Wolfgang Mulke
28.11.2012 | 12:50 13

Halbe Schritte

Rente In ihrem Konzept gegen die Altersarmut hat die SPD einige gute Ansätze. Doch auch sie ist nicht konsequent genug. Ein Kommentar

Halbe Schritte

Die Politik muss für bezahlbare Energie, für leistbare Mobilität und erschwinglichen Wohnraum sorgen - dort liegen die Kostenfallen

Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images

Auch die SPD will etwas gegen die drohende Altersarmut vieler Arbeitnehmer tun. Das ist löblich, hat die Partei doch mit den Reformen der Vergangenheit selbst zu dem sich abzeichnenden Problem beigetragen und die absehbare Entwicklung lange bestritten. Doch ein umfassendes Konzept steckt nicht in der vermeintlichen Wundertüte.

Es gibt gute Ansätze. Eine Stellschraube gegen Altersarmut ist ein Lohnniveau, das Beschäftigten ausreichend hohe Beitragszahlungen in die Rentenkasse und damit später höhere Rentenansprüche ermöglicht. Der geplante Mindestlohn von 8,50 Euro reicht jedoch dazu nicht aus.

Auch die Solidarrente in Höhe von 850 Euro für langjährig Versicherte ist ein nur begrenzt taugliches Instrument. Im Vergleich zu den Plänen von Sozialministerin Ursula von der Leyen erreicht es zwar viel mehr Geringverdiener mit langer Berufslaufbahn. Doch ein Einkommen von 850 Euro ist immer noch ein Armutseinkommen, solange nicht weitere Einkünfte dazu kommen. Und daran hapert es bei Menschen mit geringem Einkommen noch immer.

Die private Zusatzvorsorge zur Pflicht zu machen, traut sich die SPD nicht. Doch nach jetziger Logik eines Rentensystems mit drei Säulen könnte nur das die Einschnitte bei der gesetzlichen Rente wettmachen. Nur so könnte das Einkommen dieser Arbeitnehmer später ein Mindestmaß erreichen.

Kosten werden zur Stolperfalle

Gleiches gilt für die erleichterten Übergangsregelungen, die all jenen einen materiell sicheren Ruhestand ermöglichen sollen, die wegen hoher beruflicher Belastungen früher aufhören müssen.  Hier drängt sich die Frage auf, wie viel die Pläne kosten und wer am Ende bezahlen soll. Die Antworten bleiben zu nebulös.

Der größte Schwachpunkt aber – und das ist keineswegs allein ein Manko der SPD:  Bei der Rentendebatte wird die Ausgabenseite der künftigen Rentner so gut wie gar nicht berücksichtigt. Die Politik muss für bezahlbare Energie, für leistbare Mobilität und erschwinglichen Wohnraum sorgen. In diesen Feldern liegen Kostenfallen, über die Menschen künftig schnell in die Armut stolpern können.

Die Lösung liegt in der Ausweitung der staatlichen Daseinsvorsorge. Dazu muss man sich bekennen, wenn man Altersarmut ernsthaft bekämpfen will.

Kommentare (13)

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Ehemaliger Nutzer 28.11.2012 | 14:50

Der Autor Mulke denkt an. Er argumentiert, dass (in den SPD-Vorschlägen,die er für unzureichend hält) es nur klappt mit gerade mal ausreichenden Renten, wenn die private Vorsorge zur Pflicht gemacht würde.

WOVON , Hr.Mulke, WOVON ?  Von Billig-und Niedriglöhnen und selbst von niedrigen "Nochnormallöhnen" KANN kein Arbeitnehmerhaushalt  diese dann nötigen Prämien zahlen.  Hätten die das Geld über, hätten die doch schon solche Versicherungen. DAS GELD IST IN DEN HAUSHALTEN der betroffenen Arbeitnehmer nicht vorhanden.

Die Versicherungsgesellschaften müssen mangels Finanzkraft der einst in der Anfangsphase der Agenda 2010 des S. anvisierten Kundschaft und jetzt von auch von Ihnen, Hr. Mulke, zu Kunden per Gesetz gemacht werden sollenden Kunden -auf diese Kunden verzichten. Diese Leute haben das Geld nicht.

