Musik aus dem Weltall

Konzerte Eröffnet wird das Festival mit der Aufführung von Karlheinz Stockhausens „Sternklang“ im RheinEnergieSTADION. Die Birmingham Contemporary Music Group und Das Neue Ensemble spielen diese in den 1970er Jahren entstandene „Parkmusik für fünf Gruppen“
Musik aus dem Weltall
Karlheinz Stockhausen gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhundert

Foto: Karlheinz Werner Scholz/ ACHT BRÜCKEN | Musik

Ein klares Wetter, ein offener Himmel, ein freier Blick auf die Sterne … Für Karlheinz Stockhausens »Sternklang«, eine ausgiebige Musik im Freien, ist eine solche Situation ideal. Dann können die (Oberton-)Sänger und Instrumentalisten, die als räumlich weit voneinander entfernte Gruppen im Klangspielfeld verteilt sind, einige ihrer Noten direkt vom Firmament ablesen.

Etliche klassische Sternbilder wie Löwe, Corona, kleiner Wagen oder Kassiopeia lieferten Stockhausen für diese geistliche Musik die Konstellationen, aus denen er modellhafte Rhythmen, Klangfarben und Intervalle entwickelte. Und das für jedes Ensemble einzeln, die hörend miteinander kommunizieren und sich ergänzen. Überdies tragen einige Klangläufer bestimmte musikalische Informationen von einer Gruppe zur anderen und beeinflussen so das kommende Geschehen. »Sternklang«, so Stockhausen, »ist Musik zum konzentrierten Lauschen in Meditation zur Versenkung des einzelnen ins kosmische Ganze. Ferner ist sie bestimmt zur Vorbereitung auf Wesen von anderen Sternen und ihre Ankunft«.

Am 01. Mai kann ab 22:00 in die Metaphysik von Karlheinz Stockhausen im Theater am Tanzbrunnen abtauchen. Seine elektronischen Werke »FREITAGS-GRUSS« und »COSMIC PULSES Nr. 93« aus dem monumentalen Opernzyklus LICHT und unvollendeten Zyklus KLANG bilden einen würdigen Ausklang des Tages.

Der tägliche ACHT BRÜCKEN Lunch lädt am 9. Mai zu einer öffentlichen Probe mit dem WDR Sinfonieorchester in die Hochschule für Musik und Tanz Köln ein. Im Anschluss daran wird am selben Ort der Film »Karlheinz Stockhausen: VORTRAG ÜBER HU« gezeigt, in dem der Komponist über sein Werk INORI spricht.

Ein spektakuläres Konzert mit Karlheinz Stockhausen hat das Festival eröffnet, ein nicht minder beeindruckendes Werk des Komponisten wird es beschließen: Stockhausens »INORI«, eine »Anbetung für einen oder zwei Solisten und großes Orchester« wird vom WDR Sinfonieorchester und den Tänzern Jamil Attar und Emmanuelle Grach in der Hochschule für Musik und Tanz Köln aufgeführt. Die selten zu erlebende Aufführung dieser Fassung zeigt eindrucksvoll die kreativen Überlegungen des Komponisten, der in seinem Werk die heilige Zahl 13 mit verschiedenen Gesten des Betens aus unterschiedlichsten Kulturen kombiniert.

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Karlheinz Stockhausen: Sternklang

Donnerstag 30. Apr | 19:30

im RheinEnergieSTADION Köln

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Freitags-Gruss und Cosmic Pulses Nr. 9

Freitag 01. Mai | 22:00

Theater am Tanzbrunnen in Köln

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Karlheinz Stockhausen: Inori

Sonntag 10. Mai | 20:00

Hochschule für Musik und Tanz Köln

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00:14 31.01.2020

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