Kira Cochrane
09.05.2013 | 09:00 4

Die nackten Kriegerinnen

Femen Diese Aktivistinnen kämpfen weltweit mit nackten Körpern für politische Ziele und erregen damit große Aufmerksamkeit. Wer aber sind die jungen Frauen? Was wollen sie?

Eines Tages im Sommer 2012 ließ sich Inna Schewtschenko in einem Wald bei Kiew zeigen, wie man eine Motorsäge bedient. Die Holzfäller errieten nicht, wozu sie das wissen wollte. „Sie hielten mich für eine verrückte Blondine“, sagt sie und schüttelt ihre hellen Locken. „Ich machte einen auf: ‚Oh, echt?‘“ Sie spielt die Neckisch-Naive: „So geht das? Toll!“

Anderntags ist sie dann auf einen Hügel über der Stadt gestiegen, hat sich bis auf rote Shorts, schwere Stiefel, Lederhandschuhe und eine Maske vor den Augen nackt ausgezogen. Die Verkündung des Pussy-Riot-Urteils stand unmittelbar bevor. Zu Ehren der russischen Punk-Aktivistinnen und um ihre Abneigung gegen alles Religiöse auszudrücken, begann Schewtschenko, ein vier Meter hohes Holzkreuz umzusägen, das seit dem Jahr 2005 dort stand: „Als ich anfing, dachte ich, das Ding kriege ich nie kaputt.“ Doch nach sieben Minuten hatte sie es gefällt, sie posierte für eingeladene Journalisten vor dem Stumpf. „Free Riot“, hatte sie quer über ihre nackten Brüste geschrieben und breitete dazu die Arme aus wie die Christusfigur.

Dann kamen die ersten Morddrohungen. Es habe amtliche Aufrufe zu ihrer Verhaftung gegeben, erzählt die 24-Jährige, und im russischen Fernsehen wurde behauptet, das Kreuz sei ein Denkmal für die Opfer des Stalinismus gewesen. Doch sosehr Inna Schewtschenko das bestritt, ukrainische Medien griffen die Behauptung auf, und der Zorn gegen sie wurde immer größer. Männer, von denen sie glaubt, dass sie für den Geheimdienst arbeiten, beschatteten ihre Wohnung, einige Tage später wurde morgens um sechs Uhr ihre Wohnungstür eingetreten. Schewtschenko versuchte zu fliehen. Sie sprang aus dem Fenster auf einen Balkon im ersten Stock und dann auf die Straße. Mit 50 Dollar, einem Handy und ihrem Pass in der Tasche kam sie bis nach Warschau. Von dort ging es weiter bis nach Frankreich.

Die politischen Ziele der Femen sind einfach. Sie sind umfassend und radikal. Es geht um einen Krieg gegen das Patriarchat, an drei Fronten wird dabei gekämpft: für ein Ende aller Religionen, Diktaturen und der Sexindustrie. Ihre Geschichte beginnt bereits im Jahr 2006. Damals, kurz nach der orangenen Revolution, trafen sich die drei Ukrainerinnen Anna Huzol, Oksana Schatschko und Alexandra Schewtschenko. Sie freundeten sich an, weil sie dasselbe Ziel hatten: Die Umbruchstimmung musste aufrechterhalten werden. Sie organisierten sich als Frauen-Protestgruppe gegen die Sexindustrie, denn der Sextourismus ist in ihrem Land ein großes Problem. Das, wie Alexandra Schewtschenko erzählt, jede Frau zu spüren bekommt: „Du gehst auf die Straße, und fremde Männer fragen dich ‚Wie viel?‘ und tatschen dich an.“

In Paris

Inna Schewtschenko kam drei Jahre später dazu. Damals war sie noch unsicher, was sie von den jungen Frauen halten sollte. Sich in der Ukraine eine Feministin zu nennen, war „etwa so, als würdest du sagen, ich ticke nicht richtig“, erzählt sie. Und auch Alexandra sagt, sie habe selbst an das „vom Patriarchat geschaffene Bild geglaubt, dass Feministinnen hässliche, bärtige Frauen sind, die Männern die Penisse abschneiden wollen“. Mit diesem Bild haben sie dann gespielt: Bis vor Kurzem zierte ihre Website die Zeichnung einer Frau mit einer Sense in der einen und einem abgeschnittenen Hodensack in der anderen Hand.

