Iran soll im Rahmen einer großangelegten Geheimaktion aufständische Taliban, afghanische Kriegsherren, die mit al Qaida kooperieren, und Selbstmordattentäter, die westliche Truppen aus Afghanistan vertreiben wollen, mit Waffen ausrüsten, finanzieren und ausbilden. Das geht aus einem geheimen Bericht des Nachrichtendienstes des US-Militärs hervor, der unter den von Wikileaks enthüllten Kriegsprotokollen war.
Die geheimen „Berichte über die Gefahrenlage“, die im Wesentlichen unaufbereitete Berichte afghanischer Spione und bezahlter Informanten enthalten, können im einzelnen nicht bestätigt werden. Selbst wenn die Anschuldigungen korrekt sein sollten, bleibt unklar, ob die Aktivitäten, die darin beschrieben werden, mit voller Kenntnis Teherans vor sich gingen oder ob sie das Werk einiger Hardliner aus den Reihen der halb-autonomen islamischen Revolutionsgarden, ideologischer Sympathisanten der Taliban, einzelner Waffenschmuggler oder krimineller Banden sind.
Die iranische Regierung hat wiederholt Anschuldigungen zurückgewiesen, sie unterstütze Militante, die Präsident Hamid Karsais pro-westliche Regierung mit Gewalt entmachten wollen. Für die Instabilität in Afghanistan macht Iran die Präsenz westlicher Streitkräfte verantwortlich.
Auszüge aus geheimen diplomatischen Telegrammen der amerikanischen Botschaft in Kabul offenbaren, dass man auf höchster Ebene besorgt über den wachsenden politischen Einfluss Teherans in Afghanistan ist. Hochrangige US-amerikanische und afghanische Beamte scheinen nicht weiterzuwissen, wie gegen die mutmaßliche Bestechung und Manipulation der Oppositionsparteien und ihrer Abgeordneten durch den Iran vorgegangen werden kann. Beamte der afghanischen Regierung bezeichnen diese Parteien und Abgeordneten als „Marionetten“ Teherans.
Wenn man den enthüllten Kriegsprotokollen glauben kann, dann hat Irans Engagement in Afghanistan seit 2004 stetig zugenommen, während die Zahl der militärischen und zivilen Opfer und die Gewalt an sich ein Rekordniveau erreicht haben. In einem Geheimbericht zur Einschätzung der Gefahrenlage aus dem Hauptquartier der Isaf (International Security Assistance Force), in dem es um das Regionalkommado Süd geht, heißt es etwa, Anführer der Taliban und ehemalige Beamte der Taliban-Regierung, die 2001 von den USA gestürzt wurde, planten eine Reihe von Anschlägen in den Provinzen Helmand und Urusgan. „Diese Gruppe befindet sich derzeit im Iran. Sie besteht aus acht wichtigen Anführern, von denen jeder mit sieben Bodyguards reist“, heißt es in dem Bericht. „Die Anführer reisen nach Afghanistan, um Soldaten zu rekrutieren ... Die Gruppe wird zunächst Beamte der NGOs und der GOA [government of Afghanistan] angreifen ... Wenn diese Anschläge erfolgreich sind, werden sie amerikanische Streitkräfte angreifen. Die Gruppe wird überfallartig vorgehen und sich dabei Sturmfeuergewehren vom Typ AK-47 und unkonventioneller Spreng- und Brandvorkehrungen bedienen.“
Weiter heißt es in dem Bericht: „Die iranische Regierung hat jedem Mitglied der Gruppe für jeden getöteten afghanischen Soldaten 100.000 Rupien ($1.740) und für jeden Regierungsbeamten 200.000 Rupien ($3.481) geboten.“
Aus dem Januar 2005 ist überliefert, dass der iranische Geheimdienst 10 Millionen Afghanis ($212.000) zu einem Standort an der iranischen Grenze gebracht haben soll. In der Sprache der Kriegsprotokolle bezieht sich „iranischer Geheimdienst“ in der Regel auf Sepāh-e Pāsdārān-e Enghelāb-e Eslāmi – die Iranische Revolutionsgarde.
„Das Geld wurde in einen weißen Toyota Corolla Kombi aus den neunziger Jahren verladen ... versteckt unter diversen Nahrungsmitteln. Vier Mitglieder der terroristischen Vereinigung Hezb-e Eslami [eine mit al Qaida verbündete Miliz, deren Anführer der Mudschahedin und berüchtigte Kriegsherr Gulbuddin Hekmatyar ist] bestiegen den Corolla. Das Geld wurde an einen unbekannten Ort gebracht“, so der Bericht.
