Berliner Wahlplakate (2)

Der Kampf um Berlin Nanu, selbst am äußerst rechten Rand der Wahlpalette gibt es Gesinnungsdifferenzen. Wie sehr sich NPD und Republikaner unterscheiden, sehen wir hier ...

Nanu, selbst am äußerst rechten Rand der Wahlpalette gibt es Gesinnungsdifferenzen. Wie sehr sich NPD und Republikaner unterscheiden, sehen wir hier an ihren sich deutlich voneinander abhebenden Werbestrategien. Während die NPD mit der alten Keule schwingt und uns unsanft darauf hinweist, dass Tiefschwarz nicht Rosa ist (wer hätte das gedacht?), greifen die REPs zu einer modern subversiven Strategie, die uns aus den Schriften der lesbischen Theoretikerin Judith Butler bekannt sind: Bemächtige dich der Sprache des Feindes und speichele sie ordentlich ein, spuck sie wieder aus, und schon ist alles anders.

Aber Vorsicht: Werbung wirkt im Unbewussten, das heißt im Bauch, und der versteht gar keine Negationen. Welche Botschaft kommt also an, wenn wir, geschwinden Schrittes, mit Einkaufstüten und Alltagssorgen schwer beladen, an den plakatverzierten Hellersdorfer Laternenmasten vorbeihuschen? "Normal schwul, die NPD" - "Wowereit ist jetzt Republikaner" oder: "Mein Mann ist auch schwul" - ein Desaster! Immerhin auch hier ein leichter Vorsprung für die REPs, denn ihr Plakat hat - mit Bildelementen - einen deutlichen Signifikantenüberschuss, so dass wir auch verstehen könnten: "Bei uns gibt´s viel Dekolleté in Körbchengröße fünf." Was zwar eigentlich unsinnig ist, macht aber nix: Hauptsache schwul.

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