60 Jahren wurde nicht nur im Westen Deutschlands der reguläre Fernsehbetrieb aufgenommen. Auch der Deutschen Fernsehfunk im Osten startete mit seinem Programm

Keine Schraubenfabrik

Die Programm-Ansagerinnen in Adlershof während der siebziger Jahre

Foto: Waltraud Denger / Klaus Winkler / DPA

Stellung und Ansehen eines vereinten Deutschlands in der Welt hängen außer von seinem politischen Gewicht und seiner wirtschaftlichen Leistungskraft ebenso von seiner Bedeutung als Kulturstaat ab“, heißt es in Artikel 35 des Einigungsvertrages vom August 1990. Und weiter: „Die kulturelle Substanz in dem in Artikel 3 des Vertrages genannten Gebiet (gemeint ist die DDR – der Verf.) darf keinen Schaden nehmen.“

Bezogen auf Hörfunk und Fernsehen im so genannten Beitrittsgebiet lässt sich bezweifeln, inwieweit während der vergangenen gut 22 Jahre diesem Auftrag entsprochen wurde. Kaum jemand fragt danach. Dabei böte es sich in diesen Tagen an, nach ostdeutscher Kultur- sprich: Fernsehgeschichte zu fragen, die nicht etwa mit dem MDR oder dem ORB (inzwischen mit dem SFB zum RBB fusioniert) begann, sondern sehr viel früher. Nicht allein der einstige Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) im Westen oder die gerade als Urgestein der Fernsehgeschichte gefeierte Tagesschau blicken auf ein 60-jähriges Bestehen zurück.

Fernsehen vom Flugfeld

Ende Dezember 1952 schlägt auch in Ostberlin – genauer im Stadtbezirk Schöneweide-Adlershof – die Geburtsstunde eines Deutschen Fernsehfunks (DFF), der am 21. Dezember 1952 als „Zentrallaboratorium des Rundfunks“ einen regulären, wenn auch teils sporadischen Sendebetrieb aufnimmt. Für das Territorium der DDR beginnt ein Fernsehdienst auf Probe, beschlossen vom Ministerrat des Landes, finanziert vom Staat. Die in Ostberlin erscheinende Wochenzeitung Unser Rundfunk druckt Mitte Dezember 1952 eine erste Programmvorschau ab und riskiert dieses Wagnis für etwa 400 bis 500 Zuschauer, so die Schätzungen damals. Für das überaschaubare Publikum eröffnet Herrmann Zilles, erster Adlershofer Intendant, persönlich die ostdeutsche Fernsehpremiere. Sein Programm erspart sich Völlerei und wartet doch mit einer Weltsensation auf. Von Anfang an führen nur Ansagerinnen durch den Sendeablauf, so dass Margit Schaumäker an jenem 21. Dezember vor sechs Jahrzehnten gegen 20.00 – und damit fünf Tage vor der ersten Tagesschau aus dem viel zitierten Hamburger Hochbunker – die Uraufführung der Nachrichtensendung Aktuelle Kamera ankündigt. Die dümpelt freilich noch recht kläglich im Fahrwasser des vom Ostfernsehen übernommenen DEFA-Augenzeugen dahin und zehrt von dessen Filmsequenzen wie Reportagen. Eigene AK-Teams werden erst Mitte der fünfziger Jahre zum "Dreh" für die AK im In- und Ausland aufbrechen.

Ein auffallendes öffentliches Interesse wird dem Fernsehversuch Ost zunächst kaum zuteil – Sendeausfälle, fehlende Empfänger und Reichweiten adeln das Unternehmen kaum. Ernst Augustin, erster Technischer Direktor, gilt indes als Glücksfall an Kompetenz und Erfahrung. War er doch an Sende-Experimenten in Deutschland ab 1930, nicht zuletzt den legendären Berliner Fernsehstuben, beteiligt. Nun muss er in Adlershof damit zurecht kommen, dass sein Produktions- und Sendezentrum de facto ohne technisches Hinterland entsteht. Die gesamte Fernsehindustrie liegt in den Westsektoren Berlins – eine eigene DDR-Fertigung in Radeberg oder Berlin-Oberschöneweide wird erst später verfügbar sein.

