„Es ist Zeit, Zeit, Zeit“

Radikal Die Aktivisten von Extinction Rebellion wollen die weltweiten Klimaproteste intensivieren – ohne Gewalt
„Es ist Zeit, Zeit, Zeit“

Illustration: der Freitag, Material: Getty, iStock

Als Lu Yen Roloff am Montag, den 15. April 2019, über die Berliner Oberbaumbrücke geht, möchte sie so normal wie möglich wirken. Sie spricht leise mit ihrer Begleitung. Guckt interessiert die historischen Arkadengänge entlang. Macht wie alle anderen Besucher Selfies vor der Spree. Sie hat darauf geachtet, keine Logos auf dem T-Shirt und keine Transparente dabeizuhaben, die sie als Teil einer Protestgruppe ausweisen könnten. Einige Polizisten stehen bereits am Rand und sondieren das Gelände.

Am Morgen ging die SMS mit den Koordinaten für den Flashmob rum. Nun müssten auch alle anderen wissen, dass diese Brücke um 16 Uhr blockiert werden soll. Aber wer gehört dazu? Wie viele werden es sein? Und was dann? Roloff hat noch nie an einer Blockade teilgenommen, bei der es das Ziel ist, sich von der Polizei wegtragen zu lassen oder sogar in Gewahrsam genommen zu werden, wird sie später erzählen. Das hat sie auch an diesem Apriltag zunächst nicht vor. Bislang war sie eine der Polizei unauffällige Bürgerin, arbeitete montags bis freitags bei Greenpeace und mochte frohe Geschichten des Gelingens. Um 16.15 Uhr läuft eine Gruppe los, lässt sich auf der Brückenmitte nieder. Das Startsignal. Plötzlich lassen sich auch andere Menschen, die gerade noch vermeintlich Touristenfotos schossen, zwischen den Brückenpfeilern nieder.

Schließlich sitzen 200 Leute eingekesselt und versuchen sich darin, ein paar Sprüche zu rufen oder Lieder zu singen. Das Ganze wirkt etwas unbeholfen. Aber es ist ja auch das erste Mal. Noch bevor sich Roloff an diesem Tag von Polizisten wegtragen lässt, passiert etwas, das ihr Leben verändert: Sie wird vom „Sog der Rebellion“ erfasst.

Fünf Monate später steht Lu Yen Roloff im Betahaus in Hamburg. Auf einer Folie hinter ihrem Rücken steht: „Rebel for life“. Darunter ein Kreis mit einer Eieruhr darin. Es ist das Symbol der Bewegung Extinction Rebellion, kurz XR, und soll die ablaufende Zeit auf der Erde symbolisieren – die bevorstehende nächste große Aussterbewelle. „Wer mich hören kann, klatscht einmal in die Hände“, ruft Roloff in den Raum. Frauen mit bunten Schals, junge Männer ohne Schuhe, ältere Herren mit Revolutions-Pferdeschwanz klatschen. „Wer mich hören kann, klatscht zwei Mal in die Hände.“ Jetzt verstummen auch die anderen im Raum und klatschen zweimal. Roloff kichert, wie gut der freundliche Trick funktioniert hat. „Er funktioniert genau wie XR“, sagt sie. „Mit effektiven Mitteln den Alltag erschüttern.“ Roloff ist innerhalb weniger Monate zu einer der führenden Köpfe hinter XR Deutschland geworden und hat ein großes Ziel vor sich: „Onboarding“. Das heißt: so viele Menschen wie möglich davon zu überzeugen, zu Rebellen und Rebellinnen für das Klima zu werden. Am 7. Oktober sollen Blockaden in Berlin, London, Paris, Amsterdam, Madrid, New York, Sydney, Perth, Melbourne und Buenos Aires losbrechen. Die große Rebellion.