Die Kriegsprotokolle nehmen auch auf andere geheime Aktivitäten Bezug, die vom Iran selbst oder mit seiner Unterstützung durchgeführt wurden. Ob sie seitens der Regierung abgesegnet waren, bleibt unklar. Aus dem Juni 2006 ist überliefert, dass zwei Beamte des iranischen „Geheimdienstes“ im Dorf Syahgerd in der Provinz Parwan unter falscher afghanischer Identität angekommen sein sollen. Die beiden waren kurz zuvor in Kabul gesehen worden. Ihre Decknamen sind vermerkt. Abdul Jalil ist um die 37 und trägt einen „kurzen schwarzen Bart“; Ahmaddin ist um die 25, „groß, weißer Teint, langes Haar und braune Augen“.
In dem Bericht, als dessen Quelle „humint“ (human intelligence; „menschliche Quellen“) angegeben ist, heißt es weiter: „Diese beiden Iraner haben den Auftrag, die Dorfbevölkerung gegen die afghanischen Regierung und die Koalitionsstreitkräfte aufzuhetzen. Sie helfen außerdem der Hezb-e Eslami und Mitgliedern der Taliban bei der Ausführung terroristischer Anschläge gegen die afghanischen Behörden und die Koalitionsstreitkräfte, insbesondere gegen die amerikanischen Truppen.“ Beweise, die diese Behauptung untermauern, fehlen.
Des Weiteren wird in dem Bericht behauptet: „Im iranischen Birdschand besteht ein wichtiger Stützpunkt, wo Mitglieder der Hezb-e Eslami und der Taliban von iranischen Beamten ausgebildet werden. Von dort aus schicken sie regelmäßig Sprengstoffe und Fahrzeuge für Autobomben-Anschläge nach Afghanistan.“
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Verbindung zwischen dem Iran und unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen und Selbstmordanschlägen hergestellt wird. In einem Bericht vom Mai 2006, als dessen Quelle „Source NY-9013“ angegeben ist, wird der Vorwurf erhoben, Hekmatyars Männer seien dabei, 200 Fahrzeuge, die sie in Pakistan und Iran gekauft haben sollen, so auszurüsten, dass sie unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen befördern können. „Mitglieder der Hezb-e Eslami aus Pakistan liefern die Geräte für die Fernsteuerung dieser Autos.“ Im April 2008 sollen die Taliban Teile für 20 ferngesteuerte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen erhalten haben, die im Iran hergestellt worden waren, um sie gegen die Briten in Sangin einzusetzen.
Wenn man dem Inhalt der Kriegsprotokolle Glauben schenken kann, dann ist der Iran darüber hinaus bereit, Taliban-Anführer und ihre Männer aufzunehmen, sie zu versorgen, wenn sie bei Kämpfen verwundet werden und als Kanal für Aufständische aus dem Ausland zu fungieren, die sich der Schlacht anschließen wollen. Ein als „geheim“ eingestufter Bericht vom September 2005 listet eine Reihe von Taliban-Befehlshabern auf, die sich im iranischen Maschhad versammelt hatten, vermutlich um weitere Anschläge zu planen. Ein weiterer Bericht vom Oktober 2006 erhebt den Vorwurf, Iraner „unterstützten [die Taliban] vor Ort, indem sie für Verwundete den Transport nach Teheran organisierten“. Beweise werden nicht geliefert.
Im März 2009 berichtet der Nachrichtendienst des Militärs, dass eine Gruppe von über 100 afghanischen und ausländischen Taliban, darunter 15 tschteschenische Kämpfer, aus dem Iran nach Afghanistan vorgedrungen sei, mit dem Ziel dort Selbstmordanschläge zu verüben. Im Mai 2009 scheint General Stanley McChrystal, der damalige Oberbefehlshaber der Streitkräfte der USA und der Nato, sich explizit auf diese Geheimdiensterkenntnisse zu beziehen. „Die Ausbildung [der Aufständischen], die wir beobachten konnten, hat im Iran stattgefunden, dabei bewegen sich die Kämpfer innerhalb des Iran“, so der General.