Wie auch immer – die neue Anstalt siedelt auf einem Gelände, dessen Topografie zur Geschichtslektion lädt. Bis Ende des Zweiten Weltkrieges wusste dort die „Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt“ ihr Domizil. Auf deren Terrain lag einer der größten Flugplätze Berlins. Experimentiert und gearbeitet wurde in den Hangars noch im April 1945, als ringsherum schon die Artillerie-Granaten der Roten Armee einschlugen und der Flughafen noch einmal auf respektable Startquoten kam. Nazigrößen, sofern sie dem Führerbunker nahe der Reichskanzlei entkommen konnten, ließen sich scharenweise aus einer dem Untergang geweihten Reichshauptstadt fliegen.

Ab Anfang 1950 beschert das nunmehr herrenlose Gebiet mit seinen verlassenen Hallen und leeren Pisten dem „Projekt Ostfernsehen“ die nötige Baufreiheit – für diesen Standort spricht einiges. Um es aufzulisten: die Lage an einer der großen Ausfallstraßen Ostberlins, die Nähe zum Flughafen Schönefeld, später dann die Nachbarschaft einer Kaserne.

Georg Büchner und "Nathan"

Bald ist es in Adlershof mit den Herrlichkeiten der Gründerzeit vorbei und der Ernst des politischen Lebens beginnt. Im Sommer 1954 übernimmt Heinz Adameck die Intendanz, die bald zum Staatlichen Komitee für Fernsehen avanciert, und wird den Chefsessel bis zum Wendeherbst 1989 nicht mehr hergeben. Der damals 33-Jährige hatte sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft dem Nationalkomitee Freies Deutschland angeschlossen, arbeitete nach seiner Rückkehr zunächst im Thüringer Innenministerium und übernahm das Direktorat beim DFF im Auftrag des SED-Zentralkomitees. Dort hatte man das Medium Fernsehen zwar gefördert, um der Konkurrenz im Westen gewachsen zu sein, aber wegen allzu vieler technischer Unzulänglichkeiten darin noch nicht das Massenmedium gesehen, das sich als politisches Instrument anbot, um Macht zu sichern – oder zu verlieren. Der SED – so wusste man es spätestens 1989 – sollten beide Erfahrungen vorbehalten bleiben. Doch wer ahnte das schon vor 60 Jahren, als ein Schauspieler wie Eduard von Winterstein ins zunächst einzige Adlershofer Studio kam, um aus dem Hessischen Landboten von Georg Büchner vorzulesen oder eine Passage aus Lessings Nathan darzubieten. Und das live, nach einer kurzen Licht- und Mikrofonprobe.

39 Jahre – 10 Tage 

Am 31. Dezember 1991 wurde der DFF, dem der damalige Rundfunkbeauftragte Rudolf Mühlfenzl (CSU) das einfallslose Etikett „DFF-Länderkette“ verpasst hatte, nach Artikel 36 des Einigungsvertrages abgewickelt und musste für alle Zeit das Feld räumen. In dieser Hinsicht war man – anders als bei Artikel 35 – über alle Maßen vertragstreu. Es gab genau 39 Jahre und zehn Tage "Fernsehen aus Adlershof".  Diese Anstalt starb etwas jünger als die DDR und sollte den versunkenen Staat doch um ganze 15 Monate überleben.

Kurz vor Toresschluss meinte  Michael Albrecht, der letzte DFF-Intendant vor dem zerstörerischen Kehraus, im Interview mit dem Autor: Sicher war dieses Fernsehen stets eine große Ideologiefabrik. Aber hier in Adlershof ist auch Kunst entstanden. Dieses Fernsehen war keine Schraubenfabrik. 

Auch wenn diese Anstalt im Rückblick teilweise genau so behandelt wird, wäre zu ergänzen. 

Kommentare (21)

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2012 | 12:20

vielleicht weniger schraubenfabrik als montagebetrieb, zu erlerndes per "tun", wenn ich mir die erzählungen des mädchens, älter als ich und passionierte schneiderin/näherin ins gedächtnis rufe...

handwerksbetrieb mit allem auflehnen und dann doch einiges als sinnvoll erkennen usw, was dort erlernbar in adlershof...hernach das klappern für sat1 und rtl und nostalgische feier von handwerk, was nicht mehr gefragt bei den treffen im elternhaus in bohnsdorf... wie eine tischlerin, die am Holz lernte, um dann plastikfenster in serie am band fertigen zu müssen...

der disput zwischen handwerkern unterschiedlicher gewerke ging über in ... naja, was "ist" ...