Ich treffe Inna Schewtschenko in Paris, denn auch hier hat sie sich nun mit anderen zu einer Gruppe zusammengetan. Als eine Art Hauptquartier dient den Femen ein Raum in einem alten, beinahe verfallenen Theater. Ungefähr 20 andere Aktivistinnen sind da, gleich beginnt eine neue Trainingseinheit. So nennen zumindest die Frauen das. Inna Schewtschenko zeigt ihnen, was zu tun ist: Füße auseinander, fester Stand, aggressiver Blick. Femen-Kriegerinnen lächeln nie, sagt sie, sie wollen niemandem gefallen. Sie protestieren oben ohne, setzen ihre Körper ein, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Und sie werden dafür kritisiert, dadurch sexistische Klischees zu bedienen.

Der Raum ist voll mit Plakaten, an die Wände sind Sprüche geschrieben. Fuck Religion. Rausgehen! Ausziehen! Siegen! Die Frauen haben sich nun in kleinen Gruppen aufgestellt und schreien sich gegenseitig Slogans ins Gesicht. Sie tragen T-Shirts und Jogginghosen, manchmal nehmen sie einen Schluck aus der Wasserflasche. Es sieht aus wie ein Fitnesstraining für die Revolution.

„Kein Sexspielzeug!“ Dann: „Arm wegen dir!“ und „Wir vertrauen auf Gay!“ Eine nach der anderen tritt in die Mitte des Raumes und zeigt, wie sie sich bei einer Potestaktion verhalten würde. Eine, die neu hier ist, schreit: „Kein Papst mehr“. Zwei Frauen werfen sich auf sie, die drei gehen zu Boden und bilden ein ringendes Knäuel. Inna Schewtschenko weist sie an, sich ständig zu bewegen, damit sie nicht verdeckt werden. Ihre Slogans müssen immer sichtbar bleiben. Eine Frau kämpft hart, brüllt weiter, befreit sich, rennt ein paar Schritte, bloß um dann erneut brutal niedergeworfen zu werden. Erst dann sagt Inna Schewtschenko endlich stopp, und die Frau steht auf. Blut rinnt ihren Arm hinab. Lächelnd hält Schewtschenko den verletzten Arm in die Höhe. Es gibt Applaus, Jubel, Glückwünsche.

Die nächste Trainingsstufe bedeuten Rumpfbeugen, Liegestütze, Rennen-beim-Schreien. Erneut tritt Inna in Jeans-Hotpants, Kapuzentop und Converse-Schuhen an kämpfende Frauen heran und unterweist sie, in die Kamera zu blicken. Es ist egal, wie viele Leute zu einer Aktion kommen, sagt sie: Wenn eine Kamera da ist, sollen sie sich genau dahin wenden. So erreichen sie Millionen.

Auf einer gewissen Ebene funktioniert das. Sobald Femen in Aktion treten, tauchen Videos davon weltweit im Netz auf. Aber vernebeln die Brüste nicht die Botschaft? Als ich einem Freund von dem Treffen in Paris erzähle, fasziniert ihn die Vorstellung barbusiger Kriegerinnen – doch er hört schon dann nicht mehr zu, wenn ich von den Argumenten der Frauen zu berichten beginne. Und ich befürchte auch, ältere Feministinnen haben den Gebrauch des weiblichen Körpers in Kunst und Kommerz derart satt, dass sie nach einem Blick auf die Taktik gar nicht mehr hinhören, was die Femen eigentlich zu sagen haben.

Im Moment sind Femen überall. In den letzten Jahren haben sie während der wöchentlichen Papstgebete auf dem Petersplatz für Schwulenrechte demonstriert und gegen Magermodels bei der Mailänder Modewoche. Bei der EM 2012 schnappten sie sich in der Ukraine den Pokal, um gegen die Sexindustrie zu protestieren. Vergangenen Sommer in London beschmierten sie sich mit Kunstblut, weil das IOC „blutige Islamistenregime“ unterstütze. Im Januar protestierten sie in Davos gegen eine von Männern beherrschte Weltwirtschaft, im Februar stürzten sie sich auf Silvio Berlusconi. Und im April rannten sie auf Angela Merkel und Wladimir Putin zu, als die beiden gerade über die Hannover-Messe schlenderten.

