Connie Uschtrin
22.04.2010 | 15:30 31

Die Skepsis der Sofortisten

Kettenreaktion Um den Atom­ausstieg voranzutreiben, ­begibt sich der Widerstand auf die ­Straße. Es ist ein ­Bündnis auf Zeit

Trecker aus dem Wendland sind bereits unterwegs. Sie sind wie immer als erste aufgebrochen und werden am Samstag, wenn sie am AKW Krümmel eintreffen, einen Endpunkt der geplanten Anti-Atom-Menschenkette bilden. Ob es gelingen wird, auf der 120 Kilometer langen Strecke zwischen dem AKW Krümmel und dem Meiler Brunsbüttel einige zehntausend Menschen wie an einer Perlenschnur aufzureihen, ist noch nicht ausgemacht. Die Veranstalter der Protestaktion stehen vor einer logistischen Herausforderung, Regionen und Städten haben Patenschaften für bestimmte Streckenabschnitte übernommen. Die Optimisten unter ihnen hoffen, dass am frühen Nachmittag wenigstens alle fünf Meter ein Demonstrant steht.

Es ist die erste Anti-Atom-Großdemonstration seit dem schwarz-gelben Regierungsantritt. Und es hat einige Konflikte bei Aktivisten im Vorfeld gegeben. Denn mancherorts haben die Widerständler mit Argwohn beobachtet, dass auch Parteien in den Kreis der Veranstalter aufgenommen wurden, vor allem SPD und Grüne. In Elmshorn zum Beispiel will Sigmar Gabriel zu den Protestierenden sprechen. Rot-Grün hatte im Jahr 2000 den Atomkonsens ausgehandelt. Der war für viele nicht so sehr ein Ausstiegsvertrag gewesen, sondern eine Zusicherung zum Weiterbetrieb der Atomkraftwerke. Denn die flexible Regelung von Laufzeitübertragungen und Strommengen von einem AKW auf ein anderes hat den Kraftwerksbetreibern so viel Spielraum verschafft, dass bislang noch keine nennenswerte Zahl von Meilern abgeschaltet worden ist. Die Stromkonzerne hofften auf den Regierungswechsel, den sie im September dann auch bekamen. All das hat man damals schon vorausgeahnt. Deshalb sind die „Sofortisten“, also jene, die den Ausstieg sofort und ohne Kompromisse wollen, misstrauisch gegenüber parteipolitischem Gebaren. „Wir möchten nicht, dass der Widerstand von Parteien an die Kette gelegt wird,“ sagt Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.

Akte für Akte, Dokument für Dokument

Der Widerstand im Wendland ist über 30 Jahre alt, gerade kann man sich an den Jahrestag des legendären Hüttendorfs erinnern, das im Mai 1980 auf der Tiefbohrstelle 1004 über dem Salzstock Gorleben errichtet wurde, damals wurde auch die „Republik Freies Wendland“ ausgerufen. Seit Schwarz-Gelb die Bundesregierung stellt und Umweltminister Röttgen Gorleben wieder für die Erkundung, also den weiteren Ausbau zum Endlager frei gegeben hat, weiß die Mehrheit der Menschen hier, was zu tun ist. Akte für Akte, Dokument für Dokument, Zeugenaussage für Zeugenaussage werden dem Gegner wie bei einer Gerichtsverhandlung vorgehalten. Nüchtern, ruhig und gewissenhaft wertet man Unterlagen aus, bringt brisante Dokumente an Presse und Öffentlichkeit, hält Tagungen ab, auf denen Wissenschaftler sagen, was seit vielen Jahren bekannt ist, aber kein Verantwortlicher hören wollte: Dass Gorleben als Standort für ein Endlager nicht geeignet ist, weil es nicht die Sicherheit bietet, die ein Endlager haben müsste. Es ist eine lange Beweiskette, welche die Atomgegner da zusammenlegen müssen, und in ihr darf kein Glied fehlen.