Staatliche Daseinsvorsorge muß man ausbauen , schreiben Sie, Hr.Mulke in Ihrem vorletztem Absatz , weil durch Kosten des tägl. Lebens (Whg.Energie,Mobilität zum Billigjob) die Leute kein Geld für die zusätzlich dazugekommenen Kosten des täglichen Lebens (Privatrente, Krankenkosten,Kinderausbildung) mehr haben.

Mein lieber Mann-Sie können rechnen!

Aber warum sollen im Sozialdarwinismus, der mit den Prügelknüppeln Rechtbeugung,Rechtsbruch,Propaganda,Lügen und Volksverhetzung flächendeckend in 13 Jahren Deutschland gründlich durchbrutalisiert hat und  allgemein akzeptierte Gesellschaftsdoktrin wurde irgendwelche Leute bereit sein zu akzeptieren, dass von ihren Steuergroschen irgendwelche sozialen Mätzchen bezahlt werden? 

Das geht bei Wahlen nicht durch - deshalb ist die SPD,um die es Ihnen, Hr.Mulke ja geht im Artikel, auch vorsichtig und bleibt bei Allgemeinplätzen. 

Solange kleine Leute , die es aus welchen Gründen auch immer nicht schafften, dem Status (seit 8,9 Jahren Menschen rechtlich  in praxi, noch nicht de jure, mit vermindertem Rechtsstatus,den sie auch nicht ändern könnten, wenn sie materiell um 150,- oder auch 250,- Euro pro Monat bessergestellt würden aus welchen Kassen auch immer per Zuschuß) des Prekariats zu entkommen - die sind arm und sie bleiben arm.Egal welche Taschenspielertricks angeboten werden ,um diese oder jene Partei mit an die Pfründe zu bringen die sich aus öffentlichen Ämtern ergeben.

ES IST NICHT BEZAHLBAR ,-in der zur Verfügung gestellten Geldmenge für "Soziales" ist für soziale Wohltaten kein Platz mehr, es reicht nur für eine Geringversorgung mit dem nötigsten an Mietbeihilfe,Heizkostenzuschuß und Zuschuß zu Krankenkosten. Mehr ist nicht zu machen - weil NIEMAND bereit wäre, den 13 Jahre lang mit der heftigsten und längstandauernden Hetzkampagne seit dem 2. Weltkrieg NEGIERTEN  Sozialstaatsgedanken wiederzubeleben, gar dafür mehr zu zahlen. 

Nochmal: Einzige Lösung  ist , den Betroffenen ,gestaffelt in der Betroffenheit aber in der Gesamtmenge eine Menge Leute,3/5 der Bevölkerung ist recht realistisch, klip und klar  und allerdings ohne Häme, Hohn, Hetze,Volksverhetzung usw. zu sagen , das sie , die Betroffenen ,eben arme Leute sind, Arme eben arm sind und eben NICHT können was Nicharme können , die Party eben zuende ist und das man auch bescheiden am Existenzminimum zurecht kommen kann,allerdings eben ohne Illusionen und ohne Teilhabe an irgendetwas.

Wenn man sich NICHT dazu entschließt, so ehrlich mit der Bevölkerung zu sprechen und weiterhin so famosen Unsinn erzählt (sie mögen wegen Konkurrenz für wenig arbeiten aber eben privat mehr bezahlen -das sowas nicht klappt begreifen sogar Volksschüler, nur eben Sozialdemokraten und Linke nicht.) und deren (künftige) Armut weiter verschweigt oder rosarot übertüncht , wird man unklare Verhältnisse bekommen, die wiederum zu höheren Kosten führen.

 

Geradlinigkeit ist angesagt, Ehrlichkeit ohne jedes Ressentiment und ohne jede Propagandahetze. 

Arme auch Arme nennen und Armen nichts  versprechen ,was über die klare Aussage hinaus geht , dass die arm sind , arm bleiben und arm sterben werden - das ist die Lösung. Denn nur dann ,nur dann -können die Einnahmen sinnvoll in der Weise verwandt werden,wie es eine demokratische ,sozialdarwinistisch durchbrutalisierte, offene und freie Gesellschaft will und braucht.

Der derzeit greinende Mittelbau wird sich gewöhnen, das auch offen auszusprechen- sobald die ihn bildenden Herrschaften sich von den letzten Resten ihrer Jugendträume verabschiedet haben.

That is  the life- hören Sie doch auf , den Leuten ,gearde den Armen, ein schönfärbendes X für das realistisch-erbarmungslose U der Armut vorzumachen!

