Afghanistan macht es möglich, wieder völlig ungehemmt vom „Endkampf“ (FAZ) zu schwadronieren. Dabei sollten wir Deutschen doch gebrannte Kinder sein, weil sich auch in diesem Fall der „Endsieg“ nicht einstellen dürfte. Wer von Endkampf redet und vom Endsieg träumt, der hat Afghanistan und die Ursachen des dortigen Krieges nicht verstanden und will die Menschen täuschen. Die Dimension eines jeden bewaffneten Konfliktes am Hindukusch hat der Khan von Khalat vor gut 150 Jahren auf den Punkt gebracht, als er zum Ausdruck brachte, er habe gehört, dass britische Streitkräfte in Kabul einmarschiert seien. Er frage sich verwundert, „wie sie es fertig bringen würden, Kabul wieder zu verlassen“.
Der langjährige pakistanische Botschafter in Deutschland, General a.D. Asad Durrani, hat es einmal zu verstehen gegeben, Afghanistan sei das Bermuda-Dreieck des Ostens, in dem fremde Armeen untergehen. Berlin aber scheint weder geschichtliche Lektionen noch die gesellschaftlichen und machtpolitischen Gegebenheiten in Afghanistan zur Kenntnis nehmen zu wollen.
Nun aber trifft uns ein Ereignis mit voller Wucht. Gemeint ist nicht die Entlassung eines hoch angesehenen Generalinspekteurs der Bundeswehr und eines beamteten Staatssekretärs mit glänzender administrativer Reputation durch den neuen Verteidigungsminister. Und auch nicht der Abgang von Franz Josef Jung aus dem Kabinett Merkel, sondern der massakerartige Tötungsvorgang in Kundus, verantwortet von deutschen Soldaten, während die Bundesregierung von den Bürgern gebetsmühlenartig Rückendeckung für eine – militärisch abgestützte – zivile Aufbauhilfe fordert.
Nun rächt es sich, dass die afghanischen Realitäten seit Beginn des deutschen Militärengagements systematisch ausgeblendet wurden und die Soldaten in einen Konflikt geraten sind, der die ursprüngliche Begründung ihrer Mission ad absurdum führt.
Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischöfin Käßmann, hat zu Weihnachten ein augenfälliges Signal gesetzt. Sie verlangt den sofortigen Abzug der Bundeswehr, weil sie weder eine politische noch eine moralische Legitimation dieses „kriegsähnlichen“ – wie es jetzt so schön heißt – Einsatzes zu erkennen vermag. In der Konsequenz reißt das der Kanzlerin in Sachen Afghanistan den wärmenden Mantel ihrer evangelischen Kirche von den Schultern.
Wann, wenn nicht jetzt?
Nachdem Angela Merkel vor nicht einmal einem Jahr aus durchsichtigen Gründen das Oberhaupt der katholischen Kirche, einen in jeder Hinsicht integren Mann, glaubte öffentlich zurechtweisen zu müssen, holt nun das Wertesystem beider Kirchen die Kanzlerin als Vorsitzende einer „C“-Partei ein. Die CDU stand – wer wollte, der konnte das mühelos erkennen – den Kriegen à la Clinton, Bush und Blair aufgeschlossener gegenüber als Friedens- und Verständigungsbemühungen der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
Margot Käßmann macht mit ihren offenen Worten die Afghanistan-Präsenz deutscher Soldaten zu einer „Causa Merkel“. Sie nimmt der Regierung gleichsam jede Chance, das Thema in einem Untersuchungsausschuss des Bundestages abzulegen. Die Bischöfin interveniert zur rechten Zeit, denn Ende Januar 2010 soll es bekanntlich in London eine Afghanistan-Konferenz geben, an der unser Außenminister möglichersweise nicht einmal teilnehmen will. Wann eigentlich, wenn nicht jetzt, will die Kanzlerin nach acht Jahren eines menschlich und finanziell verlustreichen Krieges vor den Bundestag treten, um Grundzüge und Ziele ihrer Afghanistan-Politik ohne Schönfärberei darzulegen? Ist sie nicht Chefin der Bundesregierung? Hat nicht gerade sie die Dinge offen beim Namen zu nennen? Oder ist der neue Verteidigungsminister mittlerweile der spiritus rector der Bundesregierung?
Transparenz wünschenswert
Die Kanzlerin musste bei der jüngsten Verlängerung des Afghanistan-Mandates im Parlament erleben, was es bedeutet, nicht selbst initiativ zu sein. Dem Vernehmen nach hatte sie auf Betreiben der US-Regierung den eigenen Führungskreis vergattert, kein Abzugsdatum zu nennen oder auch nur anzudeuten. Präsident Obama selbst hielt sich bei seiner Rede an der Militärakademie West Point Anfang Dezember nicht an diese Absprache. Er möchte, dass die ersten US-Soldaten 2011 aus dem Land abziehen. Wieder einmal wurde deutlich, wie sehr die Verteidigungspolitik Deutschlands – wie der NATO überhaupt – instrumentalisiert wird.