Denn bei einem sind sich die Aktivisten im Wendland sicher: Es geht nicht nur darum, Gorleben als Atom-Endlager zu verhindern. Nein, es geht um die Zukunft der Energiepolitik überhaupt – sie entscheidet sich in und mit Gorleben. So formuliert es Ehmke, und das nicht das erste Mal. Denn ohne potenzielles Endlager kann man schwerlich die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern und immer mehr Müll produzieren. Jahrelang hatte der wendländische Standort gegen den Willen der Bevölkerung Pate gestanden für den Betrieb der AKW.

Um weiteren Druck für einen raschen Atomausstieg aufzubauen, wurde der Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gewählt, der 26. April 1986. Der Zeitpunkt kurz vor der NRW-Wahl ist dabei auch heikel. Denn die Parteien werden den Protest als Vehikel nutzen, um sich zu profilieren. Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb Atomgegner wie die BI Lüchow-Dannenberg Parteien auf Distanz halten. Mit Formelkompromissen haben Rot und Grün Skepsis an ihrer Glaubwürdigkeit genährt. Deshalb ist es den kleineren Initiativen so wichtig, dass die Partei-Fahnen nicht das Bild bestimmen. Wolfgang Ehmke will deshalb daran arbeiten, „dass die BI, die Anti-Atom-Inis und die Umweltverbände als außerparlamentarische Kraft beim Thema Atomausstieg und Gorleben tonangebend bleiben“.

Einspruch bei der IG Metall

Die Menschenkette wird nicht die einzige Aktion an diesem Wochenende sein. In Biblis ist eine Umzingelung des AKW geplant, am Zwischenlager Ahaus soll es eine Demo geben. Neben diversen Umweltorganisationen sind erstmals auch Gewerkschaften bei den Großveranstaltungen aktiv vertreten: die IG Metall Küste und die IG Metall Niedersachsen sowie Verdi-Nord und der DGB-Nord hängen mit an der Ketten-Demonstration. Zwar haben die Vorstände dieser Gewerkschaften den Atomausstieg schon lange auf der Agenda stehen – dennoch ist es ein Novum, dass sie nun selbst zu Protesten aufrufen und mobilisieren. Die IG Metall Küste hat an ihrer Teilnahme an der Anti-Atom-Aktion sogar gegen den Einspruch eines Teils der Mitglieder festgehalten. Immerhin 3.000 Vattenfall-Mitarbeiter hatten sich gegen den Protest ausgesprochen.

Man habe sich bewusst für eine Demonstration aus zwei gesellschaftlichen Gruppen entschieden, erklärt Jochen Stay von der Kampagne „ausgestrahlt“ das breite Demonstrationsbündnis: „Es ist ein Zusammenschluss, in dem die einen wollen, dass die Atomkraftwerke sofort stillgelegt werden und die anderen zugeben, dass der Atomkonsens zwar nicht das Beste gewesen sei, aber doch immerhin ein Ausstiegskonzept, und die erklären, jetzt gehe es darum, Laufzeitverlängerungen zu verhindern.“ Dies sei ein Bündnis auf Zeit und man mache sich keine Illusionen über die Parteien und ihre Rolle – jetzt ginge es in erster Linie darum, die breite gesellschaftliche Mehrheit gegen Atomenergie sichtbar zu machen, so Stay.

Der Anti-Atom-Treck der wendländischen Bauern, begleitet von vielen Atomgegnern auf Fahrrädern und Inline-Skatern, wird am AKW Krümmel mit einer Kundgebung enden. Angekündigt haben sich Vertreter der Elterninitiative Geesthacht, der BI gegen Leukämie in der Elbmarsch, Greenpeace sowie Kirchen- und Gewerkschaftsvertreter. Politiker-Reden sind zumindest dort nicht vorgesehen.

Kommentare (31)

Fro 22.04.2010 | 18:25

Ich finde, in einer Bürgerbewegung haben die Partei-Fähnchen nichts zu suchen. Die Parteien versuchen eigennützige Vorteile für sich herauszuholen – unmöglich. Sie sollten die Anti-Atomkraftbewegung m.E. uneigennützig organisatorisch unterstützen, sich als Bürger daran beteiligen und ihre parlamentarischen Möglichkeiten nutzen um sich damit zum parlamentarischen Arm der Bürgerbewegung zu machen. Damit haben sie genug zu tun.

