Zu Wochenbeginn nach Teheran entsandte Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) hatten anderes zu tun, als nach Restbeständen einer verschollenen Iran-Diplomatie zu suchen. Sie wollten Kontrollrechte an Atomanlagen geltend machen, was der iranische Außenminister Ali Akbar Saleh wie gewohnt mit der Bemerkung quittierte, sein Land habe nichts zu verbergen. Bekanntlich gelte das Prinzip: Atomenergie für alle – Atomwaffen für niemanden! Also die üblichen Begleitumstände für eine an sich unspektakuläre Mission. Am spektakulärsten war daran vielleicht, dass es sie überhaupt gab in dieser risikobehafteten Situation. Die IAEA-Experten entkräfteten mit ihrem Besuch das Argument, alle Kanäle einer Iran-Diplomatie seien erschöpft. Erst wenn die Regierung Ahmadinedschad zur Räson gebracht sei – durch harte Sanktionen oder mehr – könnten sie wieder genutzt werden.
Das Gegenteil ist richtig. Tatsächlich sollten derzeit in Teheran Emissäre aus den USA und der EU oder aus Schwellenländern wie Brasilien verhandeln, um einen Konflikt einzudämmen, über dessen Eskalationsgefahr man im Westen bestens Bescheid weiß. Es wird schließlich ungerührt und unaufhörlich darüber geredet. Wie viel könnte Diplomatie in einem solchen Moment bewirken, wenn sie nur dürfte.
Desaströses Junktim
Natürlich wäre es abwegig, auf den ganz großen Wurf zu hoffen – eine atomwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten oder Nichtangriffsgarantien zwischen den USA und Iran. Warum aber werden die diplomatischen Beziehungen beider Staaten, die seit 1979 eingefroren sind, nicht reanimiert? Wenigstens auf einem niedrigen Niveau. Eine Standleitung zwischen den Regierungen in Teheran und Washington könnte das Ärgste verhindern, wie der frühere schwedische Außenminister und IAEA-Direktor Hans Blix anregt. Iran, Saudi-Arabien und Ägypten könnten zudem in konzertierter Aktion und befristet ihre Programme zur Uran-Anreicherung aussetzen – nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine vertrauensbildende Geste, die in Israel jene ermutigt, die sich Angriffsabsichten gegen Iran widersetzen.
Man nehme die einst geführten Verhandlungen der EU-3 als Menetekel und Paradigma. Deutschland, Frankreich und Großbritannien trafen sich von August 2003 bis Januar 2006 mehrfach mit dem iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani und wollten dann doch nicht ausreizen, was greifbar schien. Die EU-3 deuteten an, Teheran einen Weg in die Welthandelsorganisation (WTO) zu ebnen oder Handelsbeziehungen zu ermöglichen, bei denen Zölle nach WTO-Standard anfielen. Ein Technologietransfer westlicher Unternehmen für die veraltete Erdöl- und Erdgasindustrie Irans lag in der Luft. Auch bei der Nutzung der Kernenergie hätte man kooperieren können – die Lieferung von Leichtwasserreaktoren bot sich ebenso an wie eine externe Versorgung iranischer Anlagen mit nuklearen Brennstäben.
Es gab diese Skala nicht unbegrenzter, aber realer Möglichkeiten. Was fehlte war eine Botschaft der EU-3, um zu signalisieren: Wir respektieren das Recht Irans auf Erforschung und Nutzung der Kernenergie zu zivilen Zwecken ohne Wenn und Aber, wollen jedoch aushandeln, wie es in einer Region der glimmenden Spannungsherde wahrgenommen wird. Stattdessen hielten es die EU-3 für geboten, alle Offerten an ein Junktim zu binden: Erst wenn Iran auf die Urananreicherung und damit jede Option verzichtet, selbst Kernwaffen zu entwickeln, werde man ernsthaft sondieren, welche diplomatische Verständigung, technologische Hilfe und so weiter geraten seien. Das denkbare Ergebnis von Verhandlungen – eine Abkehr Irans von Komponenten seines Nuklearprogramms – wurde zu deren Vorbedingung erhoben. Wer lässt sich so vorführen? Ob die EU-3 in dem sicheren Gefühl agierten, dass die andere Seite niemals darauf eingehen würde, sei dahingestellt, aber nicht ausgeschlossen. Laridschani jedenfalls hatte den EU-3 stets bedeutet, sein Land könne aus Souveränitätsgründen nicht Rechte preisgeben, die ihm als Signatarstaat des Atomwaffensperrvertrages (NPT) von 1970 ebenso eingeräumt seien wie allen anderen Unterzeichnern dieses Abkommens. Dazu gehöre nach Artikel 4 des NPT „das Recht auf die zivile Erforschung, Erzeugung und Verwendung der Kernenergie“ oder das Recht auf Nukleartests zu friedlichen Zwecken (Artikel 5).