 

lg

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2012 | 14:16

sorry :oops: , es ist die "schwelgerei", meine... , die aus einem vielleicht zehn-worte-satz nur drei oder zwei entläßt aus versehen...

ich erfreu mich nur an den artikeln grad und erinnerte eine junge frau, die in bohnsdorf aufwuchs, immer auf uns kiddies aufpassen mußte, wenn die eltern alle party feierten, die gern klamotten für uns kids schneiderte und in adlershof lernte... ich weiß die berufsbezeichnung nicht mehr, aber nunja "rundfunk"... da sie für uns "kleine" als babysitter abgestellt wurde, durften wir den erzählungen lauschen, adlershof lauschen, nichts verstehen auf grund des alters, hatte viel mit "technik" zu tun, aber was rüberkam dann doch, ist, was ich jetzt erst kennengelernt habe: handwerk lernen ... mit all den "erregungen" der lernenden, die doch drauf bestehen wollten, auch "kunst" zu tun mit dem,was sie da taten... es erscheinen die erzählungen der jungen adlershof"azubine" wie versammelte unterschiedliche "handwerksbetriebe", die zusammenarbeiten müssend das hör-/fernsehfunkendergebnis bewerkstelligen wollten... jenseits von "ideologie" bekam mensch in adlershof anscheinend noch eine richtig gute ausbildung, spätere westbekanntschaften neideten gar diese möglichkeit, sich grundrüstzeug aneignen zu dürfen...

später , wenn ich doch nochmal von ihr hörte, ging zumeist die klage richtung fehlendem handwerk im zusammenarbeitenmüssen, die technik ist nun da, vorhanden, dies stünde zur verfügung und das, aber niemand wisse mehr um die funktionsweise dieser technik, sodaß "gutes handwerk" (was sie im erlernen uns kindern beschimpfte ;-) ) unmöglich wurd, nur noch ein "durchkommen" im beruf, auch, wenn sie "es" geschafft hatte...

sorry...stalgische kommentare heut und keine ahnung, welche vorsilbe angemessen wäre... wissen Sie eine für soetwas?

Magda 28.12.2012 | 17:08

Ach, das DDR-Fernsehen.
Meine Kontakte dahin waren eine Teilnahme an der Sendung "Das Professorenkollegium tagt" mit Klaus Grote einige Jahre vor der Wende.

Und nach der Wende ein Kommentar auf AK 2. 

Aber, gerechterweise muss man wirklich sagen. Es gab ein ständiges und sicherlich nicht leichtes Bemühen, die Sendungen zuschauerfreundlicher zu machen. Auch die politischen. Wenn ich da an Karl Heinz Gerstner und seine Nachfolger denke. Oder auch in den siebziger Jahren Dr. Katins "Alltag im Westen". Schien mir immer wie ein Versuch, dem so eindimensionalen schrecklichen Schnitzler was entgegenzusetzen.

War nicht einfach. Was ich heute vermisse,ist in der Tat ein etwas weniger ideologischer Rückblick. Viele Fernsehspiele vor allem der 80er Jahre waren durchaus zeitkritisch und gesellschaftskritisch. Ich erinnere mich noch an die "Sieben Affären der Dona Juanita", oder an "Fleur Lafontaine" mit der Domröse in der Hauptrolle.

Oder auch: "Ohne Märchen wird keiner groß" - ein sehr berührender Film. Meine Erinnerungen können nur Splitter sein.
Aber: Geguckt haben wir wirklich selten. Heute gucke ich die alten Polizeiruffolgen auch reiner Nostalgie.

Einmal hatte ich eine Begegnung mit einem Fernsehverantwortlichen. Der reagierte auf eine Beschwerde über einen alten deutschen Film, in dem ich einen antisemitischen Grundton beklagte. Ich war wirklich perplex, dass der das so ernst nahm. Der Film wurde auch nie wieder gezeigt.

Ansonsten: Viele kluge Leute, die auch unter dem, was alles nicht "ging" sicher gelitten haben. 

 

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2012 | 17:25

kennst du noch "erotisches zur nacht" ?

