Wochenthema

Sparpaket macht den Staat kaputt: Wer trägt die Kosten der Gemeinschaft?

Sparpaket | 17.06.2010 11:55 | Werner Vontobel

Die soziale Last

Sparpaket und niedrige Löhne machen den Staat kaputt: Wer trägt die Kosten der Gemeinschaft?

"Glauben die Griechen im Ernst", fragte kürzlich Hans-Werner Sinn die Teilnehmer des Swiss Economic Forums in Interlaken, „dass wir Deutsche weiterhin bereit sind, ihnen Luxusautos von Mercedes und Maybach zu liefern, ohne eine Gegenleistung zu erwarten?“ Die Frage war rein rhetorisch gemeint und wurde vom Publikum auch gebührend belacht. Es hatte die eigentliche Pointe genauso wenig begriffen, wie Sinn selbst: Ja, Deutschland will für seine Exporte tatsächlich keine realwirtschaftliche Gegenleistung.

Die deutsche Regierung in Berlin hat diesen Verzicht mit ihrem Spar- und Wachstumspaket soeben noch einmal feierlich bekräftigt: Sie will zwar noch mehr Deutsche „in Arbeit bringen“ und mehr Geld für Forschung und Bildung ausgeben, damit Deutschlands Ingenieure noch bessere Produkte bauen können. Gleichzeitig sorgt sie aber dafür, dass diese Produkte möglichst nicht von Deutschen konsumiert werden können. Zu diesem Zweck kürzt sie die Bezüge der Staatsangestellten um 2,5 Prozent und friert ihre Löhne ein. Sie nimmt den Hartz-IV-Empfängern die Übergangszahlungen und die Heizkostenzuschüsse weg, sie stellt 10.000 Staatsangestellte auf die Straße und streicht bei der Bundeswehr bis zu 40.000 Stellen und vergrößert so das Heer der Arbeitssuchenden, von denen die Unternehmer die billigsten temporär testen können. Frierende Hartz-IV-Bezieher sind günstig zu haben.

Kurz zuvor hat die deutsche Regierung in Frankfurt, dem Sitz der Deutschen Bank und der Europäischen Zentralbank den Bürgern Griechenlands und einiger anderer Südstaaten eine noch kalorienärmere Diät verordnet. Der Zweck dieser Sparpakete besteht darin, einen möglichst großen Teil des Brutto-Inlandprodukts dieser Länder für den Export, beziehungsweise für Exportüberschüsse zu reservieren. Nur so können sich die Schuldnerländer die nötigen Devisen für die Rückzahlung ihrer Schulden beschaffen.

Kaufbereitschaft nützt wenig

Das führt natürlich nur dann zum Ziel, wenn die freien Produktionskapazitäten tatsächlich für den Export verwendet werden können. Mit Sparen allein kommt man niemals „raus aus den Schulden“. Wer die gleichnamige RTL-Fernseh-Serie schon mal gesehen hat, weiß, dass Peter Zwegats erste Sorge immer der Arbeit gilt: Wie bringe ich den Schuldner dazu, einen anständig bezahlten Job zu landen? Zu diesem Zweck klopft der Schuldenberater auch schon mal persönlich bei potenziellen Arbeitgebern an. Für Staatsschuldner heißt die entsprechende Frage: Wie baue ich meine Exportindustrie auf? Und die potenziellen Arbeitgeber sind dem entsprechend die Importeure im Ausland. In Berlin ist Klopfen zurzeit zwecklos: „Nein danke“, sagt Angela Merkel, „das wenige, das wir noch konsumieren, produzieren wir locker selbst.“

Dieser realwirtschaftliche Hintergrund der Schuldenkrise wird leider regelmäßig ignoriert. Auch die so genannten Spezialisten sehen nur noch die finanzwirtschaftliche Oberfläche. Sie stellen befriedigt fest, dass allein die Ankündigung von Sparmaßnahmen eine beruhigende Wirkung auf die Märkte ausübt. Die Schuldscheine der Schuldnerländer werden vorübergehend aufgewertet, womit im Umkehrschluss die Zinsen sinken und sich die Spekulanten anderen dubiosen Debitoren zuwenden. Das erweckt den Eindruck, als sei das Sparen allein eine hinreichende Voraussetzung für die Rückzahlung von Schulden.