Im Januar 2006 erklärten Deutschland, Großbritannien und Frankreich die Sondierungen für gescheitert, um das Heft des Handelns an die Amerikaner abzugeben. Die Europäer verzichteten damit auf eine eigenständige Iran-Politik und suchten ihr Heil in einer Drohkulisse, deren Ratio schnell erzählt ist: Keine Kompromisse – Druck und noch mehr Druck!
Keine Marotte
So gab es in den vergangenen Monaten Entscheidungen, die wie Treibsätze der Eskalation wirken. Zunächst hielt es die US-Regierung nach einem dubiosen Attentatsversuch gegen den saudischen Botschafter in Washington für angebracht, Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Bankensektor zu verschärfen. Am 23. Januar verhängte die EU ein ab Juli geltendes Einfuhr-Embargo gegen iranisches Öl und beschwor fatale Erinnerungen herauf. Schon einmal kam es zu einem vergleichbaren Boykott, als 1951 der iranische Ministerpräsident Mossadegh ein Dekret zur Verstaatlichung der nationalen Ölindustrie unterzeichnet hatte. Das Embargo führte dazu, den Reformer zu stürzen, einen Iranischen Frühling zu verhindern und das Schah-Regime zu restaurieren, das den USA als Alliierter lieber war als ein demokratischer Iran.
Wenn sich die Erfahrung wiederholt – und sie tut es oft – von außen genötigt zu werden, sollten die USA wie die EU überdenken, ob sie wollen, was sie bewirken. Sanktionen und Angriffsdrohungen lösen eine Solidarisierung in der iranischen Gesellschaft und Politik aus. Ohnehin ist das Atomprogramm, das bisher keine Atomwaffen hervorbrachte, wie gerade US-Verteidigungsminister Panetta bestätigt hat, keine Marotte von Präsident Mahmud Ahmadinedschad oder wem auch immer. Es handelt sich um ein nationales Projekt, das auch von der Opposition so wahrgenommen wird. Man hat von den 2009 durch Wahlbetrug um ihre Chancen gebrachten Präsidentenbewerbern Mir Hossein Mussawi oder Mehdi Karroubi nicht vernommen, dass sie anders denken. Insofern unterliegen die USA seit jeher einem Trugschluss, wenn sie glauben, mit einem regime change lasse sich alles in ihrem Sinne regeln. Wer im Iran zum Recht auf den zivilen Gebrauch der Kernenergie steht, muss durch den Druck des Westens zwangsläufig den Eindruck haben, nationale Souveränität zu verteidigen. Umso mehr ist es höchste Zeit, der Diplomatie eine zweite Chance zu geben.
|
|
"um das Heft des Handelns an die Amerikaner abzugeben"
Was zu hinterfragen wäre: Waren die Europäer nicht von vornherein die Marionetten der Amerikaner? "Heft des Handelns" würde ja reale Eigenständigkeit bedeuten. |
|
|
Geschichte ist immer wichtig, um aktuelle Dinge beurteilen und einordnen zu können. Doch die Masse der Kommentatoren unterliegt dem "Mainstream", Geschichte stört da nur oder wirkt als Quotenbremse. In diesem Sinne bleiben wir als "Wertegemeinschaft" standhaft und lassen uns durch Spinner nicht vom Weg abbringen.
|
|
|
Es mutet schon ein wenig schizophren an, in einem Medium, das nicht gerade sanft mit der Atomwirtschaft im eigenen Land umgeht, einen Artikel mit einem Teaser versehen zu lesen, der ein nationales „Recht auf zivile Nutzung der Kernenergie“ postuliert. Im Grunde können sich da nicht nur die Big Five in Deutschland die Hände reiben, sondern Anlagenbauer und ihre Handelsvertreter einschl. AREVA weltweit.
