Andrej Holm
29.05.2013 | 09:00 81

Der Spiegel und die "Gewalt gegen Männer"

Häusliche Gewalt SpiegelOnline präsentiert die Ergebnisse einer Gesundheitsstudie (DEGS1). Überraschende Botschaft des Beitrages: "Männer sind Opfer". Doch stimmt das überhaupt?

Der Spiegel und die "Gewalt gegen Männer"

Andernorts demonstriert man gegen Gewalt gegen Frauen

Joel Saget / AFP / Getty

SpiegelOnline präsentierte gestern die Ergebnisse einer groß angelegten Gesundheitsstudie (DEGS1), die u.a. vom Robert Koch-Institut durchgeführt wurde. Überraschende und viel diskutierte Botschaft des Beitrages: "Gewalt gegen Männer".

Referenz des Artikels ist der Teilbericht der DEGS1-Studie "Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung". Und gleich im Anreisser des Artikels wird darauf verwiesen, dass Frauen in Partnerschaften gewalttätiger seien als Männer:

 "Frauen werden ihrem Partner gegenüber häufiger gewalttätig als Männer"

 

Von der Studie zur Schlagzeile

Gespickt mit traurigen Homestorys von Männern mit Gewalterfahrung aus ihren Partnerschaften, werden die einzelne  Zahlen und Einschätzungen aus der Gesundheitsstudie vorgetragen. Auch wenn  an keiner Stelle behauptet wird, dass Männer in Partnerschaften stärker von Gewalt betroffen seien, als Frauen,  wird durch die Zusammenstellung einzelnen Studienergebnisse und aus dem Zusammenhang gerissener Zitate genau dieser Eindruck erweckt.

Ein Beispiel. Im Artikel der beiden Autoren Hendrik Ternieden und Benjamin Schulz heisst es:

 ...Fälle, in denen Männer die Opfer sind, und glaubt man den Ergebnissen der Studie, sind sie häufiger, als gemeinhin angenommen wird. "Gewalt ist nicht ausschließlich eine Erfahrung von Frauen", sagt Hölling. "Uns haben die Ergebnisse überrascht." Der Befund: Frauen sind "häufiger als Männer Ausübende körperlicher Partnergewalt, aber auch Ausübende von Gewalt gegenüber sonstigen Familienmitgliedern".

Die journalistische Aussage ("Männer sind häufiger Opfer  als gemeinhin angenommen") wird explizit und auch gleich im Folgesatz mit der vorliegenden Studie begründet ("glaubt man den Ergebnissen der Studie"). Doch weder die Zahlen noch die Zitate von Heike Höfling sind geeignet, diese These zu belegen.

Zwar sagt die Autorin der Studie in Bezug auf die Ergebnisse der Untersuchung, dass "Gewalt ist nicht ausschließlich eine Erfahrung von Frauen" sei - aber sie trifft eben keine Aussage darüber, dass Männer häufiger Opfer von Gewalt werden.  Statt dessen wird sie mit der Einschätzung zitiert, Frauen seien "häufiger als Männer Ausübende körperlicher Partnergewalt".

Das klingt nur auf den ersten Blick wie ein Beleg für die unterschätzte Opferrolle der Männer. Die Studienergebnisse korrekt wiedergegeben, hätte es heißen müssen: "Frauen gaben häufiger als Männer an, Ausübende körperlicher Partnergewalt zu sein".

Klingt ganz ähnlich, ist aber ein gravierender Unterschied: Während im SpiegelOnline-Beitrag Tatsachen suggeriert werden ("sind"), verweist die Studie auf die hochgradig subjektive Komponente ("gaben an" ) solcher Surveys.

Was sagen uns die Zahlen?

Kann die Studie die These von der Gewalt gegen Männer in Partnerschaften bestätigen? Was sagt uns die Studie? Erst einmal, dass Frauen häufiger als Männer davon berichten, Gewalt in der Partnerschaft auszuüben und Männer trotzdem nicht häufiger als Frauen Opfer partnerschaftlicher Gewalt werden. Klingt verwirrend - und ist es auch.  Leider hat der Beitrag bei SpiegelOnline nicht dazu beigetragen, Licht in diese Konfusion der Zahlen und Fakten zu bringen und sich für eine sehr einseitige Interpretation entschieden.

Was sagen und die Ergebnisse der Umfrage? Die Diskrepanz zwischen den Angaben zu Gewalterfahrungen und eigenen Gewalttätigkeiten durchzieht die gesamte Studie und wird im SpiegelOnline-Artikel auch sachkundig als das Problem der "sozialen Erwünschtheit" benannt:

"Wie ehrlich und umfassend die Befragten Auskunft gaben, lässt sich bei einem solch heiklen Thema nur schwer sagen."

Kein Wunder also, dass es mehr Angaben zu Gewalterfahrungen gibt, die den Befragten widerfahren sind, als offen eingestandene Gewalttätigkeiten. Während 4,8% der Befragten angeben, in den letzten 12 Monaten* Opfer von körperlicher Gewalt geworden zu sein, geben nur 3,7% an, selbst eine solche ausgeübt zu haben. Die Differenz zwischen Gewalterfahrung und eingestandener Gewaltausübung beträgt demnach knapp 23 Prozent. Die Differenz zwischen Gewalterfahrung von Männern (6,9%) und ihren eigenen Gewalttätigkeiten (3,9%) fällt dabei deutlich größer aus als bei den Frauen (3,3% vs. 3,4%).

 * (alle Zahlen der Studie beziehen sich auf erlebte und ausgeübte Gewalterfahrungen in den letzten 12 Monaten vor der Befragung. Neben der Scham, über Gewalterfahrungen zu sprechen, einer der Gründe warum die Zahlen auf den ersten Blick so harmlos wirken.)

Markante Geschlechtsunterschiede im Antwortverhalten

In der von SpiegelOnline so prominent diskutierten Sphäre der häuslichen und partnerschaftlichen Gewalt wird diese Geschlechterdifferenz in Form einer markante Antinomie der subjektiven Erfahrungen besonders deutlich: Nur ein knappes Viertel der Gewalterfahrungen gegen Frauen (1,2%) wird von den eingestandenen Gewalttätigkeiten von Männern (0,3%) gedeckt. Wenn wir davon ausgehen, dass überwiegend Probanden in Hetero-Partnerschaften befragt wurden, dann wirft dieses Missverhältnis vor allem Fragen zum Antwortverhalten der befragten Männer auf. Während sie in vielen anderen Bereichen die Ausübung körperlicher Gewalt relativ offen zugeben, scheint sich ausgerechnet für den Bereich der Gewalt in Partnerschaften eine maßgebliche Verzerrung durch die 'sozial erwünschten Antworten' zu ergeben. Die Studie zeigt an dieser Stelle vor allem eines: Wenn Männer ihre Partnerinnen verhauen oder misshandeln, hat der größte Teil von ihnen es spätestens bis zur Befragung wieder "vergessen". Das Tabu scheint sich also eher auf die "Gewalt gegen Frauen" zu beziehen - womit sich aus der Studie also genau das Gegenteil der Behauptung des Artikles herauslesen lässt.

Diese männliche Verdrängungsleistung hätte eine spannendes journalistisches Thema sein können - war es aber für die beiden Autoren von Spiegel Online nicht. Trotz der konfusen Datenlage wird die Studie von den beiden Journalisten als Beleg für das angeblich tabuisierte Thema der Männer als Opfer herangezogen. Im Artikel heisst es:

'Männer als Gewaltopfer' sind gesellschaftlich noch weitgehend tabuisiert

Gibt das die Untersuchung tatsächlich her? Schauen wir uns also auf der Suche nach den männlichen Opfern partnerschaftlicher Gewalt die Ergebnisse der Studie genauer an.  Welche Fakten werden dort präsentiert:

  • Die Erfahrung von körperlicher Gewalt in der Partnerschaft liegt bei Frauen (1,2%) um ein Drittel höher als bei Männern (0.9%).
  • Während 1,3% der Frauen angeben, selbst körperliche Gewalt in der Partnerschaft ausgeübt zu haben, berichten nur 0.9% der Männer davon, diese erlebt zu haben.
  • Auf der anderen Seite haben 1,2% der befragten Frauen Gewalt in der Partnerschaft erfahren, aber nur 0,3% geben an, selbst gewalttätig gewesen zu sein.

Können diese Zahlen, die Männer-sind-häufiger-Opfer-These bestätigen? Nein. Sie zeigen jedoch,

a) dass  mehr Frauen als Männer von Gewalterfahrungen in der Partnerschaft berichten und

b) Männer sich selbst in Bezug auf Gewalt in der Partnerschaft häufiger als Opfer denn als Täter sehen. Die Gewalterfahrungen von Frauen deuten jedoch auf eine erhebliche Dunkelziffer männlicher Gewalttäter in Partnerschaften.

Statt über die "Tabuisierung der Gewalt gegen Männer in Partnerschaften" zu philosophieren, erscheint es mir sinnvoll, der Frage nachzugehen, ob denn die Gewalt in Partnerschaften für Männer überhaupt ein empirisch relevantes Problem darstellt.

Ein Blick auf die Zahlen lässt eher das Gegtenteil vermuten. Die Studie zeigt, dass Männern in allen Kontexten außerhalb der Partnerschaft von mehr Gewalterfahrungen berichteten. Eine kleine Rangliste männlicher Gewalterfahrungen:

  1. Unbekannte:  3,8%
  2. sonstige Bekannte: 1,3%
  3. Kollegen/Vorgesetzte: 1,0%
  4. sonstige Familienangehörige: 1,0%
  5. Partner: 0,9%

Das Ergebnis der Studie: Für Männer weist die Partnerschaft die geringsten Gefahr auf, Opfer körperliche Gewalt zu werden. Die Zahlen zeigen, dass der Bereich der Partnerschaft für die allgemeine Gewalterfahrung von Männern nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das angebliche Tabu könnte sich so womöglich als empirische Irrelevanz herausstellen.

Wie sehen die berichteten Gewalterfahrungen der Frauen aus? Auch hier eine Rangfolge nach Anteilen von Berichten über widerfahrene körperliche Gewalt:

  1. sonstige Bekannte: 1,5%
  2. Partner: 1,2%
  3. Kollegen/Vorgesetzte: 0%
  4. sonstige Familienangehörige: 0,5%
  5. Unbekannte:  0,5%

Das Ergebnis de Studie: Für Frauen ist die Partnerschaft gleich nach den 'sonstigen Bekannten'  der Bereich aus denen die meisten Gewalterfahrungen berichtet werden.

Den Ergebnissen der Studie entsprechend hätte die Schlagzeile bei SpiegelOnline ebensogut lauten können: "Studie bestätigt Gewalt gegen Frauen".  Hat sie aber nicht, wäre vermutlich 'nichts Neues' gewesen, und deshalb auch nicht berichtenswert.   Dieser Mann-beisst-Hund-Journalismus erscheint mir für eine ernsthafte Auseinandersetzung (nicht nur zu diesem Thema) nicht wirklich geeignet.

Kommentare (81)

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 10:13

Schön, dass das kritisch von Ihnen untersucht wurde.

Nach dem angeführten Methoden haben die Autoren keinen Fragenbogen zur sozialen Erwünschtheit (sog. Lügenskala) mitlaufen lassen, so dass - wie Sie auch vermuten - die Aussagen kaum eine faktische Qualität haben dürften. Lügenskalen lässt man bei Studien zu brisanten Themen in der Psychologie immer mitlaufen, damit die Tendenz zur sozialen Erwünschtheit erfasst wird.

Dann ist die Operationaliserung von Gewalt in den Fragen, die ja nicht als solche genannt wird, höchst fragwürdig. Gefragt wurde zur Erfassung des Erlebens von psychischer Gewalt: "SindSie in den letzten 12 Monaten durch irgendeinen Menschen abgewertet worden (z.B. bezüglich Ihres Aussehens, Ihrer Art, sich zu kleiden, Ihrer Denk-, Handlungs- oder Arbeitsweise oder möglicher Behinderungen)? Oder wurden Sie beleidigt, beschimpft, bedroht, schikaniert oder unter Druck gesetzt?“

Die Fragestellung kann man ja bereits mit "ja" beantworten, wenn die Frau ruft: " Wie schaust du denn aus?!" wenn er ihrer Meinung nach unpassend gekleidet ist. Das würde vermutlich keiner von beiden als psychische Gewalt empfinden. Die Autoren haben einerseits den Begriff Gewalt nicht genannt aber haben andererseits unterlassen, im Fragebogen hinreichend deutlich zu operationalisieren, dass Gewalt ein feindseliges Motiv haben muss.