Wenn man auch einigen der lebhafteren Berichte Glauben schenken kann, dann ging die iranische Subversion so weit, dass es Pläne gab, Gift in den Tee der afghanischen Regierungsbeamten zu mischen – eine vermeintlich sauberere Methode der Hinrichtung als das Selbstmordattentat – und in den relativ stabilen Provinzen im Norden politische Unruhen zu entfachen.
Auszüge aus Telegrammen der amerikanischen Botschaft und Lageberichte, die Teil der Kriegsprotokolle sind, bieten eine zuverlässigere Grundlage als einige der unaufbereiteten Geheimdienstberichte, da sie nachweislich von amerikanischen Beamten verfasst wurden oder offizielle Dokumente oder Auswertungen hochrangiger Treffen sind.
Die Telegramme offenbaren, dass die westlichen Alliierten und die Regierung Karsai schwer beunruhigt über die Versuche Teherans sind, den politischen Einfluss in Afghanistan, zum Teil durch üppige Bestechungsgelder, auszuweiten.
Unter den Telegrammen befinden sich auch Beratungsgespräche zwischen Beamten des britischen Außenministeriums und ihren US-amerikanischen Amtskollegen, darunter Eliot Cohen, ehemals Sonder-Gebietsvertreter der damaligen Außenministerin Condoleezza Rice, Ex-Staatssekretär Eric Edelman und der frühere US-Botschafter in Kabul, Ronald Neumann. Sie beraten unter anderem darüber, wie sie am besten mit Karsai umgehen sollen, und treiben eine nationale Versöhnung ohne Gespräche mit den Taliban voran.
„Im Verlauf der vergangenen Monate hat der Iran ernstzunehmende Schritte unternommen, um seinen Einfluss auszuweiten und zu vertiefen“, steht in einem geheimen Telegramm, als dessen Quelle die US-amerikanische Botschaft in Kabul angegeben wird. Verfasst wurde es im Mai 2007 von CSTC-A DCG für Pol-Mil Affairs [combined security transition command deputy commanding general for political and military affairs]. In dem Telegramm wird auf die Gründung der oppositionellen National Front und des National Unity Council Bezug genommen, von denen behauptet wird, dass sie unter dem Einfluss Irans stehen.
Trotz dieser Befürchtungen, bringen diese Telegramme auch zum Ausdruck, dass die afghanische Regierung weiterhin daran glaubte, sie müsse freundschaftliche Beziehungen zu Iran unterhalten, um die pro-iranischen Gruppierungen im Land zu „marginalisieren“ und aufgrund der chronischen Schwäche des Landes.
In einem Geheimdienstbericht vom April 2007, der unter „ziviles Ereignis“ gespeichert wurde, steht: „das [afghanische] Außenministerium [MFA] will den Streit um die im Iran gebauten Waffen, die unlängst in Kandahar gefunden wurde, bei dem anstehenden Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad unter den Teppich kehren. Laut MFA unterstützt Präsident Karsai dieses Vorgehen, um zusätzliche Spannungen mit den Nachbarn Afghanistans zu vermeiden.“ Bedacht darauf, weitere Probleme mit Karsai zu vermeiden, scheinen die USA augenscheinlich bereit zu sein, mitzuspielen.
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Pythia in Delphi und ihre sybillinische Warnung an den superreichen lydianischen König Krösus hat auch nichts geholfen. Er griff Persien an und verlor sein Imperium. Pythia hatte ihm nur gesagt das ein Imperium zerfallen würde und Krösus hatte nicht damit gerechnet das es sein eigenes Imperium sein würde. Diese ständige Stichellei gegen diese Mullahs ist doch nur eine Folge der Angst, das wenn die erst einmal Atomwaffen haben nicht mehr so dämlich überfallen werden können wie der olle Saddam. Aber was soll's und um ein weiteres Beispiel aus der alten Zeit zu nutzen: wenn irgend jemand einen Schiss darauf gegeben hätte auf Kassandra zu hören hätten die Klugscheisser damals auch nicht den Krieg verloren. Manche Journalisten schreiben wirklich den reinsten Blödsinn!
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Das ist nun schon wieder so eine Guardian Zote. Spekulation ohne Ende und Öl aufs Feuer um Druck auf den Iran zu schaffen. Manche Journalisten schreiben wirklich den reinsten Blödsinn!