Freilich ist für die Stromzukunft sorgen zu wollen ein durchaus existentielles Anliegen. Wo entsprechendes Rohmaterial fehlt, ist das intelligente Ressourcenmanagement gefragt. Das ist kein Problem des Iran. Seine Erdölvorkommen reichen bei gleichbleibender Förderung über das gesamte 21. Jahrhundert, das gerade erst angefangen hat. Davon werden zurzeit lediglich ~ 2/5 für den internen Gebrauch verwendet, der Rest fließt in den Export. Bevor irgendjemand im alten Persien auf dem Trockenen sitzt, könnten also ohne Weiteres noch ein paar Generationen vergehen. Was nicht bedeutet, dass die Iranische Führung unintelligent wäre. Sie hat sehr viel Phantasie (und noch mehr Geld) in die Umsetzung hegemonialer theokratischer Träume investiert. Darin unterscheidet sich diese Nomenklatura in Nichts von großmannssüchtigen Konstrukten anderswo auf der Welt. Aber es ist meines Wissen das einzige Land der Welt in der Nachkriegsgeschichte, in dem die politische Führung eine prononcierte Konstante aufweist, ein anderes Land vollständig aus seinem Einflussbereich entfernen zu wollen: durch Vernichtung. Wäre es nicht so tragisch, man könnte sich amüsiert die Frage stellen, wozu Kernwaffen in den Händen der Piusbruderschaft innerhalb des Vatikans verleiten könnten. Auf der Klaviatur der Unsicherheit zu spielen, um wie viel wohl Uran angereichert werden kann und muss, um derart atomwaffenfähig zu sein, dass damit Mittelstreckenraketen ausgerüstet werden können, haben bereits Indien und Pakistan demonstriert. Sie liegen miteinander in einem nicht allzu kalten Krieg auf dem Subkontinent miteinander im Clinch. Aus Pakistan stammt eben jene „islamische“ Bombe. Sie wurde so nicht benannt vom Rest der Welt, sondern von ihrem Erbauer Abdul Qadeer Khan, der sich damit zum Hinduismus Indiens in Gegensatz setzen wollte, zum postkolonialen Gründerstreit der Unabhängigkeit. Dass er heute von den meisten Pakistani als Nationalheld verehrt wird, sollte auch die Augen öffnen für künftige Befindlichkeiten im Iran: Nicht der Solidarisierungseffekt im Angesicht von Boykotten sollte zu denken geben, sondern die künftige Berauschung am Umstand, nun ebenfalls Atommacht zu sein. Und da zählt dann nicht die Frage, ob noch etwas verhindert werden kann, sondern hilft vielleicht nur das Stoßgebet, dass nicht einer ein paar Knöpfe verwechselt. |
|
|
Meine Bezugsebene ist einzig und allein der Umgang mit einem vorhandenen Vertragsrecht, nicht die Frage nach Nutzen und Risiken der Atomenergie schlechthin.
|
|
|
Ihre formale Sichtweise, die weiter unten sogar auf Zustimmung trifft, erscheint mir irgendwie verquer. Denn was letztlich zu einer partiellen Abrüstung zwischen den ehemaligen Akteuren „des“ kalten Krieges geführt hat, soll nun als Rechtfertigung für Aufrüstung dienen? Möglicherweise ist der Originaltitel des Vertragswerkes in Vergessenheit geraten: „Non-Proliferation of Nuclear Weapons“. Was uns, theoretisch, zu Sinn und Zweck des Vertrages brächte, der 1970 in Kraft getreten ist und in demselben Jahr vom persischen Shah-Regime ratifiziert wurde – zu verhindern, dass noch mehr Länder sich in den Besitz von Nuklearwaffen verfügen. Von dem Sarkasmus in der Situation, dass sich der heutige Iran auf eine Unterschrift des Shah beruft, ganz abgesehen, ein Witz, bei dem das Lachen im Hals stecken bleibt.