Ich bin auch gespannt auf die Kette im sonnigen Norden.

http://www.campact.de/img/atom2/menschenkette/kette_2_450.jpg

Hier noch einige Informationen der Veranstalter

Bombero 22.04.2010 | 20:19

Es ist zum Kotzen, wie eiskalt augenscheinliche Atomverbrecher ihre kindlichen Opfer im Stich lassen können.

Wenn Medien und Parteien weitestgehend nicht unabhängig sind, ist keine Interessenvertretung der Menschen in den Parlamenten zu erwarten.

Sigmar Gabriel gehört offensichtlich zu jener Gattung Politiker, die sich von Hühnern dadurch unterscheiden, daß sie zwar auch heftig gackern, aber keine Eier legen.

Hat Ex-Reaktorsicherheitsminister Sigmar Gabriel (SPD) mal wieder nur gegackert und keine Eier gelegt?

Belegt ist, daß unter Sigmar Gabriel als Ministerpräsident von Niedersachsen die Aufklärung der Kontamination mit Plutonium in der Elbmarsch (genannt „Plutonium-Perlen-Skandal“) massiv behindert wurde:
elbmarsch.org/?page_id=8

www.fair-news.de/news/--/31344.html

Bernd Marnet 23.04.2010 | 09:14

Eine Einladung zum Widerspruch sollte man sich nie entgehen lassen, dementsprechend:

Was genau mit der Unverhältnismaßigkeit zwischen radioaktiver Verseuchung kerngeschmolzener Uraltreaktoren und den "tatsächlichen Bedrohungen" zu verstehen ist, erschließt sich mir nicht.

Ob in der Atomwirtschaft wirklich soviele Arbeitsplätze verhanden sind, wäre eine andere Frage. Mit Sicherung sozialer Standards hat das Festhalten an der Atomkraft jedenfalls wenig bis gar nichts zu tun: man denke nur an die Kosten, die aus dem Schnellen Brüter, den Unfällen in Brunsbüttel, den Atomendlagern usw. entstanden. Auch den Strompreis wird man über Laufzeitverlängerungen nicht senken können: gestiegen ist er auf jeden Fall auch mit Reaktoren.

gweberbv 23.04.2010 | 11:36

"Denn ohne potenzielles Endlager kann man schwerlich die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern und immer mehr Müll produzieren."

Der Abriß der Reaktoren dürfte den meisten Atommüll (bezogen auf den Platzbedarf) produzieren.

Die Verhinderung eines Endlagers hauptsächlich zur Durchsetzung des Atomausstiegs zu betreiben, ist ein verantwortungsloses Spiel. Funktioniert hat das auch noch nirgends. Es gibt - meines Wissens - bisher kein Endlager für hochradioaktives Material auf der Welt, dennoch laufen die Kraftwerke weiter.

B.V. 23.04.2010 | 12:42

Tatsache ist, das nun mal in den letzten Jahrzehnten Atommüll angefallen ist. Wohin also damit? Das Problem ist da und es läßt sich nicht einfach wegmoralisieren. Soviel ich weiß gab es da mal ein Angebot aus Rußland den Atommüll abzunehmen. Was wäre daran so schlimm, vorausgesetzt es gibt dort geeignete Lager, ihn dort hin zu bringen?

Fro 23.04.2010 | 20:45

Greenpeace hat errechnet, dass die Atomindustrie in Deutschland bisher mit ca 165 Milliarden Euro subventioniert wurde. Die zukünftigen Subventionen werden noch einmal 92 Millarden Euro betragen. Wir zahlen uns dumm und dösig, für etwas, was wir mehrheitlich gar nicht wollen – für etwas, das das Leben der Bewohner Deutschlands noch tausende Jahre gefährden wird. Und falls so ein Atomkraftwerk einmal „hochgehen“ sollte, zerstört es nicht nur Menschenleben, sondern reißt auch noch unsere gesamte Volkswirtschaft in den Abgrund, weil die Betreiber nicht ausreichend versichert sind – ist ihnen zu teuer. Das ist doch irre.

Wer immer noch im Glauben ist, dass die Kernkrafttechnologie nützlich und notwendig ist – lese die sehr gut aufbereiteten Informationen von greenpeace.

