Donald McRae
23.05.2013 | 17:50 33

„Wir sind ein Klub, kein Unternehmen“

Jürgen Klopp Der Guardian spricht vor dem Champions-League-Finale mit dem BVB-Coach, der davon überzeugt ist, dass die Fußballgeschichte auf seiner Seite steht

„Wir sind ein Klub, kein Unternehmen“

Klopp beim Flugunterricht oder Training für den Siegeslauf in Wembley

Foto: Patrick Sollarz / AFP - Getty Images

Eine Stunde nach dem ersten von Jürgen Klopps vielen Scherzen, gespickt mit ausführlichen Einblicken in den Fußball und das Leben an sich, kehrt er zurück zu einer eher persönlichen Erinnerung. Sie ist passend und aufrüttelnd, da die ereignisreiche Reise, die Borussia Dortmund bis nach Wembley führte, wo sein Team am Samstag auf Bayern München trifft, wohl die außergewöhnlichste Geschichte dieser Saison ist. Die Geschichte einer leidenschaftlichen Mannschaft mit unbeschreiblicher Spielfreude, unfassbaren Dramen, schmerzhaften Transfer-Intrigen und unbändiger Freude – sie zeigt, dass es sich beim BVB um das „interessanteste Fußballprojekt der Welt“ handelt.

Alles erinnert verblüffend an Erfahrungen, die Klopp bereits in Mainz, seiner ersten großen Fußballliebe, sammeln konnte. Klopp war zunächst als Stoßstürmer aktiv und wurde in Mainz zum Verteidiger umgeschult. Er erinnert sich: „So wie jeder Angestellter des Vereins in Dortmund auch Fan der Borussia war, verhielt es sich auch in Mainz. Als ich noch aktiv spielte, hatten wir an einem verregneten Samstag vielleicht 800 Fans, die uns unterstützten. Wären wir gestorben – es hätte wohl niemand bemerkt. Aber wir haben den Klub geliebt – und das gleiche Gefühl hegen wir in Dortmund. Es ist ein spezieller Klub, eben ein Arbeiterverein.”

Ausgerechnet Richtung München

Klopp ist besonnen genug, diese romantischen Gefühle hervorzurufen, wenn er sagt: “Ich habe Mainz nach 18 Jahren verlassen und mir gedacht, dass ich beim nächsten Klub wohl nicht so viel Herzblut in den Job stecken werde. Wir haben eine Woche lang geweint. Die Stadt gab eine Abschiedsparty, die ebenfalls eine Woche andauerte. Für einen normalen Menschen ist dieses Maß an Emotionen eigentlich zu viel. Ich dachte, dass es nicht gesund sein kann, dauerhaft so zu arbeiten. Nach einer Woche beim BVB war dann aber alles wie gehabt. Zwei mal das Glück zu haben, so etwas zu finden, ist schon ziemlich ungewöhnlich.”

Borussia Dortmund rutschte von 1997 bis 2005 ab – vom Thron des Champions-League-Siegers bis an den Rand des Bankrotts. Jetzt – fünf Jahre nach Klopps Ankunft – machen den Verein 189 Millionen Euro Umsatz zum elftgrößten Klub der Welt. Ins imposante Westfalenstadion mit seiner berüchtigten Gelben Wand, Europas größter Stehtribüne, kommen regelmäßig bis zu 82.000 Zuschauer. Im Gegensatz zu Vereinen wie Bayern München, Manchester United, Real Madrid oder dem FC Barcelona handelt es sich bei den Dortmunder immer noch um Champions-League-Romantiker. Das Gehaltsbudget ist nur halb so groß wie das der Bayern und macht gerade einmal ein Drittel dessen aus, was Real Madrid für seine Spieler ausgibt. Trotzdem schickten die Dortmunder Real im ersten Halbfinalspiel mit 4 : 1 nach Hause. Und das obwohl nur einen Tag vor dem Spiel verkündet wurde, dass Mario Götze, das vielleicht größte Talent der Dortmunder (seit dem neunten Lebensjahr im Dress der Schwarz-Gelben), sich dazu entschlossen hatte, den Verein im Sommer für eine Ablösesumme von 37 Millionen Euro ausgerechnet in Richtung München zu verlassen.

Nur einer von vielen Transfers, die den BVB auseinander zu reißen drohen. Auch Robert Lewandowski, der alle vier Tore gegen Real Madrid schoss, wird die Borussen wohl zum Saisonende verlassen und vermutlich ebenfalls zu den Bayern gehen. Diese waren jetzt schon stark genug, den FC Barcelona in beiden Halbfinalspielen akkumuliert mit 7 : 0 vom Platz zu fegen.

Rücksichtslos wie China

Was soll ich sagen?“ fragt Jürgen Klopp mit dem einzigen Achselzucken des 90-minütigen Interviews. "Wenn es das ist, was die Bayern wollen … Es ist eben ein bisschen wie bei James Bond, nur dass die Bayern der Bösewicht sind."