In Kiew

Der gemeinsame Nenner ihrer Kampagnen ist der Einsatz ihrer Brüste, um Korruption und Unterdrückung anzuprangern, wo immer sie sie sehen. „Eines unserer Hauptziele ist“, sagt Inna, „den Leuten die Masken herunterzureißen, zu zeigen, wer sie wirklich sind und wie das Scheißpatriarchat diese Welt bestimmt.“ Bereits in der Ukraine haben die Frauen lange und lebhaft über ihre Rechte diskutiert. „Wir haben keine 700 Seiten Lehrsätze als Grundlage“, so Inna, „sondern wir sagten: Kannst du glauben, was dieser Wichser macht? Der fasst mir an den Hintern und sagt, er will mich ficken und mir dafür einen Cocktail spendieren. Die Diskussion war ganz einfach: Wir waren wütend und wollten es zeigen, also begannen wir mit Aktionen auf der Straße.“

Anfangs noch bekleidet. Etwa, indem sie sich aus Protest gegen die Sexindustrie Preisschilder anklebten; sie haben sich für den schwedischen Umgang mit Prostitution eingesetzt, bei dem sich die Freier und nicht die Sexarbeiterinnen strafbar machen. Sehr an Markenbildung interessiert, sind sie zunächst ganz in Pink aufgetreten, und manche Journalisten haben sie sogar schon als die pinkfarbene Revolution bezeichnet. Im Jahr 2010 sind sie aus Protest gegen die Berufung eines rein männlichen Kabinetts in Herrenanzügen erschienen, haben sich ausgezogen und darunter Frauenkleidung getragen. Damals arbeitete Inna im Pressebüro des Kiewer Bürgermeisters. Nach der Aktion wurde sie natürlich gefeuert.

Im selben Jahr haben sie dann zum ersten Mal mit nacktem Oberkörper, mit nackten Brüsten, oben ohne protestiert. Das war in jenem Wahllokal, in dem Präsidentschaftskandidat Viktor Janukowitsch seine Stimme abgab; dort haben sich fünf Aktivistinnen vor den Kameras entblößt. Diese Bilder gingen um die Welt. Eine kleine Sensation, ein großer Erfolg! Nicht gleich am Tag danach fiel der Entschluss, immer halbnackt auf die Straße zu gehen. Aber irgendwann in dieser Zeit dann schon. Danach ist nicht gleich der Entschluss gefallen, immer oben ohne zu protestieren, die Medien hatten einfach „eine große, heiße, aggressive Diskussion“ ausgelöst, sagt Inna. Von so einer Wirkung konnten andere Aktivisten nur träumen. Das überdeckte auch die Zweifel, die die Mädchen hatten. Denn Inna gibt auch zu, sich selbst mit ihrem Körper immer auch ein bisschen unwohl zu fühlen. Eigentlich ist sie auch ein bisschen enttäuscht, „dass Frauen ihr Hemd ausziehen müssen, wenn sie etwas sagen wollen“.

Aber sie machen trotzdem weiter, mal mit, mal ohne Klamotten. Und nach sechs Monaten lautete die Bilanz: „Wenn wir nicht nackt waren, sprachen wir manchmal über viel wichtigere Themen, aber wir wurden ignoriert.“ Erst danach beschlossen sie, aufs Ganze zu gehen, und schrieben sich die Slogans fortan direkt auf den Busen. Inna Schewtschenko sagt, ihr nackter Körper fühlte sich nun wie eine Uniform an, während Alexandra Schewtschenko, die ich in Berlin treffe, ihn als „meine Waffe“ bezeichnet.