Bernd Marnet 24.04.2010 | 09:26

Wenn man umgekehrt denkt, könnte man dann nicht davon ausgehen, das Fehlen von Lagerstätten bzw. die vorhandenen Attrappen entspringen einem Kalkül?

Übrigens halte ich es für unangebracht, Anti-Atom-Demos und fehlende Antikriegs- und Anti-Sozialabbau-Demos gegeneinander aufzurechnen. Atomkraftgegner als "Wohlstandskinder" ohne Lust auf Protest für Arbeitsplätze zu bezeichnen- sonderbar.

Fritz Teich 25.04.2010 | 23:58


Dass die AKW weiter laufen, obwohl es weltweit noch kein Endlager für hochradioaktiven Müll gibt.
>>

Natuerlich gibts eines, sowas hat die Firma Vattenfall, sprich: der Staat Schweden, voll im Griff. Muesste lediglich noch gebaut werden, in irgendwelchen schwedischen Bergen. Und wieder hat uns Schweden aus der Patsche geholfen, wenn auch nicht umsonst, wie schon so oft in der deutschen Geschichte..

Columbus 26.04.2010 | 21:00

Das "Aus" für Gorleben als Endlagerstätte hätte gute sachliche Gründe (der Salzstock ist nicht sicher) für sich und es erhöhte derzeit den Druck, den Ausstieg aus der Kernenergie unumkehrbar zu machen.

Aber, an einem "Endlager" wird man nicht vorbei kommen, denn der Schrott und der Müll der bestehenden Reaktoren muss sicher gelagert werden.

Die Paradoxie: Am Ende der Tage werden die ursprünglichen Kritiker der Atomkraft ihr das beste Endlager suchen und es dann, auch gegen Widerstände, ausbauen müssen. Die Politiker der Pro-AKW-Fraktion werden, sobald sie können, genau gegen die dann vorgeschlagenen endgültigen Standorte votieren und rufen: "Nicht in Bayern, nicht in Baden-Würtemberg, nicht in Sachsen, nicht in Hessen".

Grüße
Christoph Leusch

Fro 26.04.2010 | 23:11

Es geht ja nicht nur um den Fall eines Supergaus. Wissenschaftler haben auch festgestellt, dass die Häufigkeit von Leukämieerkrankungen bei Kindern, mit der Nähe zu Kernkraftwerken zunimmt. Da wirkt eine Strahlungsart, die man noch nicht messen kann – wahrscheinlich auch nicht will. Mehr.
Und der Müll wird auch noch durch einiger Arbeiterhände gehen...
Da sind reale Risiken, die nur leider von der Wissenschaft nicht berechenbar sind und daher einfach als nichtexistent abgehakt werden.

Fritz Teich 27.04.2010 | 15:19

Ich weiss, es gibt keine harmlose Radioaktivitaet, Parazelsus gilt nicht. Es gibt aber eine MAK, eine maximale Arbeitsplatzkonzentration. Gleichwohl ist das entsprechende Problem in der chemischen Industrie, wo es entsprechende Stoffe, gibt VIEL groesser. Man koennte von hier aus die Anti-AKW-Bewegung geradezu als Ablenkungsmanoever der chemischen Industrie bezeichnen. Zugleich zeigst Du das Hauptproblem des Umwelt- etc Schutzes auf: Es gibt ueberhaupt nicht genug Wissenschaftler, die sich darum kuemmern koennnten, es geht nicht ohne ein mehr oder weniger vertrauensvollens Zusammenarbeiten mit der Industrie. Die Lobbywirtschaft ist insoweit etwas grundsaetzlich sehr sehr Positives. Daneben und als Masstab gibt es unabhaengige Institute, wie die, die da Gutachten zu Gorleben gemacht haben. Ich fand die Formulierung von der "Ueberstrapazitaet der Aussage" in der Kurzfassung der deutschen Realtorsicherheitsstudie ziemlich cool. Die Politik kann sich mit dem Hinweis auf solche Gutachten nur begrenzt entlasten. Da mag sich dann ein Albrecht einmischen, weil er sich ueber die DDR geaergert hat, es kommt aber frueher oder spaeter raus und bisher noch nicht zu spaet.