Seit Jahren hat sich Roloff mit den zerstörerischen Folgen von Konsum beschäftigt. Sie hat bunte Schilder auf Demos in die Luft gehalten, NGO-Kampagnen für das Selbermachen statt Kaufen gestartet, Mehrwegbecher für ihren Coffee-to-go benutzt und das Fliegen aufgegeben. Sie wollte daran glauben, dass alles schon irgendwie gut wird. Aber je mehr sie sich für Nachhaltigkeit engagierte, desto aussichtsloser erschien es ihr. „Bei mir hat sich ein Gefühl der Dringlichkeit eingestellt.“

Tanzen gegen das Gift

Roloff klickt auf ihren Laptop, und es erscheint ein Foto von Huskys, die einen Schlitten über Wasser ziehen. „Als ich dieses Bild gesehen habe, bin ich wieder sehr traurig geworden“, sagt Roloff. „Grönlands Eisflächen schmelzen bereits jetzt in dem Maß, wie es Forscher erst für 2070 vorausgesagt haben. Der Permafrost taut gerade auf, als wäre es 2090.“ Sie klickt weiter durch brennende Wälder und dürre Steppen. Ihr Gesicht wird ernst. „Die Zeit läuft ab für das Leben auf diesem Planeten. Aber wenn Hoffnung stirbt, beginnt Aktion.“

Seit Greta Thunberg sich mit einem Schild vor das schwedische Parlament in Stockholm gesetzt hat, ist etwas mit der Welt passiert. Das unschuldige Kind hat mit dem Finger auf etwas gezeigt, das eigentlich alle längst wussten: dass der Mensch die Natur zerstört – und dass dagegen sofort etwas unternommen werden muss. Dass Ausreden, Kompromisse und Verzögerungen nicht mehr akzeptiert werden. Weltweit formiert sich Protest: Klimabündnisse laden zu Demonstrationen. Jugendliche von Fridays for Future streiken. Die Bewegung Extinction Rebellion will weiter gehen und ruft zu massenhaftem zivilen Ungehorsam auf. Sie ist die radikale Schwester aller gegenwärtigen Umweltproteste. Was haben die Aktivisten vor?

Um Extinction Rebellion zu verstehen, muss man sich mit der Zahl 3,5 beschäftigen. Sie stammt von der US-Politologin Erica Chenoweth. In ihrer Studie Why Civil Resistance Works hat sie gewaltvolle und gewaltfreie Revolutionen und Umstürze des 20. Jahrhunderts untersucht und daraus Erfolgsstrategien destilliert. Ihr Fazit: Wer ein System verändern will, muss mindestens 3,5 Prozent der Bevölkerung mobilisieren. Alle Kampagnen, die das geschafft haben, waren gewaltfrei. Extinction Rebellion will genau das anwenden, um drei Ziele umzusetzen: Die Regierung soll die Wahrheit über die Klimakrise anerkennen und einen „Klimanotstand“ ausrufen. Außerdem: Treibhausgase bis 2025 auf Nettonull reduzieren und alles tun, um Biodiversität zu erhalten. Und: eine Bürgerversammlung einsetzen, die über das weitere Vorgehen in Bezug auf den Klimawandel entscheidet. Das klingt zunächst vage, aber die Bewegung will sich nicht in Detailfragen verlieren, sondern zunächst in allen Milieus wachsen. Auf ihrer Internetseite gibt es eine interaktive Karte, auf der sich momentan rund 570 regionale Gruppen aus etwa 60 Ländern eingetragen haben. Wie groß diese Gruppen im Einzelnen sind, lässt sich schwer überblicken.

XR spricht von weltweit etwa 100.000 Mitgliedern. Um Chenoweths 3,5-Prozent-Ziel zu erreichen, braucht die Bewegung aber etwa 270 Millionen Rebellen auf der Welt. Das scheint unrealistisch. Aber die Hoffnung können die Aktivisten nicht verlieren. Die ist schon lange weg.

Es gibt ein Video der britischen Biologin und XR-Mitgründerin Gail Bradbrook, das fast jedes XR-Mitglied gesehen hat. Da steht eine Frau vor einem CD-Regal und zwei bunten Bildern und sagt gleich zu Beginn, dass sie keine Rede über Klimawandel mit einem hoffnungsvollen Ausblick anzubieten habe. Sie hätte aber zwischendrin eine Pause zum Weinen oder Handhalten mit dem Sitznachbarn eingeplant. Das war kein britischer Humor. Im Gegenteil: Trauer, Panik und Depression, die immer mehr Menschen angesichts der Ausweglosigkeit der Klimakrise befallen, werden in der Bewegung viel Raum gegeben. Einer aggressiven Welt soll nicht mit Aggression begegnet werden, sondern mit Empathie.