Der Gruppe wurde vorgeworfen, sie setze nur junge, schlanke, hübsche Frauen ein. Doch gerade ist im französischen Verlag Calmann-Lévy das Buch Femen erschienen. Darin sind ganz unterschiedliche Frauen zu sehen; dort sind Bilder versammelt, die anders sind als die, die Zeitungen gerne auswählen. Inna Schewtschenko betont, sie hätten niemals Frauen nach Aussehen oder Gewicht ausgewählt. Das einzige Kriterium sei, ob man gut vorbereitet ist: „Es gibt viele körperlich starke Frauen, die aber nicht aggressiv auftreten können und auch nicht wissen, wie sie zu reagieren haben, wenn jemand sie packen will.“ Die Bewegung ist gewaltfrei – Schewtschenko selbst sagt „friedlicher Terrorismus“ dazu –, doch sie selbst wurde schon mehrfach verletzt und bei einer der jüngsten Aktionen sogar übel zusammengeschlagen.

Die Protestform der Femen wird manchmal belächelt, doch es besteht kein Zweifel, dass die Frauen ernste Risiken eingehen. Ende 2011 etwa reiste Inna Schewtschenko mit zwei Mitstreiterinnen nach Minsk, um dort vor dem KGB-Gebäude gegen Alexander Lukaschenko zu demonstrieren, der oft als Europas letzter Diktator bezeichnet wird. Sie rechneten damit, Neujahr in einem weißrussischen Gefängnis zu verbringen, doch stattdessen wurden sie, wie sie sagen, von Geheimdienstlern entführt; der weißrussische KGB bestreitet dies.

Laut Inna Schewtschenko fing eine Gruppe Männer sie am Busbahnhof ab und brachte sie in einen fünf Fahrstunden entfernten Wald. Dort habe man sie mit Öl übergossen, mit Feuerzeugen und Messern bedroht und gezwungen, sich nackt auszuziehen. Dann mussten sie sich hinsetzen, ihre Hände wurden auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. „Sechs oder sieben Stunden lang durften wir weder reden noch uns bewegen. Ein Typ sagte immer wieder, sie würden uns töten, aber vorher würden sie noch Spaß haben. Stellt euch das Lächeln eurer Mütter vor, und stellt euch ihr Gesicht vor, wenn sie eure Leichen sehen.“

Inna Schewtschenko war sicher, dass sie sterben würden, und dachte über ihre Zeit bei den Femen nach. „Ich wusste, das war der beste Teil meines Lebens, und nichts davon würde ich je bereuen, auch nicht, wenn es meinen Tod bedeutete. Das war für mich die größte Antwort. Einer der schlimmsten Tage in meinem Leben, doch zugleich der beste, denn nun verstand ich mich selbst.“ Irgendwann ließ man die drei Frauen allein im Schnee zurück. „Nun sah ich erst unser Potenzial. Vielleicht ein seltsamer Gedanke – ich weiß, manche halten uns für Kamikaze –, aber deshalb sage ich, ich bin mehr Aktivistin als Mensch. Mir ist klar, morgen kann ich tot sein.“

In Berlin

Alexandra Schewtschenko erzählt, dass in der Ukraine gegen sie gerade wieder ein Strafverfahren laufe. Nun lebt die ebenfalls 24 Jahre alte Frau in Berlin; natürlich war sie auch in Hannover dabei. Sie koordiniert die Aktionen von Femen Deutschland, einer Gruppe von ca. 30 Aktivistinnen. Sie wollen eines Tages eine globale Bewegung sein. Derzeit zählt sie weltweit rund 200 Aktivistinnen; es gibt Gruppen u. a. in der Schweiz, in Polen, den Niederlanden, Brasilien, den USA, und in Italien. Zuletzt wurde die tunesische Bloggerin Amina Tyler damit bekannt, dass sie sich „Mein Körper gehört mir“ auf den Busen schrieb und ein Bild von sich ins Internet stellte. Daraufhin ist sie wohl von ihrer eigenen Familie entführt und misshandelt worden.

Die 25-jährige Pippa lebt auch in Berlin und hat sich den Femen hier angeschlossen. Ihr gefalle, dass die so viel tun, sagt die Britin. In England hat sie sich in Studentinnengruppen engagiert, fand es aber oft zu schwierig, bei anderen Interesse für die Aktionen zu wecken.