Für die Operationalisierung von physicher Gewalt gilt Entsprechendes. Wenn der Gewaltbegriff zu weit gefasst ist, dann können natürlich auch kleine Rangeleien um den Kochtopf bei solchen Fragen wie Knoblauch ja oder nein, bei denen Frauen sich vermutlich öfter genötigt fühlen, den Mann etwas in die Seite zu schlagen, weil sie ihn nicht einfach wie er mit dem Körper wegschieben können. Oder der größere Mann hält ein Küchenutensil hoch, so dass sie nicht drankommen kann, dann wird sich eine Frau, die nicht sehr gegen Gewalt sensibilisiert ist, versucht fühlen ihn etwas in den Magen zu boxen in der Hoffnung, dass er sich daraufhin vorbeugt, und das Küchenutensil wieder erreichbar wird.

Solche Unklarheiten sind insgesamt bei der Gewalterhebung ein Problem, weil etwas Rangeln ja gar nichts mit gebrochenen Armen und Klinikaufenthalten nach häuslicher Gewalt zu tun haben.

Bei der Studie ist zusätzlich ein Mangel, dass sexuelle Gewalt ausgeklammert wurde.

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 10:48

Soso...

Die "soziale Erwünschtheit" und der fehlende Lügendetektor bei der Studie machen diese also nutzlos. Dann kann mir hier ja auch sicher jemand aufzeigen, wieviele Frauen bei der Aussage gelogen haben, Gewalt anzuwenden, weil dies ja wohl auch sozial herzlich wenig gewünscht ist. Hier zu behaupten, dass nur die Männer bei der Studie "sozial erwünscht lügen" ist ja wohl ziemlich sexistisch!

Warum winden sich Feministen so sehr, zu akzeptieren, dass häusliche Gewalt im Grunde paritätisch und auch systemisch ist? Hat da jemand Angst, die Rolle des unterdrückten Geschlechts zu verlieren?

In unserer Gesellschaft kann ein männliches Gewaltopfer noch nicht mal Notwehr geltend machen, weil ihm das schlichtweg keiner glaubt! Und Menschen wie Ihnen ist das zu verdanken!

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 11:05

Die "soziale Erwünschtheit" und der fehlende Lügendetektor bei der Studie machen diese also nutzlos. Dann kann mir hier ja auch sicher jemand aufzeigen, wieviele Frauen bei der Aussage gelogen haben, Gewalt anzuwenden, weil dies ja wohl auch sozial herzlich wenig gewünscht ist. Hier zu behaupten, dass nur die Männer bei der Studie "sozial erwünscht lügen" ist ja wohl ziemlich sexistisch!

Hab ich doch nicht gesagt. Ist doch völlig offen in meinem Beitrag, ob und wer mehr wegen sozialer Erwünschtheit verzerrt. Aber solche Erhebungen ohne Lügenskala sind einfach nicht state of the art in der Psychologie. Das kann und muss man in einer wissenschaftlichen Studie kritisieren.

Wegen der von Ihnen vermuteten Äquivalenz häuslicher Gewalt zwischen den Geschlechtern: Hängt wohl stark davon ab, was man als Gewalt definiert.

Kennen Sie denn einen Mann, der von seiner Frau krankenhausreif geschlagen wird?

Ernstchen 29.05.2013 | 12:22

Ich finde es schwierig bei diesem Thema die Zahlen anzuzweifeln um dann mit anderen Zahlen aus dem gleichen Thema den Beweis zu führen. Ich denke das Thema ist vielschichtig. Dass der Mann an sich das gewalttätigere Geschlecht ist, ist common sense und hat unsere Stadtparks nachts mit Flutlicht versorgt. Wir hören alle immer wieder fürchterliche Geschichten aus Kriegen überall, von Massenvergewaltigungen, Misshandlungen, Hinrichtungen. Teilweise schämt man sich dafür, ein Mann zu sein. Ich finde es aber irrelevant darüber zu streiten ob Frauen oder Männer mehr häusliche Gewalt ausüben, beides, das eine ist nicht besser als das andere. Das überhaupt Gewalt immernoch alltäglich ist und woran das liegt, das wäre die wichtigere Frage.

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 12:49

Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass auf beiden Seiten marginal und "sozial erwünscht" gelogen wurde. Alles andere sind eben sexistische Unterstellungen, die nur den einen Zweck haben, nämlich die Parität der häuslichen Gewalt anzuzweifeln. Weil ja irgendwie nicht sein kann, was nicht sein darf. Und deswegen muss man schnell beweisen, dass Männer in der Studie mehr gelogen haben und die Frauen natürlich überhaupt nicht.

Es gibt ja einige Feministen, die sich angeblich den Humanismus als langfristiges Ziel gesetzt haben. Die hier zerrissene Studie wäre bestens geeignet, sich mal auf das Wesentliche, nämlich die Gewalt als solche zu konzentrieren statt darüber zu diskutieren, welcher Geschlechtsträger nun das größere Opfer ist.

Aber nein, ein echter Feminist ist vollkommen unfähig, trotz etlicher Studien, mal sein festgefahrenes Weltbild in Frage zu stellen. Eine Studie, die belegen könnte, dass häusliche Gewalt paritätisch ist? Da haben die Männer bestimmt gelogen! Das kann ja überhaupt nicht sein!

Bastian84 29.05.2013 | 13:11

SPON hat wohl Wolfgang Bok erhört:

"Heute ist Tag der Pressefreiheit. Grund genug, uns wieder um diese zu sorgen. Draußen in der Welt natürlich. Doch wie steht es bei uns in Deutschland um die Freiheit der Meinungsbildung? Schlechter als wir glauben, denn die „Generation Greenpeace, Gender, Gerechtigkeit“ sperrt sich gegen journalistische Pluralität

[...]

Auch deshalb verlangt das Privileg der Pressefreiheit nach Pluralität. Das beginnt schon bei der personellen Auswahl. Die Akademisierung der Redaktionen hat das journalistische Niveau nicht erhöht. Ihnen fehlt es an gesellschaftlicher Breite. Ein paar Leute, die mit Zahlen nicht auf Kriegsfuß stehen, würden helfen, Risiken und Chancen aktueller „Skandalthemen“ realistisch abzuwägen.

[...]

Früher hatte jede Lokalredaktion ihren Jupp. Der hat in der Eckkneipe mehr über gesellschaftliche Trends erfahren, als die universitären Gesellschaftswissenschaftler von heute zu wissen glauben. Anstatt über den Stammtisch zu höhnen, würde es der „Generation G“ nicht schaden, ab und an mal an einem solchen Platz zu nehmen, um Volkes Stimme ungefiltert zu vernehmen. Am besten in einem Dorfgasthof. Vielleicht ginge es dann auch wieder aufwärts mit den Auflagen." http://www.cicero.de/berliner-republik/einseitiger-journalismus-pressefreiheit-in-gefahr/54351

"Rechtspopulistische Kritiker reagieren darauf nun mit offenem Antiintellektualismus. „Die Akademisierung der Redaktionen hat das journalistische Niveau nicht erhöht“, meint Bok, Dozent an der Hochschule Heilbronn. „Früher hatte jede Lokalredaktion ihren Jupp. Der hat in der Eckkneipe mehr über gesellschaftliche Trends erfahren, als die universitären Gesellschaftswissenschaftler von heute zu wissen glauben. Anstatt über den Stammtisch zu höhnen, würde es der ‘Generation G’ nicht schaden, ab und an mal an einem solchen Platz zu nehmen, um Volkes Stimme ungefiltert zu vernehmen.“

Man könnte natürlich auch sagen: auf den Bänken am Spielplatz, in der Schlange im Jobcenter, in der Kantine von Opel Bochum. Aber es muss natürlich der Stammtisch sein. Denn für die rechten Volkstümler ist Freiheit immer die Freiheit des besoffenen weißen Mannes." http://jungle-world.com/jungleblog/2167/

Bok ist übrigens der selbe Experte für alles, der meinte, die Linken seien Schuld am NSU-Terrorismus. Dabei arbeitet er in beiden Fällen genauso sauber wie Spon im obigen Beispiel:

https://www.freitag.de/autoren/bastian84/cicero-linke-sind-schuld-am-nsu-terrorismus

So funktioniert Qualitätsjournalismus heute nun mal...

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 13:14

Naja, wenn wir der Studie, die hier zerrissen wurde, Glauben schenken, sähe die Gewalttäter-Statistik wohl etwas anders aus. Die Frage ist ja in dieser Diskussion auch, was eigentlich als Gewalt definiert wird. Was ist denn am Ende gewalttätiger? Ein blaues Auge oder 2 Jahre Burn-Out wegen psychischer Gewalt? Die psychische Gewalt wird in keiner Gewalttäter-Statistik aufgeführt. Die zählen nur die physischen Schäden.

re-empowerment 29.05.2013 | 13:17

Die Untersuchung reproduziert die Zahlen und Argumentationslinie derjenigen Autoren, deren Werke auch von sog. MaskulinistInnen hochgehalten werden (Archer, Strauss, Dutton). Zwar wurde anstelle des für diesen Zweck bewährten CTCS ein neu erstelltes Instrument verwendet (dessen Validierung noch aussteht, wofür die Leser*in aber Verständnis haben wird, da es schlichtweg kein adäquates Instrument gab. Nice), ansonsten lässt sich die u.a. von Kimmel oder Johnson formulierte Kritik an Methode, Design, ... ALLEM wiederholen. Dass der Spiegel nicht nur unkritisch sondern begeistert anspringt, verwundert nicht. Dass diese Untersuchung im Namen des Robert Koch Instituts publiziert wurde, entsetzt allerdings.

Bastian84 29.05.2013 | 13:43

Ich würde sagen, dass hat auch was mit den zugeschriebenen Geschlechterrollen zu tun:

Männer gelten als eher aktiv, als "Macher", "Jäger", "Hart" usw., nicht nur im Krieg, sondern z.B. auch in der Wirtschaft.

Frauen gelten als Behütend, fried- und liebevoll usw. und bekommen auch die entsprechenden Jobs: "Krankenschwester"[sic!], Erzieherin usw.

Vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Roswitha_Scholz

Ernstchen 29.05.2013 | 13:44

Naja die Studie bezog sich ja auf häusliche Gewalt. Die Schlägereien auf Volksfesten oder nachts auf der Straße sprechen eine andere, deutlichere Sprache. Ich wollte auch nur auf die physische Gewalt hinaus, bei der psychischen wäre mir ein anderer Begriff lieber als "Gewalt", da ich bei dem Wort eigentlich immer an Fausthiebe, Vergewaltigungen und naja Fouls beim Fußball denken muss. Ich denke die psychische Gewalt ist ein ganz anderes Thema und lässt sich nicht so einfach mit der physischen vergleichen wie das oft getan wird. Wie Sie selbst sagen, ein Burnout kann weit schwerer wiegen als Ohrfeigen ... aber die psychische "Gewalt" nun den Frauen vornehmlich in die Schuhe zu schieben ist auch Quatsch.

Ernstchen 29.05.2013 | 13:50

Ich frage mich vor allem wozu so eine Studie dienen soll. Was haben wir davon dass das Gewaltverhältnis in irgendeinem Bereich eher 60/40 ist anstatt 70/30? Es mag für "Interessenverbände" wie MaskulinistInnen oder FeministInnen eine Rolle spielen, aber was bringt das? Dem anderen Geschlecht die Zunge rausstrecken und rufen "Ätsch! Ihr seid böser als wir!"? Gewalt ist nicht männlich sondern menschlich, die Ursprünge von Gewalt sind es die uns umtreiben sollten.

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 14:35

Eine Studie, die belegt, dass in Gewalt-Fragen zwischen den Geschlechtern statistisch ein Patt herrscht, halte ich auf dem Weg zum Humanismus für extrem wichtig. Es ist wichtig, um Geschlechterrollen auch dahingehend aufzubrechen, dass die Welt nicht in Frau-gut Mann-böse aufgeteilt wird. Ich bin es nämlich ziemlich leid, ständig irgendwo zu lesen, dass Männer gewalttätiger sind als Frauen. Nicht nur, weil es nicht stimmt, sondern weil dieses verfälschte Gesamtbild Sexismus fördert statt ihn abzubauen.

Gewalt ist immer eine individuelle Entscheidung und die statistische Erhebung getrennt nach Geschlechtern dient nur dem Zwecke, Oper- und Täterrollen zu festigen.