Wegen der Eskalation in Afghanistan, wegen der geplanten, sicher auch politische Emotionen weckenden Basisumfrage der SPD zum dortigen Krieg und wegen der Botschaft von Margot Käßmann ist der Bundesregierung dringend zu raten, nun endlich Transparenz walten zu lassen. Und das nicht nur bei der Aufklärung des Kundus-Bombardements vom 4. September 2009. Eine Regierungserklärung der Kanzlerin noch vor der Afghanistan-Konferenz muss Antwort auf die drängenden Fragen geben, die alle bewegen. Es kann nicht sein Bewenden damit haben, dass Verteidigungsminister zu Guttenberg soeben noch eherne Bastionen der Bundesregierung nach gusto schleift – man nehme nur die plötzlich für ihn denkbare Regierungsteilhabe moderater Taliban – und dafür gefeiert werden will.
Willy Wimmer (CDU) war bis Herbst 2009 Bundestagsabgeordneter und ist ein langjähriger Kritiker des Afghanistan-Einsatzes. Von 1988 bis 1992 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. In der vergangenen Legislalturperiode war Wimmer Mitglied des Auswärtigen Ausschusses.
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„Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischöfin Käßmann, hat zu Weihnachten ein augenfälliges Signal gesetzt. Sie verlangt den sofortigen Abzug der Bundeswehr, weil sie weder eine politische noch eine moralische Legitimation dieses „kriegsähnlichen“ – wie es jetzt so schön heißt – Einsatzes zu erkennen vermag. In der Konsequenz reißt das der Kanzlerin in Sachen Afghanistan den wärmenden Mantel ihrer evangelischen Kirche von den Schultern.“
Hat die evangelische Kirche in den vergangenen Jahren in Gestalt von Bischof Huber als Ratsvorsitzendem jemals etwas anders gefordert? Da sei aber Gott vor! In dieser Frage stand die Kanzlerin seitens der evangelischen Kirche schon immer fröstelnd im Kühlen. |
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Frau Käßmann ist eine mutige Frau - die unser aller Unterstützung verdient. Sie hat die Afghanistan-Heuchelei durchschaut, und Scharfmacher wie Ulrich Klose (SPD!!!) sollten sich schämen für ihr kriegstreiberisches Votum pro ISAF!
Dr. Ulrich Scharfenorth, Ratingen www.stoerfall-zukunft.de |
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schrieb am
04.01.2010 um 18:09
Dank für die klaren Worte von Willy Wimmer. Fast ist man geneigt darüber nachzudenken, nicht wie bei Orwell die Straßen mit diesen Worten zu beschallen. ;-)
Abstoßend finde ich aber, wenn der Vorstand der "Heinrich-Böll-Stiftung" Ralf Fücks die Bütt betritt und seinen bellizistischen Unsinn via Medien, auch noch in der "WELT", unter die Leser bringt. www.welt.de/politik/deutschland/article5699753/Wider-die-Kaessmannschen-Afghanistan-Banalitaeten.html Ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Heinrich Böll dieses begrüßt hätte. |
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Dummerweise hat Frau Käßmann den sofortigen Abzug aus Afghanistan gar nicht gefordert, sondern richtigerweise einen Strategiewechsel mit einem klarem Ziel Richtung ziviler Aufbau und einem Abzug so bald wie möglich.
Die Meinung der Bevölkerung interessieren Merkel und CO nicht. So what, daran haben wir uns gewöhnt und vertreten unsere Meinung trotzdem. Doch die Stimme von Frau Käßmann hat Gewicht und lässt sich nicht so einfach ignorieren, wie man an den Reaktionen erkennen kann. Doch statt ihre Position zu stärken, schwächt man sie, indem man ihr die selben naiven populistischen Strategien zur Afghanistanpolitik unterschiebt, die die Linkspartei dummerweise vertritt. Das machen ihre Kritiker und das macht auch Willy Wimmer. Man sollte Frau Käßmanns Ansicht unterstützen, nicht aber sie falsch zitieren und sie instrumentalisieren nur, um der eigenen Meinung dadurch mehr Gewicht zu geben. Afghanistan ist nicht die Wohnung eines Freundes, die man zu renovieren versprach, diese statt dessen in Schutt und Asche legte, um sich dann mit den Worten: “uppps, ich geh dann” mal aus der Verantwortung zu ziehen. Merkel und Co brauchen Druck, massiven Druck, nicht nur in der Afghanistan-Frage. Doch hier sind kluge Realisten wie Frau Käßmann und keine Utopisten gefragt. Das Dümmste was man machen kann ist Frau Käßmanns Position zu schwächen und ihre differenzierte Betrachtungsweise zu negieren. |
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Die beste Unterstützung für Frau Käßmann ist die Erwachsenentaufe oder Umkehr nach einem Kirchenaustritt. Sie macht keine Parteipolitik, sondern bekennt ihren evangelischen Glauben. Das tut sie mutig und unmißverständlich und bekommt dafür erfreulich viel Sympathie von sehr verschiedenen Seiten.