In der derzeitigen nicht nur hier herrschenden Verengung der Optik auf einen möglichen Konflikt mit Israel wird übersehen, dass das derzeitige Mullah-Regime in Teheran mit seiner schiitischen Ausrichtung sich im dezidierten Konflikt mit den wahabitisch kontrollierten Regimen am Persischen Golf befindet. Unweigerlich würde jede Gestattung an den Iran eine Welle von Reaktionen bei den westlichen Anrainern und damit der Arabischen Liga nach sich ziehen. Gerade in der Hinsicht ist der national-religiöse Konflikt zwischen Indien und Pakistan das zu beachtende Menetekel. Eine Situation wie ab dem 26. Oktober 1962 will ich nicht erleben. Denn wie immer man die Geschehnisse in der Nacht zwischen dem 27. und 28.10. interpretieren will: Es hat Selbsterhaltungstrieb bei den letzten Entscheidern mitgeschwungen. Etwas, was ich in fanatisierten, religiös verbrämten Äußerungen entsprechender Staaten heute nicht zu erkennen vermag. |
|
|
Solange überhaupt jemand Atomwaffen besitzt, hat jedes andere Land eigentlich das gleiche Recht!
Also sollte man weltweit für die Abschaffung und Verschrottung von Atomwaffen kämpfen. Auch die USA, Russland, Grossbritanien, Frankreich, China, Indien, Pakisten, Israel und Nordkorea sollten die Dinger abschaffen! An der friedlichen Erforschung der Kernenergie sollte niemand gehindert werden - oder alle. |
|
|
antares56 schrieb am 03.02.2012 um 16:30
Ganz recht. Das sehe ich ganz genauso. Wozu werden die Herren Diplomaten denn eigentlich bezahlt? Die geben ja nur noch miserable Arbeit ab. Die haben bei mir schon lange verschissen. Die haben doch überhaupt kein Feingefühl und haben noch nicht einmal im mindesten vom einmaleins der Psychologie der Diplomatie gehört, diese Schmarozza. Wo sind die zur Schule gegangen, fragt man sich? Ekelhaft ist das, ekelhaft! |
|
|
schrieb am
03.02.2012 um 18:55
Die Angriffspläne sind doch schon lange ausgearbeitet und Israelische Kampfpiloten werden die Atomanlagen im Iran auf ihre weise abschalten. Wer ist als nächster dran? Pakistan? Diplomatie besser Verhandlungen nicht gewollt, dass ist leider die Realität.
|
|
|
Und jährlich - seit 20 Jahren - murmelt ein Geheimnisträger: Die Mullahs www.focus.de/politik/ausland/ausland-iran-hat-die-atombombe_aid_140210.html" target="_blank">haben, www.n-tv.de/politik/Atombombe-in-zwei-Jahren-article121593.html" target="_blank">bauen die Bombe.
Armageddon ante www.welt.de/politik/article1120926/Wie_weit_der_Iran_mit_der_Bombe_ist.html" target="_blank">portas. |
|
|
>>Meine Bezugsebene ist einzig und allein der Umgang mit einem vorhandenen Vertragsrecht, nicht die Frage nach Nutzen und Risiken der Atomenergie schlechthin.<<
Zustimmung. Dass die Kernkraft ein Auslaufmodell sein sollte, wegen der immanenten Betriebsrisiken und der ungelösten Entsorgungsfrage, das ist schon so. Interessanterweise regt sich aber hier niemand darüber auf, dass in China 20 neue AKW gebaut werden. Und Bomben haben sie auch, nicht spekulative Solche, sondern reale. An China hat man eben andere Interessen, zum Beispiel, dass sie €uropäische Staatsanleihen kaufen sollen. Dass ein Land, das wie der Iran Uranerz besitzt und abbaut, nicht das Erz exportiert, sondern selber anreichert und Brennstäbe draus herstellt, widerspricht keineswegs den Grundsätzen der kapitalistischen Volkswirtschaft. Wenn man aber den Iran dazu zwingen könnte, das Erz zu exportieren und teure Brennstäbe zurückzukaufen, dann würde zweifellos hier irgend jemand davon profitieren. Wichtiger aber dürfte sein, dass die Industriestaaten damit ein Druckmittel in der Hand hätten: Man könnte mit der Drohung, keine Brennstäbe mehr zu liefern, den Iran zwingen, die Ölförderung zu erhöhen, um den Preis runterzudrücken. Ich denke, wenn "wir" Libyen plus Iran in der Hand haben, kann die Ära des Öldorados noch ein paar Jahre verlängert werden. |
|
|
"...dass in China 20 neue AKW gebaut werden. Und Bomben haben sie auch, nicht spekulative Solche, sondern reale.