Sie sehen ja, welche Beißreflexe hier ausgelöst werden, wenn eine Studie an so einem Gesellschaftskonstrukt mal wackelt.

Bastian84 29.05.2013 | 18:35

Es geht darum, festzustellen welche gesellschaftlichen Probleme es gibt und wie groß sie sind. Eventuell kann man auch Rückschlüsse auf Ursachen oder andere interessante Phänomene schließen. z.B. dass, wie Holm feststellt, die Anzahl von Männern die Gewalt eingestehen gegenüber der Anzahl von Frauen, die behaupten Opfer von Gewalt gewesen zu sein stark abweicht, während sie andersherum ziemlich gleich ist. Das sagt einiges über Geschlechterverhältnisse aus.

Während offensichtlich auch bei wissenschaftlichen Befragungen zu männlicher Gewalt mindestens "eine Seite" übertreibt oder untertreibt, und man daraus schließen kann, dass viele gewaltätige Männer sich schämen (und/oder viele Frauen lügen, was ich wie Herr Holm für unwahrscheinlich halte), ist das Verhältnis bei weiblicher Gewalt ziemlich ausgeglichen. Das deutet darauf hin, dass die Behauptung, Männer hätten große Probleme das "Opfer-Sein" einzugestehen, die z.B. der Spiegel vertritt, zumindest in diesem Fall nicht stimmen könnte.Man kann kein Problem lösen, dass man nicht verstanden hat. Sehen Sie es doch einfach als sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung.

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 19:01

Die psychische Gewalt wird in keiner Gewalttäter-Statistik aufgeführt. Die zählen nur die physischen Schäden.

In Veröffentlichungen wie in dieser Studie ist meistens beides gemeint: physische und psychische Gewalt. Zur Operationalisierung des Gewaltbegriffs hab ich in meinem Kommentar oben schon zitiert, und verdeutlicht, wie leicht bei einer Operationalsierung, die den Gewaltbegriff zu weit fasst, eine dahingesagte Bemerkung, die niemand als psychische Gewalt empfindet, sehr wohl als solche in das Ergebnis der Studie einfließt, weil sie abwertend war, man müsste sie deutlich von Kritik abgrenzen.

Ihre Grundprämisse, Frauen würden sich als Opfer stilisieren, setzt voraus, dass Opfersein schön ist. Da würde wohl jedes Opfer (egal ob männlich oder weiblich) widersprechen.

Sicher ist es für Männer schwer, wenn sie Gewalt von ihren Frauen erleben, damit nach Außen zu gehen. Aber den Umkehrschluss daraus zu ziehen, Frauen würde das leicht fallen, ist unzulässig. Die meisten Frauen haben erschreckend lange Gewaltgeschichten, bevor sie Hilfe suchen. Da lautet der Standardvorwurf: "Sie haben es mit sich machen lassen!"

Auch bei nicht ganz so tragischen Geschichten, lebt keine Frau gerne in einer Beziehung, in der dem Mann "mal die Hand ausrutscht" und sie gibt es, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, nicht zu. Das ist ja nun immer der Fall, solange die Gewalt kein Eingreifen Dritter wie Polizei notwendig gemacht hat.

Ich denke wir sind uns einig, dass Gewalt nicht hinnehmbar ist und es eine Verhöhnung der Opfer ist, wenn man ihr Leid bagetellisiert oder sie für "selbst schuld" hält. Das gilt immer und ausnahmslos für Männer und Frauen.

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 19:09

Teilweise schämt man sich dafür, ein Mann zu sein.

Das wäre sehr schade. Wir bilden doch ein Bündnis gegen die Gewalt Schwächerer. Männer und Frauen. Gemeinsam gegen Gewalttäter, nicht Frauen gegen Männer und umgekehrt.

Im Übrigen haben Studien gezeigt, dass Männer viel schneller tätig werden, wenn eine Frau Hilfe braucht, bei der die Hilfeleistung gefährlich ist. Es gibt so vieles worauf Männer, wenn sie sich nicht als Individuum, sondern als statistisches Mittel sehen möchten, stolz sein können.

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2013 | 19:38

GEWALT IN DER EHE WENN FRAUEN MÄNNER SCHLAGEN.

Meine Nachbarin ist so eine wenn die mal wieder Austickt und die Polizei mit 2 Streifenwagen anrückt und 4 Polizisten Blut und Wasserschwitzen bis sie diese Zierliche Persohn von 50 KILO im Griff haben verlagert sich das schon mal auf die Strasse wo dann die ganze Strasse zusammen läuft.

Schön ist anders und lustig ist es auch nicht mir tun immer nur ihre Männer leid.

Normal ist das nicht ein Tabu Thema aber schön das ihr mal drüber Schreibt .

in diesen Sinne eykiway

wer Rechtschreib Fehler findet darf sie behalten

thinktankgirl 29.05.2013 | 20:05

Aus gegebenen Anlass:

Heute ist Franca Rame gestorben. Sie war eine bekannte italienische Schauspielerin sowie Theatermacherin und mit dem Nobelpreisträger Dario Fo verheiratet. Das Ehepaar engagierte sich für Gefangene und besonders für linksextreme Inhaftierte. Rechtsextreme beschlossen Franca Rame für dieses Engagement zu „bestrafen“. Im März 1973 wurde sie von fünf rechtsextremen Männer entführt und stundenlang in einem Lieferwagen vergewaltigt. Dabei wurde sie mit einer Rasierklinge geschnitten und brennende Zigaretten auf ihren Brüsten ausgedrückt..

Franca Rame hat dieses Trauma in einem Theatermonolog verarbeitet „Lo stupro“ (die Vergewaltigung).

Leider habe ich nur eine italienische Aufnahme ohne Untertitel gefunden.

Das ist männliche Gewalt.

Wie oft tun Frauen das Männern an?

poor on ruhr 29.05.2013 | 21:55

@Andrej Holm

Der Schlußsatz mit dem "Mann beisst Hund "-Journalismus, der zu Auseinander setzung mit disem Thema nicht geeignet ist, trifft für mich den Nagel auf den Kopf.

Der Spiegel möchte sicher gerne wieder mehr Zeitungen verkaufen, aber für einen Grossteil seiner Zielgruppen erscheint mir dieser Stil eher daneben.

Gefallen hat mir auch, dass Sie nicht unbedingt den Anspruch erheben , zu sagen was ist, sondern dass Sie genügend Denkanstässe geben , um das Auge des mündigen Lesers zu schulen und genügend Gründe für eine berechtigte Skepsis gegen einen solchen Stil geben.

Ich bin seit der Agenda 2010 sowieso kein Spiegel-Fan mehr ,aber irgendwie wird er wohl noch immer als eine Art führendes Meinungsmedium für die gesellschaftlichen und sozial doch etwas höherstehenden Gruppen angesehen.

Die kriegen in meinen Augen sowieso eher wenig Denkfutter mit einer gewissen Bissfestigkeit vorgesetzt, so dass der Spiegel ihre Kritik zu diesem Thema sicher gut gebrauchen kann.

Herzliche Grüße

poor on ruhr

THX1138 29.05.2013 | 22:29

Warum habe ich eigentlich noch keinen einzigen Artikel / Blogbeitrag über Zweifel an (feministisch geprägten) Studien zu versch. Themen gelesen? Wahrscheinlich deshalb, weil die immer über jeden Zweifel erhaben sind- sie tragen ja das Gütesiegel der 'Guten'. Und die Guten haben immer recht.

Diese Art der Reaktion auf den SPON-Artikel war so absehbar wie das Amen in der Kirche. Eigentlich langweilt mich das schon fast ein bisschen.

Krakz 29.05.2013 | 22:44

Häusliche Gewalt wird meist gegen Kinder und Hilflose ausgeübt - da die Pflegenden meist Frauen sind, kommt daher ihre starke Beteiligung an der häuslichen Gewalt. Die Partnerschaftsbeispiele führen da etwas in die Irre - aber sicher wird es das geben und sicher ist die Dunkelziffer größer, denn mal ehrlich: Welcher junge Mann könnte seinen Eltern gestehen, dass seine Freundin ihn misshandelt?

Michael 30.05.2013 | 01:03

Herr Holm, ich finde es skandalös, wie sie die Daten verdrehen und gar zum Schluss kommen: "Studie bestätigt Gewalt gegen Frauen"

1. Wie Sie sehen können, müssen Männer in unserer Gesellschaft mit Gewalt viel häufiger klar kommen. Aber das ist anscheinend in Ihren Augen so, da müssen "Männer halt durch". Deshalb schiessen Sie sich nur auf die Gewalt in der Partnerschaft ein und da kommen Sie bei einem 0,9% zu 1,2% zu der Erkenntnis, dass "das angebliche Tabu ...sich so womöglich als empirische Irrelevanz herausstellen" könnte. Mit der Begründung, dass Männer in anderen Bereichen ja noch viel mehr Gewalt ausgesetzt sind. Was für ein bitterer, verachtender Hohn, den Sie hier ausschütten. Ich bin entsetzt!

Michael 30.05.2013 | 01:12

2. Wenn die Gewalt gegen Frauen von "sonstige Bekannten", "Kollegen/Vorgesetzten", "sonstigen Familienangehörigen" und "Unbekannten" das gleiche Niveau wie bei den Männern ansteigen würde und die partnerschaftliche Gewalt unverändert bliebe, würden Sie dann auch von "empirischer Irrelevanz" sprechen? Nein, da wäre es plötzlich was ganz anderes. Herr Holm, kehren Sie bitte in sich und überprüfen Sie, ob Sie Ihre Ansicht gegenüber Ihrem Gewissen verantworten können.

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Ehemaliger Nutzer 30.05.2013 | 11:15

Machen Sie sich bitte nicht lächerlich mit Ihrem Gender-Geschreibe. Soll ich es noch mal umfomulieren? Gerne! Also, wären Frauen gleichermaßen und gleichberechtigterweise per Wehrpflicht oder monetärer Not gezwungen, in Kriege zu ziehen, stünden sie dem Mann in nichts nach. Sprache hat in der Tat etwas HERRlich entlarvendes. Sie unterstellen mir Unkenntnis, scheinen aber nicht so recht in der Lage, mir diese Aufzuzeigen. Ein netter Versuch, aber eben auch nicht mehr.

Und dass MANN sie lässt, um mal auf ihren selbstmitleidigen Machtverhältnis-Einwand einzugehen: Ich bin für eine Frauenquote bei der Armee. Und zwar 50%. Weil dann werden Kriege ja bestimmt friedlicher ablaufen und verfeindete Soldatinnen werden sich darauf beschränken, ihren Konflikt im gemeinschaftlichen Gespräch bei einer Tasse Tee zu lösen oder sich allerhöchstens vielleicht mal ein wenig an den Haaren ziehen. Aber garantiert würden die lieben und schützenswerten Engels-Weibchen nieeemals zur Waffe greifen und töten. Neinnein, so etwas machen Frauen nicht!

rheinhold2000 30.05.2013 | 17:41

"Machen Sie sich bitte nicht lächerlich mit Ihrem Gender-Geschreibe. "

Also hier möchte ich die gender idee doch mal ausdrücklich verteidigen. gender sagt eben das es KEINE biologisch begründbaren unterschiede zwischen männern und frauen gibt. was magda und thinktankgirl hier proklamieren ist eher so ein archaischer "frauen sind die besseren menschen" pseudofeminismus. der natürlich offen sexistisch ist weil er erstens proklamiert das es unterschiede zwischen den geschlechtern gibt und zweitens auch noch ein geschlecht moralisch überlegen ist.

ihre empörung kann ich verstehen und in allen anderen punkten stimme ich ihnen zu.

Soll ich es noch mal umfomulieren? Gerne! Also, wären Frauen gleichermaßen und gleichberechtigterweise per Wehrpflicht oder monetärer Not gezwungen, in Kriege zu ziehen, stünden sie dem Mann in nichts nach. Sprache hat in der Tat etwas HERRlich entlarvendes. Sie unterstellen mir Unkenntnis, scheinen aber nicht so recht in der Lage, mir diese Aufzuzeigen. Ein netter Versuch, aber eben auch nicht mehr.