In der „Rebell*innenschmiede“ in Hamburg stehen deswegen auch Meditation, gewaltfreie Kommunikation, Trauerarbeit und „Regenerations-Kultur“ auf dem Tagesprogramm. Am Morgen bildet sich ein Singekreis, der das Partisanenlied Bella Ciao umdichtet: „Hört auf mit Lügen und Verdrängen, komm wach jetzt auf, es ist Zeit, Zeit Zeit“, singen die Rebellen. Eine Frau fängt an, wie wild durch die Kreismitte zu tanzen. „Wir wollen das toxische System nicht nur im Außen bekämpfen, sondern auch im Inneren“, sagt Lu Yen Roloff. Man übe sich darin, nicht an der Verzweiflung kaputtzugehen. Es geht um Resilienz für die kommenden schlimmen Tage.

Blockade der Börse

Wer die Rebellen bei ihren Aktionen beobachtet, sieht dort viel düstere Symbolik: Zum festen Repertoire gehören Trauermärsche, Särge, Kunstblut und Die-ins, bei denen die Aktivisten wie tot zusammensinken. Es darf geweint und Schwäche gezeigt werden. Es ist, als sei XR ein Sammelbecken der Klima-Apokalyptiker, das mit jeder Nachricht über Meeresplastik und Bienensterben weiteren Zulauf findet. Die Radikalität von XR steckt nicht in aggressiven Straßenschlachten oder lauten Parolen. Sie will niemanden angreifen oder etwas kaputtmachen. Die Methode lautet: gewaltlose Selbstopferung.

Die meisten Mitglieder hat XR im Heimatland Großbritannien, wo am 31. Oktober 2018 die Rebellen der ersten Stunde auf dem Londoner Parliament Square eine „Rebellion gegen die Regierung“ ausgerufen haben. Bereits bei diesem ersten Sit-in wurden 15 Menschen in Gewahrsam genommen. In den folgenden Wochen wurden es sukzessive mehr. XR-Aktivisten klebten sich mit Sekundenkleber am Eingang von Downing Street fest, entrollten Banner über der Westminster Bridge, blockierten Regierungsgebäude – und wurden festgenommen. Zum ersten großen Rebellionstag blockierten 6.000 Briten die fünf wichtigsten Brücken über die Themse, was der Guardian eine der „größten Aktionen zivilen Ungehorsams im Vereinigten Königreich seit Dekaden“ nannte. Bei den Aufständen im April dann, als Aktivisten auch die Eingänge zur Londoner Börse blockierten und auf die Dächer von Metrozügen kletterten, gab es 1.130 Verhaftungen. Diese sind Kalkül. Massenverhaftungen sind das zentrale Element des XR-Protests.

Bevor sich die ersten britischen XR-Aktivisten von der Polizei abführen ließen, machte sich im Spätsommer ein hagerer Mann mit grauem Haar und grauem Bart auf den Weg durch England. Roger Hallam setzte sich in sein Auto und fuhr zu Rathäusern und Gemeindezentren im ganzen Land. Vor ihm saß: der ganz normale britische Mittelstand. „Ich bin Forscher und habe mich mit Widerstand beschäftigt“, stellte er sich vor, wie ein Guardian-Video zeigt. „Und was ich über die Jahre herausgefunden habe: E-Mails und Briefe schreiben oder mal einen Tag protestieren, das reicht angesichts unserer bevorstehen Katastrophe nicht. Wir brauchen 2.000 Leute, die sich verhaften lassen, und vielleicht 400, die ins Gefängnis gehen. Ich persönlich bin bereit, weil ich nichts mehr zu verlieren habe. Denn wir stehen vor dem Aussterben.“

Die Menschen hörten aufmerksam zu, sie klatschten. Nach seiner Rede verteilte Hallam Fragebögen, wer sich mit ihm in Gewahrsam nehmen oder verhaften lassen würde – und war überrascht. Viele seiner Zuhörer waren bereit, ihre Komfortzone zu verlassen. Mittlerweile hat XR in Großbritannien nachgezählt: 3.705 der Mitglieder würden sich verhaften lassen, 3.326 auch ins Gefängnis gehen.