An China hat man eben andere Interessen, zum Beispiel, dass sie €uropäische Staatsanleihen kaufen sollen." ***** ! |
|
|
claudia schrieb am 05.02.2012 um 12:45
Zu Ihrer Zustimmung habe ich weiter oben geschrieben. Was mich bei Ihrem Kommentar fassungslos macht, ist die Nonchalance mit der der Nuklearproliferation das Wort geredet wird, weil sonst ein Land zu irgendwas, was auch immer gezwungen werden könnte. Sie sollte wirklich bei RWE anheuern, denn Deutschland ist gerade gezwungen, ein gänzliches neues Konzept der Energieversorgung zu erfinden. Völlig daneben ist dabei der Verweis auf China und dem angeblich ausstehenden Protest. Fast will mir scheinen, als würden Sie die Alternative, nämlich die Unterbindung des Protests in China vermittels flächendeckender Zensur ebenso großzügig übersehen wie die außerchinesischen Proteste einschlägiger NGOs. Ich denke tatsächlich anders als Sie: Wenn "wir" verhindern könn(t)en, dass noch mehr Knallchargen sich mit Atomtechnik ausrüsten, hat die Menschheit vielleicht die Chance, ein paar Jahrhunderte länger zu leben. |
|
|
www.haaretz.com/print-edition/opinion/israelis-should-be-afraid-of-their-leaders-not-iran-1.411087
Israelis should be afraid of their leaders, not Iran For far too long now Israel has been headed by heroes, the kind who don't hesitate to take the country on yet another dangerous, purposeless adventure. We must tell them now, loudly: We are a-f-r-ai-d. Ein sehr lesenswerter Beitrag! |
|
|
genauso lesenwert ist die Initiative
STOP THE BOMB de.wikipedia.org/wiki/Stop_the_Bomb de.stopthebomb.net/ |
|
|
schrieb am
05.02.2012 um 16:14
Sie werden gestatten, Kommentare aus Israel, speziell die von/in "Haaretz" verbreiteten dienen der Sache mehr und sind glaubwürdiger.
Wer immer das dem Enddarm schreibt, geht mir auf die Nerven. Fängt schon bei Iris Berben an. Mag Geschmackssache sein, aber mich interessiert die Sache mehr, als diese fanatischen, in Teilen blinden Philosemiten. |
|
|
@ SchmidtH. schrieb am 05.02.2012 um 16:14
Und Sie werden gestatten, dass ich Ihre Weltunterteilung in Philo- und andere Semiten nicht lediglich als semantische Kuriosität behandle. Vielmehr sind für mich eindrucksvoll Elfriede Jelinek "Ein Staat, der einem anderen mit der Vernichtung droht und ihm das Existenzrecht abspricht, muß mit allen - friedlichen - Mitteln ausgegrenzt werden. Es muß einen cordon sanitaire um Staaten gezogen werden, die sich auf solche Weise selbst von den allgemein gültigen zivilisatorischen Maßstäben distanzieren." und Petra Pau "So lange sich die Menschheit nicht von Atom-Waffen emanzipiert, so lange tickt eine unbeherrschbare Zeitbombe für alle. Statt nuklearer Abrüstung – weltweit – erleben wir jedoch das Gegenteil: Immer mehr Staaten streben nach der Höllenwaffe. Dieser Trend muss endlich gestoppt und umgekehrt werden, im Iran und überall." Beide sind Unterzeichner der Petition und haben das begründet. Letzteres finde ich zudem im neuen Artikel von Lutz Herden „Mit dem Mut der Verzweiflung“ wieder, wenn er schreibt: „Mit dem Arabischen Frühling endet der Kalte Krieg mit seinen vielen verworrenen orientalischen Finessen um gut zwei Jahrzehnte verspätet, aber unwiderruflich. Das muss dieser Region nicht zum Vorteil gereichen. Wenn die neuen arabischen Staatswesen ihrer weltanschaulichen Grundierung wegen bei denen um Legitimation ringen, die sie hervorgebracht haben – den in religiöser Hingabe aufgestandenen Völkern –, werden sie sich auf Feinde besinnen.“ Diese Analyse, der ich nur zustimmen kann, bedeutet aber auch, „auf Feinde besinnen“ mit „sich in die Lage versetzen, sie zu vernichten“ in Relation zu setzen. Und das hat weniger mit dem, wie Sie es auszudrücken belieben: Enddarm zu tun, als vielmehr mit einem ziemlich apokalyptischen Szenario. Beste Grüße, e2m |
|
|
schrieb am
05.02.2012 um 18:01
Petra Pau bringt es doch auf den Punkt, nur vergißt sie offensichtlich, wer hier im Besitz von Atomwaffen ist, nicht wie verlangt abrüstet, sich ein Mist um das Völkerrecht kümmert und ständig andere mit Krieg bedroht oder sie überzieht.
