Hans Wallow
21.12.2009 | 15:22 28

Die tägliche Dosis Desinformation

Krieg & Medien Die Verzerrung der afghanischen ­Realität durch die deutsche Berichterstattung in den Medien hat viele Ursachen. Schwierige Fakten werden oft einfach weggelassen

Wenn ich die deutsche Presseberichterstattung analysiere, erkenne ich mein Land nicht wieder“, sagt der an der Marburger Universität lehrende afghanische Politologe Matin Baraki. Jeder, der schon einmal über einen längeren Zeitraum im Vielvölkerstaat am Hindukusch war und sich seriös mit den sozialen und kriegerischen Konflikten der großen Volksgruppen der Paschtunen, Tadschiken, Usbeken und Hazaras auseinandersetzt, kann die Empörung des gebürtigen Paschtunen verstehen.

Es ist hauptsächlich das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das die Klischees über Afghanistan zementiert, zum Beispiel die ARD-Sendung Hart, aber fair: Ein völlig ahnungsloser Frank Plasberg diskutierte über den Einsatz der Bundeswehr. Mitten im verbalen Schlagaustausch sah sich Jürgen Todenhöfer, Kritiker des deutschen Militäreinsatzes, Afghanistan-Kenner und ehemaliges Mitglied des Bundestags, mit einer Film­einblendung konfrontiert, in der lachende Mädchen Fußball spielten.

Die Aussage des nur sekundenlangen Streifens strotzte vor Einseitigkeit, die Botschaft der Bilder war: Mit dem Militäreinsatz im Jahre 2002 begann für Afghanistan die moderne Zeitrechnung. Todenhöfer war angesichts der platten Manipulation sichtlich sprachlos. Fair wäre es wohl gewesen, einen der 3.012 afghanischen Flüchtlinge, die allein in den ersten 11 Monaten des Jahres 2009 Asyl in der Bundesrepublik beantragt hatten, zu fragen.

Insgesamt leben in der Bundesrepublik Deutschland 48.437 anerkannte afghanische Asylflüchtlinge. Sie stammen nicht allein aus den ärmeren Schichten, sondern sind oftmals in akademischen Berufen ausgebildet und werden in Afghanistan zum Aufbau benötigt. In ihrer Mehrheit sind sie der Auffassung, dass das ausländische Militär nur eine korrupte, völlig marode Regierung, kriminelle Warlords und Drogenbarone in Staatsfunktionen schützt. Zu Verhandlungen mit den gemäßigten Taliban sehen sie keine Alternative.

Ahnen, was erwünscht ist

Die Verzerrung der afghanischen ­Realität durch deutsche Berichterstattung hat viele Ursachen. Da sind die manchmal nur eingebildete Gefahrensituation, der Zeitdruck und die Neigung, schnell mal ein paar deutsche ­Offizielle, vornehmlich Militärs, zu befragen. Der für die BBC arbeitende britische Journalist afghanischer Herkunft, John Raki-Sarwar, meint ironisch: „Viele deutsche Kollegen brauchen keinen Zensor. Sie erahnen, wie beim Angriff auf den Tanklastzug in Kundus, was ­höheren Orts erwünscht ist.“
Tatsächlich ließ ein ZDF-Reporter nach Oberst Kleins Befehl des Luftangriffs, bei dem 142 Menschen verbrannten, einen Afghanen sagen, dass der deutsche Oberst nicht vor Gericht gestellt werden dürfe, sondern einen Orden verdient habe. Der Interviewte war an seiner flachen Filzmütze unschwer als Paschtune zu erkennen. Die Opfer des Angriffs aber waren Tadschiken. Beide Volksgruppen hatten sich bis vor Kurzem in einem Bürgerkrieg bekämpft. Nun denunzieren sie sich bei den ausländischen Militärs gegenseitig als Taliban. Das Weglassen solcher Fakten führt zur Desinformation.