Klopp hat den Verein in München unlängst mit einer rücksichtslos kopierenden Supermacht wie China verglichen. Aber nun winkt er sofort ab. „Ich war müde“, grinst er. „Bayern will mit aller Macht ein Jahrzehnt der Dominanz – so wie es zuletzt dem FC Barcelona gelungen ist. Das ist in Ordnung, wenn man das nötige Kleingeld hat, um die Aussicht auf Erfolg erhöhen zu können. Eine Garantie gibt es nie. Wir sind zwar kein Supermarkt, aber es ist auch klar, dass wir unseren Spielern nicht die Gehälter zahlen können, die ihnen anderswo angeboten werden. Der Weg, den die Bayern oder Madrid gehen, kann nicht unserer sein. Wir müssen vernünftig und vorsichtig wirtschaften, damit die nächste Generation nicht morgen die Probleme bekommt, die wir heute verursachen. Wir haben eben nur so viel Geld, wie wir zahlen können. Deshalb haben wir 2012  Spieler wie Shinji Kagawa verloren.“

Jürgen Klopp schlägt sich mit der Hand vor den Kopf. “Shinji ist einer der besten Spieler der Welt. Jetzt spielt er pro Spiel 20 Minuten bei Manchester United – als Linksaußen. Da bricht mir das Herz. Wirklich, wenn ich so etwas höre, kommen mir die Tränen. Im zentralen offensiven Mittelfeld ist Shinji am besten aufgehoben. Er ist vielleicht einer der torgefährlichsten Spieler, die ich auf dieser Position kenne. Aber für die meisten Japaner ist die Premier League eben wichtiger als die Bundesliga. Als er ging, lagen wir uns 20 Minuten weinend in den Armen. Ein Jahr zuvor war es Nuri Şahin, der ging, weil er für den größten Klub der Welt, Real Madrid, spielen wollte. Wenn aber die Spieler nur ein bisschen Geduld mitbringen, werden wir auch Dortmund zu einem der größten Klubs der Welt entwickeln können.”

Wie ein Herzinfarkt

Auf die Frage nach dem schmerzlichen Verlust Götzes antwortet Klopp zunächst philosophisch. "Es ist normal, dass Wege sich trennen. Mit 18 wollte ich auch die ganze Welt sehen. Es hat aber nur für Mainz und Dortmund gereicht … [Klopp lacht] Nicht gerade das Zentrum der Welt. Es ist in Ordnung, wenn Spieler woanders hin wollen. Aber sie kommen dort an und merken, dass es nicht dasselbe ist. Sie z.B. arbeiten tagein tagaus für den Guardian und denken vielleicht eines Tages, alltagsmüde, dass es besser sein könnte, für die Sun zu arbeiten: Mehr Geld, weniger Arbeit. Mehr Bilder, weniger Worte.”

Sein Lachen bricht abrupt ab, und Klopp sieht ein bisschen mitgenommen aus, als ich ihn frage, wie er sich fühlte, als er das erste Mal vom Götze-Transfer hörte. „Es kam mir vor wie ein Herzinfarkt. Direkt einen Tag nach dem Spiel gegen Malaga. Ich hatte also einen Tag, um zu feiern, bis sich irgendwer dachte: 'Genug, jetzt geht’s zurück auf den Boden der Tatsachen.' Michael Zorc irrte an dem Tag wie ein Zombie auf unserem Trainingsgelände umher. Er kam zu mir und sagte: 'Ich muss mit dir sprechen. Es könnte sein, dass …' ”

Es fällt ihm sichtlich schwer, die Worte zu wiederholen. „Michael fragte mich, ob ich jemanden zum Reden bräuchte, aber ich sagte: 'Nein, ich muss los.' Meine Frau wartete auf mich, weil ein Freund, der Schauspieler Wotan Wilke Möhring, uns zu der Premiere seines neuen Filmes eingeladen hatte. Als ich nach Hause kam, sagte ich zu ihr: 'Sorry, keine Chance, ich kann heute mit niemandem sprechen. Ich kann heute nicht ausgehen.' Dann gab es alle möglichen Anrufe vom Verein. Wir sollten uns in einem Restaurant treffen und sprechen. Ich sagte immer wieder: 'Nein, ich muss mit mir allein sein. Morgen bin ich wieder im Rennen, aber heute Abend geht nichts.' ”

Einige der Mitspieler soll die Transfer-Nachricht so mitgenommen haben, dass sie nicht schlafen konnten. „Das ist wahr“, bestätigt Klopp. „Ich habe mit sechs oder sieben Spielern geredet, von denen ich wusste, dass es ihnen das Herz brechen wird. Sie dachten, dass sie allein nicht gut genug wären und nur als Gemeinschaft gewinnen könnte. Daher ging es vielen wirklich mies. Aber Bayern hat Mario die Pistole auf die Brust gesetzt: Jetzt oder nie! Ich habe ihm noch gesagt, dass sie natürlich auch nächstes, übernächstes und in drei Jahren nachfragen werden. Aber er ist 20 und hatte das Gefühl, jetzt gehen zu müssen. Ich weiß, dass es nicht einfach wird, einen Spieler wie ihn zu ersetzen. Nächstes Jahr werden wir dementsprechend anders spielen. Es braucht eben alles seine Zeit.“

Überleben in Schweden

Der erste Trainer, der Jürgen Klopp inspirierte, war Wolfgang Frank, unter dem Klopp jahrelang bei Mainz spielte. Beide waren fasziniert von der Art und Weise, wie Arrigo Sacchi beim AC Mailand arbeitete. „Obwohl wir nur in der zweiten Bundesliga spielten, waren wir die erste Mannschaft in Deutschland, die in einem 4 – 4 - 2 ohne Libero auflief. Wir schauten uns zig mal dieses langweilige Video an, in dem Sacchi Defensivübungen ausführen ließ, ohne Ball, aber mit Stäben. Maldini, Baresi und Albertini waren dabei. Vorher haben wir immer gedacht, dass die Mannschaft mit den besseren Einzelspielern gewinnt. Danach wussten wir, dass alles möglich ist – wenn man nur die bessere Taktik anwendet.”

