Sie stehlen seine Identität

Cybercrime Seit drei Jahren erlebt ein Mann im Netz ein Martyrium: Verträge und Kredite werden auf seinen Namen abgeschlossen, sein Stromanbieter gekündigt. Er hat einen Verdacht, wer hinter dem Identitätsdiebstahl steckt – aber die Polizei guckt weg
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 29/2022
Ein Handschlag ist für Geschäfte im Internet nicht nötig
Ein Handschlag ist für Geschäfte im Internet nicht nötig

Foto: Vincent Forstenlechner/Connected Archives

Das Martyrium von Frank S.* beginnt an einem Mittwochabend im März 2019 mit einem „Herzlichen Glückwunsch“. In der Mail von der Vermittlungsplattform kautionsfrei.de wird ihm mitgeteilt: „Wir haben Ihre Daten geprüft und die Bonitätsprüfung hat zu einem positiven Ergebnis geführt.“ Einen Tag später erhält er einen Bürgschaftsvertrag, elektronisch unterschrieben und damit rechtskräftig. In der Mail heißt es: „Den Jahresbeitrag bucht die R+V Versicherung anschließend von Ihrem Konto ab.“ Das Problem: Der reale Frank S. hat nie eine Mietkautionsversicherung abgeschlossen.

Seit drei Jahren geht das nun schon so, etwa alle zwei Monate ein neuer Vertrag, von dem Frank S. keine Ahnung hat. Inzwischen si