Und dass MANN sie lässt, um mal auf ihren selbstmitleidigen Machtverhältnis-Einwand einzugehen: Ich bin für eine Frauenquote bei der Armee. Und zwar 50%. Weil dann werden Kriege ja bestimmt friedlicher ablaufen und verfeindete Soldatinnen werden sich darauf beschränken, ihren Konflikt im gemeinschaftlichen Gespräch bei einer Tasse Tee zu lösen oder sich allerhöchstens vielleicht mal ein wenig an den Haaren ziehen. Aber garantiert würden die lieben und schützenswerten Engels-Weibchen nieeemals zur Waffe greifen und töten. Neinnein, so etwas machen Frauen nicht!"

dame.von.welt 30.05.2013 | 18:42

Mit einer 50%-Quote bei der neuen deutschen Söldner-Armee wäre auch dem Umstand beigekommen, daß Männer gleichzeitig und hauptsächlich Opfer wie Täter von Männer-Gewalt im Zivilleben sind?

Die 50%-Quote in Beziehungen ist mehrheitlich ja bereits eingeführt^^: es ist eine Binse, daß Frauen in Partnerschaften mehrheitlich genau dann physische Gewalt gegen ihre Männer ausüben, wenn die Beziehung bereits gelaufen ist, während es reichlich gewaltförmige, dauerhafte Beziehungen mit Männer-Gewalt gegen Frauen gibt. Eine Binse ist desweiteren, daß Frauen Männer seltener lebensgefährlich verletzen (wobei ich recht sicher bin, daß das ein Bereich mehr ist, in dem Frauen noch mächtig aufholen werden).

Es geht nicht darum, welches Geschlecht der bessere Mensch ist. Sondern darum, Gewalt gegen gleich wen zu ächten, nein?

Bei ttg und Magda konnte ich von einem Frauen-sind-die-besseren-Menschen-Feminismus noch nix lesen. Glauben Sie, daß solche Anwürfe zu konstruktivem Austausch führen?

Zu Frauen an die Front gibt's recht unterschiedliche Auffassungen, vielleicht interessiert Sie eine hier und bei der Mädchenmannschaft unterschiedlich geführten Diskussion zur Position von Kathrin Rönicke

rheinhold2000 30.05.2013 | 19:06

"Mit einer 50%-Quote bei der neuen deutschen Söldner-Armee wäre auch dem Umstand beigekommen, daß Männer gleichzeitig und hauptsächlich Opfer wie Täter von Männer-Gewalt im Zivilleben sind?"

nö aber eine 50% Quote in der deutschen Söldner Armee (die ich übrigens garnicht vorgeschlagen habe ich habe nur ein zitat unsauber gekennzeichnet) würde zu überhaupt nichts führen. frauen würden in einer solchen armee genauso foltern morden und sexuelle gewalt anwenden wie männer. soldatInnen tun so etwas . unabhängig vom geschlecht.

"Die 50%-Quote in Beziehungen ist mehrheitlich ja bereits eingeführt^^: es ist eine Binse, daß Frauen in Partnerschaften mehrheitlich genau dann physische Gewalt gegen ihre Männer ausüben, wenn die Beziehung bereits gelaufen ist,"

für dich vieleicht eine binse. ich würde da doch mal nachhaken. es gibt also deiner meinung nach weniger frauen die in einer beziehung zu einem mann gewalt anwenden als männer. da müsste man mal nach den gründen fragen. weil frauen im schnitt friedvoller sozialisiert werden als männer. das wäre eine sexistische aussage wenn auch nicht biologisch begründet. die ganzen argumente dagegen wurden hier im thread schon erläutert. wenn männer in beziehungen misshandelt werden dürfte es ihnen extrem schwer fallen sich hilfe zu holen, eher beenden sie die beziehung ohne die ursache zu thematisieren. und selbst wenn sie sich hilfe holen dürfte es ihnen nicht einfach gemacht werden eine anzeige gegen eine gewaltätige partnerin zu stellen. all das sind gute argumente warum die dunkeziffer sehr sehr hoch sein dürfte.

"während es reichlich gewaltförmige, dauerhafte Beziehungen mit Männer-Gewalt gegen Frauen gibt."

wie gesagt keiner weiß wievilele gewaltförmige dauarhafte beziehungen es umgekehrt gibt.

"Eine Binse ist desweiteren, daß Frauen Männer seltener lebensgefährlich verletzen (wobei ich recht sicher bin, daß das ein Bereich mehr ist, in dem Frauen noch mächtig aufholen werden)."

da bin ich auch sicher. und in dem bereich in dem frauen uneingeschränkte macht haben (den der erziehung) sind sie gewalttätiger als die männer. sie misshandeln und töten häufiger kinder.

"Es geht nicht darum, welches Geschlecht der bessere Mensch ist. Sondern darum, Gewalt gegen gleich wen zu ächten, nein?"

sicher aber gegen sexistische aussagen das ein geschlecht wenigeer gewalttätig ist (auch wenn dieses durch sozialisation und nicht durch biologie begründet ist) wehre ich mich.

"Bei ttg und Magda konnte ich von einem Frauen-sind-die-besseren-Menschen-Feminismus noch nix lesen. Glauben Sie, daß solche Anwürfe zu konstruktivem Austausch führen?"

beide haben in diesem thread versucht zu belegen das männer gewalttätiger sind. magda hat sogar eine frau die ja bewiesenermassen männer sexuell gefoltert hat zu einem opfer erklärt (wie übrigens auch alice schwarzer was ich echt zum kotzen fand)

"Zu Frauen an die Front gibt's recht unterschiedliche Auffassungen, vielleicht interessiert Sie eine hier und bei der Mädchenmannschaft unterschiedlich geführten Diskussion zur Position von Kathrin Rönicke""

ich finde die neuen söldnertruppen des kapitalismus und imperialismus auch zum kotzen. in einer reinen verteidigungsarmee fände ich eine 50% Quote aber durchaus wünschenswert.

rheinhold2000 30.05.2013 | 19:06

"Mit einer 50%-Quote bei der neuen deutschen Söldner-Armee wäre auch dem Umstand beigekommen, daß Männer gleichzeitig und hauptsächlich Opfer wie Täter von Männer-Gewalt im Zivilleben sind?"

nö aber eine 50% Quote in der deutschen Söldner Armee (die ich übrigens garnicht vorgeschlagen habe ich habe nur ein zitat unsauber gekennzeichnet) würde zu überhaupt nichts führen. frauen würden in einer solchen armee genauso foltern morden und sexuelle gewalt anwenden wie männer. soldatInnen tun so etwas . unabhängig vom geschlecht.

"Die 50%-Quote in Beziehungen ist mehrheitlich ja bereits eingeführt^^: es ist eine Binse, daß Frauen in Partnerschaften mehrheitlich genau dann physische Gewalt gegen ihre Männer ausüben, wenn die Beziehung bereits gelaufen ist,"

für dich vieleicht eine binse. ich würde da doch mal nachhaken. es gibt also deiner meinung nach weniger frauen die in einer beziehung zu einem mann gewalt anwenden als männer. da müsste man mal nach den gründen fragen. weil frauen im schnitt friedvoller sozialisiert werden als männer. das wäre eine sexistische aussage wenn auch nicht biologisch begründet. die ganzen argumente dagegen wurden hier im thread schon erläutert. wenn männer in beziehungen misshandelt werden dürfte es ihnen extrem schwer fallen sich hilfe zu holen, eher beenden sie die beziehung ohne die ursache zu thematisieren. und selbst wenn sie sich hilfe holen dürfte es ihnen nicht einfach gemacht werden eine anzeige gegen eine gewaltätige partnerin zu stellen. all das sind gute argumente warum die dunkeziffer sehr sehr hoch sein dürfte.

"während es reichlich gewaltförmige, dauerhafte Beziehungen mit Männer-Gewalt gegen Frauen gibt."

wie gesagt keiner weiß wievilele gewaltförmige dauarhafte beziehungen es umgekehrt gibt.

"Eine Binse ist desweiteren, daß Frauen Männer seltener lebensgefährlich verletzen (wobei ich recht sicher bin, daß das ein Bereich mehr ist, in dem Frauen noch mächtig aufholen werden)."

da bin ich auch sicher. und in dem bereich in dem frauen uneingeschränkte macht haben (den der erziehung) sind sie gewalttätiger als die männer. sie misshandeln und töten häufiger kinder.

"Es geht nicht darum, welches Geschlecht der bessere Mensch ist. Sondern darum, Gewalt gegen gleich wen zu ächten, nein?"

sicher aber gegen sexistische aussagen das ein geschlecht wenigeer gewalttätig ist (auch wenn dieses durch sozialisation und nicht durch biologie begründet ist) wehre ich mich.

"Bei ttg und Magda konnte ich von einem Frauen-sind-die-besseren-Menschen-Feminismus noch nix lesen. Glauben Sie, daß solche Anwürfe zu konstruktivem Austausch führen?"

beide haben in diesem thread versucht zu belegen das männer gewalttätiger sind. magda hat sogar eine frau die ja bewiesenermassen männer sexuell gefoltert hat zu einem opfer erklärt (wie übrigens auch alice schwarzer was ich echt zum kotzen fand)

"Zu Frauen an die Front gibt's recht unterschiedliche Auffassungen, vielleicht interessiert Sie eine hier und bei der Mädchenmannschaft unterschiedlich geführten Diskussion zur Position von Kathrin Rönicke""

ich finde die neuen söldnertruppen des kapitalismus und imperialismus auch zum kotzen. in einer reinen verteidigungsarmee fände ich eine 50% Quote aber durchaus wünschenswert.

rheinhold2000 30.05.2013 | 19:30

"und es werden Millionen von Frauen von Männern vergewaltigt, wieviel Frauen vergewaltigen Männer? Allein, rudelweise, zur "Bestrafung" ..."

hast du zahlen? ich habe keine brauchbaren. frauen missbrauchen zu einem recht hohen prozentsatz jungen und mädchen. die dunkelziffer dürfte extrem hoch sein. auch weil frauen selten des sexuellen missbrauchs beschuldigt werden. die chance das ein soldat der vergewaltigt straffrei ausgeht dürfte schon sehr hoch sein bein einer soldatin die z.B. im irak vergewaltigt dürfte es beinahe ausgeschlossen sein. und foltern können soldatinnen und soldaten sowiso ungestraft. der fall im irak kam ja nur deswegen in die medien weil sie fotos geschossen hat.

und vergewaltigung durch frauen an männern und frauen. da wäre ich doch sehr sehr vorsichtig mit irgendwelchen schätzungen. aus meinem schullalltag kann ich dir sagen das mädchen nicht eben selten jungen sexuell belästigen. ich kann mir kum vorstellen das ein jugendlicher/junger erwachsener eine vergewaltigung anzeigen würde insofern ist die dunkelziffer hier sicher extrem gross.

aber es ging ja um die frage welches geschlecht wendet öfter gewalt an. und da würde ich sagen beide gleich:

männer töten vieleicht im schnitt häufiger ihre partner und wenden gewalt gegen sie an.

dafür töten frauen im schnitt häufiger kinder und wenden gewalt gegen kinder an.

bei sexueller gewalt würde ich sagen: wir wissen es nicht

thinktankgirl 30.05.2013 | 21:27

Paß nur auf und geh nicht alleine nachts auf die Straße. Ich würde auch Parkhäuser und Unterführungen meiden. Und vor allem mach im Dunklen einen grossen Bogen um Frauengruppen. Es passiert immer wieder, daß Männer nur aus "Spaß" belästigt und wenn es ganz schlimm kommt, sogar vergewaltigt werden. Auch Discos würde ich meiden, da schütten sie dir k.o.-Tropfen in den Cocktail und am nächsten Morgen wachste auf und dir tun einige Körperöffnungen weh und du weißt nicht warum.

dame.von.welt 30.05.2013 | 22:36

es gibt also deiner meinung nach weniger frauen die in einer beziehung zu einem mann gewalt anwenden als männer.

Bitte? Ich schrieb von schwerer physischer Gewalt. Darin und in Sachen sexualisierter Gewalt sind Männer weit vorn, während Frauen in Sachen psychischer Gewalt glänzen. Ich halte extrem wenig davon, diese drei Gewaltformen zu werten, alle drei können zu schweren Beeinträchtigungen und Traumata führen.

Es ist kein Wunder, daß Frauen vergleichsweise viel Gewalt gegen Kinder, Alte, Pflegebedürftige ausüben: Männer zeigen sich an diesen Tätigkeiten sehr wenig interessiert. Aussagekräftig wäre also Gewalt Männer/Frauen mehr/weniger hier erst genau dann, wenn Männer ebenso selbstverständlich Kinder erziehen, Alte und Kranke pflegen wie Frauen das tun, das auch zum Thema Quote.