Klopp überlistete José Mourinho im Westfalen-Stadion. Neben beständigem Pressing und dem unglaublich schnellen Umschaltspiel, das Dortmund ausmacht, fand er einen Weg, Xabi Alonso – und damit auch Cristiano Ronaldo – aus dem Spiel zu nehmen. Der Umstand, dass Mourinho Klopp seitdem regelmäßig anruft, ist ein weiteres Indiz dafür, dass der es an die Spitze der europäischen Trainer geschafft hat. Fernab seiner taktischen Finesse ist es gerade seine Fähigkeit, mit Spielern auf emotionaler Ebene zu kommunizieren, die ihn heraushebt.

Nachdem Klopp Lionel Messi als Spieler angepriesen hat, gegen den “kein Kraut und keine Taktik gewachsen ist, solange er nur fit ist”, gibt er uns einen interessanten Einblick in sein Arbeiten. Anstatt seinen Spieler ein Video-Best-of katalanischer Fußballkunst zu zeigen – was hätte ein Umschaltspieler wie Marco Reus schon davon – zeigt er ihnen Fotos, auf denen zu sehen ist, wie die Spieler des FC Barcelona jedes einzelne Tor feiern, „als wäre es das erste ihrer Karriere gewesen“.

„Das ist es, was ich meinem Team zeigen muss, entsprechend oft. Ich will ihnen keine Videos zeigen, weil ich nicht will, dass sie einen anderen Stil kopieren. Aber ich will, dass sie sehen, wie Barcelona auch Tor Nummer 5.668 wie das erste feiert. Das ist genau so, wie man sich immer fühlen muss – bis man stirbt.”

Klopp interessierte sich von je her für Methoden, die ein Team zusammen schweißen. Er selbst sagt: „Man kann Teamgeist predigen – oder ihn leben.“ Nachdem Mainz 2004 in die Bundesliga aufgestiegen war, schickte Klopp sein Team auf ein unwirkliches Vorbereitungsabenteuer. “Wir haben die Mannschaft an einen See in Schweden geschickt. Es gab keinen Strom. Für fünf Tage waren wir da, ohne etwas zu essen mitgenommen zu haben. Sie mussten es sich selbst angeln. Die anderen Trainer fragten mich, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, in der Zeit Fußball zu trainieren. Nein, ich wollte, dass das Team das Gefühl bekommt, dass es wirklich alles überstehen kann. Mein Co-Trainer dachte, ich sei ein Idiot. Er fragte mich: „'Können wir da trainieren?' – 'Nein.' – ‘Können wir wenigstens laufen?’ – 'Nein. Aber wir können schwimmen und fischen.' “

Feuer machen, Wasser kochen

Wenn ich heute Spieler von damals treffe – aus dem Sondereinsatzkommando –, können sie mir von der ersten bis zur letzten Minute sagen, was sie wann, wo und mit wem gemacht haben. Jede Nacht in einem verdammten Zelt, mit den Wurzeln im Rücken, das vergisst man nicht. Ziel war es immer, die nächste Insel zu finden. Der, der als erster ankam, musste Feuer machen und Wasser kochen. Die ganze Zeit über hat es geregnet, höchstens für fünf Stunden während des gesamten Trips nicht. Und die Mücken … Wie halten die Schweden das aus? Die Sonne kommt raus und mit ihr die Mücken. Wunderbar war es trotzdem. Wir waren wie Bravehearts. Messer im Arm? Kein Problem. Als wir dann schließlich in der Bundesliga gespielt haben, konnte kaum jemand glauben, wie stark wir waren.“

Schon bald war Klopp deutschlandweit bekannt. Mit seinem professionellen, aber auch unterhaltsamen Auftreten als Co-Moderator beim deutschen Fernsehen verdiente er sich seine ersten Sporen in der Öffentlichkeit. Viel bedeutender aber war, dass selbst Bayern München wegen seiner erstklassigen Arbeit auf ihn aufmerksam wurde. „Uli Hoeneß fragte mich, ob wir uns mal treffen könnten. Ich sagte: 'Klar, ich muss zwar erst meine Mutter fragen, aber warum nicht?' Er erzählte mir, dass die Bayern über zwei neue Trainer nachdachten und ich einer von diesen wäre. Später dann entschied man sich für Jürgen Klinsmann, was nicht wirklich der Weltuntergang war. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass ein Zweitligatrainer von den Bayern angerufen wird.”