Die tägliche, oft arglose Manipula­tion aber besteht in der Übernahme von sprachlichen Ausdrücken wie „Luftschlägen“ und ungeprüften, stereotypen Kollektiva wie „Taliban“. In fast jeder deutschen Nachrichtensendung werden die Aufständischen als „radikal-islamistische Taliban“ dargestellt. In Wahrheit sind die religiös motivierten Kämpfer einst von der CIA für den Krieg gegen die Russen und die linke afghanische Regierung rekrutiert und bewaffnet worden. Als markantes Merkmal tragen sie einen schwarzen Turban. In der afghanischen Rebellion bilden sie heute eine Minderheit.
 

saß rund 10 Jahre für die SPD im Bundestag. 2001 gab er seine Parteimitgliedschaft auf. Er arbeitet heute als Publizist und schreibt politische Theaterstücke.

Kommentare (28)

zelotti 22.12.2009 | 01:46

Unsere deutschen Natotruppen müssen trotz Grundgesetz sich da hinten totschiessen lassen und Afghanen machen hier einen auf Asyl? Es gibt gewisse Fälle, da ist ein Angehöriger dieser Nation gefragt, ob er nun im Ausland lebt oder nicht.

Irgendwie spricht auch kein Afghane bei uns über sein Land. Man spricht immer nur über die Afghanen im Fernsehen. Wo sind die Afghanenorganisationen, die sich politisch äußern über die Zukunft ihres Landes. Gerade wenn es politisch verfolgte sind, dann sollen sie gefälligst auch Position beziehen und an der Reform ihres Landes mitgestalten und mitwirken. Die Afghanen sollen ihr Land selbst aufräumen und unter Führung nehmen. Das ist ja das Wesen der Souveränität. Wir sollten kein undurchsichtiges Puppenregime der Amerikaner militärisch absichern, sondern den Afghanen ihr eignes Land überlassen. Mitwirkung der Exilafghanen an diesen Ausgaben ist notwendig. Das sind Menschen zu denen man Kontakt aufnehmen muss und den fähigen davon verantwortungsvolle Aufgaben zur Ordnung Afghanistans übertragen.

Magda 22.12.2009 | 13:43

Das Gefühl, dass Medien nicht die Realität darstellen,sondern das, was gern als solche angesehen wird, betrifft fast alle politischen Felder. Aber in Bezug auf Afghanistan ist es auch noch gefährlich, weil es einen Krieg begründen hilft, der verhängnisvoll ist.

Und das mit dem vorauseilenden Gehorsam in der Berichterstattung taucht auch überall auf.

Meine Güte ist das ein Werteverfall.

Davon abgesehen: Die Plasberg-Macher nebst Plasberg sind allesamt unernste Scharlatane.

Onkel Wanja 23.12.2009 | 00:21

Warum ist die Bundeswehr nach Afghanistan geschickt worden?

Wer ernsthaft den Erfolg, oder den Misserfolg der „Mission“ daran fest macht, ob es den Afghanen besser, oder schlechter geht, lässt sich auf ein ganzes Desinformationsgebäude ein. Der ist wahrlich desorientiert, lässt sich, wie GRÜNEN oder SPD-Politiker, eine >>Monkeyshow( so nennen Landser in Afghanistan das Programm für VIPs aus Deutschland) vorführen!

Die Bundeswehr ist aus meiner Sicht aus zwei wesentlichen Gründen von der Rot/Grünen-Bundesregierung in dieses Land geschickt worden:

1.Um bei dem Kampf um die großen Ölvorkommen auf der arabischen Halbinsel und am Kaspischen Meer nicht leer auszugehen.

2.Weil Schröder aus wahltaktischen Gründen 2002 den Einsatz der Bundeswehr im Irakkrieg der USA verweigerte, musste Deutschland sich gegenüber den Amerikanern will fähig zeigen.

Diese von mir aufgestellten Gründe sind sicher Thesen, sind aber sicherlich glaubwürdiger als der verlogenste aller vorgebrachten Gründe:

Die Bundeswehr wäre in Afghanistan um das vom Krieg zerstörte Land aufbauen zu helfen und um den Menschen zu helfen! Nichts ist weiter von der Realität entfernt!