(Verkürzt: Wollense nu am vergleichsweise leeren Strand liegen und da spazieren gehen  -oder den mit subventionierten Prakariatsangehörigen weiter teilen, die den auch noch verdrecken mit deren Abfällen des Plastikkitsches ,den die kaufen an den Kiosken? Na also!)

 

Sozialstaat aus dem Modell Deutschland, dem damaligen Dummenfang in den 70ern, - der ist nicht mehr nötig, der kann nicht mehr bezahlt werden.

Verteilt wird nur noch innerhalb dessen, was der jeweiligen Zielgruppe zuerkannt wird NACH MEHRHEITSENTSCHEIDUNG  in der Demokratie! (Alles andere wäre nebenbei auch noch undemokratisch, selbst die meisten Armen sind eher für Freiheit als für Sicherheit-das MUSS endlich begriffen werden. )

Und im Pool für die unteren Schichten ist nun mal nicht genug , um es anders zu verteilen als für eine knappe Grundversorgung zum Wohnen,Essen ,Kleiden und Kurieren leichter Krankheiten. Mehr ist nicht mehr BEZAHLBAR weil es dafür KEINE EINNAHMEN GIBT die man verteilen könnte!  Und privat können diese Leute sich nicht helfen -die haben nichts zu privat verteilen.

Die Party des (Sozialstaats) Modells Deutschland ist zu Ende -für immer.  Arm ist arm und lebt auch so. WAS ist daran so schlimm?

 

 

 

 

 

 

 

 

Hans Springstein 28.11.2012 | 16:52

Albrecht Müller hat auf den NachDenkSeiten am 26. November 2012 einen ebenfalls interessanten und passenden Kommentar zum SPD-Rentenkonzept veröffentlicht: "Offensichtlich hat im Hintergrund die Lobby der Versicherungswirtschaft großen Einfluss auf den Beschluss der SPD gehabt.

Es gibt keine Konzentration auf die Gesetzliche Rente.

Riester-Rente und Rürup-Rente sollen fortgesetzt werden, obwohl sie sich weitgehend als unrentabel und unsicher erwiesen haben.
Das Rentenniveau wird nicht klar gesichert.

Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist nur ausgesetzt.

Die betriebliche Altersvorsorge und offenbar auch ihre staatliche Förderung sollen ausgebaut werden. Das ist heute schon ein einträgliches Geschäfts für Versicherungskonzerne und im übrigen leider irrelevant für einen großen Teil der abhängig Beschäftigten, die nicht zu den vergleichsweise blühenden Industriezweigen von Chemie und Metall gehören, oder in kleinen Betrieben arbeiten."

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Ehemaliger Nutzer 28.11.2012 | 19:21

Aber ,aber - nur weil ein Eckert einen wertneutralen kritischen bonmotartigen Satz zur SPD sagt, muß der Eckert doch kein CDU-Mann sein.

Umgekehrt muß noch kein SPD -Mann sein, wer sowas über die CDU sagt.

Das prinzip gilt für alle Gruppierungen und Lesarten aller möglicher Dinge, Gruppen usw..

Vor vielen Jahren lernte der Verfasser mal einen Menschen kennen, der aus der Schicht stammt, die heute seit Herrn Münteferings Kampf mit der Ideologie der von ihm geführten Partei von jenen Sozialdemokraten Prekariat genannt wird.  Aus bestimmten Gründen hatte der Verf. damals sehr kurze Haare ( amerikan. Stil.resp. Pironje-Stil.Man war ja auch noch jünger.) - und dieser Jemand erkannte vermeintlich Leutes Gesinnung am Haarschnitt!

Ist das für Sie, Hr. Springstein, nicht ein wenig zu billig?

