Von Klein-Klein zum großen Ganzen

Hintergründe „Im Kanzleramt blickt man mit Sorge auf steigende Infektionszahlen an Schulen. Der Bund kann in die Schulpolitik der Länder nicht eingreifen – Bildung ist Ländersache. Offenbar erhöht das Kanzleramt aber den Druck auf die Kultusminister, zu handeln.“
Von Klein-Klein zum großen Ganzen
Ein Lehrer erteilt eine Unterrichtsstunde in Englisch und Deutsch. Die Kinder sitzen nebeneinander und haben so den Vorteil, die Sprache des anderen zu lernen (1930).

Foto: William Vanderson/Fox Photos/Getty Images

„Auch wenn in den Monaten der Corona-Pandemie an vielen Schulen technisch aufgerüstet wurde - es fehlt immer noch die verlässliche, flächendeckende Versorgung an Technik, Schulservern, Internetkapazität. Von den Privathaushalten, in denen die Schüler dann lernen müssten, ganz zu schweigen.“ – tagesschau.de

Eine Staatsangelegenheit

„Im 19. Jahrhundert erlebt Deutschland einen bildungspolitischen Boom. War Bildung bisher vor allem Sache der Kirchen gewesen, tritt jetzt der Staat auf den Plan und macht sich die Entwicklung des Bildungswesens zur Aufgabe. Eine handlungsfähige Bildungsverwaltung entsteht.“ – bpb.de

Entwicklung des Bildungssystems

„Schulpolitik blieb auch nach der Reichsgründung Ländersache. In der Weimarer Republik und in der Bundesrepublik Deutschland blieben die föderalen Strukturen erhalten. Aufgehoben wurden sie nur in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) und in der Deutschen Demokratischen Republik (1949-1990). Das Erbe der einzelstaatlichen Kulturhoheit prägt bis heute als "Kulturföderalismus" die Bildungslandschaft in Deutschland. Bundeseinheitliche Regelungen bedürfen der Übereinkunft der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Lände.“ – bpb.de

Heillos überfordert

„Der Bildungsföderalismus ist nicht mehr zeitgemäß. Der Bildungsrat hätte eine Chance sein können, ihn zu modernisieren. Die Bundesländer aber haben das wieder verhindert. Noch einmal wird sich die Bürgergesellschaft so etwas hoffentlich nicht bieten lassen.“
deutschlandfunkkultur.de

Länderübergreifend Handeln

„[Man sehnt sich] nach einem Akteur, der abseits des föderalen Klein-Kleins von 16 Bundesländern eine nationale Perspektive einnimmt. Ein Gremium, das auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse die großen Linien im Blick hat und zum Beispiel eine Digitalstrategie entwirft, mit der (hätte es sie früher gegeben) die deutschen Schulen besser durch die Corona-Krise gekommen wären. So eine Art Nationalen Bildungsrat eben. Der für mehr "Transparenz, Qualität und Vergleichbarkeit" im Schulwesen sorgte.“ – zeit.de

Schule in Zeiten der Pandemie

„Tagesbilanz: Kontakt mit 43 Haushalten (ohne Kollegen und Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln) - klingelnde Handys im Unterricht: 3 - Aufforderung, die Kapuze abzunehmen: 8 - 7-Tage-Inzidenz: 106,7 - Seife und Desinfektionsmittel gekauft.“ – sueddeutsche.de

10:58 25.11.2020

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