Fehlfarben-Comic: Der große Moment besteht immer auch darin, dass man ihn verpasst

Deutschland 1980 Aus dem legendären Fehlfarben-Debütalbum „Monarchie und Alltag“ haben elf namhafte Illustrator:innen einen Comic gemacht. Diedrich Diederichsen weiß, warum diese Musik 42 Jahre später noch fasziniert
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 29/2022
Fehlfarben-Comic: Der große Moment besteht immer auch darin, dass man ihn verpasst

Illustration: Anke Kuhl

Wir waren im alten Opel auf dem Wege zum Kunst-/Musikfestival „Finger Für Deutschland“ in Immendorffs Atelier und im Ratinger Hof, beides Düsseldorf, wo auch unsere Band am Wahlabend 1980 spielen sollte. Inmitten des mir damals gänzlich unbekannten und noch nicht völlig in Ruhrfestspiele umgewandelten Ruhrgebiets mit seinen Schornsteinen, Produktionsstraßen und eingemauerten Industriarealen legte ich die Vorab-Kassette der ersten Fehlfarben-LP ein, komischerweise mit der zweiten Seite zuerst: „Im Zentrum der Zivilisation / Leben, Leben um uns herum / Und mittendrin ein Stück Land abgesteckt / Oder ’ne Fabrik, in die keiner seine Nase steckt …“ Apokalypse, das Lied vom „Ernstfall“ der „längst“ ein