„Tote Winkel“ bei Sophie Sumburane: Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung

Gewalterfahrung Psychologisches Dickicht: Die Figuren in Sophie Sumburanes Roman „Tote Winkel“ belügen und manipulieren nicht andere, sondern in erster Linie sich selbst
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 45/2022
Die Autorin Sophie Sumburane
Die Autorin Sophie Sumburane

Foto: Ben Gross

Eine Frau wird vergewaltigt, der Täter steht fest, er ist geständig und sitzt in Untersuchungshaft – hier gibt es nichts aufzuklären. Zumindest nicht in üblicher Krimimanier. In Sophie Sumburanes Kriminalroman Tote Winkel geht es nicht um das Wer und Warum, sondern um das Davor und vor allem das Danach: Was hat zu diesem Verbrechen geführt? Wie gehen die Betroffenen damit um?

Geschildert wird dies aus drei unterschiedlichen Perspektiven: aus Sicht des Opfers Katja, vom Standpunkt Valentinas, der Ehefrau des Vergewaltigers, und aus dem Blickwinkel von Katjas Ehepartner Kay. Der Täter erhält keine Stimme. Seine Motive stehen hier nicht im Mittelpunkt.

Jeweils als Ich-Erzähler_innen kommen Katja, Valentina und Kay zu Wort. So entsteht Multiperspekti

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