Fritz Teich 27.04.2010 | 15:34


Man koennte von hier aus die Anti-AKW-Bewegung geradezu als Ablenkungsmanoever der chemischen Industrie bezeichnen.
>>

Wenn es nicht eine reine Antiatombombenbewegung ist.

Ist ja immerhin interessant, dass es in anderen Landern, von Einzelfaellen abgesehen, jedenfalls weniger Widerstand gab. Mit faellt abgesehen von gelben Smileys mit Non Merci etc nur Plogoff ein, schoenste Stelle Frankreichs, man muss sich das mal ansehen, wurde dann nicht gebaut.

Columbus 29.04.2010 | 04:58

Werter Albi,

Die derzeit laufenden Reaktoren weltweit produzieren zwischen 8000 und 9000 Tonnen hochradioaktiven Mülls jährlich. Dazu müssten Sie ja auch noch die schon bestehenden Zwischenlager-Halden ins All schießen.

Die bisher stärkste, je gebaute Rakete der Welt, die Saturn V, konnte ca. 130 Tonnen in eine erdnahe Umlaufbahn bringen. - Das wäre nicht sehr sinnvoll!

Wenn der strahlende Abfall auf Nimmerwiedersehen verschwinden soll, sind es, selbst mit der stärksten Rakete, gerade einmal um die 50 Tonnen!

Bitte bedenken Sie aber auch noch, die Sache müsste todsicher funktionieren. Sie wissen ja, wie es um die Shuttles bestellt ist. Die NASA rechnet mit einem Absturz pro 100 Flügen. - Sie will nicht mehr fliegen.

Die Saturnrakete hatte eine noch viel höhere Risikozulage.

Wie Sie sehen spielen Kosten eine nachrangige Rolle. Das Geld könnte man aus einer 1%igen Börsen- und Spekulationssteuer locker aufbringen, 2% reichten dann auch noch für die ökologische Sanierung des Planeten . Die Märkte vermehren ja gerade die privaten Spekulationsgewinne so exorbitant, dass sie an der eigenen Gier, die nur Buchwerte produziert, bald ersticken werden.

Vorher und aktuell wird aber zunächst der Besitz der Staaten, das ist der der Bürger, privatisiert, verkauft. Am Ende gehört das Meiste auf dieser Welt Anlegern. Die verdienen mehr, wenn der prekäre Müll auf der Erde bleibt und sie verdienten noch mehr, wenn das Risiko eines gigantomanischen Entsorgungs-Raketenprogramms abgesichert werden müsste.

Grüße
Christoph Leusch

SiebzehnterJuni 29.04.2010 | 08:46

Genau Connie. Danke für den Artikel und danke für Deine Kommentare hier!

Wir haben in der Uni Heidelberg 1985 in Glas geschmolzene RaDIOAktivität zur Untersuchung erhalten, um zu prüfen, wie lange die radioaktiven Materialien benötigen, durch dieses Glas nach außen zu gelangen.

Ein Kollege promovierte mit diesem Thema. Ergebnis: es brauchte gerade 1 nacht in konz.Salpetersäure und es waren schon Spuren nachweisbar.

Mein inzwischen pensionierter damaliger Prof. sagte in den letzten Wochen in einem Vortag, dass sich an dieser Situation bis heute nichts geändert hat.

Zur Erklärung. die Glas-Probe hatte einen Durchmesser von ca 20cm !

Die Fässer sind im mrealen Leben sind aus Stahl, in die das Glas mit der Aktivität eingeschmolzen ist. In den ersten 20 Jahren geht eine Wärme von ca. 400°C von diesem Zeugs aus.Darum auch erst danach Lagerung in Endlager anvisieert.

Was noch viel zu locker diskutiert wird, ist die Laufzeitverlängerung - als wenn's einFahrrad oder Auto wäre, das nur alle Inspektionen ordentlich gemacht haben müsste.

"....RSK - EMPFEHLUNG
Beherrschung von Alterungsprozessen in Kernkraftwerken..."

www.rskonline.de/downloads/empfaltmanagement.pdf