Das ist natürlich Unsinn. Griechenlands Sparprogramm hätte allenfalls dann Aussicht auf Erfolg, wenn es nur darum ginge, die Schulden der Regierung zu begleichen. Aber Griechenlands Staatsschulden sind weitgehend auch Schulden gegenüber dem Ausland. Hätte sich der griechische Staat ausschließlich bei der eigenen Bevölkerung verschuldet, müssten sich weder die EU noch der Weltwährungsfonds um Griechenland kümmern. Zum globalen Problem sind Griechenlands Schulden erst dadurch geworden, dass die Gläubiger im Ausland sitzen, und dass die Bilanzen ihrer Banken in Schieflage geraten, falls sie ihre Staatspapiere nicht mehr zum Nennwert verbuchen dürfen.

Deutschland stark betroffen

Das gilt nicht zuletzt für deutsche Banken. Genau wie bei der US-Subprime-Krise stellt sich auch jetzt wieder heraus, dass vor allem Deutschland betroffen ist. Das hängt nur am Rande damit zusammen, dass Deutschlands Bankinstitute unvorsichtig agieren. Der Grund liegt vielmehr darin, dass Deutschland zum Exportweltmeister geworden ist und in den vergangenen zehn Jahren laut OECD im Schnitt einen Leistungsbilanzüberschuss von fünf Prozent des Brutto-Inlandsprodukts erzielt hat. Das bedeutet: Deutschland hat jährlich ein Zwanzigstel der produzierten Waren und Dienstleistungen gegen Warengutscheine an das Ausland abgetreten. Man hat also Guthaben angehäuft, die jetzt gefährdet sind.

Das Gegenstück zu diesen deutschen Überschüssen waren die Leistungsbilanzdefizite der anderen Euro-Staaten: Rund zwölf Prozent in Griechenland, sieben in Portugal, sechs in Spanien sowie je etwa 1,5 Prozent in Frankreich und Italien gibt die OECD an. Das sind gewaltige Ungleichgewichte. Wenn Deutschland seine Guthaben wirklich eintreiben wollte, müsste es zehn Jahre lang fünf Prozent mehr konsumieren als es selber produziert. Im Vergleich zu heute müsste der Konsum also um 10 BIP-Prozentpunkte steigen.

Und auch diese Rechnung greift noch zu kurz: Sie klammert nämlich den Produktivitätsfortschritt aus. Pro Arbeitskraft wird Jahr für Jahr 1,5 Prozent mehr produziert. Auch das müsste irgendwie konsumiert werden. Doch wie und von wem?

Wie bringe ich den Käufer zum kaufen?

Genau das ist die alles entscheidende Frage der modernen Volkswirtschaft. Wie bringt man die Kunden zum konsumieren? Deshalb sind in der Privatwirtschaft längst weit mehr Leute mit Verkauf und Werbung beschäftigt als mit der eigentlichen Produktion. Produzieren lassen kann heute jeder, fragt sich bloß noch wo und wie billig. Ob eine Firma rentabel ist oder nicht, entscheidet sich beim Marketing. Nicht das Produkt an sich ist entscheidend, sondern die Gefühle und die Kaufbereitschaft, die man durch es beim Kunden auslöst.

Doch Kaufbereitschaft allein nützt auf Dauer wenig, wenn es an Kaufkraft fehlt. Das bringt uns an die Quelle des Problems, denn die Kaufkraft wird seit Jahren im Keim – also im Unternehmenssektor – erstickt. Dort müsste mit den Produkten und Dienstleistung auch die zu ihrem Konsum nötige Kaufkraft generiert werden. Dieser für das Funktionieren einer Volkswirtschaft entscheidende Transmissionsriemen funktioniert jedoch nicht mehr.

Der Riss im Transmissionsriemen der Kaufkraft ist leicht zu erkennen. Wenn etwa das Konsumgüter-Unternehmen Nestlé in seinem jüngsten Jahresbericht einen Netto-Cashflow von beinahe zwölf Prozent ausweist, bedeutet das, dass das Unternehmen mit seinen Verkäufen zwölf Prozent mehr einnimmt, als es samt Investitionen, Steuern und Dividenden ausgegeben hat. Nestlé schafft weniger Kaufkraft als es produziert. Es verkauft also im Grunde einen Teil seiner Produktion auf Pump und legt damit den Grundstein zu einer zunehmenden Verschuldung. Und Nestlé steht nicht allein: Fast alle großen Unternehmen erzielen seit etlichen Jahren laufend Finanzierungsüberschüsse.