Auch der HSV zeigte sich interessiert, gab aber  am Ende Martin Jol die Trainerstelle, da dieser – im Gegensatz zu Klopp – beim Vorstellungsgespräch einen Anzug trug. „Ich weiß schon, warum ich den Job nicht bekommen habe. Eine Delegation der Hamburger kam zu mir nachhause, und zwei von drei Verantwortlichen wollten mich auch, einer war sich nicht sicher. Und ich sah eben aus wie auch jetzt [Klopp deutet auf sein Äußeres]. Tut mir leid!”

Ich habe dann in der Zeitung davon gelesen, dass ich deshalb nicht unbedingt erste Wahl sei. Außerdem haben mich meine Spieler nur 'Kloppo' gerufen. Ich persönlich finde nicht, dass das respektlos ist. Als ich in Mainz Trainer wurde, waren die meisten meiner Spieler vorher Teamkollegen. Am nächsten Tag sollte ich dann ihr Trainer sein. Soll man mich deswegen dann gleich Siezen? In Hamburg dachte man wohl, dass jemand, den sie ‘Kloppo’ nennen, keine Respekt-Person sein kann. Also rief ich sie an und sagte: 'Wenn ihr solche Bedenken wegen meines Charakters habt, dann will ich auch nicht zu euch kommen.' “

Die Hanseaten dürften heute die eigene Pingeligkeit verfluchen. Seitdem wurde Klopp unter anderem mit Mannschaften wie Chelsea, Manchester City, Manchester United und sogar Arsenal in Verbindung gebracht. Trotz allem scheint ihn nichts aus Dortmund loseisen zu können. Aber wird das immer so sein? „Ich weiß es nicht. Momentan denke ich an nichts anderes als den BVB. Möglicherweise könnte ich zu einer Menge Klubs gehen und nach Jobs fragen, und ein paar würden wohl auch zucken. Aber ich habe kein Interesse, denn für mich haben wir hier in Dortmund das interessante Fußballprojekt der Welt. In drei oder vier Jahren kann man sich vielleicht noch mal unterhalten, aber für den Moment bin ich genau am rechten Fleck.“

Genau am rechten Fleck

Klopp selbst kommt aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald. "Als ich wegging haben dort 1.500 Menschen gelebt, und 1.499 tun es noch immer.” Er ist der Vater zwei erwachsener Söhne. Seine Frau Ulla ist Autorin. “Sie hat ein Kinderbuch geschrieben. Ein bisschen wie Harry Potter – aber über Fußball. Da geht es nicht um verdammte Hexenbesen, sondern nur um Fußball.” Auch wenn Dortmund nicht das Zentrum des Universums sein mag, so hat Klopp mit seinem Feinsinn und seiner Bodenständigkeit dort doch eine magische Fußballwelt kreiert.

Das Leben hat mir mehr gegeben als ich erwartet hätte – Familie, Fußball und Geld. Keiner meiner Lehrer – selbst meine Eltern nicht – hat jemals daran geglaubt, dass mir das passieren könnte. Also wie bitte kann dieses wunderbare Leben mir dadurch versaut werden, dass die Bayern unsere Spieler kaufen? Es wäre natürlich besser, wenn wir sie halten könnten, aber ich bin mir nicht mal sicher, ob wir dadurch stärker wären. Veränderung ist wichtig, wenn man den nächsten Schritt gehen will. Wenn jetzt alle Spieler bleiben würden, müsste vermutlich ich gehen, damit sich überhaupt etwas tut. Würde ich sagen: ‘Los, Jungs, geht nach links!’ würden die Jungs sagen ‘Trainer, das hast du uns schon 200 mal erzählt, wir können es nicht mehr hören.’ So ist eben das Leben. Und deshalb braucht man auch immer wieder frisches Blut. Einfach ist das nicht, aber ich komme damit klar. Ich bin zwar ein ganz gewöhnlicher Kerl, aber es ist auch nicht sonderlich schwer, den richtigen Moment zu finden, um für die Spieler entweder Freund oder eben Lehrer zu sein.”

Reif für ganz oben

Kurz vor dem wohl wichtigsten Spiel seiner Karriere spricht Jürgen Klopp einerseits vergnügt von einem „Märchen“. Andererseits betont er auch, dass sein Team vor einem Jahr – wie von ihm vorhergesagt – bereit war, das Double zu gewinnen. Und dies auch tat. Anfang diesen Jahres hatte er nun verkündet, man sei reif für die Champions League. Bayern dürfte trotzdem Favorit sein, Dortmund kann sich jedoch der Unterstützung der neutralen Beobachter gewiss sein. Es fällt eben schwer, einer so quirligen Mannschaft und ihrem mitreißenden Coach zu widerstehen.

Wir sind ein Klub, kein Unternehmen“, sagt Klopp, „aber es kommt darauf an, welche Geschichte die Fans gerne hören wollen. Wenn man den Bayern und den großen Erfolgen, die sie seit den siebziger Jahren feiern, Respekt zollt, sollte man natürlich sie unterstützen. Aber falls diese Saison eine neue, außergewöhnliche Geschichte schreiben soll, dann heißt es: Dortmund. Ich glaube, just in diesem Moment der Fußballgeschichte kann man eigentlich nur für uns sein.“

Übersetzung: Jan Jasper Kosok

Kommentare (33)

alalue 23.05.2013 | 21:29

Klopp ist ein Supertrainer, hat auch menschliche Qualitäten. Ich las irgendwo, er hat einen Motivationsberater irgendwo sitzen, der ihm einiges bebrachte.