Falls Sie sich für das Verhalten von Frauen in der Armee interessieren: die beste Basis bietet Israel mit der obligaten Wehrpflicht für alle. Sollten Sie je die Gelegenheit haben, sei Ihnen der Film 'To see if I'm smiling' wärmstens empfohlen.

Eins aber an geprügelte und gedemütigte Männer: es ist auch für Frauen extrem schambesetzt, sich Hilfe nach üblen Gewalterfahrungen zu suchen. Die Scham kann geprügelten Männern niemand ersparen oder abnehmen. Frauenhäuser fielen nicht vom Himmel, sondern wurden gegen reichlich Widerstände aller Art erkämpft.

Gutes Gelingen dabei! Im Gegensatz zu Männern in den 60/70/80/90ern werde ich etwaigen männlichen Bemühungen um Hilfe z.B. in Form von Männerhäusern nicht im Weg stehen, werde geprügelte Männer never ever auslachen, werde mich nicht mit Händen und Füßen gegen Veränderung in männlichen Rollenbildern und Selbstwahrnehmungen wehren - den Rest müßten Männer dann schon bitte selbst erledigen.

Philipp R. 31.05.2013 | 00:42

"Die Erfahrung von körperlicher Gewalt in der Partnerschaft liegt bei Frauen (1,2%) um ein Drittel höher als bei Männern (0.9%).Während 1,3% der Frauen angeben, selbst körperliche Gewalt in der Partnerschaft ausgeübt zu haben, berichten nur 0.9% der Männer davon, diese erlebt zu haben.Auf der anderen Seite haben 1,2% der befragten Frauen Gewalt in der Partnerschaft erfahren, aber nur 0,3% geben an, selbst gewalttätig gewesen zu sein."

Das kann man übrigens auch anders interpretieren, als im Artikel getan.

Es ist durchaus möglich, das beide Zahlen gleichzeitig wahr sind. Das könnte auch zeigen, dass einzelne Männer in mehreren (allen?) ihren Beziehungen missbrauchen. Das halte ich jetzt auch für keine allzu abgedrehte These.

(Rein prinzipiell könnte man es sogar verstärkend für den SPON Artikel lesen - Frauen tendieren dazu, sich schneller von gewalttätigen Partnern zu trennen, weshalb diese Partner mehr Partnerinnen haben (die sie dann missbrauchen), als auf weiblicher Seite)

Folgende Aussage wird in der Argumentation extremt verzerrt:

"Die Studie zeigt, dass Männern in allen Kontexten außerhalb der Partnerschaft von mehr Gewalterfahrungen berichteten."

Männer sind von allen Gewaltformen stärker betroffen. Und das spricht gegen die Einteilung der Frauen als Opfer der Männer. Das wir davon typischerweise nichts mitkriegen, liegt daran, dass es uns als Gesellschaft weniger interessiert. Gewalt gegen Frauen wird immer stärker wahrgenommen (übrigens auch biologisch bedingt, falls Sie an die Evolutionstheorie glauben). Eben auch in diesem Bereich.

Der Artikel liest jedoch heraus, dass es deshalb OK ist, dass Männer auch in Partnerschaften stärker von Gewalt betroffen sind. Es ist jedoch kein erhaltenswerter Zustand oder grundsätzliches Naturgesetz, dass Männer von Gewalt stärker betroffen sind.

Daraus zu schließen, dass wir Frauen noch mehr schützen müssen, obwohl die Männer häufiger Opfer von Gewalt sind ist totaler Unsinn.

Nun gibt es verständnisvollerweise Leute, die fragen: "Who cares? Sollten wir nicht die Gewalt an sich bekämpfen?"

Und genau das sollten wir auch tun. Das Problem ist eben, dass FeministInnen* und (wie gesagt teils auch natürlich veranlagt) die Gesamtgesellschaft Probleme, in denen Frauen betroffen sind als Gender-Problematiken angeht und dabei versäumt den Männern auch zu helfen.

*Ich beziehe mich damit auf die Strömungen des Feminismus, die an das Patriarchat glauben und/oder denken, dass Gleichberechtigung vor allem durch Schutzräume für Frauen in allen Bereichen (Empowerment, Quoten usw.) erfolgen muss.

rheinhold2000 31.05.2013 | 06:34

"Paß nur auf und geh nicht alleine nachts auf die Straße. Ich würde auch Parkhäuser und Unterführungen meiden. Und vor allem mach im Dunklen einen grossen Bogen um Frauengruppen. Es passiert immer wieder, daß Männer nur aus "Spaß" belästigt und wenn es ganz schlimm kommt, sogar vergewaltigt werden. Auch Discos würde ich meiden, da schütten sie dir k.o.-Tropfen in den Cocktail und am nächsten Morgen wachste auf und dir tun einige Körperöffnungen weh und du weißt nicht warum."

man kann natürlich alles ins lächerliche ziehen. oder bagatellisieren. gewalterfahrungen machen nun mal beide geschlechter. und wenn du mal langeweile hast kannst du ja geschichten ergoogeln. nur weil sich frauen meistens subjektiv noch gefährdeter fühlen als sie wahrscheinlich statistisch sind und männer sich in der öffentlichkeit meistens sicherer fühlen als sie wahrscheinlich statistisch sind heißt das ja nicht das das wirklich so ist.

rheinhold2000 31.05.2013 | 06:38

"Es ist kein Wunder, daß Frauen vergleichsweise viel Gewalt gegen Kinder, Alte, Pflegebedürftige ausüben: Männer zeigen sich an diesen Tätigkeiten sehr wenig interessiert. Aussagekräftig wäre also Gewalt Männer/Frauen mehr/weniger hier erst genau dann, wenn Männer ebenso selbstverständlich Kinder erziehen, Alte und Kranke pflegen wie Frauen das tun, das auch zum Thema Quote."

und das ist häufig der unterschied in solchen disskussionen. frauen solidarisieren sich ganz selbstverständlich mit täterinnen und schieben sogar einen teil der verantwortung für deren taten (wir reden hier ja auch von durch frauen gefolterten und getöteten kindern) den männern unter, so etwas mache ich nicht: ich solidarisiere mich nicht mit tätern. ich akzeptiere keine ausreden.

rheinhold2000 31.05.2013 | 07:26

"Es ist kein Wunder, daß Frauen vergleichsweise viel Gewalt gegen Kinder, Alte, Pflegebedürftige ausüben: Männer zeigen sich an diesen Tätigkeiten sehr wenig interessiert. Aussagekräftig wäre also Gewalt Männer/Frauen mehr/weniger hier erst genau dann, wenn Männer ebenso selbstverständlich Kinder erziehen, Alte und Kranke pflegen wie Frauen das tun, das auch zum Thema Quote."

ich würde das ganz anders interpretieren. GewalttäterInnen wenden Gewalt üblicherweise nur da an wo sie auf schwächere treffen. ein gewalttäter wird ja nicht z.B.seinen chef auf der arbeit angreifen (egal wi wütend er ist). sondern seine partnerin (so sie ihm denn physisch unterlegen ist) gewalt geht halt immer die hierarchie runter. deswegen misshandeln natürlich auch gewalttäterinnen ihnen untergeordnete personen. und das sind meistens die obengenannte gruppe. oder auch ein schwächerer oder vieleicht behinderter partner.

wenn wir irgendwann es geschafft haben die obengenannten bereiche fifty fifty aufzuteilen dürfte sich auch die gewalt fifty fifty aufteilen. nur da ein gewisser prozentsatz der MENSCHEN nu mal eben gewalt anwendet dürften die täterinnen dann eben in anderen bereichen gewalt ausüben.

dame.von.welt 31.05.2013 | 10:23

und das ist häufig der unterschied in solchen disskussionen. frauen solidarisieren sich ganz selbstverständlich mit täterinnen

Bitte was tue ich? Ihr Diskussionsstil ist äußerst unlauter. Sie haben null Problem damit, eine 50%-Quote für Armeen zu fordern, bekanntlich (except Israel) eine Einrichtung, an dem bislang Männer recht exklusiv Täter wie Opfer von Gewalt werden (Gewalt gegen Nichtkombattanten, Vergewaltigung als Kriegswaffe etc.etc. hier mal außen vor), schieben mir aber die Solidarisierung mit Täterinnen unter, wenn ich anmerke, daß Gewalt von Frauen in Erziehung und Pflege keine große Überraschung ist, da Frauen diese Bereiche recht exklusiv überlassen bleiben. Was denn nun?

Sie werfen Magda, ttg, mir vor, wir hielten Frauen für die besseren Menschen (was blühender Unsinn ist), ringen aber Ihrerseits mit aller Gewalt darum, Männer als bessere Menschen und häufigere Gewaltopfer von Frauen zu verkaufen.

Letzter Versuch, mit meiner Sicht der Dinge zu Ihnen durchzudringen: ich unterscheide zwischen 3 Gewaltformen: 1. physische, 2. psychische, 3. sexualisierte Gewalt (hier beleuchtet: unter Erwachsenen, wir können uns aber gern auch noch über Gewalt aller Art gegen Kinder unterhalten, ich hätte unerbetene Expertise zu männlicher + weiblicher Gewalt anzubieten) und halte es für hahnebüchen, eine für schlimmer/weniger schlimm als die andere zu halten: alle drei können zu schweren Beeinträchtigungen und Traumata führen - die Betonung liegt auf Gewalt.

In Sachen psychischer Gewalt liegen Frauen weit vorn, in Sachen physischer holen sie auf und passen sich damit Männern an. In Sachen sexualisierter Gewalt führen Männer gegen Frauen, ebenfalls bei physischer Gewalt gegen Frauen UND Männer. Sprich: Männer sind Täter UND Opfer von physischer Männergewalt, Täter sexualisierter Gewalt gegen Frauen und !vereinzelt! auch gegen Männer (s. Strafanstalten etc.), Opfer von psychischer und zunehmend auch von physischer Gewalt durch Frauen. Erwachsene männliche Opfer sexualisierter Gewalt durch Frauen halte ich für eine zu suchende Nadel im Heuhaufen (nein, es geht mir nicht um sexualisierte Belästigung, sondern um Gewalt). Frauen sind Täter UND Opfer physischer Gewalt, Täter (und auch Opfer) psychischer Gewalt, Opfer sexualisierter Gewalt. Männer sind, was physische und sexualisierte Gewalt angeht, gewalttätiger als Frauen. Frauen sind wiederum gewalttätiger auf der Ebene der psychischen Gewalt als Männer.

Was mit jeweiligen und überkommenen Sozialisierungen zu tun hat: Männer haben dominant, wehrhaft, unverletzlich, viril, Frauen devot, defensiv, verletzlich, effemin zu sein - ja, das ist klischeehaft und pauschal, ich hoffe, Ihr Abstraktionsvermögen und Ihr Zutrauen in meine Fähigkeit zur Differenzierung reichen aus. Daß diese platten Sozialisierungen nicht mehr funktionieren, ist eine Binse.

Männer und Frauen haben gleichermaßen Gewaltpotential. Die Gewaltausübung findet unterschiedlich statt und das Patriarchat ist das einzige, uns bekannte System: gewaltförmig gegen Männer und Frauen. Ändern wird sich daran erst genau dann etwas, wenn 1. unterschiedliche Sozialisierungen, damit unterschiedliche Ausprägungen von Gewalt Berücksichtigung finden und 2. beide Geschlechter von Geschlechterrollen und -klischees, Gewaltausübung UND -duldung Abstand nehmen.

Frauen haben sich in den letzten 200 Jahren zunehmend männliche Domänen erobert und ihre Rolle gegen den Widerstand der Männer (und nicht weniger Frauen) verändert, bei Männern läßt eine vergleichbare Emanzipation nebst Eroberung weiblicher Domänen auf sich warten - das könnte frau auch als passiv-aggressiv begreifen. Emanzipation und Eroberung weiblicher Domänen würde Männer freier und unabhängiger machen, erfreulicherweise gibt es nicht wenige junge Männer, die diesen Weg bereits mit Humor + Lebensfreude beschreiten. An alle, die das noch nicht tun: Bonne route! Gehen müßten besagte Männer aber schon selber.

rheinhold2000 31.05.2013 | 10:35

"schieben mir aber die Solidarisierung mit Täterinnen unter, wenn ich anmerke, daß Gewalt von Frauen in Erziehung und Pflege keine große Überraschung ist, da Frauen diese Bereiche recht exklusiv überlassen bleiben. Was denn nun?"

ich verstehe das Wort "Überraschung" nicht. Es klang für mich relativierend. Außerdem kams so rüber: da die männer den frauen diese bereiche komplett überlassen ist es kein wunder das sie in den bereichen gewalt anwenden. das KLINGT nach den üblichen entschuldigungen für gewalt durch frauen (sind überlastet/überfordert/selber opfer etc.) allem anderen was sie geschrieben haben stimme ich zu.