Die Frage ist dann nur noch, wer die entsprechenden Schulden machen muss. Die Antwort darauf kann man – für Deutschland – in der nationalen Finanzierungsrechnung der Bundesbank nachlesen. Sie zeigt für den Schnitt der vergangenen fünf Jahre in etwa folgendes Bild: Die Unternehmen samt Banken haben jährlich 50 und die privaten Haushalte 140 Milliarden Euro neue Guthaben angehäuft. Dem stehen jährlich 40 Milliarden Euro neue Schulden beim Staat und 150 Milliarden beim Ausland gegenüber – namentlich in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Frankreich. In all diesen Ländern weisen die Finanzierungsrechungen zunehmende Schulden gegenüber dem Ausland an.

Das Ziel: 40 Euro pro Stunde

Schaut man sich die Finanzierungsrechnungen des Euroraumes oder die der USA in ihrem zeitlichen Verlauf an, so fällt überall dasselbe auf: Der Unternehmenssektor, der in normalen Zeiten noch einen beträchtlichen Teil seiner Investitionen auf Kredit finanzieren musste, erzielt heute hohe Netto-Überschüsse. Die entsprechenden Defizite (beziehungsweise die Verringerung der Sparquoten) fallen meist zuerst bei den Privathaushalten an, die sich im Zuge eines Immobilienbooms verschulden. Später gehen die Schulden an die Staaten über, die sich mit ihren diversen Rettungspaketen für Banken, Konjunktur und Arbeitslose hoch verschulden müssen.

Solange der Unternehmenssektor so tiefe Löhne bezahlt, dass die Kundschaft die produzierte Ware nicht oder nur auf Pump kaufen kann, bleibt der Kapitalismus in der Schuldenfalle gefangen. Da helfen auch Konjunkturprogramme wenig. Das einzige, was wirklich hilft, ist das, was neoliberale Ökonomen gerne „markträumende“ Löhne nennen. Bloß haben sie den Begriff falsch verstanden. Sie glauben – genau wie die Regierung Merkel – dass es gelingen kann, die Löhne so tief zu senken, dass die Unternehmen auch noch für den letzten Arbeitssuchenden eine Stelle finden – kostet ja nichts. Deshalb der verzweifelte Versuch, die Hartz-IV-Bezüge noch tiefer zu schrauben und damit das ganze Lohngefüge auf ein „markträumendes“ Niveau zu senken.

Um dieses Missverständnis zu beseitigen, sollte man deshalb in Zukunft statt von markt- eher von regalräumenden Löhnen reden. Dieser auch rein lautmalerisch überzeugende Begriff zeigt, worauf es in der Marktwirtschaft wirklich ankommt – Regale, die immer wieder nachgefüllt werden müssen. Die Zielgröße liegt laut dem New Yorker Forschungsinstitut „The Conference Board“ übrigens bei rund 40 Euro pro Stunde. Soviel produziert deutsche Wertarbeit und soviel müsste das Land, in dem Maybachs fahren und Devisen fließen, eigentlich auch konsumieren können.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
B.V. schrieb am 19.06.2010 um 23:00
Das sollte man noch mal hervorheben:

"Solange der Unternehmenssektor so tiefe Löhne bezahlt, dass die Kundschaft die produzierte Ware nicht oder nur auf Pump kaufen kann, bleibt der Kapitalismus in der Schuldenfalle gefangen. Da helfen auch Konjunkturprogramme wenig. Das einzige, was wirklich hilft, ist das, was neoliberale Ökonomen gerne „markträumende“ Löhne nennen. Bloß haben sie den Begriff falsch verstanden. Sie glauben – genau wie die Regierung Merkel – dass es gelingen kann, die Löhne so tief zu senken, dass die Unternehmen auch noch für den letzten Arbeitssuchenden eine Stelle finden – kostet ja nichts. Deshalb der verzweifelte Versuch, die Hartz-IV-Bezüge noch tiefer zu schrauben und damit das ganze Lohngefüge auf ein „markträumendes“ Niveau zu senken."

Es bedeutet noch mehr Drangsalierung für H4 - Bezieher und die Senkung der allgemeinen Lebensumstände in Richtung rumänischem Niveau für die große Mehrheit.
Vielleicht gibt es auch in Deutschland bald mal soziale Unruhen, die Regierung hätte so ein Volk verdient.
Skepsis schrieb am 20.06.2010 um 03:03
Ein klasse Artikel, der einige wichtige Punkte herausarbeitet, die es hinsichtlich der aktuellen "Spardebatte" zu bedenken gilt.