ähhh, ich hatte den abgelegten schwarz-weiß-fernseher meiner eltern in meinem kleinen zimmer/verschlag... da habsch auch "rotkäppchen" oder "schneewitchen"? ähh, naja, westfilme geschaut und hey, alles war immer in schwarz-weiß...

ich weiß gar nicht, waren diese dekameron-sequnz-verfilmungen defa oder tschechisch? :oops:

die polizeirufe, einige waren -für mich- sehr gut bzw naja "eindrucksvoll", der kinderanrufer,daß diese sich umbringen-polizeiruf und dann der mit dem "dicken", der sich immer versteckt hat,ka,is das der birnenbaum-polizeiruf?...ka... was ich später liebte war alles von matti geschoneck, das ist meine sehgewohnheit, die langsamkeit und ruhe, die ich nun vermisse zumeist, auch das licht, die farbintensität,manche meinen,es wäre blässe... ich mag/mocht das... ein west-cutter erklärte mir mal die materialunterschiede, innerdeutsche und dann die übern großen teich und so weiter... so wirds auch ne materialgewohnheit,-bevorzugen sein, was meine bedürfnisse richtung bewegter bilder+ton prägte...

die heutigen probleme der filmemacher/-entstehungsbeteiligten sind -erscheints oftmals- grausamerer natur... kann fehlgehen, aber das wort grausam triffts für mich am ehesten...

 

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2012 | 18:02

du lebst in Delitzsch? ... ich hab mal gegooglet, aber es is nicht das delitzsch, das ich kannte vom bauernhof meiner oma... sie war dort grundschullehrerin, deutsch, keine ahnung, ob nochn andres fach, bei den "ferienspielen" an fasching war ich der fliegenpilz...ach...aber du bist älter als ich... nur: den rummel müßtest gemeinsam gekannt haben? oder habt ihr den bauernhof gekauft, damit meine oma nach berlin ziehen konnt?

:-)

ot über ot, abers is so schröcklisch virtuell,daß mensch manchmal bei aufblitzendem "real-live" ganz schusselig wird ;-)

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2012 | 18:31

ich war etwa 9 , als sie nach berlin umzog ...

ihr mann starb 1975 und war bis dahin direktor der schule, ich soll als baby noch von ihm gehalten worden sein, aber die russische vormalskriegsgefangenschaft war stärker, ich kannt ihn nicht ...

und ich kenne nichts/wenig von delitzsch... immermal blitzen talsperre und baden und die leute, die sich in tiefen stürzen von ganz weit oben, bäche waren in der nähe oder kleine flüsse, gabs in deinem forellen? ich war mit meinem onkel angeln und der fisch "sprang" aus der pfanne, danach wollt ich keinen fisch mehr essen, könnt ja dochnoch leben, egal, wie arg sie ihm auf den kopf gehaun hatten... ;-)

schokoladenfabrik, da muß ich meine oma mal drauf anmeckern, sowas enthält man doch kleinen kindern nicht vor! ...

die schiffsschaukel auf dem rummel konnte/durfte "überschlag" machen immer, mag sein, dabei is mir damals irgendwas durchnandergeraten im kopp...aber watsolls...

lieben gruß

john green 28.12.2012 | 18:47

Ich habe den Artikel ‚Keine Schraubenfabrik’ von Lutz Herden (Freitag 27.12.2012) mit grossem Interesse gelesen. Ich, als Englaender, war einer der wenigen Auslaender, der mehr als zwanzig Jahre kontinuerliche als Dokumentarist fuer das Fernsehen der DDR taetig war. Meine Kollegen und ich haben aus der ganzen Welt Dokumentarberichte geliefert – unter anderen fuer die Aktuelle Kamera, Objektiv und viele laengere Filme fuer die Katins Gruppe und die Reihe ‚Alltag im Westen’. Wir haben stets wahrhaftsgemaes und ehrlich berichtet und wir haben zum Teil Material gefilmt, das keine andere Anstalt im Westen hatte (z.B. haben wir den gesamten Ablauf des portuguesischen Fruehlings 1974 dokumentiert). Die fertigen Filme und das gesamte Filmmaterial ist von historischem Wert und haette nicht nur bewahrt werden sondern auch Historikern und Fernsehspezilaisten frei zur Verfuegung stehen sollen. Ich wurde allerdings informiert, dass das gesamte von uns gelieferte Rohmaterial im Muelleimer landete. Kopien der laengeren gesendete Beitraege befinden sich im Archiv, aber sie sind fuer Forscher und Interessenten nicht leicht zugaenglich, was zu bedauern ist.  Warum hat man Scheu oder Angst, solche Aspekte der DDR-Realitaet zu zeigen?