Alexandra Schewtschenko findet auch, dass sich die Art und Weise, wie Feminismus jungen Frauen vermittelt wird, ändern müsse: „Sie wollen keine langen Texte lesen. Durch die Medien bekommen die Leute ohnehin Unmengen an Informationen, also brauchten wir etwas, das sie schockieren und aufrütteln würde.“

Pippa weiß zu schätzen, dass sie über Aktionen nicht lange debattieren; sie gehen einfach raus und machen. Aber ganz unkontrovers ist auch das nicht: Als im Januar eine Femen-Gruppe in der Hamburger Herbertstraße gegen Prostitution protestierte, trugen die Frauen Schilder, auf denen „Sexindustry is Fascism“ stand; an ein Tor schrieben sie den Spruch „Arbeit macht frei“. Das trug ihnen viel Kritik ein.

Dass sie selbst antifaschistisch sind, steht außer Zweifel – regelmäßig protestieren sie gegen rechte Gruppen. Doch trotz der anschließenden Diskussion will Alexandra Schewtschenko auf diese Metaphern nicht verzichten: „Ich verstehe, dass das für viele schmerzhaft ist, aber wir wollen diese Verbindung zwischen Prostitution und Faschismus herstellen.“

Femen sind nicht subtil, nicht harmlos und ganz sicher nicht reumütig. „Wir sind Provokateurinnen“, sagt Inna Schewtschenko. Entlassungen, Entführungen, Haft, Morddrohungen und Spott – sie nehmen einiges in Kauf. Schewtschenko erzählt noch, dass sie jeden Morgen von SMS begrüßt wird, in denen „Stirb!“ oder „Verbrennen sollst du!“ steht. „Die sehe ich mir an und denke: Guten Morgen“, sagt sie. Dann lacht sie laut und lange.

Übersetzung: Michael Ebmeyer

Kommentare (4)

poor on ruhr 10.05.2013 | 19:37

Tolle Reportage. Gerne gelesen. Hut ab vor dem Mut der Frauen!

Man muss wirklich lesen, nachdenken und dann erst urteilen.

Mir ist diese Protestform der Femen zwar immer noch sehr fremd, aber andere Zeiten mit anderen Herausforderungen suchen sich ihre eigenen Protestformen.

Das Blog über diese nackten Kriegerinnen hat mich beeindruckt. Danke.  

Lee Berthine 11.05.2013 | 14:54

Das Phänomen "Pussy Riot" und "Femen" finde ich überaus faszinierend. Davon abgesehen, dass es selbstbewusste, radikale junge Frauen sind, die "dahinter" stehen, erscheint es mir etwas ganz Archaisches, in den den Untiefen des kollektiven Unbewussten Wurzelndes zu sein, für das sie eventuell eine Art Projektionsfläche sind. Fragezeichen. Und gleichzeitig die fast naive Frische und Unbefangenheit, mit der sie ihre "Hippie"-Befreiungsparolen in Aktionen verbreiten. Am Tollsten finde ich, dass sie damit sogar schon Putin ein bißchen das Gruseln gelehrt haben, obwohl er süffisant den Chauvi mimt.

 

fyf 01.06.2013 | 17:04

Auf Titelseiten von BILD bis EMMA springen sie uns entgegen: die Femen: barbusige Frauen, die ihre nackte Haut als Werbetafeln für ihren Kampf gegen das Patriarchat gebrauchen und damit paradoxer Weise den Geschmack des empörten Mainstreams treffen. Oberstes Gebot der Aktivistinnen scheint dabei eine bildgewaltige mediale Präsenz zu sein. Über ihre Anstrengungen aufregende Bilder zu produzieren haben Femen übersehen, dass ihr skandalträchtiger Aktionismus zum reinen Selbstzweck verkommen ist. Denn fundierte, nachvollziehbare politische Inhalte hinter ihren auf körpermaße verkürzte Slogans liefern Femen leider nicht und bekommen dennoch einen roten Teppich für ihre non-Botschaften ausgerollt. Wir haben einen Blog erstellt, der sich intensiv mit Femen und insbesondere einer Kritik an Femen auseinandersetzt. In unserem Video haben wir die Absurdität der Femen, unsere Wut und Kritik, zum Ausdruck gebracht.

Blog: http://femen-germany.blogspot.de/

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