Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

19.06.2011 | 16:34

Soziale Netzwerke, das Gespenst des Kapitals unserer Zeit?

Ein Gespenst geht um im World Wide Web- das Gespenst der Kapitalbildung durch soziale Netzwerke.

Alle Mächhte der alten Realwirtschaft, samt missraten dereguliertem Nachwuchs der Finanzindustrie,  schauen wie gebannt auf den neu entstandenen Kontinent, auf das "Global Village" des Kapitals, schauen auf die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter & Co.

Alle Mächte dieser alten Welt des Kapitals, der Medien schwören bisher, unter medial eiligen Schwüren,  jedem Anflug der Bildung einer heiligen Allianz gegen das kapitalbildende Gespenst Sozialer Netzwerke verneinend ab.

Kopfschütteln bedeutet  ins Griechische übersetzt, als ein Ja, als eine Zustimmung für eine Heilige Allianz.

Soviel zu den bedeutenden Unschärfen der gegenwärtig monetär realen Gefahrenlage.

Weder der Papst, US- Präsident Barack Hussein Obama, der russische Präsident, Bundeskanzlerin Angela Merkel,  der französische Präsident Sarkozy, die G- 8- , G- 20- Staaten, die UNO, NATO,  der IWF, die Weltbank noch die EZB, das ZdF, die ARD, der Springerverlag, BILD rufen zu einem transatlantischen Bündnis gegen die Sozialen Netzwerke auf.

Geht aus dieser Tatsache hervor, dass die neuen Sozialen Netzwerke als neue wie alte Kirchen zur Sammlung und Bildung von Kapital, uneingeschränkt, umfassend, mit und ohne Steuerprivileg, anerkannt sind bzw. bleiben?

Warum?, wenn ja mit welcher Zielsetzung?

Was werden die alten Mächte unternehmen, was im Schilde führen, wenn die neuen Sozialen Netzwerke, voran Facebook, Twitter  & Co
"Going public"
Aktiengesellschaften (AGs) gründen, deren Alt-  Anteilsscheinhalter/innen, ohne  eigenen Kapitaleinsatz,  allein gegenwärtige wie zukünftige Mitglieder von Facebook, Twitter & Co AGs sind?

Wird das alle bisherigen Vorstellungen, Rahmenbedingungen unserer gegenwärtigen Welt- Finanzindustrie, lokal & global, unkalkulierbar aus den Angeln heben, ungeahnte, erfundene wie reale, Gefahrenlagen heraufbeschwören, wenn sich Soziale Netzwerke im World Wide Web als kommunizierender Motor eines  weltweiten Wohlstandes für alle erweisen und behaupten?

Oder ist es jetzt Zeit, dass die neuen Sozialen Netzwerke ihre Zwecke, Tendenzen, Bestrebungen in der Frage der Kapitalsammlung und -bildung vor aller Welt offen darlegen?, dem Märchen vom Gespenst der Kapitalbildung durch Soziale Netzwerke als neue  Kirchen unserer Zeit eine Charta der Sozialen Netzwerke im World Wide Web entgenstellen.

JP

 
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Kommentare
Max Merziger schrieb am 19.06.2011 um 20:58
Kapialbildung - Kapitalbindung.
Joachim Petrick schrieb am 19.06.2011 um 22:07
Kapitalbildung=Kapitalbindung?,
verstanden als deregulierte Freisetzung von gebildetem Kapital?
poor on ruhr schrieb am 19.06.2011 um 22:47
@JP

Danke. Gerne gelesen. Eigentlich immer wieder von Dir die richtigen Fragestellungen und oft auch Gedanken und Beschäftigung mit dem Thema wo ich eigentlich nur lesen und lernen können.

Mit weitergehenden Diskussionsbeiträgen tue ich mich deshalb bei Dir oft schwer, womot ich mir selbst aber auch nicht jede Diskussionskompoetenz absprechen möchte.

Meienr Meinung hast Du in trefflicher Weise die Gabelungsstelle an der viele soziale Netzwerke sich befinden aufgezeichnet.

Wenn Facebook im nächsten Jahr an die Börse geht und die erwarteten Dollars in Höhe von über 100.000.0000.0000 $ erzielt, ist es ja nicht schwer zu erraten, wessen Interessen sie vertreten werden.

In erster Linie werden es die Intressen des Kapitals sein und die Zielkompatibilität zu den Interessen der Facebooknutzer wird abnehmen.

Die sozialen Netzwerke könne nachhaltig den Menschen nur helfen, wenn sie von den Interessen des großen Kapitals unabhängig bleiben.

Herzliche Grüße

por
glaubdir schrieb am 19.06.2011 um 22:53
@poor on ruhr, uns menschen können keine sozialen netzwerke helfen. wir müssen uns einfach selbst helfen und bestehende oder zukünftige strukturen zu nutzen wissen. dies kann sehr vielfältig geschehen. social networks sind da nur ein baustein, der aufgrund der massennutzung überbewertet wird. sicherlich auch aus dem grund, weil wir uns noch relativ frei fühlen. wenn wir menschen eine richtung haben, ergeben sich viele weitere kommunikationsmöglichkeiten. ;-)
poor on ruhr schrieb am 19.06.2011 um 22:56
@glaubdir

Danke für Deine Einschätzung, die mich nachdenklich gemacht hat und eigentlich überzeugend klingt. ;)
Joachim Petrick schrieb am 19.06.2011 um 23:22
@por

Genau!,
die Gabelungsstelle, wie Du schreibst könnte als Gabelung für einen neuen Weg der Kapitalbildung, -bindung
"Kapital das bleibt"
investiver Verwertung genutzt werden, oder nur, wie zuvor, die globale Spekulatiosblase vagabundierenden Kapitals nähren?
claudia schrieb am 20.06.2011 um 10:47
Ich kann mit vorstellen:
Der Börsenwert von solchen "indiviuellen Datennetzwerken" wird deswegen so hoch geschätzt, weil sie sich hervorragend für product placement eignen. Ein Feldversuch mit dem Produkt "Guttenberg" war im Frühjahr d. J. vielversprechend verlaufen.
Es ist für Werbeagenturen ja kein Problem, diverse "Facebook"- oder "Twitter"-"User" zu erstellen.
Joachim Petrick schrieb am 20.06.2011 um 12:36
@claudia

"Der Börsenwert von solchen "indiviuellen Datennetzwerken" wird deswegen so hoch geschätzt, weil sie sich hervorragend für product placement eignen. Ein Feldversuch mit dem Produkt "Guttenberg" war im Frühjahr d. J. vielversprechend verlaufen."

Das finde ich ja kapitalbildend wie -bindend mit Blick auf folgene Frage äußerst interessant:
"Können und wollen solche Sozialen Netzwerke "Going public" eine Einkommenssäule für ihre User/innen sein, hinter denen nicht erfundene , sondern reale Personen im Singular stehen?

"Es ist für Werbeagenturen ja kein Problem, diverse "Facebook"- oder "Twitter"-"User" zu erstellen"

Wie meinst Du das?
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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