Gustlik 28.12.2012 | 18:49

Meine Mutter erzählt mir immer, unter welchen Witterungsunbilden ich in Löbnitz (Dorf!) das Licht des DDR-Gesundheitswesens erblickte. Heute ist jenes Gebäude ein Altersheim...
Der Lober, den auch der Renner kennt, war wohl eher ein Stinkefluss.

Da früher die Hauptstrecke Leipzig-Berlin durch Delitzsch ging, war hier immer die Schranke unten, dort stand dann öfters mal die Rote Armee und (wir) Kinder kletterten auf die LKWs.

Taschengeld: 20Pfennige pro Woche (später 50...)

Lutz Herden 29.12.2012 | 08:17

john green - danke für den Kommentar. Ja, es ist leider wahr, dass unmittelbar nach der Anwicklung des DFF nicht sehr respektvoll mit dem umgegangen wurde, was in den Archiven lagerte, Inzwischen hat sich das aber im DRA geändert, wie man nicht zuletzt dem beachtlichen dvd-Angebot entnehmen kann, das mit Produktionen der Adlershofer bzw. Johannisthaler Anstalt (dort wurden die Fernsehspiele teilweise produziert, größtenteils aber auf dem DEFA-Gelände in Babelsberg) bestritten und verkauft wird.    

Aussie42 29.12.2012 | 08:58

 

Danke fuer diesen schoenen Artikel ueber den DFF.

In diesem Zusammenhang muss dringend an das Sandmaennchen erinnert werden, dass sich bei den Kindern meiner West-Berliner WG wesentlich beliebter war als die West-imitate. War auch mit mehr Fantasie gemacht und vor allem kam auch mehr technisches Geraet vor.

Ein Wunder, dass S. nach der Wende weiterleben durfte.

 

jayne 29.12.2012 | 09:57

möchte eine seite mit teils sehr gut die hintergründe erhellenden beiträgen empfehlen; seit ende der 90er jahre wird zudem eine reihe zur programmgeschichte des ddr-fernsehens im leipziger universitätsverlag publiziert, so u.a. zum dokumentarfilm, hier insbesondere heynowski & scheumann und die gruppe katins, 2002 erschienen und sehr aufschlußreich.

jayne 29.12.2012 | 10:12

p.s. die von mir oben verlinkte seite ist leider nicht mehr die der dfg-forschungsgruppe "programmgeschichte des ddr-fernsehens", deshalb kann ich hier nur auf weitere publikationen im leipziger universitätsverlag verweisen:

1. Peter Hoff: Protokoll eines Laborversuchs. Kommentar zur ersten Programmschrift des DDR-Fernsehens 1955.

2. Claudia Dittmar/ Susanne Vollberg (Hrsg.): Das Ende der Langeweile? Programmgeschichte des DDR-Fernsehens 1968-1974.

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Ehemaliger Nutzer 09.01.2013 | 14:30

Ich erwsiche mich doch auch dabei, dass ich heute gerne mal nostalgisch verklärt mir eine Aufzeichnung vom DDR-Fernsehen anschaue. Zur damaligen Zeit war als Randberliner immer das ARD- und ZDF erste Wahl. Ich glaube, diese zeitweise Nostalgie an alten Sendungen des DDR-TV hängt auch viel mit der damit verbundenen Kinder- und Jugendzeit zusammen: Man erkennt die Mode, Stadtansichten und Köpfe von damals wieder und fühlt sich in die Kindheit und Jugend zurück versetzt. Mir wäre doch nie in den Traum gekommen, damals Sonnabends "Kessel Buntes" zu schauen, wenn gleichzeitg Rudi Carrel oder Kuhlenkampf oder Elstner oder  Gottschalk ihre Shows hatten.

Wenn ich heute einen alten Polizeiruf 110 von damals schaue, dann nur, um wieder klar zu machen, wie grau das Berliner Stadtbild damals war, im Vergleich zu heute.