Sowohl die Kosten der Wiedervereinigung als auch die Folgekoste des Platzens der "Dot.com"-Blase sind bereits der hiesigen Mittelschicht und den Geringverdienern aufgebürdet worden! Dementgegen sind Besserverdiener nicht nur verschont geblieben, sondern sogar noch ENTLASTET worden - mit der Begründung dies würde dem wirtschaftllichen Aufschwung dienlich sein.

"Wir" (pauschal) haben keinesfalls über unsere Verhältnisse gelebt. Die deutsche Volkswirtschaft weist seit Jahren Leistungsbilanzüberschüsse aus und die Arbeitnehmer nehmen seit zwanzig Jahren (sogar in Boomzeiten) Reallohnverluste hin. Auch der Schuldenstand der BR Deutschland ist keinesfalls derart hoch, dass übermäßig harte Konsolidierungsmaßnahmen gerechtfertigt wären - im Gegenteil: Die deutschen Staatsanleihen gelten als die sichersten der Welt (hohes Rating, hohe Bonität, niedrige Zinsen).

Die Wahrheit ist: Dieser vermeintliche "Spardruck" wird von einigen Leuten als Vorwand genutzt, um ungehindert den Sozialstaat zurückfahren zu können. Es sind die politischen Kräfte am Werk, denen viele Aspekte der Sozialstaatlichkeit aus ideologischen Gründen schon immer ein Dorn im Auge waren! Das ist nicht neu - wer erinnert sich nicht an die marktradikalen Reformdebatten, die während der Ägide der rot-grünen Bundesregierung in den Medien herumgeisterten oder gar an die "Starve-the-beast" Politik eines Ronald Reagan.

Dabei ist die merklsche Sparpolitik / Deflationspolitik nicht nur eine sozialpolitische Bankrotterklärung, sondern auch ökonomischer Unfug! Reichskanzler Brüning lässt grüßen!

de.wikipedia.org/wiki/Deflationspolitik
en.wikipedia.org/wiki/Starve_the_beast
Skepsis schrieb am 20.06.2010 um 03:09
Ooopps sorry, mein obriger Kommentar gehört zu einem anderen Artikel ;-)
claudia schrieb am 20.06.2010 um 12:32
Eine Regierung könnte mit einer einmaligen Massnahme die Krise ökonomische Abwärtssiprale auflösen: Die Regelarbeitszeit wird per Gesetz so weit abgesenkt, dass der Überhang an Arbeitskraftanbietern vollständig verschwindet.
Die ruinöse Zwangsbewirtschaftung der Arbeitskraft stirbt ab und den Rest werden die vielgelobten Markkräfte erledigen: Arbeitskraft, die nachgefragt wird und nicht von Agenturen für Armut wie sauer Bier gehandelt, generiert selber ihren Preis. (Eventuell muss eine Verlagerung von Produktionsmitteln ins Ausland vorübergehend verboten werden. Das GG ist da ja auf unserer Seite.)

Das hat mal kurz funktioniert ab 1969, als der Marktpreis für Arbeitskraft sogar eine "Friedenspflicht" durchbrach. Auch wenn der damalige BDI-Präsident Fritz Berg tobte: "Man sollte ein paar Arbeiter totschiessen, dann hört das wieder auf": Es folgten einige Jahre der Prosperität.

Eine Sanierung von Krankenkassen und Rentenversicherung wäre durch das höhere Beitragsaufkommen möglich.
Eine allmähliche Sanierung des Staatshaushaltes wäre möglich, weil bei einer Erholung des Binnenmarktes die Mehrwertsteuersumme anstiege.

Die Agentur für Armut, die wieder zur Bundesanstalt für Arbeit werden dürfte, könnte ein paar Rücklagen sammeln und dann den Beitrag absenken, was noch mehr Raum schaffen würde für eine solide Rentenfinanzierung.

Die Kollegen der Restbelegschaften, die zum Teil schon weit über die derzeitige Tarifarbeitszeit hinaus schuften, würden aufatmen, wenn die Arbeit realistisch verteilt wird. Der Rückgang von arbeitstressbedingten Erkrankungen würde die Kassen noch mal weiter entlasten.

Die Handelsbilanz käme ins Lot.