 

Mühlenkamper 28.11.2012 | 21:15

Mulke schlägt einen Zwangs-Riester vor - man glaubt es nicht! Das Publikum hat den Riester-Betrug längst begriffen. Leider nicht die SPD: Sie schlägt den Betriebs-Riester vor (allein von den Arbeitnehmern zu bezahlen) zur Freude der Versicherungen. Und gegen das sinkende Rentenniveau will man vorerst bis 2020 gar nichts unternehmen. Da könnte sich Herr Maschmeyer mit seinem 600 Mio. EUR - Vermögen vor Freude über diese "Ölquelle" glatt aus dem Ruhestand zurückmelden. Die SPD jedenfalls will ihren Kanzlerkandidaten am 9.12. just in Hannover küren - in Geschmacksfragen kennt der sich ja aus.

qmp 29.11.2012 | 09:47

Unabhängig von Details wie Riester+Rürup oder nur staatlich und der üblichen Verteilungsdiskussion finde ich in dieser Diskussion 3 Aspekte bemerkenswert
1. Die Menschen sind nicht mehr gleich
Jemand der länger gearbeitet hat soll mehr / früher / länger Rente beziehen dürfen. Für mich ist das ein Paradigmenwechsel: wir definieren "gewünschtes Verhalten" (lange Erwerbstätigkeit) und belohnen dies (höhere Rente). Die Diskussion geht da amS in die richtige Richtung.
2. Zahlen lügen nicht
Die Bevölkerungspyramide lässt über kurz oder lang keine so hohen Renten-Niveaus mehr zu wie bisher. Wie soll das auch finanzierbar sein: ich werde 80+- Jahre alt, fange mit 25 an zu arbeiten und höre mit 67 auf, d.h. ich bin etwa die Hälfte meines Lebens voll sozialabgabenpflichtig. Wie soll ich die andere Hälfte auf demselben finanziellen Niveau leben können? Ich müsste ~50% meines Einkommens zur Seite legen - illusorisch.
3. Generationengerechtigkeit
Die jungen Familien zwängen sich in 3 Zimmer Wohnungen - die ältere Generation jammert über das große Haus/Garten das zu reinigen/pflegen ist. Die meisten Luxusgüter (teure Autos, teure Restaurants, teure Urlaubsorte) sind mit sogenannten Bestagern gefüllt - amS gibt es eine massive staatliche Benachteiligung der Jüngeren. Arbeitsplatzsicherheit, Lohn, .. hängt auch bei staatlichen Arbeitgebern stark vom Alter ab.

 

Helmut Eckert 29.11.2012 | 10:44

@springstein

Früher wählte ich SPD. Nach Schröder werde ich diese Partei? niemals wählen. Wer am 28.11. "Anne Will" gesehen hat, versteht meine Ablehnung. Als früherer, politischer Häftling der SED Diktatur bin ich sehr empfindlich, was " Parteien" betrifft. Mir fällt es sehr schwer, eine Partei zu finden, deren ich mein Vertrauen geben kann!! So geht es zu vielen Menschen in dieser Republik. Unsere Parteien zerstören eine "Demokratie" deren zartes Pflänzchen längst am verwelken ist. Als ich inhaftiert war, hätte ich mir nie träumen lassen, dass eine evang. Pfarrerstochter, mit Doktortitel und frühere FDJ Sekretärin für Agitation und Propaganda, Bundeskanzlerin wird. Ich erlebte in den Studentenheimen der "Karl Marx Uni Leipzig" die SED Hörigkeit vieler Studenten. Besonders linientreu waren die FDJ Funktionäre unter den Studenten. sie wurden nur getoppt von den Studierenden - Fakultät der Journalisten. Am 1. Mai zogen sie jubelnd und klatschend an den SED Bonzen vorbei.  Im Beisein dieser Studenten wurde jedes gesprochene, eigene Wort  zur Gefahr. Die „Insassen des Roten Klosters“ konnten sehr unangenehm werden. Übrigens: „ Maybrit Illner“ gehörte ebenfalls zu dieser "Roten Sekte". Seit dieser Zeit sind mir Politiker und einige  Journalisten mehr als subjekt.

Herr Springstein, ehe ich in die CDU eintrete,  würde ich mich lieber kastrieren lassen. 

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Ehemaliger Nutzer 29.11.2012 | 10:50

QMP   kultiviert in seinem / ihrem Beitrag alle drei  propagandatechnisch hergestellten sachlogisch schwerst fehlerhaften Bereiche die immer wieder angeführt werden sachlogisch falsch,um u.a. geringere Renten zu begründen.

 

Unabhängig von der Wahrheit, dass Arme arm sein werden aus anderen als den von QMP kultivierten sachlogisch ja falschen Gründen ist daher korrigierend und informierend hier richtigzustellen:

1. Die Niedrigrentenbezieher um die es in den jetzigen Debatten geht, fangen nicht (soweit in 40 Jahren Rentenbezieher)  ,resp.fingen nicht denn sie sind heute ältere Leute, mit " 25 Jahren" an zu arbeiten.