Fred Thiele 31.05.2013 | 12:41

Ohje, immer das Gleiche! Bloß nicht die eingeimpfte Opferrollenverteilung stören. Der Status Quo sieht nun einmal den Mann als Täter und die Frau als Opfer und daran darf nicht gerüttelt, geschüttelt werden. Doch auch die Differenzierung ist nicht erlaubt. Das nenne ich eine dogmatische Ideologie, sehr verehrte Feministen und Feministen! Sie verbieten Andersdenkenden über ihre feministischen Grundsatz das Wort. Das macht die Andersdenkenden zu Dissidenten in ihre System des feministischen Konsenses, dem Einheitsbrei. Es ist wie in der DDR, nur, zum Glück, noch nicht mit direkter totalitärer, feministischer Gewalt. Zum Glück!

Es mag sein, dass die Auswirkungen der physischen Gewalt von Männern gegen Frauen deutlich sichtbarer sind, weil die durch die körperliche Konstitution einfach stärker ausfallen. Parallel dazu ist der Druck auf Männer nicht minder als bei Frauen, augenscheinlich sogar noch größer, da die gesellschaftlichen Rollenbilder, auch die neuen ihn sehr zurückhaltend werden lassen müssen, will er sich nicht in Gefahr bringen, auch wenn er gar nichts gemacht hat. Auch mag ihm jener Rollenbildstolz das Zugeben eines Gewaltproblems gegen ihn selbst verwehren, er ist ja schließlich Mann und "Täter". Wer glaubt ihm schon? Da ist durchaus ein anerzogenes Männlichkeitsideal am Start, das nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Selbstkasteiung in Abhängigkeitsbeziehungen durch den (emotional, finanziell, ...) abhängigen Teil ist geschlechtsunspezifisch und kann genauso beim Mann verortet werden.

Es geht dabei um den Wahrnehmungswechsel vom sogenannten "patriarchalen" Familienvater, der die Geschicke der Familie dominiert hin zum generell als "gewalttätig" gebranntmarkten Tätergeschlechtes. Gegen die Dominanz des ersteren etablierte sich eine feministische Radikalität, die in ihren weichen Ausprägungen gottlob die Gleichbehandlung der Geschlechter befördert hat. Eine gute Sache! Für das gegenwärtige Dogma allerdings, den Mann als Täter zu diffamieren (und jede und jeden, der das anders sieht gleich mit), steht der andere, der extreme Ausschlag des radikalen Feminismus.

Männer, die unter häuslicher Gewalt zu leiden haben, sind in dieser Situation mindestens genauso gefangen, wie Frauen, die sich einem gewalttätigen Partner unterworfen fühlen. Wenden Sie doch mal "Gleichheit" an und gestatten Sie der Dunkelziffer der missbrauchten Männer eine Existenz ihres Problems.

Und was ist eigentlich mit der Frage der psychischen, der emotionalen Abhängigkeit von einem Partner und der Folgen von emotionaler Gewalt gegen Männer? Darüber darf sicher auch nicht gesprochen werden. Oder?

thinktankgirl 31.05.2013 | 15:40

In Sachen psychischer Gewalt liegen Frauen weit vorn, in Sachen physischer holen sie auf und passen sich damit Männern an.

Liebe Dame,

ich habe gestern darüber nachgedacht, ob Frauen in psychischer Gewalt weit vorn liegen. Das stimmt meiner Meinung nach nicht, da ich häufig psychische Gewalt von Männer gegenüber Frauen gesehen und erlebt habe. Früher nannte man das mal in seiner schwächeren Ausprägung Chauvi- und/oder Machoverhalten. Ich denke, da ist ein Mythos konstruiert worden.

dame.von.welt 31.05.2013 | 16:36

Liebe ttg,

an einen Mythos glaube ich nicht.

Zweifellos war der gute alte Chauvi mal ein Täter auch psychischer Gewalt, heute ist er weit eher eine Lachnummer. Es ist (was ganz sicher nicht allein den Frauen anzulasten ist) sehr in Mode gekommen, Männer in Filmen, Werbung, Medien ganz grundsätzlich wie Idioten aussehen zu lassen. Dazu schrieb Doris Lessing mal einen schönen Rundumschlag.

Weibliche psychische Gewalt findet statt bei ausdauerndem Mobbing unter Frauen, in der Erziehung, in der Partnerschaft. Dauernde Herabwürdigung, verbale Demütigung + Provokation des jeweiligen Gegenübers ist aus meiner Sicht eine primär weibliche Disziplin.

Dazu kommt erschwerend, daß sich viele Männer von ihren Partnerinnen in hohem Maß emotional abhängig machen, sich damit nur sehr schlecht vor psychischer Gewalt schützen können. Viele Männer sind nicht willens, Freundschaften zu pflegen, sich um die eigene Psychohygiene zu kümmern und Verantwortung für sich, Beziehung und Kommunikation zu übernehmen, sondern überlassen das ihren Partnerinnen - mit ein Grund, warum so viele Männer ins Bodenlose abstürzen, wenn sie verlassen werden. Besonders an diesem Punkt läge männliche Emanzipation aber sowas von im Interesse von Männern, ich vermute Bequemlichkeit als Hauptgrund, warum sie nur so zögerlich stattfindet.

Physischer Gewalt gegen Frauen geht nicht selten psychische Gewalt von Frauen voraus. Was - Disclaimer - nicht aussagen soll, daß es irgendeine Rechtfertigung für physische Gewalt gibt. Es gibt keine für Gewalt aller Art.

thinktankgirl 31.05.2013 | 17:36

Dauernde Herabwürdigung, verbale Demütigung + Provokation des jeweiligen Gegenübers ist aus meiner Sicht eine primär weibliche Disziplin.

Sehe ich aufgrund meinen Beobachtungen nicht so. Die Emanzipationsbewegungen seit den 70ern thematisierten eben diese psychische Gewalt gegen Frauen (weil Underdog) ausgehend von Männern.

Auch andere "Underdogs" wie Ausländer, Farbige, Subkulturlebende (z.B. Punks), Schwule etc. erfuhren/erfahren die von Ihnen beschriebene Herabwürdigungen, verbale Demütigungen et al. durch Männer, und in 99,9 % der Fälle kommt es nicht zur physischen Gewalt. Es ist nicht so, daß die psychische Gewalt gegen obige Gruppen zum größten Teil von Frauen ausgeht.

Daß zwischen Frauen hauptsächlich psychische und nicht physische Gewalt ausgeübt wird, liegt am Rollenmodell, daß Frauen sich nicht schlagen, aber das ändert sich inzwischen auch.

dame.von.welt 31.05.2013 | 18:16

Es ist nicht so, daß die psychische Gewalt gegen obige Gruppen zum größten Teil von Frauen ausgeht.

Habe ich das irgendwo geschrieben? Mir ging's um psychische Gewalt in persönlichen Beziehungen aller Art und da halte ich Frauen für führend.

Besagter Chauvi mit Bedürfnis nach Erhebung über 'Underdogs' unterhält wohl auch nur selten enge persönliche Beziehungen zu Ausländern, Farbigen, Subkulturlebenden (z.B. Punks), Schwulen.

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Ehemaliger Nutzer 31.05.2013 | 21:12

Wichtiges Thema finde ich, die journalistische Zurechtstutzung und Vermarktung interessiert mich eher weniger.

Idiotisch erscheint mir, daß Männer für sich in Anspruch nehmen Opfer physischer weiblicher Gewalt zu sein. Ich wüsste auch nicht, wie es gehen soll, daß mich eine Frau vergewaltigt, denn
dazu fehlt ihr das Penetrationsorgan und die körperliche Überlegenheit.
Schwachsinn ist auch, daß Männer gewaltförmige Ausbrüche ihrer i.d.R. physisch unterlegenen Partnerinnen als Gewalttat vermerken. Wenn Sie aufgebracht zulangt hat das doch ganz andere Folgen, als wenn er das tut.
Wenn eine durchschnittlich physisch ausgebaute / trainierte Frau mich schlägt oder tritt, dann habe ich evtl. ein paar blaue Flecken, wenn ich mir aber als Mann dasselbe – als Gehenlassen - gestatte, dann hat mein Gegenüber mit Krankenhausaufenthalt oder mit vorzeitigem Ableben und ich mit entsprechender Bestrafung zu rechnen.

Als Mann bin ich viel viel mehr mit männlicher Gewalt, die sich oft genug um den Wettbewerb um die weibliche Gunst dreht, konfrontiert, als mit weiblicher. Ok, wenn ich die eine oder andere Frrau verlassen habe, dann trommelte die Betroffene mir in die Magengrube, auf die Oberarme oder Schenkel, lautstark untermalt. Aber wenn ich das Gleiche als Verlassener mit meiner künftigen Ex in der psychischen Entgrenzung vollzogen hätte, dann hätte ich wohl mehrfach lebenslänglich, denn meine physisch wirksamen Entgleisungen als Mann können für jede Frau tödlich sein.

Hinzu kommt, daß ich mich als Mann im öffentlichen Raum viel freier als eine Frau bewegen kann.
Ich brauche nicht über den Heimweg im angetrunkenen Zustand nachzudenken, die Wege und die Begleitmannschaft nachzudenken. Frauen müssen das zu ihrem Selbstschutz planen und organisieren, weil es eben diese sexuell gestörten Männer gibt, die eine solistisch daherkommende Frau als Freiwild betrachten.


So einen würde ich ja gern mal erwischen und ein Exempel statuieren.

Herr Aldi 31.05.2013 | 22:41

Wenn Ihnen die ach so schwächliche Frau mit voller Wucht eine Bierflasche gegen die Schläfe haut, dann hilft Ihnen auch Ihre ach so männliche Kräftigkeit nicht. Ebenso wenig, wenn die ach so schwächliche Frau eine versöhnliche Annäherung vortäuscht, nur um ihren kleinen Finger zu packen und ihn auszurenken. Was machen Sie dann? Zurückschlagen scheidet aus, da haben Sie recht. Die Polizei rufen? Na dann viel Glück, die vom Ablauf des Geschehens zu überzeugen. Die Beziehung beenden und dieser Frau um jeden Preis aus dem Weg gehen? Ja, das wäre wohl die vernünftigste Lösung.

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Ehemaliger Nutzer 01.06.2013 | 00:18

Alle die, die physische Gewalt in irgendeiner Form ohnmächtig und hilflos erfahren, neigen zur Rache.
Da Männer von dieser Art Gewalt wesentlich häufiger betroffen sind, ist ihr Potential zur Gewaltförmigkeit latent höher, denn sie sind weitaus häufiger Zielobjekt von männlicher Gewalt.
Gewalt ist eine solche, wenn sie sich als Macht der überlegenen Physis ausübt.

Von weiblicher Gewalt in physisch relevanter Gestalt sind Männer weitaus weniger betroffen, das hat mit der naturbedingten Erfolgsquote zu tun, denn physisch im Durchschnitt unterlegene Akteure haben wenig Chancen ihr Zielobjekt ohne Zuhilfenahme von Waffen (Bierflasche) oder Tricks bzw. (Versöhnungs) Täuschung in die Ecke zu bringen.
Logischerweise beende ich eine Beziehung wenn meine Partnerin dergestalt agiert bzw.ausrastet sofort. Und natürlich beende ich eine Partnerschaft wenn ich merke, daß sie in mir gewaltförmige Affekte provoziert – um am Ende als moralisch überlegener Part dazustehen – auch umgehend bzw. vorsorglich.
Habe ich dutzende Male durch, Eskalation in der Trennungsphase inklusive.

Dennoch: es hat bei mir weit weniger Spuren hinterlassen, als auf der anderen Seite.
Ich kann ja auch eine Bierflaschenattacke oder einen Kleinfingerangriff ganz anders kontextualisieren (ich stelle mir dabei einen angriffslustigen Mann vor), als eine Frau.
Ich bin als Mann vorbereitet auf diese Art Angriffe. Weder die Bierflasche, noch der kleine Finger schmerzt mich so sehr, daß ich nicht mehr handlungsfähig bin – ich sehe doch diese Attacken im Voraus und halte ihr ggf. die Hände/Arme im Schraubstockgriff fest.
Wenn aber ein Mann mir mit einer Bierflasche in der Hand aggressiv begegnet, dann rechne ich mit ganz anderen körperlichen Folgen und stelle mich schon in der ersten Sekunde auf einen Fight ein.