Wenn behaupte wird, der Krieg in Afghanistan wäre nicht mit dem in Vietnam zu vergleichen, dann ist diese Behauptung eine sehr elegante LÜGE, die die deutsche Öffentlichkeit von wesentlichen Überschneidungspunkten beider Kriege ablenken soll:

Es handelt sich um einen STELLVERTRETERKIREG! Die Amerikaner führen nicht nur einen Krieg in Afghanistan, der mit voller Absicht auch gegen die Zivilbevölkerung geführt wird wie in Vietnam, von befehlshabenden Generälen, die in Vietnam ihr Killerhandwerk erlernten, sie führen diesen Krieg wie damals gegen einen hinter der Taliban stehenden Feind: China! In wie weit Russland bei der Unterstützung der Taliban (Vorsicht! Ist nur rationalisierender Kunstbegriff!) die Hände mit im Spiel hat, darüber habe ich noch nichts gehört. Auf jeden Fall führen die Taliban ihren Krieg nicht nur mit gehorteten Waffen, mit denen die CIA die Warlords damals in ihrem Krieg gegen die Russen versorgten, sondern wohl mit chinesischen Waffen (und weiterer Unterstützung) und solchen vom illegalen internationalen Waffenmarkt! Man darf nicht vergessen, dort werden Grundstoffe für die Drogenindustrie angebaut! Ich dürfte aber der Realität sehr nahe kommen, wenn ich behaupte, der FSB wird nicht tatenlos zusehen, wenn es darum geht, den Amerikanern ihr zweites Vietnam beizubringen! Schließlich waren die Amerikaner mit der CIA dabei, den Russen eben dort das Ihrige zu verschaffen -und zwar mit gleichen Personal! Hierbei halte man die Vorgänge in Georgien im Hinterkopf!

In einem Interview mit einer Regionalzeitung aus meiner Heimatregion, hat ein Afghane von den Lebensverhältnissen seiner Verwandten vorort berichtet. Kommt die Sprache dort auf Amerikaner: So sprechen die Afghanen einen Fluch aus: „Die Erde über sie!" Ob überhaupt ein Strategiewechsel hinter der Bombardierung nahe dem Feldlager Kundus steckt, oder das SCHUZGELD zu hoch geworden ist, dass die Bundeswehr an die umliegenden Warlords und Drogenbarone zahlte?

Hoffentlich heißt es bei den Afghanen nicht auch bald über die >>Schäferhunde der Amerikaner (laut Christoph Hörstel nennen die Afghanen die Bundeswehrsoldaten so): „Die Erde über sie!“

Columbus 23.12.2009 | 02:58

Lieber Herr Wallow,

Sie sehen die Lage in Afghanistan zwar ungeschminkt und, in meinen Augen, völlig treffend, aber die Medien sind in diesem Falle nur der verlängerte Arm der übergroßen Mehrheit in der deutschen Politik.

Die Ironie des historischen Schicksals hat aus den deutschen Regierungen Schröder/Fischer-Merkel Müntefering/Steinmeyer-Westerwelle/Merkel- unisono Kriegsliebende gemacht.
Das sichert, von Afghanistan-Konferenzen, bis zur NATO, die Mitsprache-Macht der deutschen Regierung.

Die Abgeordneten folgten von Jahr zu Jahr, und sie hassen es, allzu sehr an ihre regelmäßigen Entscheidungen erinnert zu werden. Dann antworten sie mit genau dem von Ihnen, beispielhaft angeführten Argument, man könne doch nicht die Barbarei in Karbul wieder einziehen lassen. Für den Anblick lächelnder Schulmädchen und für weniger Hinrichtungen in den Straßen der "Hauptstadt am Hindukusch, müsse man nun einmal eine Menge Taliban, oder was man dafür hält, umbringen.

Ja, gerade bei der SPD und bei den Grünen waren es auch erstaunlich viele, eher sich links verortende Poltitiker, die dort nicht nur Polizei-, sondern bald auch Staatsbaumeister spielen wollten. So sind sie alle gemeinsam zu Ruinenbaumeistern geworden.