Seine Schiene: immer der Augenblick, Freude am Spiel, sich von eigenen und fremden Erwartungen nicht blockieren lassen.

Das hat was, ist aber auch einfach effektiv. Er kann es authentisch vorleben, die Spieler mitreißen. Von Taktik muß er natürlich auch sehr viel Ahnung haben, anders geht es heute nicht mehr. Siehe Klinsmann.

Aber bei aller Schwärmerei: zwei Jahre lang haben sie die Bayern vorgeführt, sehr schön. Die ganze Zeit wurde Herr Watzke nicht müde, das Dortmunder Modell im Gegnsatz zu den Bayern jedem zu erklären: keine teuren fertigen Spieler, junge Talente entwickeln, alles viel billiger. Und weder er noch Klopp haben sich über die finanzielle Macht der Bayern beschwert, ganz im Gegenteil: es war Teil ihres Ruhms, und sie grinsten dabei.

Aber nur solange sie gewannen. Als sie gegen Bayern aus dem  Pokal flogen, die Meisterschaft eh schon gelaufen, dann beschwerten sie sich plötzlich, zwei Jahre lang war es ihnen eher recht: da kullerten die Tränen aber, diese bösen Bayern. Das war extrem schwach von Kloppo, und von Watzke auch.

Gegen Hamburg hat Dortmund in der Liga auch verloren: die kopierten Dortmund, aggressives Pressing, Einsatz. Der Hamburger Präsident hat auch, wie Herr Watzke, das gleich kommentiert: ist halt der Hamburger Weg, deren Spieler sind ja viel biliger als die Dortmunder, und verdienen lange nicht so viel.

Im übrigen war die Aussage auch falsch: das Gegenpressing gab es schon lange, das wurde nicht von Dortmund allein abgekupfert.

Aber auch das Spiel selber: wesentliches Element der Dortmunder ist, durch immense Laufarbeit in Ballnähe Überzahl zu schaffen und die Gegner zu ersticken. Dann ist in Ballferne aber Unterzahl, und Heynckes hat die Bayern sehr geschickt auf lange vertikale und schräge Pässe in die Spitze eingestellt: sie hatten schnell einige Chancen, und die Dortmunder waren überrascht von effektiver Gegenwehr, das kannten sie nicht, und trauten sich kaum mehr vor.

Und wie die Bayern Barcelona abräumten, das hätten die Dortmunder nie geschafft. Bei Madrid hatten sie auch Glück: sicher, sie vergaben viele Chancen, aber die Madrider auch, es hätte sehr leicht anders ausgehen können.

Ich bin Bayern-Fan, wahrscheinlich genetisch bedingt.

Also sage ich natürlich: mich langweilt dieser kleine-Jungen-Abenteuer-echte-Freundschaft-Trip: da wollen sie etwas haben, was es sonst nicht gibt, wo sie selber zu bequem in ihrem Leben sind.

: ich denke mir, wie letztlich alle, eine rationale Begründung für irratinales Verhalten aus, um es zu verklären: aber ich weiß es wenigstens.

Bayern ist jetzt das dritte Mal im Finale, sie haben es verdient. Und der Heynckes ist als Trainer taktisch mindestens so gut wie der Klopp. Der arbeitet viel über Motivation, macht manches Märchen wahr, das schon. Aber dieses nicht.

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Ehemaliger Nutzer 23.05.2013 | 23:27
Was eben doch nur Romantik ist: Auch der BVB ist natürlich ein Wirtschafts-Unternehmen mit all seinen Verpflichtungen gegenüber den Anteilseignern. Genau deshalb werden sie auch Lewandowski verkaufen müssen, trotz laufendem Vertrag. Sonst setzen sich Watzke und Co. ganz schnell dem Vorwurf der fahrlässigen Kapitalvernichtung aus. Aber beide Vereine haben auch Gemeinsames: Sowohl der BVB , aber auch der FC Bayern haben jahrelang (der BVB von 1997 - 2005) der FC Bayern 2001-2012) irre Transfersummen ausgegeben, ohne internationale Titel dafür zu holen. Beide verschlissen immer mehr Trainer mit unterschiedlichen, sich widersprechenden Konzepten. Erst seit relativ kurzer Zeit (beim BVB mit Watzkes Antritt, beim FCB seit Heynckes Rückkehr) ist Nachhaltigkeit und Geduld wieder angesagt. Und sicherlich werden sich die Wege auch wieder etwas trennen: Die wirtschaftliche Basis beim FCB ist einfach dicker, solider. Aber ohne das Auftreten des BVB in den letzten 3 wären die Herren Rummenigge und Hoeness nicht endlich zur Vernunft gekommen und hätten sich starke Köpfe in die sportliche Leitung geholt: Sammer und Guardiola. Früher wurde jeder Trainer, dessen Nase den Oberbayern nicht mehr paßte, schnell rausgeschmissen, egal ob und wie erfolgreich sie waren (z. B.: Trapattoni, Magath, van Gaal). Diese Zeiten sind vorbei.
weinsztein 24.05.2013 | 03:47

Schönes Jürgen Klopp-Porträt. Habe ich mit Vergnügen gelesen.