QMP und den lesern ist mitzuteilen, dass mit 25 Jahren akademisch ausgebildete  Personen anfangen zu arbeiten und die gemeinhin einen weit höheren Verdienst haben als die derzeit in Rede stehenden Niedrigrentner! Zumeist sind derlei Akademiker sogar als Beamte gar nicht betroffen vom Gegenstand der Debatte, werden Freiberufler und also Unternehmer in dieser oder jener Art. Aber selbst die, welche durchgehend etwa sozialversicherungspflichtig tätig wären, hätten aufgrund ihres ja weit höheren Verdienstes später dann -und derzeit soweit eben älter und demnächst Rentner- keine Probleme bei der Höhe ihrer Renten.

Die Niedrigrentner heute und später sind Leute, die mit Lehre im Dualen System mit -soweit ältere leute heute- mit 14,15 oder 16 angefangen haben zu arbeiten! Mit 16,17,18 waren die ausgebildet und rechnet man die Bundeswehr bei den Männern ab die aber auch zur Berufsbiographie zählt, so haben diese heute -und dann die später dann in Rente Gehenden- in Rente gehenden Leute also ihr Arbeitsleben mit 14,15,oder 16 begonnen und nicht, wie QMP behauptet ,mit 25! (Der Verf. kennt Leute ,die mit 13 Jahren angefangen haben zu arbeiten,eine Lehre begannen.Damals war das noch erlaubt.8 Jahre Volksschule -und dann Lehre. Das sind Leute, die gerade mal 3 oder 5 Jahre Rentner sind und sich heute solchen Unsinn anhören müssen, dass mit 25 angefange wird zu arbeiten. )

Lebensalter:

Es gibt KEINE Statistik, in der dezidiert das durchschnittliche Sterbealter -und also die Dauer des Rentenbezuges - aufgeführt wird. Aus gutem, d.h. schlechtem ,Grund ist das wohl vermieden worden.

Das läuft ähnlich wie beim Duchschnittsverdienst. Man nehme 8 Leute die normal verdienen und 2 Leute die gestaffelt besser verdienen-und man erhält einen Durchschnittslohn , der höher ist als der ,welchen die 8 erhalten. Das geht hin, solange MAN DARAUS NICHT REGELN ENTWICKELT, die dann nur für diese 8 gelten-denn da shat dann ja mit Mathematik nichts zu tun sondern mit Politik, welche aufgrund von Lügen mit der (mathematisch formal korrekten, real aber unzutreffenden) Wahrheit begründet wird!

(Eine generell beliebte Taktik moderner Meinungsmache ist das-wird in vielen Bereichen angewandt.)

Und so ist es auch beim Lebensalter und der  Rentenbezugsdauer von rein von Sozialversicherungsrenten lebenden Menschen,zumeist eben kleiner Leute ,die zumeist nur mäßig verdienten, mit 14, 15 oder 16 anfingen zu arbeiten und heute oder in einigen Jahren eine geringe Rente bekommen .

Kleiner Tip für Leser: Gehen Sie einfach mal über den Friedhof ihrer Heimatstadt.Sie hatten ja alle Klasenkameraden, Jugendfreunde und haben/hatten eigene Eltern und Verwandte.

Prüfen Sie einfach mal das Sterbealter der Väter und Mütter von Freunden,Bekannten und Verwandten die als Arbeiter und kleine Angestellte sozialversicherungspflichtig arbeiteten und von diesen Renten lebten bis sie starben. Überschlagen Sie mal deren Rentenbezugsdauer. (( "Freddys Vater Fabrikarbeiter: 5 Jahre Rente, Mutter von Freddy hat Pullover verkauft , 9 Jahre Rente.  Anettes Vater Maurer, vor Rentenbezug an Krebs gestorben,Mutter 13 Jahre Rentenbezug. Kalles Vater Elekriker und Lastwagenfahrer-11 Jahre Rentenbezug, Mutter 4 Jahre Rente und gestorben mit 64 an Schlaganfall. usw. usw. usw.!!!! " )