Ihnen ins Stammbuch geschrieben. Selbst wenn alle Atommächte der Welt gewillt wären abzurüsten, dieses wider erwarten täten, ein Staat würde mit Sicherheit nicht mitziehen. Israel! Aber Israel braucht nützliche Idioten, die sich und andere verblöden wollen. Nochmals. Die Herrscher Irans sind keine Apokalyptiker, wie immer behauptet. Die leben in den USA und wollen die Juden bekehren. www.gazette.de/Archiv2/Gazette2/Benedikt.pdf Egal, ich kann Sie nicht, Sie mich nicht überzeugen, also lassen wir es dabei. Innerlich bin aber schon fast soweit zu hoffen, zu glauben, nur noch ein BIG BANG kann uns alle wieder zur Vernunft bringen. Wenn wir ihn überleben! P.S.: Aber vielleicht ist das der Grund warum der Schlapphutverein - "Verfassungschutz" genannt - Petra Pau im Fokus hat. |
|
|
schrieb am
05.02.2012 um 18:21
Fast vergessen, diesen Beitrag aus "Haaretz":
Iran is too rational to attack Israel "The possession of nuclear weapons might actually encourage moderation in the Iranian regime, just as China's Communist regime, which was considered radical and dangerous, became more cautious in the 1960s after it stockpiled nuclear weapons. As with any regime, the main goal of Iran's leaders is to remain in power; survival is the supreme objective of leaderships even in rogue states. It seems the pessimists exaggerate when they attribute irrationality to Iran's leaders. Those who talk about the "crazed dictatorship of Tehran" ought to recall the "crazed" dictators of the Cold War - Stalin and Mao, who acted in an entirely rational manner when it came to nuclear issues. "History teaches that the Iranian leadership behaves in a completely rational way when it might pay a very steep price for using military force. Thus, even the Ayatollah Khomeini, perceived as the quintessentially irrational leader, acted in a completely rational way when the Iraqis fired ballistic missiles at Tehran, claiming the lives of thousands of Iranians." Gebe zu, solch Einschätzung ist nicht auf dem geistigen Fundament einer Elfriede Jelinek entstanden, aber das tut der Einschätzung aus berufenem Munde keinen Abbruch. |
|
|
@ SchmidtH. schrieb am 05.02.2012 um 18:01
"Innerlich bin aber schon fast soweit zu hoffen, zu glauben, nur noch ein BIG BANG kann uns alle wieder zur Vernunft bringen." hoffen, glauben, big bang: Beweisführung in Sachen apokalyptischer Heilsbringung abgeschlossen. |
Ausgabe 20/2012
16.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellenCarta
Autoren-Blog für Politik, Medien und Ökonomie
Lobby Control
Blog von lobbycontrol.de
annalist
Anne Roth verfolgt den "Krieg gegen den Terror"
Nachdenkseiten
Das kritische Tagebuch von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb
Reporterwelt.Blog
Blog des Korrespondenten von Weltreporter.net
Latinomedia
Toni Keppeler berichtet aus Lateinamerika
politik.de
Portal für Politik und Demokratie
Sprengsatz
Der Politikblog von Michael Spreng
Lafontaines Linke
Tom Strohschneider und Co. bloggen über die Linkspartei
Bangemachen gilt nicht
Das Blog von Jürgen Link