Es geht aber u.a. um Fan- und Vereinskultur, um Borussia Dortmund und um den FCB. Und um Bussi-Schickimicki, also um den FC Bayern, diesen fußballerischen Globalplayer und um den Mann der das möglich gemacht hat, Uli Hoeneß, derzeit in steuerliche Problemen. Schade um diesen Klub mit seiner beeindruckenden (übrigens nichtnazistischen) Vergangenheit. (Siehe einen Beitrag dazu im Freitag von 2012, den ich gerade nicht zur Hand habe.)

Wurde Jupp Heynckes vor der Verpflichtung Guardiolas von der Führung des FC Bayern München darüber informiert, dass er demnächst nicht mehr gebraucht werde? Oder doch erst gleich nach ersten Medienberichten?

siar 24.05.2013 | 11:38

Ich kann das Märchen von dem redlich erarbeieten Reichtum der Bayern nicht mehr hören.

Haben die Menschen ein so kurzes Gedächtnis, dass sie sich nicht mehr an die Kirchaffaire erinnern können? Die Bayern haben die anderen Vereine um 40 Millionen betrogen, weil sie ja ach so toll sind und deswegen den größten Teil von der Torte bekamen. In den 80ern waren 40 Mio. veerdammt viel Geld.

Und es war immer die Taktik der Bayern die Leistungsträger der Konkurrenten wegzukaufen und zwar nicht um sich selbst zu verstärken, sondern um die anderen zu schwächen.

Es ist ein Unterschied ob man einen Fußballspieler kauft, weil ein wichtiger Spieler gegangen ist oder ob man schon auf allen Positionen mehrfach mit Hochkarätern besetzt ist und dann die Juwelen der anderen auf die Bank setzt.

Außerdem wird mit dem Verhalten vom FCB die Preisspirale in Höhen geschraubt, die die Mehrheit der Clubs einfach nicht mitgehen kann. So sichert man sich die Alleinherrschaft.

Für mich ist der FCB die FDP des Fußballs.

 

 

qwpoeriu 24.05.2013 | 13:57

"Jürgen Klopp schlägt sich mit der Hand vor den Kopf. “Shinji ist einer der besten Spieler der Welt. Jetzt spielt er pro Spiel 20 Minuten bei Manchester United – als Linksaußen. Da bricht mir das Herz. Wirklich, wenn ich so etwas höre, kommen mir die Tränen. Im zentralen offensiven Mittelfeld ist Shinji am besten aufgehoben."

 

-> Schade, dass Sir Alex aufhört und die Medien boykottiert. Mich hätte wirklich interessiert, was er davon hält, wenn ein dahergelaufenes Bürgersöhnchen mit 2 Jahren CL-Erfahrung Tipps geben möchte. Klopp in Mainz war schon schwer erträglich, seit ihm die Erfolge zu Kopf gestiegen sind, und er sich für den Nabel der Welt hält ist er eigentlich der geborene Trainer für den FCB.

Und zum BVB: Mich freut der wahrscheinliche Sokratis-Transfer. Weil damit das so mühselig gezeichneten Bild des armen Underdogs endgültig in sich zusammenbricht. Nein, man nimmt jetzt Geld in die Hand und sch... ein Mitglied der zweitschlechtesten Abwehr der Liga damit zu. Kim-Jong Kloppo bekommt bekanntlich alle hin.

 

Ich habe wirklich nicht gewusst, wem ich die Daumen drücken soll. Aber dank dieses jämmerlichen Interviews hoffe ich, dass Dortmund mal richtig auf den Sack bekommt morgen.

Herr Aldi 24.05.2013 | 14:39

Wir sind ein Klub, kein Unternehmen.

Na sicher doch, Klopp - und du bist der sympathischste und innovativste Trainer, den die Welt je hatte. Der BVB rekrutiert sich ausschließlich aus hart an der Mindestlohngrenze bezahlten Talenten aus der Dortmunder Nordstadt, die Bayern dagegen pfeifen auf die Jugendförderung und beschäftigen durchweg höchstbezahlte Fußballlegionäre auf dem Zenit ihres Könnens (s. Lahm, Schweinsteiger, Müller, Alaba, Kroos, Badstuber etc.).

Diese borussische Überheblichkeit hat mich in dieser Saison doch tatsächlich zum Bayernfan gemacht. Ich hoffe, das geht wieder vorbei. ;)

vergo 24.05.2013 | 19:11

nur wer selber gekickt hat, kann sich eine vernünftige meinung bilden und wird sich logischerweise aufgrund der erfolge von klopp eingestehen, dass der mann einfach einer der besten trainer ist, weltweit.

was er geschaffen hat, muss erst einmal so filzklub wie der hahasv oder die ückendorfer truppe hinkriegen. für hamburg wäre es gut, wenn sie endlich mal bescheidenheit in der 2. liga lernten. die schalker hingegen sind zu doof, nen eimer wasser umzukippen. aber das wissen die auch selbst ganz gut und drücken mehrheitlich lieber den bayern die daumen.

aber was red ich, morgen können die bayern ihre saison retten, bevor wurstuli seinen schweren gang vor den kadi antreten darf. man wird beides mit nachsicht betrachten zu wissen.

MrMD15 24.05.2013 | 20:07

Sachlicher geht immer.