Dann gibt es noch die Fraktion der "Bauchschmerzen"- PolitikerInnen, die zugunsten der Fortsetzung der eigenen Parteikarriere, jedes Mal "ja" zu Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes sagen oder vor der Abstimmung verdufteten. Eine, die Sie gut kennen, hat es damit fast bis an die Spitze der SPD gebracht. Man wird noch sehr viel von ihr hören.

Die Haupt-Medien sind also nur sekundär tätig. Sozusagen "im Auftrag der Regierung und der Parteien". Das machen die auch, so lange es Zugänge in Berlin sichert und, sofern privat geführt, Gewinn bringt.

Ganz getreue Anhänger der Kriegspolitik am Hindukusch sitzen mit Vorliebe nahe beim auswärtigen Ausschuss oder in den außenpolitischen Think-tanks der Republik selbst. Sie leiden so sehr, dass sie heute jeden hassen, der Ihnen dazu das Nötige sagt oder vorhält.

Die deutschen Medien nehmen Politiker, wie den nun pensionierten Peter Struck, aber auch die Kanzlerin und ihren neuen Verteidigungsminister, Herrn zu Guttenberg, die alten Recken Wiefelspütz und Bosbach, Herrn Trittin oder Kerstin Müller beim Wort! Denn die sagen, bei fast jeder zweiten Rede im Bundestag, die Ablehnung der Bevölkerung für den Krieg in Afghanistan erkläre sich aus mangelnder Aufklärung! Die Deutschen wüssten nicht genau, warum sie am Hindukusch sind. Sie sehen also allenfalls ein Problem des "Wie" am Hindukusch und ein Kommunikationsproblem.

Das sind die Selbsttäuschungen, die bis weit ins ehemalige Rot-Grüne Lager reichen.

Grüße

Christoph Leusch

PS:
Die Abgeordneten, die bei Afghanistan immer "ja" sagten, obwohl man ihnen eine gewisse Widerständigkeit durchaus zugetraut hätte, die haben auch in der Innenpolitik und sei es sogar mit öffentlichen "Bauchmschmerzen", z.B. zum "BKA-Gesetz" mit "ja" gestimmt. Das fällt doch irgendwann auf.

weinsztein 23.12.2009 | 04:37

Das Freitag-Community-Team sah sich genötigt, mich zu wegen eines Vokabulars, das ich nur äußerst selten verwende, zu ermahnen - im Zusammenhang mit Kommentaren zu 2 Herren, die sich beim Freitag wohl beschwert hatten, dass ich sie in eine N.-Ecke gestellt habe. (Rahab, mach' nur so weiter, dann bist auch Du bald dran.)

@zelotti
Gnä Frau, "unsere deutschen Natotruppen müssen trotz Grundgesetz sich da hinten totschiessen lassen und Afghanen machen hier einen auf Asyl? Es gibt gewisse Fälle, da ist ein Angehöriger dieser Nation gefragt, ob er nun im Ausland lebt oder nicht", schreiben Sie scheinbar erregt. "Dümmer geht's nümmer", antwortete Ihnen vorauseilend Joss Fritz. Rahab schrieb: Schreiber (wie zelotti) "hätte ich bereits im vergangenen jahrhundert am liebsten im Hindukusch aussetzen lassen. zum überlebenstraining".
Da geht Rahab eindeutig zu weit, es wäre zu brutal. Angemessen fände ich, dass Sie Ihre Kommentare laut lesen sollten, wieder wieder, vor Publikum.

@AspandyarAgha , zu Ihren Absonderungen möchte ich mich nicht äußern. Wären Sie einer der Presse-Jungs der Bundeswehrführung, der sich hier per nickname tummelt und ich Ihr militärischer Vorgesetzter, würde ich Sie (milde lächelnd) verabschieden.