Pythia, die Priesterin von Delphi und ihre sybillinische Warnung an den superreichen lydianischen König Krösus hat auch nichts geholfen. Er griff Persien an und verlor sein Imperium. Pythia hatte ihm nur gesagt das ein Imperium zerfallen würde und Krösus hatte nicht damit gerechnet das es sein eigenes Imperium sein würde. Diese ständige Stichellei gegen diese Mullahs ist doch nur eine Folge der Angst, das wenn die erst einmal Atomwaffen haben nicht mehr so dämlich überfallen werden können wie der olle Saddam. Von der finanziellen Unterstützung durch Wahabbi-Sunnis gegen Shiiten will ich hier gar nicht erst schreiben. Aber was soll's und um ein weiteres Beispiel aus der alten Zeit zu nutzen: wenn irgend jemand einen Schiss darauf gegeben hätte auf Kassandra zu hören hätten die Klugscheisser damals auch nicht den Krieg verloren. |
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Nach meinem letzten Kommentar zum England-Türkei-Artikel kann ich mich hier nicht zurückhalten. Meine Zielrichtung ist aber eine andere:
Was ist die Intention des Abdrucks dieses Artikels? Wenn es reine Chronistenpflicht des Freitag ist, dann muss gleichzeitig in einem weiteren Artikel über die permanente Einwirkung Amerikas auf die östlichen Grenzen Irans mit dem definitiven Ziel der politischen Destabilisierung berichtet werden. Es muss berichtet werden, dass augenblicklich drei amerikansiche Flugzeugträger im persischen Golf vor der Küste Irans kreuzen, dass fast alle isaelischen Unterseebote sich in diesem strategisch so wichtigen Gebiet befinden. Es muss gesagt werden, dass durch die UNO-Sanktionen und erst recht durch die EU-Sanktionsverschärfungen alle Staaten der Welt dsirekt dazu aufgefordert werden, die Ladung iranischer Schiffe zu kontrollieren und dem Land dadurch demonstrieren, welchen Platz in der Welt man ihm zugesteht: Den Platz einer modernen Rohstoffkolonie! Da dies alles hier nicht geschieht, komme ich deshalb zu dem Schluss, dass hier gezielt eine einseitige Parteinahme stattfindet. Dazu bedient man sich wieder eines englischen Artikels aus dem Guardian. Wir Deutschen haben - ob es uns gefällt oder nicht - unsere eigenen Interessen. Und die sollten zuallererst sein, mit allen Völkern dieser Erde in Frieden zu leben, zu handeln und sich auszutauschen, keine Kriege in wessen Namen auch immer zu führen, zu deeskalieren statt mit Säbeln zu rasseln, aufkommende Grossmannssucht (siehe UNO - Permanentverhandlung um den Eintritt in den Sicherheitsrat, Abqualifizierung sogar benachbarter europäischer Staaten wie Griechenland usw.) schon im Keim zu ersticken, denn die Hydra des Imperialismus lebt noch immer. Sie ist aktiv wie nie und sehr einflussreiche Kreise unserer Gesellschaft können es gar nicht erwarten, endlich wieder an vorderster Front zu stehen. Wieviel aus dem im Artikel gesagten Propaganda ist und wieviel Wahrheit, kann ich schwer beurteilen. Sicherlich wird der Iran seinerseits mehr als seine traditionelle Einflussnahme im nord- und südwestlichen Afghanistan in die Wagschale werfen, um es den Amerikanern und dem Teil der afghanischen Gesellschaft schwerzumachen, die sich auf ihre Seite geschlagen haben. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Iran aber nicht sonderlich dadurch hervorgetan, andere Länder in seiner Nachbarschaft zu destabilisieren. Im Iran möchte man Geschäfte machen, mit möglichst vielen Ländern. Man möchte dort, wie überall sonst auch, ein besseres Leben führen und die Möglichkeiten zur eigenständigen und souveränen Entwicklung haben. Die imperiale Politik Amerikas ist zu keiner Zeit Bestandteil iranischer Kultur oder Politik gewesen. Einfluss ja, aber kein Krieg oder permanente Subversion. D. Reimers |
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Eben mal wieder der ach so tolle Guardian, an dem aber auch nichts interessant ist ausser dem layout. Es gibt eben immer wieder durchschlagende nationale Interessen, das der Briten ist, den Iran schlecht zu machen. Dabei hat der Iran immer wieder eine gute Figur gemacht, ganz besonders zuletzt im Golf, als er britische Seeleute vorfuehrte. Die Nachbarn wollen einfach keine proamerikanische Regierung in Afghanistan. Sie wollten auch keine prosowjetische. Was ist an einer proamerikanischen besser? Dass sie proamerikanisch ist? Afghanisch ist sie jedenfalls nicht und schon das war einmal sogar ein Grund, nicht an einer Olympiade teilzunehmen.