 

"Schade, dass Sir Alex aufhört und die Medien boykottiert. Mich hätte wirklich interessiert, was er davon hält, wenn ein dahergelaufenes Bürgersöhnchen mit 2 Jahren CL-Erfahrung Tipps geben möchte. Klopp in Mainz war schon schwer erträglich, seit ihm die Erfolge zu Kopf gestiegen sind, und er sich für den Nabel der Welt hält ist er eigentlich der geborene Trainer für den FCB."

 

Klopp gibt Sir Alex hier sicher keine Tipps. Sie sollten nur verstehen, dass er einen seiner besten Spieler an ManU verloren hat und dieser dort kaum eine Rolle spielt. Das würde Sie doch auch ärgern, oder? Und was ist das Problem an einer eigenen Meinung? Klopps Ergebnisse und die Qualität, die Kagawa beim BVB als 100k € Einkauf gezeigt hat, sprechen für ihn, oder?

mymind 24.05.2013 | 20:14

Ich habe wirklich nicht gewusst, wem ich die Daumen drücken soll. Aber dank dieses jämmerlichen Interviews hoffe ich, dass Dortmund mal richtig auf den Sack bekommt morgen.

Gratuliere, dann gehören Sie zu den jämmerlichen 23 % deutscher Fussballfans, die dem FCB morgen den Sieg wünschen. 77% sehen das anders _  WARUM WOHL?

Soweit so klar, nie war ich mit mm der Mehr heit so nahe: Also ich als Antifussballfan drücke morgen beide Daumen, alle Zehen & hoffe es wird helfen _ irgendwie!

 

qwpoeriu 25.05.2013 | 00:37

MrMD15

Klopp bzw. der gesamte Dortmunder Vorstand hatte zu seinen Anfangszeiten ein gutes Händchen für Transfers, das bestreitet niemand. Schaut man auf Kagawas Nachfolger in Sachen Transfers, Perisic, Schieber und Co., scheint man diese Transfers jedoch unter anderem auch unter "Anfängerglück" abheften zu können. Darum geht es mir aber nicht. Wie geschrieben, Klopp hat inzwischen einen Habitus entwickelt, der in Sachen Großkotzigkeit von niemandem(!) beim FCB mehr übertroffen wird.

Alex Ferguson hat Kagawa gekauft und fertig. Ob er ihn dann auf die Tribüne setzt oder als Torwart einsetzt, braucht Klopp schlichtweg nicht zu interessieren. Und ärgern? So ist das Geschäft! So wie sich Gladbach über den Reus-Transfer ärgert oder Bremen über den Sokratis-Transfer. Hat Favre jemals in Interviews geäußert, dass Reus in Dortmund auf links verschenkt ist? Nein, weil dieser Mann es nicht nötig hat, sich in die Belange anderer Trainer einzumischen. Obwohl der Reus-Abgang Gladbach vermutlich 15x härter trifft, als der Kagawa-Abgang Dortmund, weil eben keine CL-Teilnahme jährlich Millonen in die Kassen spült.

Dortmund und Klopp vorneweg haben das Spiel, sich als Underdog darzustellen und tatsächlich exakt(!) so zu handeln wie alle anderen großen Vereine, tatsächlich perfektioniert. @MYMIND hat die Umfragen ja zitiert.

Deshalb hoffe ich persönlich noch auf einige Sokratisse mehr diesen Sommer - man hat das Geld ja nun, sollte Bayern fristgerecht überwiesen haben. In diesem nicht unwahrscheinlichen Fall werde ich gerne an das lächerliche Interview des Selbstdarstellers zurückdenken, das dann ähnlich heuchlerisch daherkommen wird, wie Hoeneß Solidaritätsangebot an die Liga vor dem Götze-Transfer. Wie gesagt, keiner(!) in München übertrifft ihn inzwischen noch ...

 

qwpoeriu 25.05.2013 | 00:40

@MYMIND

Mir persönlich ist die Nationalmannschaft schnuppe, aber die Umfragen zeugen von der riesengroßen Expertise der befragten Personen. Würden die Schland-Schreihälse für 2 Mark 50 nachdenken, sollten sie ganz kurz daran denken, dass die Neuers, Lahms, Schweinsteigers und Müllers dann 3 Finalspiele verloren haben werden und somit prädestiniert sind, Deutschland nächstes Jahr zum Titel zu führen. Oder glauben Sie, Schmelzer und Gündogan würden dies übernehmen?

Halten Sie, zu wem sie wollen ... wie gesagt, eigentlich ist es mir relativ egal, wer gewinnt. Nur Klopp, der hat sich eine Lektion in Demut redlichst verdient!

kategorie_ofc 25.05.2013 | 08:15

Einfach nur noch widerlich, wie die Dortmunder sich da präsentieren nach dem Motto "die guten Dortmunder und da die bösen Bayern".

Dabei ist hat der Klub (besser KGaA!) jahrelang nichts gegen seine Nazis in der Anhängerschaft getan, so dass sich da die in Deutschland mit Abstand größte Naziszene innerhalb einer Anhängerschaft etablieren konnte, die man jetzt nicht mehr in den Griff bekommt.