War ein nettes Erlebnis, danke.

weinsztein

AspandyarAgha 23.12.2009 | 13:05

Weinsztein,

wenn sie wüssten was in Afghanistan los ist, dann würden sie meine ''Absonderung'' verstehen. Leider Gottes ist es doch so, dass Menschen ausserhalb Afghanistans nichts viel über das Land wissen. Sie wissen nicht, dass das Land ein Vielvölkerstaat ist, und dass ''Afghanen'' an sich nur 32%-38% der Bevölkerung ausmachen, sie wissen nicht, dass mit ''Afghanen'' eigentlich die barbarischen und rückständigen Paschtunen (wohl auch daher gerührt, dass heute viele im Ausland lebende ''Afghanen'' sich mit diesem Term identifizieren, eine weiterverlinkung zu Afghanistan, statt ihre eigentliche Ethnie zu nennen) gemeint sind, sie wissen nichts über die etlichen Genozide die durch die Paschtunen an nicht-Paschtunen geführt wurden, insbesondere durch Nader Shah Ghadar und Abdurrahman Khan, die dafür verantwortlich waren, dass 65% der Hazara Bevölkerung massakriert und dezimiert wurde. Sie haben keine Ahnung von der völkischen Konkurrenz dort. Sie sitzen in Deutschland, trinken jeden Tag ihren Kaffee und verdienen ihr 1500-2000 Euro und wissen nicht, dass Paschtunen wie der kriminelle Karzai, dessen Familie in Drogengeschäft verwickelt sind, dessen Familie mit den Taliban 7 lange Jahre aus Pakistan aus aggierte, heute mit weiteren paschtunischen Kriminellen und Faschisten dabei sind, Kulturraub und Ethnozid an die nicht-Paschtunische Bevölkerung zu begehen. Schlafen sie ruhig weiter. Viel Spaß dabei. Es leben die Hazaras, Tadschiken und die NATO. Was glauben sie was die Tadschiken und Uzbeken als Racheakt nach 260 Jahren mit den Paschtunen anstellen werden, wenn die fremden Völker erst das Land wieder verlassen haben und sie militärisch und politisch endlich ihre Selbstbestimmung wieder haben, was gerade dahintendiert?!. Ethnische Säuberungen müssen geglichen werden, Erpressungen, das Töten von nicht-Paschtunen die den Paschtunen den Weg zur Kolonialisierung und Besetzung sowie bevölkern nicht-paschtunischer Gebiete durch die Paschtunen diente der Paschtunisierung des Landes und muss bezahlt werden. Für jeden nicht-Paschtunen (5 mio. Opfer) müssen mind. 20 von ihnen dran glauben/zahlen. Aber so, dass sie sich später nicht beklagen können, dass die ''bösen'' nicht-Paschtunen unmenschliches an sie begangen haben. Nämlich mit ihrer eigenen tribalen Kultur, Paschtunwali. Dank den NATO Truppen, die die Hegemonie der Paschtunen gebrochen haben. Bevor sie mich weiter von der Seite dumm anmachen, sollten sie sich mit Afghanistan befassen. Es reicht nicht aus, nur zu wissen wo das Land sich befindet, wer die Bevölkerung des Landes sind und welche Geschichte es hat, sondern man muss ins bereich des ''mikrokosmos'' bezüglich seiner Geschichte und Greueltaten die in diesem Land geschehen sind (durch die Paschtunen)schauen. Guten Tag