Meine Wahrnehmung ist: wenn mich eine Frau gewaltsam angeht, dann will sie mich bestrafen, sich für meine beziehungsmäßigen Verfehlungen rächen. Sie tut dies nur, weil ihr die sprachlichen Optionen fehlen, sich verständlich zu machen und ihre Gefühle zivil zu äußern.

Meine Erfahrung mit männlicher Gewalt ist die, daß diese nicht beziehungsrelevant ist, d.h. ich werde zufällig oder aufgrund irgendwelcher optischen Eigenschaften zum Zielobjekt der Abreaktion irgendeines Frustes oder Lüsternheit, meist von Einzelnen als Teil von gewaltbereiten Gruppen ausgeübt.

Als Kampfkunstmensch lassen mich diese Lebensäußerungen der Geschlechter relativ unbeeindruckt. Impulskontrolle und Technik sind in diesen Auseinandersetzungen eben nicht ganz unwichtig. Außerdem gibt es ja auch noch liebenswerte Menschen mit anderen Veranlagungen und weniger prädestinierenden Sozialisationserblasten.

Herr Aldi 01.06.2013 | 01:03

Stimmt alles. Schließlich hinterlässt ein Schraubstockgriff keinerlei Spuren, die später vor gemeinsamen Freunden oder vor der Polizei instrumentalisiert werden können. Und natürlich ist jeder Mann körperlich robust und durch jahrelange Kämpfe unter seinesgleichen abgehärtet, erfahren und immer zur richtigen Reaktion bereit - wer das nicht ist, ist wohl eine Memme, und Wehklagen von Memmen über weibliche Gewalt sind allerhöchstens noch als "idiotisch" zu bezeichnen (s. erster Beitrag).

Sollten die dutzendfachen Erfahrungen allerdings nicht bloß hochmännliche Prahlerei sein, sondern wenigstens mit einem handlungsfähigen Fuß in der Realität stehen, so wäre vielleicht zu überlegen, ob der kräftige harte Bursche nicht vielleicht selbst ein klein wenig dazu beiträgt, dass sich solche Situationen immer und immer wieder einstellen. Seine derjenigen der sich ständig psychisch entgrenzenden weiblichen Weichmenschen gegenüber hochüberlegene Kontextualisierungsgabe sollte ausreichend dazu befähigen.

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Ehemaliger Nutzer 01.06.2013 | 08:31

Gesundheitsstudie (DEGS1). typischer boulevard-beitrag. aus allem mache ich ein thema, wieviele haben daran verdient, es sei gegönnt.

gewalt gegen kinder, gegen männer, gegen tiere, gegen lesben, gegen chilenen. gewalt ist überall, das wissen alle. das produzieren von informationsmüll stellt ein ein empirisch relevantes Problem dar.

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Ehemaliger Nutzer 01.06.2013 | 16:26

Müssen wir nun langsam den Volkspsychologen beauftragen? Man könnte fast denken SPON, Bild, PrivateTV, ÖffentlichrechtlicheTV haben noch nie auf der Basis einer intersexuellen Freuden- und Gesprächsaktivfindung das andere Geschlecht erlebt auf gleicher Ebene ohne Druck auszuüben. Das ist das ausschließlich das Prinzip der machtbesessen Großaktionäre die nur einen hoch bekommen, wenn sie aus einer Machtposition einen andern Menschen unterdrücken können und daher solche Machtphantasiediskussionen in den Mainstream bringen. Wir Normalos haben das nicht!! Frau und Mann bilden grundsätzlich eine Einheit und sind in ihrer Verschiedenheit wichtig den richtigen Weg für uns alle zu finden denn nur unterschiedliche Denkweisen könnend den richtigen Weg für uns alle finden. Nur Frau und Mann zusammen bilden eine starke Gesellschaft das wissen natürlich auch die die kein Interesse daran haben das sich Menschen zusammenfinden und polarisieren um die Gesellschaft zu schwächen dazu gehören ganz klar Bild und Spon die ich als Großaktionärs-Journaille ansehe. Was bringt uns eine solche Diskussion nix außer das sie polarisieren und die Menschen gegeneinander aufspielen und das wiederum führt zu Gewalt in irgendeiner Form mit dem Ziel der Gesellschaftsausbeutung da schwache Gesellschaften leichter zu manipulieren sind. Ein Beispiel dazu ein vereinsamte Person ist eher bereit sich auf einen falschen Weg einzulassen wenn sein Existenzbedürfnis nach Anerkennung und Partnerschaft dadurch befriedigt wird das ist ein Mittel mit dem die Menschen manipuliert werden. Ich will das kranke amerikanische Prinzip hier nicht, Gewalt statt Sex und keinen natürlichen Umgang mit dem anderen Geschlecht welches nicht die Basis einer Ausbeutung entspricht, siehe „five Dollar Bitch“ oder das die Partnerschaft schon im Vorfeld im Thinktank verschachert wird wobei solche Diskussionen entstehen.

Abschließend ist zu sagen Frauen und Männer sind grundsätzlich gleichberechtigt, das das nicht so ist liegt daran das die die solche Diskussionen erfinden im Vorfeld dafür gesorgt haben das Frauen und Männer nur über Macht und Statusphantasien zueinander finden können und sollen und das es in der Gesellschaft keine Chancengleichheit hin zur Menschlichkeit, Befähigung und einem gesunden Miteinander gibt. Die Werbung als Medium der Großaktionäre sorgt u. a dafür das die Menschen krank werden. Per Gehirnwäsche wird den Menschen eingetrichtert!!!! Haste Geld kannste Frauen kaufen, biste nicht dünn biste nix, biste nicht so biste nix, haste nix biste nix, biste nicht das kannste nix, usw.!!! Das führt zu kranken Menschen die leichter zu manipulieren sind!!!

nimzowisch 01.06.2013 | 18:04

Natürlich darf weder die vor einigen Jahren veröffentlichte Pilotstudie der Bundesregierung, noch die o.g. aktuelle, umfassende Studie zu dem Ergebnis kommen, daß in Partnerschaften genauso häufig Gewalt ausüben wie Männer. Das wäre schließlich ein Schlag gegen den heiligen Feminismus, der seit Jahrzehnten ausschließlich Männer für Gewalt verantwortlich macht.

Dummerweise kommen jedoch die beiden Studien zu ganz ähnlichen Ergebnissen, ebenso übrigens wie inzwischen mehrere Hundert kleiner und größerer ausländischer Studien zu diesem Thema.

Fazit: Noch ein Thema bei dem der ideologische Standpunkt des Feminismus sichtbar wird. Glücklicherweise auch hier auf dem Rückzug.

nimzowisch 01.06.2013 | 18:10

Nicht die "angebliche", sondern die tatsächliche Gewalt von Frauen gegen Männer, das ist eben der feine Unterschied.

Das in der Öffentlichkeit Männer mehr Gewalt durch Männer erleben, ist doch keine Neuigkeit, sondern altbekannter Fakt. Im Bereich der häuslichen Gewalt gilt das eben nicht.

Trotzdem ist die Studie nicht ganz erhellend, denn frühere Studien haben festgestellt, daß die mit Abstand höchste Gewaltquote in homosexuellen Partnerschaften stattfindet. Aber das traut sich der Spiegel wohl noch nicht zu schreiben.

Blogfighter 01.06.2013 | 18:17

Nichts von dem, worüber hier geforscht bzw. diskutiert wird, gibt es in Wirklichkeit: "die Männer" gibt es nicht, "die Gewalt" gibt es nicht und auch "das Opfer" gibt es nicht.

Was wir hier stattdessen studieren können, das ist die Unfähigkeit der Plappernden Kaste, wirklich denken zu können - und nicht vielmehr illusionär, emotional (mit dem Bauch) oder geschäftsinteressiert.

Sozialpsychologische Untersuchungen - das wird auch im Forum debattiert - kann man in die Tonne kloppen, "basieren" ihre Annahmen durchgängig auf einer Nicht-Theorie - auf einem geschäftsinteressierten Wunschdenken beispielsweise - und scheitern sie regelmäßig an der Identifikation und Eingrenzung ihres Forschungsgegenstandes; ein besonders makabres Beispiel für solch einen pseudowissenschaftlichen Fehlgriff ist das "philosophische Fragment von Horkheimer / Adorno, übergetitel "Elemente des Antisemitismus", ein Fragment, das ich demnächst auf meinem Blog in die Tonne gekloppt haben werde.

Bleiben wir hier am Ball und verreißen mal gerade die drei Schlüsselbegriffe, die natürlich weder von den Autoren der Studie noch von den Autoren aus SPIEGEL und FREITAG hinterfragt worden sind.

Beispiel "Männer", Beispiel "Frauen": wie kann man nur auf die Idee kommen, einen biologischen Begriff zur Grundlage von Einstellungen und Verhaltensweisen zu erheben, weiß doch schon der sprichwörtliche (und nichts anderes als sprichwörtlich im wörtlichen Sinne ist der Gebrauch von "Mann" bzw. "Frau"!) Kölner: "Jeder Jeck ist anders".

Vielleicht sollte sich der geneigte Leser (m/w) einmal selbst daraufhin befragen, was an ihr/ihm "männlich" sei und was "weiblich" und warum es sich sogar schon 1948 bis zu den Verfassungsgebern herumgesprochen hatte, dass jeder "das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit" (Art. 2 GG) habe - und was dementsprechend der Unterschied zwischen der Anatomie und der Persönlichkeit eines Menschen ist?!

Die Studie der hier erfragten und verallgemeinerten Einstellungen von „Männern“ bzw. von „Frauen“ zur „Gewalt“ krankt ja nicht nur an der Tatsache der Nicht-Überprüfbarkeit des Wahrheitsgehalts der Meinungsäußerungen, sondern – mindestens so entscheidend – an der persönlichen Interpretation des Begriffs „Gewalt“ und des Begriffs „Opfer“.

Jeder weiß, wenn er auch sonst nichts weiß, dass das persönliche Verständnis von „Gewalt“ so unendlich diffus, weil vielschichtig und ambivalent (mehrwertig) ist, dass man es absolut nicht verallgemeinern, geschweige denn auf sein (gesellschaftlich) belangloses privates / persönliches Verständnis von „Gewalt“ reduzieren darf.

Jeder weiß, wenn er auch sonst nichts weiß, dass Ärger, Wut und Hass auf Dritte in Wirklichkeit das Resultat der damit überspielten Trauer über die (vermeintlich) eigene Wertlosigkeit, Hilflosigkeit und Ohnmacht ist – und dass dementsprechend die darauf fußende Gewalt gegen Dritte in Wirklichkeit Gewalt gegen sich selbst ist.

Wer sich also mit der Dialektik (inneren Widersprüchlichkeit) persönlicher Verhaltensweisen (Einstellungen und Handlungen) bzw. dem Geschäftsinteresse einer Persönlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt so beschäftigt hat wie ich, der weiß spätestens dann, dass es Persönlichkeiten gibt, die alles daran setzen, sich als Opfer – wenn nicht erleben, so doch – definieren können (nein: müssen!) und dass diese OPFERMENTALITÄTER, wie ich sie definiert habe, sich nur dann akzeptiert bzw. „geliebt“ fühlen, wenn man sie entwertet hat.

Fazit: wer sich in einer Beziehung chronisch in einer Opfersituation befindet, wer also nicht die erwachsene Konsequenz zieht und eine solche Beziehung professionell reformiert bzw. negiert, wer das also nicht kann oder will, der muss sich die Beurteilung gefallen lassen, die da lautet: Du brauchst das, Dich als Opfer erleben zu können/dürfen, denn Du tust alles, diesen Zustand aktiv herbeizuführen. Kein Mitleid mit diesen Persönlichkeiten, denn ihr (!) persönliches „Opfererlebnis“ ist das, was man als Selbstbestätigung bewerten muss

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Ehemaliger Nutzer 02.06.2013 | 00:43

"Nichts von dem, worüber hier geforscht bzw. diskutiert wird, gibt es in Wirklichkeit: "die Männer" gibt es nicht, "die Gewalt" gibt es nicht und auch "das Opfer" gibt es nicht."

bravo,

"Sozialpsychologische Untersuchungen - das wird auch im Forum debattiert - kann man in die Tonne kloppen, "basieren" ihre Annahmen durchgängig auf einer Nicht-Theorie",

das heisst auf einer theorie, die auf tönernen füssen steht, wie fast alles in der "fragebogen-mittelwertberechnungs-soziologie",

"krankt ja nicht nur an der Tatsache der Nicht-Überprüfbarkeit des Wahrheitsgehalts der Meinungsäußerungen",

bravissimo

und an der angewendeten fragebogen-technik, e.g."wie oft hat der partner beim gemeinsamen abendessen geschissen ". die hieb und stichfestigkeit der erhebungen und ihre aussagekraft müsste von den wohl-bezahlten sozialforschern dargelegt werden; man sieht sie vor sich, wie sie 8 stunden täglich und monatelang auswerten, was der computer schon vorher in 5 minuten ausgespuckt hat.

miauxx 02.06.2013 | 00:50

Haben Sie die besagte Studie gelesen?