Und jetzt die Nachteile:

---
Ein Generalstreik (evtl. auch Konsumstreik zwecks grösserem Nachdruck) für eine sofortige Reform des Arbeitszeitgesetzes ist dringend erforderlich.
Merkel & Co, wären uns dankbar, wenn wir sie aus dem Übel erlösen. Ohne die kräftige Ohrfeige aus dem Volk wird sich der Krampf nicht lösen lassen...
derendingen schrieb am 21.06.2010 um 09:08
Die Nachfrageseite stärken. Auch wenn mein Kommentar zwar die Nachfrageseite betritt, hier aber nicht so richtig reingehört, störe ich trotzdem, da ich in anderen Foren wie ZeitOnline bereits gesperrt bin. Selbsthilfe von Alleinerziehenden.
Es gibt schutzbedürftige Menschen, die ohne Hinterfragung unterstützungswert sind. Dazu zählen nach meinem Verständnis die Mütter einer Gesellschaft, besonders die auf sich gestellten Alleinerziehenden mit Babies und Kleinkindern. - Es gibt viele sehr wohlhabende Menschen in Deutschland, die bereit sind, freiwillig von ihrem Reichtum etwas abzugeben. - Es gibt viele Politiker und Beamte in unserem Land, die man als Künstler in der Selbstbedienung und in der Verschleierung bezeichnen kann. Unsere Volksvertreter haben die Anti-Korruptions-Konvention nach sieben Jahren noch nicht ratifiziert. Das finanzwissenschaftliche Forschungsinstituts (FiFo) an der Universität zu Köln kritisierte die mangelnde Steuertransparenz in Deutschland. Sie ist nicht besser als die von Sri Lanka. Absicht und Ziele liegen auf der Hand. Unsere Politiker wollen ihre Selbstbedienungsmentalität verschleiern, mit der sie für sich selbst den Steuertopf anzapfen. Würde man ihnen 1000€ anvertrauen und sie beauftragen, das Geld den notleidenden Müttern zu geben, kämen 2,50€ bei den Müttern an, 997,50€ wanderten in die eigene Tasche. Ähnlich verhält es sich mit vielen Hilfsorganisationen. (Es gibt Ausnahmen bei einigen Beamten und Organisationen). - Deshalb ist es effektiver, den Müttern direkt das Geld zukommen zu lassen. Die Mütter könnten z. B. durch eine gelbe Schleife am Kinderwagen signalisieren, dass sie auf materielle Unterstützung angewiesen sind. Ähnliches soll es in Dänemark geben. Sie könnten sich in kleinen Selbsthilfegruppen zusammenschliessen und untereinander einen Verteilerring bilden. Nur sollten die Frauen den Finanzbereich keinem Mann überlassen, keiner externen Organisation, und nicht dem Staat.
claudia schrieb am 21.06.2010 um 15:13
Selbsthilfe ist besser denn auf "Hilfe von oben warten, die doch niemals kommt. oder wenn, dann nur wieder als getarnte Verschärfung der Ausbeutung.

Das "Schleifchen" ist ein Beispiel. Aber es siganisiert eben: "Ich bin hilfebedürftig"

Ein weitergehendes Selbsthilfeverständnis sucht Wege, die aus der Abhängigkeit von der Gnade anderer hinausführen.

Nach diesem Verständnis ist alles Selbsthilfe, das ein freies, selbstbestimmtes Dasein ermöglicht. Und dazu gehören eben auch solidarische Erzwingungsmassnahmen gegen die Obrigkeit und ihre Korrupteure. Unter anderem auch dafür, dass das gelbe Schleifchen einmal nicht mehr nötig sein wird...

Ich meine, wenn wir erzwingen, dass alle wieder anständig verdienen können, dann haben wir gelernt, dass wir Erungenes auch verteidigen müssen und können selber starke solidarische Organisation aufbauen, die von niemandem abhängig ist als von uns, dem Volk.
Davor haben die Obrigkeiten natürlich mächtigen Bammel. Herrschen würde niemals wieder so leicht wie heute, wenn wir erst mal einen Erfolg in der Selbstvertretung errungen haben.
Blinkfeuer schrieb am 23.06.2010 um 18:56
Letzte Woche G. Fülberth, nun hier:
"Sie nimmt den Hartz-IV-Empfängern ... die Heizkostenzuschüsse weg, ...... Frierende Hartz-IV-Bezieher sind günstig zu haben."
Bevor ich friere, lieber Abo kündigen, der Kram steht SO überall...
Blinkfeuer schrieb am 23.06.2010 um 18:56
Letzte Woche G. Fülberth, nun hier:
"Sie nimmt den Hartz-IV-Empfängern ... die Heizkostenzuschüsse weg, ...... Frierende Hartz-IV-Bezieher sind günstig zu haben."
Bevor ich friere, lieber Abo kündigen, der Kram steht SO überall...
Blinkfeuer schrieb am 23.06.2010 um 18:57
Oh, gleich doppelt? Na, wenn`s hilft...
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