AspandyarAgha 23.12.2009 | 15:03

Lieber DerMeister,

diese ''Wut'' hat Afghanistan zu dem gemacht, was es heute ist, und das seit über 200 Jahren. Was hat aber diese Wut mit mir zutun? Ich tische lediglich Fakten auf wie es ist, wie es war, und was noch kommen wird. Einfach die momentanige Politik Afghanistans beobachten und den bevorstehenden ethnischen Clash der zwei rivalisierenden Völker Afghanistans, den Paschtunen und den Tadschiken. Ultra-Nationalisten beider Seiten wachsen wie Pilze. Der Unterschied zwischen beiden jedoch ist, dass Tadschiken ein unabhängigen Staat mit ihnen kulturell verwandte Völker errichten wollen, während die Paschtunen Angst um ihre traditionelle Hegemonie in Afghanistan Angst haben. Hass zwischen Nord- und Süd gibt es in Afghanistan seit über 200 Jahren, wenn nicht seit 1000 Jahren (Perser gegen Paschtunen, Türken gegen Paschtunen, Inder gegen Paschtunen, heute Amerikaner und die gesamte Welt gegen die Paschtunen). Tatsache ist, dass bevor die Paschtunen einst an die Macht kamen, das heutige Gebiet Afghanistan (damals Khorasan) eines der Kulturzentren der Welt darstellte, mit den größten Denker, Dichter und Gelehrten der Weltgeschichte. Es ist kein Zufall, dass sich alles verändert hat, als ethnozentrische Tribalisten, ehemalige Sklaven, an die Macht kamen, ihr Stammessystem und ihr Recht anderen Völkern mit Gewalt aufgezwungen haben, unter dem Decknamen der Briten gewirkt haben, den Namen ihres Volkes mit Hilfe ihrer britischen Sklavenherren dem Gebiet Khorasan gegeben haben. Verfolgt man diese Strecke weiter, wundert es niemanden, dass die von den Paschtunen gelenkten Staaten, sei es Afghanistan oder Pakistan (zumindest in ihren Stammesgebieten) Barbarei, Vergewaltigungen, Sklavenhandel, Missachtungen der Menschenrechte, Verbrennungen von Bildungsinstitutionen, Mord und Todschlag, Kinderhandel, Organhandel durch entführte Kinder, Selbstmordattentate, Bombenanschläge, Entführungen usw. weit verbeitet ist. Genau diese Kultur wurde einst in ''Khorasan'' installiert, dem Land ein fabriziertes paschtunische Identität gegeben. Wen wundert es da noch, dass das Land und in den Gebieten ausserhalb des Landes wo sie sich ebenfalls aufhalten immernoch Menschen leben, als würden sie 1000 Jahre in der Vergangenheit leben. Die Paschtunen (die eigentl. ''Afghanen'') waren schon in den Quellen vieler antiker und mittelalterlicher Autoren als wilde unzivilisierte Barbaren bekannt, zuletzt auch den Anglo-Saxen in Indien. Schon in der pers. Literatur werden sie als ''Feinde'' der Menschheit und der Menschlichkeit propagiert, darunter im Berühmten Königsepos ''Shahnama''. Die dunkelste Geschichte Indiens und Iran sind nicht zufällig mit den Paschtunen gebunden. Persönlicher Wut? Was macht dann bitte die ganze Welt in Afghanistan? Warum sterben nach inoffiziellen Angaben knapp 200 Tausend Menschen in Afghanistan seit dem Kriegsbeginn? Wer sind bitte die Taliban? Taliban sind keine religiös-fanatische Gruppe, sondern eine chauvinistisch Paschtu-Gruppe, die schon 1992 gegen die Regierung Rabbanis sich erhoben hatte, weil dieser nicht aus der Reihe der Paschtunen stammte, sondern der Tadschiken. Es waren diese, die ein Bürgerkrieg anzettelten. Die Taliban sind mehrheitlich aus den Stämmen der Ghilzais. Sie sind noch nicht mal ihren eigenen Volksangehörigen, wenn sie nicht Angehörige einer ihrer sub-Stämme sind, verfeindet. Schon mal was über die ''Ur-Taliban'' gehört? Waren sie etwa evenfalls eine neue Gruppierung? Diese aggierten schon im 19. Jahrhundert. Diese waren es auch, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts die Völker der nicht-Paschtunen aus Ost-Afghanistan massakrierten, töteten und ihre Angehörige auf den Sklavenmärkte verkauften, damit sie selbst Zugang zu den fruchtbaren Böden und Ländereien der nicht-Paschtunen hatten. Ich habe es schon mal erwähnt. Bevor man sich irgendwelche Kommentare erlaubt, sollte man sich ins detail mit der Geschichte Afghanistans kennen und die Ungerechtigkeiten der Paschtunen vor Augen führen. Würde man sich nicht gegen sie, ob militärisch, politisch, human oder wie auch immer, stellen, würden nicht-Paschtunen heute noch ethnographisch leiden und massakriert werden. Die Taliban waren ein gutes Zeichen für das Paschtunentum. Ethnische Säuberungen, Vereitung von Drogenanbau, Erlaub von ''heimische'' Prostitution etc. Ich sags nochmal, was anderes verdienen diese ''Menschen'' nicht. Paschtune die in Kunduz leben, sind Nachfahren von Faschisten und immigrierende Nomaden die in den Häusern und Ländereien der nicht-Paschtunen, insbesondere der Tadschiken leben und wir fordern diese zurück, mit oder ohne NATO. Es ist ein 2Std Schritt um in Kandahar Fuß zu fassen. Wie gesagt, die Ungerechtigkeit gegenüber nicht-Paschtunen muss zurückbezahlt werden, egal wie. Es leben hoch die Amerikaner