Also ich kann mich nur auf den ob.stehenden Artikel stützen und feststellen, dass es offenbar weder um "den Mann" und "die Frau" geht, sondern allein um die quantitativen Verhältnisse von häuslicher Gewaltausübung und -erfahrung zwischen Männern und Frauen. Ebensowenig geht es um Gründe von und Motivationen zu Gewalt oder die "Dialektik von Verhaltensweisen".

So wie ich es sehe, hat die Studie nicht den Anspruch, aus den Möglichkeiten quantitativer Erhebungen mehr zu machen, als tatsächlich geht. Die Frage, in welchem Maße Männer Gewalt durch Frauen erfahren und in welchem Verhältnis das zu der durch Männer ausgeübten Gewalt steht, kann eine solche Studie beantworten. Fertig. Mehr ist erstmal nicht.

Das, was Sie aufwerfen, ist zwar recht ambitioniert, verfehlt hier aber das Thema! Ihre Kritik läuft ins Leere, da es sich offensichtlich nicht um eine "sozialpsychologische Studie" handelt. Und Argumentationen, die mit "Jeder weiß ..." beginnen ... na, ich weiß nicht. Wenn es so einfach wäre ...

Herr Aldi 02.06.2013 | 11:23

Fazit: wer sich in einer Beziehung chronisch in einer Opfersituation befindet, wer also nicht die erwachsene Konsequenz zieht und eine solche Beziehung professionell reformiert bzw. negiert, wer das also nicht kann oder will, der muss sich die Beurteilung gefallen lassen, die da lautet: Du brauchst das, Dich als Opfer erleben zu können/dürfen, denn Du tust alles, diesen Zustand aktiv herbeizuführen. Kein Mitleid mit diesen Persönlichkeiten, denn ihr (!) persönliches „Opfererlebnis“ ist das, was man als Selbstbestätigung bewerten muss

Das gehört nun eben zu den widerlicheren und hässlicheren Erblasten des Freudianismus: Irgendwie ist das 'Opfer' selbst schuld, irgendwie - ganz in seinem tiefsten Inneren, in seinem eigentlichen Wesen - will es Opfer sein, braucht es das Opfersein und empfindet sogar (selbst wenn es ihm gar nicht bewusst ist) stille Genugtuung an der Demütigung und der Machtlosigkeit. Welch wunderbare Ansage an jemanden, der in einer solchen Beziehung gefangen ist: Du könntest da ja jederzeit raus, lästern die Freudianer, und da du das nicht schaffst, willst du es anscheinend, also beschwer dich nicht über die Gewalt, die dir da angetan wird, denn du willst sie ja offenkundig selbst - in deinem tiefsten Wesen bist du eben ein Opfer.

Wer sich also mit der Dialektik (inneren Widersprüchlichkeit) persönlicher Verhaltensweisen (Einstellungen und Handlungen) bzw. dem Geschäftsinteresse einer Persönlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt so beschäftigt hat wie ich, der weiß spätestens dann, dass es Persönlichkeiten gibt, die alles daran setzen, sich als Opfer – wenn nicht erleben, so doch – definieren können (nein: müssen!) und dass diese OPFERMENTALITÄTER, wie ich sie definiert habe, sich nur dann akzeptiert bzw. „geliebt“ fühlen, wenn man sie entwertet hat.

Natürlich gibt es solche Leute. Die überwiegende Mehrheit der sich in einer gewalthaltigen Beziehung befindlichen Menschen, dominiere nun psychische oder physische Gewalt, fühlen sich sicherlich alles andere als geliebt und sind schlicht und ergreifend überfordert. Nicht selten ist der gewalttätige Mensch die einzige wirkliche Bezugsperson im Leben, möglicherweise hat man Angst vor dem Alleinsein und wählt also bloß das verhasste, aber vielleicht doch kleinere Übel. Vielleicht sind infolge von Psychoterror und ständiger emotionaler Erpressung die Kraftreserven erschöpft (oder wenigstens fühlt es sich so an), eine Depression hat sich entwickelt oder auch so etwas, was man heute ganz modisch als Burn-Out-Syndrom bezeichnet.

Das, was Sie da predigen, eignet sich in den meisten Fällen dazu, die Betroffenen noch tiefer in die Beziehungsfalle zu drängen; denn im Endeffekt, das wird ihnen gesagt, sind sie selbst ja schuld und nicht etwa der Gewalttäter. Das genaue Gegenteil ist oft, so meine Erfahrung, viel hilfreicher: Das Eingeständnis der eigenen Machtlosigkeit. Wenn man sich nicht ständig, zusätzlich zur von außen erfahrenen Gewalt, auch noch selbst Gewalt antut, indem man sich Vorwürfe macht über die eigene Unfähigkeit, aus destruktiven Beziehungen auszusteigen, sondern eingesteht, dass man nicht perfekt und schlichtweg überfordert und am Ende ist, ist das genau der erste Anfang eines gesünderen und liebevolleren Umgangs mit sich selbst, und genau diesen liebevollen Umgang mit sich selbst brauchen die Betroffenen, um - entsprechend gestärkt - auch einen liebevolleren Umgang ihrer Umgebung mit ihnen einfordern zu können und im Zweifelsfall tiefgreifende Konsequenzen zu ziehen.

rheinhold2000 02.06.2013 | 14:26

"Hübsche Konstruktion, hat aber leider nix mit der Wirklichkeit, sondern mit dem Wunschdenken gewisser Reinholde zu tun."

DU redest von Konstruktionen?

ich bin mir durchaus bewusst das die welt nicht genauso ist wie ich sie konstruiere (sondern ich mich der realität nur annähern kann) aber als ich gelesen habe das DU anderen vorwirfst sich die realität zurechtzukonstruieren, vielen dank dafür das du bei mir eine heiterkeitsattacke ausgelöst hast.

Bastian84 02.06.2013 | 15:08

Systematische Täter-Opfer-Umkehr gehört zum "wirklich denken können" des Herrn Weghorn. So sind nach seiner Auffassung Zionisten am Antisemitismus Schuld: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/schwerter-zu-pflugscharen#1368711863498286

Auf Diskussionen mit Herrn Weghorn sollten sie sich besser gar nicht erst einlassen. Er ist seiner Meinung nach der einzige, der "wirklich denken" könne und wird auf kein Argument eingehen, dass er nicht "wirklich gedacht" sei.

Geben sie einfach "wirklich denken" (ohne Anführungszeichen) als Suchbegriff unter Strg+F im Thread

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/schwerter-zu-pflugscharen

ein, dann werden sie feststellen müssen, dass eine Diskussion mit Herrn Weghorn absolut zweckfrei ist.

Hfftl 04.06.2013 | 08:47

Die billigen Taschenspielertricks mit den Prozentzahlen gab es schon im Spiegel-Forum, sie wurden dort in gebührender Weise argumentativ erledigt. Denn es handelte sich bei dieser Studie nicht um eine Befragung von Paaren, sondern von Frauen und Männern. Von einer persönlichen Beziehung zwischen den Befragten ist ebenso wenig die Rede wie davon, mit wievielen Partnern sie innerhalb der letzten 12 Monate Erfahrungen gemacht haben. Deshalb ist ein Abwägen der Zahlen gegeneinander völliger Quatsch und jede "Schlussfolgerung", die sich darauf gründet, erst recht.

Dass Hunterte von internationalen Studien aus den letzten Jahrzehnten, die alle zu den gleichen Ergebnissen kommen (Gewaltausübung in jeder Ausprägung, bis hin zu schwerster physischer Gewalt, ist im häuslichen Bereich zwischen Mann und Frau paritätisch verteilt), im Artikel selbstverständlich ignoriert werden, war so vorhersehbar, dass es kaum der Erwähnung bedarf.

Warum muss man nun wissen, wie häusliche Gewalt verteilt ist? Weil sie ein gesellschaftliches Problem ist. Und die Chance, ein Problem zu lösen, besteht überhaupt nur dann, wenn man die Realität kennt und sich ihr stellt. Insofern kann man sagen: Die feministische Ideologie fördert häusliche Gewalt, weil sie die Realität mit allen publizistischen Mitteln verfälscht und umlügt.

Ganz logisch ist es da, dass es für gewalttätige Frauen, die ihr Problem erkennen und sich nicht von feministischen Hilfseinrichtungen zum "Opfer" uminterpretieren lassen wollen, ebenso keine Anlaufstelle gibt, wo sie Rat und Hilfe finden, wie für Männer, die geschlagen werden.

dame.von.welt 04.06.2013 | 15:48

Ganz logisch ist es da, dass es für gewalttätige Frauen, die ihr Problem erkennen und sich nicht von feministischen Hilfseinrichtungen zum "Opfer" uminterpretieren lassen wollen, ebenso keine Anlaufstelle gibt, wo sie Rat und Hilfe finden, wie für Männer, die geschlagen werden.

Gewalttätige Frauen sind genau wie gewalttätige Männer sehr gut beraten, an einem Anti-Aggressions-Training teilzunehmen, gibt's so ziemlich überall. Es muß niemand darauf warten, bis AAT ihm/ihr im Gefängnis nahegelegt wird.

Männer mit Gewalterfahrung können sich für Hilfe und Beratung an Tauwetter, Männerhaus Oldenburg oder Berlin, an die Opferhilfe e.V. Berlin, bundesweit, den Weißen Ring wenden.

Was genau soll 'die feministische Ideologie' sein? Meines Wissens sind es immer noch Menschen, vernunftbegabt und zu Impulskontrolle imstande, die schlagen, vergewaltigen, demütigen oder wegsehen, wenn Menschen in ihrem Einflußbereich zu Gewaltopfern werden. Das fördert Gewalt, nicht 'die feministische Ideologie'. Mal ganz davon abgesehen, daß der Feminismus viel zu heterogen ist, um 1ne Ideologie zu sein.

Wie wär's, klein bißchen mehr Energie darein zu setzen, daß auch männliche Gewaltopfer überall Hilfe bekommen - statt Geschlechterk(r)ampf zu führen? Erschiene mir ja sinnvoller.

Wolfgang 04.07.2013 | 19:52

Da schließe ich mich der Dame von Welt doch gern an. Seit mehr als 11 Jahre betreiben wir das einzige "Männerhaus" der Republik - ohne jede öffentliche Förderung.

Die Debatte darum, welches "Geschlecht" gewalttätiger ist, dient doch der Entwicklung weiterer Vorurteile und lenkt davon ab, dass jede und jeder der für sich einen Hilfebedarf sieht, diesen auch in einigermaßen realistischer Weise erfüllt bekommen sollte.

Nach wie vor übernehmen zu wenige Männer die Verantwortung für die Situation ihrer Geschlechtsgenossen und werden zu wenig aktiv, diese zu ändern.

unbeirrt 14.02.2014 | 15:15

Es gibt international fast 300 Studien, die belegen, daß häusliche Gewalt zu mindestens 50% von Frauen ausgeht. Gerade von einem Sozialwissenschaftler sollte man erwarten können, daß er sich darüber informiert - erst recht, wenn er den Anspruch erhebt, Andere über dieses Thema belehren zu wollen. Warum der Autor sich dem verweigert und sich statt dessen an einer einzelnen Studie verbeißt, bleibt ein Rätsel.

http://www.wgvdl.com/literaturliste-frauengewalt

unbeirrt 14.02.2014 | 15:17

Es gibt international fast 300 Studien, die belegen, daß häusliche Gewalt zu mindestens 50% von Frauen ausgeht. Gerade von einem Sozialwissenschaftler sollte man erwarten können, daß er sich darüber informiert - erst recht, wenn er den Anspruch erhebt, Andere über dieses Thema belehren zu wollen. Warum der Autor sich dem verweigert und sich statt dessen an einer einzelnen Studie verbeißt, bleibt ein Rätsel.

http://www.wgvdl.com/literaturliste-frauengewalt