Und mit dem Börsengang hat sich der BVB (Wertpapierkennnummer: 549309) total kommerzialisiert und kapitalisiert wie kein anderer deutscher Klub. Von all den Florian Homms und den türkischen Waffenhändlern (z.B. Saadettin Saran), die dort Großaktionäre sind und waren, will ich gar nicht erst anfangen.

Medienliebling Klopp, Zorc, Watzke & Co. sollten sich auch noch mal in Erinnerung rufen warum sie vor wenigen Jahren so sehr auf junge Spieler setzen MUSSTEN...

Schau mer mal, ob die Dortmunder heute endgültig Vizekusen ablösen: als Bundesliga-Vize, Champions League-Vize und Derby/Ruhrpott-Vize...

qwpoeriu 25.05.2013 | 11:16

@MYMIND

"Kloppe ist o.k.  & Moral bleibt Moral, & die bestimmt nicht das Kapital. lieber arm hemdsärmelig als korrupt & gekauft, verkaufr, an der Steuer vorbei, verstanden?"

Wenn da Freiburg, St. Pauli oder von mir aus auch Frankfurt gegen Bayern spielen würde, dann wäre ich ja ganz bei Ihnen.

Wir reden jedoch über Borussia Dortmund: G14-Gründungsmitglied, einer der reichsten Klubs Deutschlands und wenn er einen weniger klangvollen Namen hätte, wäre er längst und verdientermaßen mausetot bzw. als Neugründung in Liga 8. Moral, sagten Sie?

Ich finde es beim BVB immer sagenhaft, wie man die Zahlen der "ideologischen Gegner", ob sie nun Bayern, Hoffenheim oder Wolfsburg heißen, in schwindelerregende Höhen rechnen kann und dafür die eigenen Zahlen umso konsequenter runterrechnet (und geflissentlich sämtliche Boni und Zulagen ignoriert).

Und weil die Profis des BVB es selber nicht merken würden, wie GEIL sie es in DO haben und wie GEIL der angeblich bettelarme Club ist, müssen sie täglich bis wöchentlich von Kim-Jong Klopp indoktriniert werden, weil sie ja sonst umgehend als Wirtschaftsflüchtlinge nach Hoffenheim...

Ihre zitierten Umfragen gibt es ja wirklich, ich frage mich nur, wie naiv man sein muss, um den Käse a) zu glauben und b) auch noch nachzuplappern?!?

alalue 25.05.2013 | 16:04

Moral ist Moral, sicher.

Zwei Jahre lang war Bayern viel reicher als Dortmund, hatte teurere Spieler, zahlte höhere Gehälter und kaufte fleißig ein.

Zwei Jahre lang hatten Watzke & Klopp nichts dagegen, beschwerten sich nie, sondern stellten es grinsend fest, ganz neutral, nachdem sie Spiel um Spiel gegen die Bayern gewannen.

Und dann verloren W&K nach langer Zeit ein wichtiges Spiel, das Pokalduell, und sofort flossen die Tränen: die sind ja viel reicher  als wir, kaufen alles weg, die sind ja soooooo unfair, und wir sond so aaaaarm dran !

Und vor kurzem schnappten sie einen griechischen Verteidiger den Leverkusenern vor der Nase weg. Die Verhandlungen waren schon fast perfekt zwischen den beiden, da kam Dortmund ohne Ankündigung, überbot Leverkusen und schnappten sich ihn.

Eigentlich wie die Bayern, aber bei Dortmund ist das natürlich gaaaaanzu was anderes.

In absehbarer Zeit haben die mindestens so viel Geld wie die Bayern: weil der Klopp ein fantastischer Trainer ist und aus den Spieler alles rausholen kann. Anderswo sind die aber lange nicht so gut: siehe Nuri Sahin, siehe Kagawa, die bei anderen Trainern untergingen. Deshalb werden es sich einige Dortmunder schon allein deshalb überlegen, zu wechseln, weil sie dann bald weniger als in Dortund verdienen. Deshalb kann dieser Verein die Gehälter niedriger halten, und verdienen in der CL fast wie die Bayern. 

Und wenn sie mal so viel Geld haben, sehen wir mal, wo dann die Moral bleibt.

Nach diesem Deal mit Charisteas bedeutet ihre Beschwerde über die Finanzkraft der Bayern ein Maulen, weil sie sie noch nicht üb erbieten können, sondern nur die Rest-Bundesliga. Und deshalb weinen sie...

 

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 10:45

Wenn ich den Abscheid der fans von Klopp in Mainz richtig in Erinnerung habe, dann stehen sie mit dieser subjektiven Einschätzung ziemlich alleine. Offenbar war er für 99% der Mainzer nicht "schwer erträglich". Da scheint doch die Klopp-Hass-Mentalität mit ihnen etwas durchzugehen.

Und das ManU unter SAF viele gute eingekaufte Spieler auch schon verbrannt haben, ist nunmal eine Tatsache: Berbatov, Kagawa u.v.m.

Das SAF auch international schon längst nicht mehr konkurrenzfähig war, belegen ebenfalls Tatsachen:

2011/12: Auscheiden in der Gruppenphase

2012/13: Ausscheiden im Achtelfinale

Und das bei dem Reichtum von ManU! Da hätte ein SAF sich lieber mal nach neuen, moderneren Methoden umschauen sollen.  Wie es ein Herr Klopp eben tat.