Allmacht der Konzerne

Hintergründe „Aus der fossilen Energieerzeugung ist eine bestimmte, nämlich zentralistische Infrastruktur entstanden. Eine lange, über viele Stufen reichenden Wertschöpfungskette, an deren Spitze der Konzern entscheidet.“
Ein Schaufelbagger trägt zur Erweiterung des Braunkohletagebaus Garzweiler die oberste Boden- und Sandschicht von ehemaligen Ackerflächen ab. Garzweiler beliefert das Kohlekraftwerk Neurath, das nach Daten aus dem Jahr 2020 der zweitgrößte CO2-Emittent Europas ist.
Ein Schaufelbagger trägt zur Erweiterung des Braunkohletagebaus Garzweiler die oberste Boden- und Sandschicht von ehemaligen Ackerflächen ab. Garzweiler beliefert das Kohlekraftwerk Neurath, das nach Daten aus dem Jahr 2020 der zweitgrößte CO2-Emittent Europas ist.

Foto: Sean Gallup/Getty Images

„Innerhalb dieses Systems sind die einzelnen Fertigungsschritte koordiniert. Für das Unternehmen ist es betriebswirtschaftlich sinnvoll, die Kohlemine zu besitzen und sich selber zu beliefern. Oder die Transport-Infrastruktur zu übernehmen. Oder die Reste der Ölverarbeitung zu Kunststoff weiterzuarbeiten.“ – klima-radikal.de | Blog von Anja Baisch

Mehr als nur Strom

„Ein zentralistisches Energiesystem ist ein geschlossenes System. Nur wer bezahlt, kann an ihm teilhaben. Das impliziert immer auch den Ausschluss. Da die Energieversorgung so wesentlich ist für das Leben, erhält der monopolistische Versorger große Macht. Umgekehrt befinden sich die Verbraucher in einer großen Abhängigkeit. Entweder sie fügen sich den Bedingungen oder sie bleiben draußen und ohne Zugang zu Energie. Eine Alternative gibt es nicht.“ – klima-radikal.de | Blog von Anja Baisch

Wer behindert die Energiewende?

„Wer heute ein Windrad oder einen Solarpark bauen will, muss sich in einem Verfahren bewerben und kann erst dann bauen, wenn ein Zuschlag erfolgt ist. Für Genossenschaften, Stadtwerke und kleine Unternehmen wurden die Projekte damit langwieriger und teurer, viele zogen ihre Ausbaupläne zurück.“ – dw.com

Rückkehr zur Konzernallmacht

Wie wenig sich die Politik um die im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 vereinbarten Limits von 2 Grad Celsius oder besser 1,5 Grad Celsius kümmert, zeigt der Umgang mit der EE-Richtlinie 2018/2001 der EU. Diese sieht eine Befreiung von allen bürokratischen Hemmnissen und Umlagen sowie prioritär eine Förderung der Bürgerenergie vor.“ – pv-magazine.de

Deutschlands größte Wasserschlucker

„Frühestens mit dem geplanten Kohleausstieg im Jahr 2030 können die von RWE verwendeten Wasserquellen wieder für Trinkwasser oder die Bewässerung von Feldern mit Weizen, Salat oder Kartoffeln genutzt werden. Bis dahin zahlt der Konzern nach eigenen Angaben höchstens fünf Cent für einen Kubikmeter Trinkwasser oder auch das ebenfalls aufbereitete Brauchwasser. Bürgerinnen und Bürger zahlen für die selbe Menge Trinkwasser durchschnittlich knapp vier Euro.“ – correctiv.org

17:36 29.06.2022

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