Mäh sportlich!

Werbekritik Der Mann, der Rasen mäht, gilt als Kleinbürger mit wenig Sex-Appeal: Der Hersteller Al-Ko will dieses Image ändern und setzt auf Extremsportler wie Joey Kelly

Bei Rasenmähern denkt man an Vorstadtgärten, an Familienväter mit Selbstmordgedanken. Sie sind es in der Regel, die den Rasenmäher bedienen. Das T-Shirt ist im Nacken klatschnass. Und der Rasen? Sieht nach dem Mähen aus wie grüner Teer. Rasenmähen ist der kleine Bruder von Autowaschen. Sex-Appeal: nullkommanull.

Diesem Dilemma wollte sich der Rasenmäher-Hersteller AL-KO nun nicht mehr länger kampflos ergeben. Er ließ sich von einer Hamburger Werbeagentur eine Kampagne stricken, die dem Rasenmäher ein radikal neues Image verpassen soll: weg vom Gebrauchsgerät für Schrebergarten-Spießer, hin zur heißen Kiste für echte Kerle. Als Testimonial hat man Joey Kelly verpflichtet. Der Deutsch-Ire hat nach der Auflösung der Kelly Familiy eine Solokarriere als Extremsportler gestartet. Er läuft zu Fuß von Wilhelmshaven zur Zugspitze, joggt bei 50 Grad durchs Death Valley oder jagt auf einem Wok einen Eiskanal hinunter. Für AL-KO macht Kelly jetzt den Rasenmähermann. Klar, denn die Kampagne heißt „Go X-Treme“.

Kelly mäht in verschiedenen Clips mal auf Rollschuhen einen Steilhang hinunter, mal – noch bescheuerter – komplett unter Wasser. Online werden andere Extrem-Rasenmäher dazu aufgerufen, Extrem-Kelly zu folgen und ihre Aktion auf einem Video festzu­halten. Einer bretterte daraufhin mit seinem Mäher durch mannshohes Schilf, wahrscheinlich ein Vogelschutzgebiet. Sonst folgten bislang wenige. Aber die Kelly-Familie ist ja groß genug – vielleicht sollte eine der Schwestern nachlegen.

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