Andreas Potzlow
22.01.2013 | 09:31 5

Stand Aaron Swartz in Kontakt mit Assange?

Aaron Swartz Nach dem Freitod des 26-Jährigen gibt es Anzeichen dafür, dass Swartz eine Verbindung zu Wikileaks Gründer Julian Assange hatte

Stand Aaron Swartz in Kontakt mit Assange?

Foto: gilly youner/ Flickr (CC)

Der Tod von Aaron Swartz zieht Kreise in der Netzgemeinde. Nach dem Freitod des 26-Jährigen, der vielen als Computer-Genie gilt, gehen die Ermittlungen weiter. Nun gibt es Anzeichen dafür, dass Swartz, einer der Gründer von Reddit eine Verbindung zu Wikileaks Gründer Julian Assange hatte.

Die Nachricht verbreitete sich per Twitter in Minuten und unter denen, die sich für freie Informationsverbreitung einsetzen einen Schock. Der 26-jährige Aaron Swartz ging in den Freitod, selbstbestimmt wolle er sein Leben führen. Was ihm drohte, war nach einer US-Anklage 35 Jahre Haft. Vorausgegangen waren der Download von 4 Millionen Dokumenten des MIT (Massachusetts Institute of Technology). Er war deshalb bereits zwei Mal festgenommen worden.  Die Ermittlungen dazu führte der Secret Service, dieser ist in den USA für die Verfolgung von Coputerkriminalität zuständig.  Swartz hatte im MIT einen Computer dazu benutzt die Dokumente aus der wissenschaftlichen JSTOR Angebot zu Downloaden und frei ins Netz zu stellen. Auf die Vorwürfe reagierte Swartz und äußerte die Anklage mache „keinen Sinn“, genauso könne man jemand anklagen der „angeblich zu viele Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen hat. Swartz der mit 14 Jahren bereits am RSS-Standard mit programmierte, der heute sämtliche News-Feeds verbreitet, setze sich zum Ende seines Lebens immer verstärkter für die freie Verbreitung von Informationen ein und engagierte sich gegen die neuen US Urheberechtsbemühungen.

Das MIT lässt den Vorfall mittlerweile untersuchen. Hal Abelson, Mitbegründer des Creative-Commons-Projekts soll nun klären, an welchen Punkten die Universität hätte anders reagieren können.  Swartz Anwälte betonen unterdessen, sie hätten die Ermittlungsbehörden mehrmals darauf hingewiesen, dass ihr Mandant unter Depressionen leidet. Diese boten allerdings nur zynisch an, ihn Festzunehmen, um ihn vor sich selbst zu schützen.  Unterdessen machen Tweets von Wikileaks die Runde, in denen mitgeteilt wird: "Wir haben starke Gründe zu der Annahme, auch wenn wir es nicht beweisen können, dass Swartz eine Quelle von Wikileaks war". Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson bestätigte unterdessen die Echtheit der Mitteilung.  Außerdem wurde mitgeteilt, dass Swartz 2010 und auch 2011 Kontakt zu Julian Assange hatte, also der Zeitraum, in dem Wikileaks weltweites Aufsehen erregte.  Wikileaks will nun die Beteiligung des Secret Service in der Geschichte untersuchen. Sollte sich bestätigen, dass Swartz in irgendeiner Form Informant der Whistleblower-Plattform war, wird dies zweifelsfrei ein anderes Licht auf seinen Freitod werfen. Wikileaks selber betont stets, selber keine Informationen über ihre Informanten zu besitzen, deshalb bleibt abzuwarten, wie sie dies untermauern wollen. In den USA steht unterdessen der Prozess um den vermeidlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning bevor. Diesem wird vorgeworfen, geheime US-Dokumente über das US-Militär öffentlich zugänglich gemacht zu haben.

Kommentare (5)

Sarah Rudolph 22.01.2013 | 10:57

Ich finde es absolut unwürdig , zu spekulieren,ob Aaron Swartz Wikileaks-Informat war. Er war außergwöhnlich beliebt und jemand der sehr bewundert wurde und die Reaktionen auf seinen Tod sind so traurig, wütend, entsetzt und berührend: es bleibt ein wirklich unschönes Gefühl, dass Wikileaks ein wenig von diesem GLasnz und dieser Aufmerksamkeit abbekommen will. Zumindest in meiner Filterblase geschieht genau das Gegenteil: Abscheu und etwas das man beinahe als Mitleid sehen könnte. Es wirft zumindest kein sonderlich gutes Licht auf den Schutz der Informanten, wenn darüber auf Twitter spekuliert wird.... und Aaron selber kann sich nicht mehr äußern. 

 

Sarah Rudolph 22.01.2013 | 13:10

Oh, ich glaube die Frage der Reaktionen interpretieren wir gleich. Ich denke, dass diese Emotionen sehr echt sind und ja: etwas über das Thema und auch über Ihn aussagen. Es ist so traurig, dass das passieren musste. So sehr.

 

Was Wikileaks betrifft, entsteht bei mir zumindest der PR-Eindruck, ja.  Das heißt ja nicht, dass es der einzige Grund sein muss, aber war das wirklich notwendig? Ich weiß es nicht. Ich finde es hat einen sehr sehr schalen Beigeschmack.