Und das setzen Sie, Leser ,mal beim nächsten Besuch in Ihrer Heimat  in  Bezug  zum Lebensalter von Ihnen bekannten Beamten Ihrer Heimatstadt und deren Pensionsbezugsdauern -also etwa  Ihnen bekannte Kommunalbeamte oder Kreisbeamte, die drei Richter die Sie mal kennenlernten auf Exkursion in der 11. Klasse in Sozialkunde für die Halbjahresarbeit oder Ihren Studienräten und Oberstudienrätinnen die Ihnen größtenteils durchaus gesund heute noch hochbetagt mit 78 oder 83  Samstags beim Einkauf in der Stadt begegnen und immer ein freundliches Wort übrig haben. Oder die zwei oder drei Unternehmer ,deren Kinder auch in Ihrer Klasse waren -und die Ihnen beim Heimatbesuch im November/Dezember  immer so braungebrannt vom Spaätherbsturlaub in der Sonne oder im bairischem Jägerdress mit Hirschhornknöpfen- Joppe auch als Endsiebziger oder Achtziger an ihren distinguierten Oberklasseautos auf dem Parkplatz vorm Weihnachtsmarkt auffallen und Ihnne,Leser ,dämmert, dass das doch "Steffens Vater und Mutter sind " oder  Eriks Eltern vom Küchengeschäft Müller Meier Schulze.

DAS sind alles Leute,die NICHT oder nicht in erster Linie von einer Rente aus ausschließlich sozialversicherungspflichtiger Tätigkeit leben müssen und die ein physisch oft weniger  anstrengendes und erschöpfendes auslaugendes Arbeitsleben führten als die erstgenannten Toten auf dem Friedhof und materiell aufgrund besseren Verdienstes auch weniger Lebenssorgen hatten als jene bereits Verstorbenen aus den Unterklassen!

 

Es ist unseriös, wenn man wie QMP und die Mainstreampropaganda, Werte (und Möglichkeiten) die nur für bessergestellte Menschen vorausgesetzt werden können die mit dem in Rede stehendem Thema an sich nichts oder nur wenig zu tun haben ,auf Menschen anwendet die solche Möglichkeiten gar nicht hatten -und aus deisem also komplett sachlogisch falschem Ansatz dann Schlussforgerungen ziehen will die in die Realität umgesetzt werden sollen.

 

DAS KANN nur schief gehen.  Man verstehe hier richtig. Abgesehen davon ,dass es unmoralisch wäre absichtlich sowas zu machen und "Äppel mit Birnen zu vergleichen" - es führt objektiv und ganz real und wertneutral dazu WIE EINE FALSCHE BUCHFÜHRUNG  zu falschen Ergebnissen.

Jeder Kaufmann und sei er noch so sozialdarwinistisch und kapitalistisch und neoliberal - alle übrigen am sich sowieso- MUSS und WILL  nur WAHRE  Daten als Entscheidungsgrundlage haben,keone propagandistisch zwar nutzbaren falschen Daten ,die aber jede echte Kalkulation zunichte machen.

 

Nur grenzedebile Politiker und ebensolche halbseidene Geschäftemacher und dumme linke Ideologen ,  plus einiger an sich unbedeutender Menschenschindertypen denen Fiskal- und Volkswirtschaftspolitik egal ist, glauben ihren eigenen Propagagandalügen und machen , bzw. machten wie seinerzeit die Hartz 1 bis 4 /Agenda 2010 -Leute , die dann zur Grundlage ihrer politischen Entscheidungen bzw. zur Grundlage ihrer "Auftragsvergaben" an Politiker!

Man muß also Propagandafalschdarstellungen -Beispiel eben : mit 25 anfangen zu arbeiten und über 80 alt werden ff.- informierend richtgstellen. (Egal ,ob QMP nun absichtlich so argumentierte oder als Opfer von Propaganda aus Versehen so argumentierte.)  

qmp 29.11.2012 | 14:45

bzgl. Lebensarbeitszeit: und die Dachdecker arbeiten von 16 bis 67? Keine (nachvollziehbare) Frühverrentung, bzw. 10 Jahre (ebenfalls nachvollziehbare) Arbeitslosigkeit vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen?

Es ist nicht richtig, daß Menschen die lange gearbeitet haben nicht von ihrer Rente leben können - das ist aber ein bis auf meinen Punkt 1 müßiges Verteilungsproblem - da kommen wir nicht auf einen grünen Zweig.