Flucht aus Russland nach Berlin: Gekommen, um zu bleiben

Russland/Deutschland Auch Russinnen und Russen leiden unter dem Krieg in der Ukraine – und fliehen. Viele landen in Berlin – und fragen nach ihrer langfristigen Perspektive
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 23/2022
Der Impuls mag verständlich sein – deutsche Behörden werden aber nach einer freien Seite für den Stempel fragen
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Foto: Nikita Teryoshin

Es ist die sozialistische Architektur in Berlin, mit der Aleksey Mirsky die Sehnsucht nach seiner Heimat stillt. „Wenn ich die Leipziger Straße entlanglaufe, habe ich das Gefühl, als ob ich Moskau nie verlassen hätte“, sagt er. Die Plattenbauten aus DDR-Zeiten in der Leipziger Straße in Berlin-Mitte erinnern ihn an den Arbat, das Stadtzentrum der russischen Megapolis.

Seit knapp drei Monaten lebt der 28-jährige studierte Mathematiker in Berlin. Auch für Mirsky war es ein Schock, als sein Land am 24. Februar den Angriffskrieg gegen die Ukraine begann. Er zögerte keinen Moment, Russland so schnell wie möglich zu verlassen. Das Schengen-Visum in seinem russischen Pass ermöglichte es ihm, sofort dorthin zu fliegen, wo seine Freunde auf ih