Roger Hallam gründete Extinction Rebellion zusammen mit einer Gruppe von Aktivisten, die unter anderem aus der Bewegung „Rising Up!“ kommen. Die Strategie der Massenverhaftungen beschreibt Hallam in seinem Essay Common Sense for the 21st Century, das als eine Art Manifest der Bewegung gilt. Darin steht: Im Gegensatz zu anderen linken Bewegungen agiere XR nicht im Verborgenen. Jede Aktion des zivilen Ungehorsams müsse strikt gewaltfrei sein und werde vorher der Polizei und der Öffentlichkeit angekündigt. Man versuche nicht, ein paar wenige hochriskante Aktionen in geheimen Hinterzimmern zu planen, sondern so offen wie möglich zu massenhafter Störung von ökonomisch sensibler Infrastruktur aufzurufen: Häfen, Ölraffinerien, Gaswerke.

Die Form des massenhaften zivilen Ungehorsams ist auch in der deutschen Ökobewegung nicht neu. Atomkraftgegner haben sich bei Castor-Transporten an Bahngleise gekettet, Kohlegegner blockieren Tagebaue und Kraftwerke, Waldschützer bauen Barrikaden und Baumhäuser im Hambacher Forst, Tierrechtler besetzen Fleischfabriken. Der Unterschied: Sie alle haben konkrete Ziele: Atomausstieg, Kohleausstieg, Rodung und Tiertötungen verhindern. Die Bewegung Extinction Rebellion ist dagegen in ihrem Ansatz total. Sie will nicht nur die schwarzen Schafe ärgern, sie will der ganzen Herde klarmachen, dass sie sterben wird.

Die Waffe: Spielzeug-Drohnen

Verlässt man die Rebell*innenschmiede von Lu Yen Roloff und taucht tiefer ein in die Strukturen der Organisation, verdichtet sich die Radikalität. In einer anderen Großstadt sitzt ein junger Mann mit schwarzem Hemd, der hier Simon Rasch genannt werden soll. Seine Positionen sollen nicht als allgemeine XR-Meinung verstanden werden, deswegen wählt er die Anonymität. Rasch sagt, über Massenverhaftungen werde in Deutschland bislang noch relativ wenig diskutiert, weil man hier noch nicht über die Schlagkraft einer so großen Bewegung wie in England verfüge. „Ich habe den Eindruck, dass jetzt einige bei XR mitmachen, weil sie kurz vor dem Ende noch auf der richtigen Seite der Geschichte stehen wollen. Wenn man da stehen will, muss man auch bereit sein, seine eigene Freiheit als symbolisches Opfer zu bringen.“ Rasch ist bereit, auf eine Familie zu verzichten – obwohl er sich Kinder wünscht. Er hat keine Erwerbsarbeit neben dem Aktivistendasein – obwohl er ein Hochschulstudium abgeschlossen hat. Und er würde auch ins Gefängnis gehen. XR skizziere in allen Talks, auf was für eine gewaltvolle Welt wir zusteuern würden, sagt er – und dass da bei ihm nicht nur Trauer, sondern auch Wut entstehe. „Ich glaube, dass wir angesichts der Klimakatastrophe nicht mehr nur im nationalen Rahmen agieren und neue nationale Gesetze fordern, sondern uns transnational vernetzen und zum Beispiel multinationale Konzerne adressieren sollten.“