comp 24.12.2009 | 19:52

was wird hier den geistig noch beweglichen eigentlich zugemutet,sind wir ein volk seniler greise die sich wochenlang mehr oder weniger schwachsinnige kommentare zu dem thema afganistan anhören müssen-gibt es in dem land nicht wichtigeres an themen,aspekten,weiterführenden wissen zu vermitteln?
denkt wirlich jemand das raketen,bomber und soldaten zum angucken dort sind? und nicht verwendet werden sollen? lernt mal etwas darüber was ein kampfauftrag,
der einsatz milit. operationen im ausland beinhaltet!
und dann denkt mal über die verantwortlichkeit solcher einsätze und wer das beschloss nach.hier denkt jeder dahergelaufene er könne sich in politik und ausenpolitik einmischen.
comp 24.12.2009

AspandyarAgha 26.12.2009 | 01:29

Der Paschtune würde dir die gleichen Lügen erzählen, wie er es die letzten 200 Jahren getan hat. Selbst ein Immigrant in ''Afghanistan'' (1885 noch bekannt als Khorasan), von den Höhen und Höhlen der Sulaiman Gebirge rübernomadiert, wird er dir auch noch erzählen wollen, dass alle nicht-Paschtunen Fremde in Afghanistan sind und das die Taliban nichts mit den Paschtunen zutun haben. Die Wahrheit ist doch, die Taliban sind Paschtunen und die Paschtunen sind die Taliban. Die Wurzeln der Taliban liegen in der rückständigen und unhumanen paschtunischen Kultur. Ach ja, was er dir auch erzählen wird, ist, dass seine Vorfahren keine Sklaven anderer Mächte waren, sondern die eigentlichen Herren die noch nie besiegt wurden, aber auch (und das ist das dreistige daran), dass alles was in Afghanistan an Geschichte rumliegt und zusehen ist, ist den Paschtunen zu verdanken. Ein paar geschwänzte Neanderthaler, die heute noch in der Welt als die größten Barbaren, das größte nomad. Volk in ganz Zentral Asien darstellen und sowas wie sie wollen eine Zivilisation gehabt haben? Die einzige Zivilisation die sie jemals hatten und nach wie vor haben, sind Zelte. Frohe Weihnachten. Besuche bitte Afghan-Web.com

Nos Nibor 27.12.2009 | 12:50

"Die Paschtunen verdienen es nicht zu leben. Das sind wilde Barbaren, Menschen ohne Kultur, ohne eine Zivilisation, ohne Geschichte, Artiktur, Philosophie, Kunst, eine menschl. Sprache, Ehre, Stolz, Herz, Liebe. Das sind keine Menschen. Das sind noch nicht mal Tiere, denn Tiere können Liebe empfinden. Das weiss ich. Tod Afghanistan und Tod den Feinden der Perser Afghanistans. Es Lebe der neue und alte Staat Khorasan!!!"
Ich kann mir vorstellen, dass es eine lebhafte redaktionelle Diskussion darüber gegeben hat, ob Sätze so voller Hass, blinder Wut und ja, Menschen-verachtung, publiziert werden sollen. Die Entschei-dung war richtig, zeigt sie doch das Ausmaß der seelichen Verwüstungen, die die Kriege in Afghanistan angerichtet haben. Die Sätze versperren mir auch die Möglichkeit, den Artikel objektiv zu lesen.