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In der Woche vor Ostern werde ich in Italien sein und am Ostesamstag 12 Stunden mit dem Zug nach Norddeutschland, zu meiner Familie fahre. 12 Stunden, nur um den Planeten zu retten. Da muss ich wirklich darauf achten, dass der iPod vollgeladen ist.
Zum Hauptbahnhof in Aachen brauche ich zum Glück nicht so lange. Am Wochenende hole ich dort immer Brötchen beim Bäcker. Letztes Wochenende stand auf Gleis 1 ein Zug mit einer Dampflok davor. Er sollte an den Transport von Menschen aus ganz Europa in die Vernichtungslager der Nazis erinnern, darum heißt er auch "Zug der Erinnerung".
Es ist immer wieder erstaunlich wie mich der Sturm der Geschichten von Einzelschicksalen von den Füßen reißt und mich im Schlamm des Grauens landen lässt.
Die Zahlen weiß ich schon wieder nicht mehr ganz genau, es waren Millionen, die mit der Reichsbahn transportiert wurden. Die Zahlen waren jedoch ziemlich genau, weil die Reichsbahn Rechnungen schrieb in denen pro Person und Kilometer abgerechnet wurde. Alles war korrekt und gründlich. Und perfekt organisiert.
Bild: Das nennt man wohl akzidentielle Beihilfe zum Genozid.
Bild: "Sie dürfen hier nicht sitzen, der Minister hat's gesagt und ich hätte gerne diesen Platz."
Ich bin wirklich froh, in einem Land zu leben, dass sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt und sie kritisch aufarbeitet.
Dass ich in einem solchen Land lebe, weiß ich, weil es anders nicht möglich ist, dass ich folgendes Schild am Ausgang sah.
Bild: Gleiches Recht für alle. Bei Unrecht sieht das anders aus.
Das geht natürlich auch nicht! Irgendwo muss eine Grenze gezogen werden! Man stelle sich einmal vor, jedem der mit der Reichsbahn in Vernichtungslager verschleppten Menschen würde ein Abteil in einem Waggon gewidmet. Der Zug würde ja Gleise blockieren, auf einer Strecke wie von Aachen bis nach Auschwitz. Bei den Gebühren handelt es sich ohnehin um marktübliche Konditionen, so wie bei den 2 Pfennig/Person und Kilometer auf der Strecke Wien-Auschwitz.
Und am besten gefällt mir daran, dass die Bahn ihrem ehemaligen Slogan damit endlich einmal gerecht wird:
Unternehmen Zukunft: Deutsche Bahn
Spenden kann man hier, ziehen Sie es einfach vom Preis der nächsten Fahrkarte ab.
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Danke für den Beitrag.
Ansonsten fehlen mir die Worte. |
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Sehr eindrucksvoll. Und beschämend für die Deutsche Bahn, die gerade verkündet hat, ihrem alleinigen Aktionär, dem deutschen Staat, in diesem Jahr eine Dividende zahlen zu können.
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danke.
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Danke fürs lesen.
@koslowski dann können die Vertreter des Staates, der im Besitz der Aktien des Rechtsnachfolgers der Reichsbahn ist, ja einen Teil der Dividende dem Zug der Erinnerung spenden. Damit zeigten sie dass sie nicht nur appellieren können, sondern auch Verantwortung übernehmen. Eine Fraktionsübergreifende Mehrheit für dieses Vorhaben sollte doch ein Leichtes sein. |
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und wie üblich hat der zug verspätung, aber nur ein paar, nein, nicht minuten, jahrzehnte.
gibts dafür eine entschädigung bei der bahn? |
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Nein: Höhere Gewalt.
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Ja, von diesem rollenden Denkmal hatte ich schon gehört,
ein außergewöhnliches und sehr engagiertes Projekt. Vielen Dank für den Blog und die Fotos (und für die spitzen Bemerkungen...;-)) |
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Hoffentlich piekt es bei den richtigen und Dein Stuhl ist schön weich :-)
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Danke für Deine guten Wünsche !-))
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Lieber Merdeister,
danke für Deinen Hinweis auf den Zug der Erinnerungen. Ja, für diese wichtige Initiative sollten wir spenden. www.zugdererinnerung.de/index.html |
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Am Besten spendet man, nachdem man die Ausstellung besucht hat (eine Spendendose steht dort).
weinsztein, Du bist natürlich entschuldigt :-) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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Einzelpreis: 3.60 €
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