Einer, der gerade am nächsten Eskalationslevel dreht, ist Mike Lynch-White. Manche kennen ihn in der Szene unter dem Spitznamen „Aviation-Mike“, denn er bereitet derzeit Flughafenblockaden in Großbritannien und anderen Ländern Europas vor. Für den 13. September hat er den Behörden bereits die sogenannte Heathrow-Pause angekündigt: eine mehrtägige Blockade des Flughafens London Heathrow. Um 3.30 Uhr morgens soll in dessen Sicherheitszone die erste Spielzeug-Drohne aufsteigen, erzählt er am Telefon. Laut den aktuellen Sicherheitsbestimmungen muss dann der gesamte Flugverkehr gestoppt werden, wenn sich Flugkörper in einer Umgebung von 2,5 Kilometer um den Flughafen erheben. Etwa 100 Piloten lassen nacheinander Drohnen auf maximal Körperhöhe aufsteigen und rufen danach selbstständig die Polizei, um sich verhaften zu lassen. So steht es in einer Ankündigung, die Aktivisten sowohl an den Flughafen als auch an die Polizei geschickt haben. Die Aktion ist keine offizielle XR-Aktion. In einer Erklärung vom 2. August schreibt Extinction Rebellion UK, die Aktion weder zu billigen noch zu verurteilen. „Diejenigen, die sich daran beteiligen, tun das als Individuen.“ Die Blockierer entstammen allerdings XR und verpflichten sich auf die gleichen Prinzipien.

Lynch-White hat kein Problem damit, seinen Namen in einem Artikel zu lesen. Er hat sich ja bereits bei der Polizei vorgestellt. „Die konnten es gar nicht glauben, was wir ihnen erzählten“, sagt er. „Die betonten immer wieder: Wir werden Sie dafür verhaften! Und wir sagten: Ja, genau darum geht es ja!“ Er werde, „wenn alles gut geht“, seinen 29. Geburtstag hinter Gittern verbringen.

Welches Strafmaß auf solche Aktionen entfällt, lässt sich im Moment noch nicht absehen. Lynch-White rechnet persönlich mit etwa drei bis sechs Monaten Haft. „Natürlich riskieren wir, dass man uns als Ökoterroristen abstempelt. Wenn es diese Gefahr nicht gäbe, würden wir unseren Job nicht richtig machen.“ Es gehe ja um das höchstmögliche persönliche Opfer: die Freiheit.

Während Lu Yen Roloff in der Rebell*innenschmiede in Hamburg wieder ihren Laptop zuklappt und sich eine Schüssel mit veganen Pasten und Salaten auffüllt, versammelt sich in einem Nebenraum eine kleine Gruppe, an deren Tür ein Zettel mit einem durchgestrichenen Flugzeug klebt. An einem Flipchart malt ein Aktivist den Flughafen Berlin-Schönefeld auf und einen Umkreis, wo Drohnen starten könnten. Wenn im Oktober die geplanten Blockaden die Innenstadt von Berlin durch Extinction Rebellion lahmlegen, wäre das auch eine günstige Gelegenheit für eine „European Pause“, eine europäische Flugblockade. Auch in anderen europäischen Städten, die sich der Oktober-Rebellion anschließen, sollen die Flugzeuge am Boden bleiben. Aviation-Mike ist derzeit in dieser Mission unterwegs. „Die Flughafenblockade ist ein ganz anderes Level als das, was wir hier bisher kennen“, sagt der deutsche Aktivist, der hier ohne Namen bleiben möchte. Die Gruppe guckt skeptisch. Ein junger Mann will mehr Details, eine ältere Frau möchte mehr Diskussionszeit, eine junge Frau braucht Rechtsberatung. „Es geht hier doch erst mal darum, einen Funken zu schlagen“, sagt der Aktivist. „Macht die Augen zu und stellt euch vor, wie es aussehen wird. Ihr sitzt in einem Versteck irgendwo rings um das Flugfeld. Ihr habt den Joystick in der Hand. Die Drohne hebt leicht vom Boden ab. Es ist still, kein Flugzeug am Himmel. Wie fühlt sich das an?“ Ein paar Leute lächeln. Vielleicht fühlen sie ihn bereits – den Sog der Rebellion.

Greta Taubert ist Reporterin und hat unter anderem die Bücher Apokalypse jetzt! sowie Im Club der Zeitmillionäre veröffentlicht

06:00 17.09.2019
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