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Man stelle sich vor -als kleiner Gedankenexperiment- folgende Schlagzeile in den 80er Jahren....
Was wusste man in Washington? Die "Kriegsprotokolle" liefern Hinweise, dass die USA die Aufständischen in Afghanistan unterstützt. Zumindest ist die Spitze der UdSSR-Administration darüber stark besorgt Wo würde man sie lesen? In Prawda vielleicht? |
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Man wuerde darueber mit Recht lachen. Vor allem kann ich mir nicht vorstellen, dass die USA nicht sehr viel groessere Sorgen haben als die des Herrn Tisdall. Der Heribert Prantl der Aussenpolitik.
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@sachichma @Reimers
Ich sage dazu mal: Die Qualität eines Artikels bemisst sich nicht daran, was bestimmte Leser hören wollen. Die vermeintliche Intention, die irgendwer in die Darstellung von Fakten - unbewiesene Behauptungen hat der Autor fein säuberlich gekennzeichnet - hineininterpretiert, sagt nichts über den Autor aus, aber sehr viel über die Leser, die sich darüber echauffieren. Nach deren Vorstellung soll offenbar "die Presse" bestimmte Fakten unterdrücken. Genau das geschieht ja auch fortwährend. Die Gründe sind vielfältig: die politische Ausrichtung einer Zeitung, die Sorge um die guten Anzeigenkunden, Political Correctness, keine Zeit für aufwändige Recherchen mangels anständiger Bezahlung etc. Ein weiterer Grund aber ist, dass viele Leser genau das wollen. Immer nur diejenigen Fakten hören, die ihr eigenes, kleinkariertes Weltbild bestätigen. Hier soll nun suggeriert werden, jedwede negative Berichterstattung über "den Iran" - tatsächlich: über das herrschende Regime im Iran - müsse unterbleiben, damit die bösen USA keine Kriegsgründe an die Hand geliefert bekomme. Die iranische Regierung setzt Kopfgeld für die Ermordung afghanischer Beamter aus, psst! In Teheran soll eine Frau wegen angeblichen "Ehebruchs" gesteinigt werden, psst!. Ihre Verwandten in Köln sorgen sich und schalten die Presse ein. Derweil wird die Familie ihres Anwalts in Sippenhaft genommen, weil der ja ganz sicher nur ein Spion sein kann, der im Dienste der jüdisch-amerikanischen Weltverschwörung ... Ok, was soll's, Kollateralschaden. Hauptsache, WIR hier können schön in Frieden leben und die Benzinpreise steigen nicht. Vor allem aber: unser holzschnittartiges Weltbild mit den bösen "westlichen" Kapitalistenschweinen auf der einen Seite und den guten Staaten im Rest der Welt bekommt keinen Kratzer ab. Und die Allerallerbesten sind natürlich vorsintflutliche Islamisten und Antisemiten vom Schlage Ahmadinedschads, denn die Regel "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" lässt sich auch etwas genauer fassen: "Je verfeindeter der Feind meines Feindes mit diesem ist, umso mehr ist er mein Freund." |
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In Teheran soll eine Frau wegen angeblichen "Ehebruchs" gesteinigt werden, psst!. >> Das ist albern und hat mit Afghanistan nichts zu tun. Aber warum sollten sich die Iraner und Pakistanis aus dem Krieg in ihrem Nachbarland heraushalten? Das haben sie nie getan und das wussten wir doch wirklich alle. Nun unter Berufung auf die Dateien erneut mit dem insgesamt eher randstaendigen Thema anzufangen, veraergert. Thema verfehlt, sechs, setzen. Als ob die Amerikaner den Krieg wegen der boesen Nachbarn verloeren. |
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schrieb am
03.08.2010 um 16:03
... aber auch in den Vereinigte Arabische Emirate, da gibt es Folter, Todesstrafe, Frauen werden gesteinigt... aber psst, da kann am Geschäfte machen...
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