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@DerFreitag
Kann mir mal jemand erklären, warum ich hier nur 5 Kommentare sehen kann (2 von haydnplayer, je 1 von Scharfenorth, SchmidtH und Angelia), während oben über dem Beitrag in hinter der eingeklammerten Sprechblase die Zahl der Kommentare mit 11 angegeben ist? Wo stehen die 6 Geisterkommentare - oder wie kann man sie sichtbar machen? |
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schrieb am
05.01.2010 um 14:27
Dergleichen passiert zur Zeit auch an vielen anderen Stellen hier. Muss an der Kälte liegen. Da soll die Elektronik ja empfindliche sein...
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Aber nur andersrum, nämlich dass vier dastehen, aber fünf da sind. Ging mir zumindest so.
Hier weiß ich, dass ein Blogger für seinen Kommentar von "der Freitag" gerügt wurde und anscheinend irgendwann auch der Beitrag gelöscht. |
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Lieber Christian,
wir mussten in diesem Thread heute Kommentare entfernen. Dabei haben wir einen Bug in der Zählung festgestellt. Die Kommentare bleiben im Backend erhalten, werden aber hier nicht mehr angezeigt, scheinbar aber mitgezählt. Wir hatten kürzlich auch das Problem, dass Kommentare erst angezeigt wurden, wenn man sich einloggt. Solltet ihr das noch einmal feststellen, meldet dies gerne als Fehler. Viele Grüße Tessa |
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schrieb am
05.01.2010 um 15:31
"mussten"???
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schrieb am
05.01.2010 um 15:39
War gerade ein Kommentar von oca in diesem thread angezeigt. Ist der auch gelöscht?
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schrieb am
05.01.2010 um 15:39
Ach nee, da isser ja!
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Kommentare, die gegen die AGB verstoßen, insbesondere grobe persönliche Beleidigungen, werden von unseren Moderatoren entfernt, der betroffene Nutzer informiert.
Am schnellsten finden wir diese Kommentare, wenn Sie das Melde-Button benutzen. Wir hoffen, weiterhin auf rigoroses Löschen innerhalb von Threads verzichten zu können, da dies oftmals weniger effektiv ist, als Auseinandersetzungen und einen härteren Ton zu erlauben. Bitte wahren Sie einen respektvollen Umgang miteinander. Viele Grüße Ihr Freitag-Community-Team |
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schrieb am
05.01.2010 um 21:21
Ich schrieb, der Autor habe "nicht alle Tassen im Schrank" (hoffentlich wird das jetzt nicht schon wieder gelöscht). Das wird vom Freitag nun nicht mehr nur als Beleidigung, sondern gar als "grobe persönliche Beleidigung" eingestuft. Selbst beim Geburtstagsbankett der Queen dürften derbere Sprüche fallen. Und es gibt immer noch einen Unterschied zwischen persönlicher Beleidigung und flapsiger Polemik, den die Moralwächter beim Freitag nicht zu kennen scheinen.
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schrieb am
05.01.2010 um 21:26
... jedenfalls nicht, wenn es sich bei dem Angegriffenen nicht um einen x-beliebigen Blogger, sondern um einen geschätzten CDU-Bundestagsabgeordneten handelt. Man ist halt stets staatstragend.
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Sehr geehrter oca,
in Texten ist, anders als wenn direkt miteinander gesprochen wird, oft nicht erkennbar, ob eine Aussage ironisch, flapsig oder tatsächlich beleidigend ist. Wir versuchen dies abzuwägen und lassen daher auch oft Kommentare stehen, einige müssen wir aber entfernen. Daher kann es auch sein, dass wir Kommentare entfernen, die vielleicht eher flapsig gemeint waren. |
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schrieb am
05.01.2010 um 21:58
(Leider) ist Herr Wimmer nicht mehr staatstragend und seit 2009 m.W. mit keinem staatlichen Amt mehr betraut.
Darüberhinaus ist mehr als bemerkenswert, dass Herr Wimmer bereits seit langen Jahren inhaltlich hervorragende Essays und Beiträge u.a.für den FREITAG verfasst. Mit Herrn Wimmer ist 2009 einer der ohnehin dort seltenen Spezies des ernstzunehmenden Intellektuellen aus dem Deutschen Bundestag verschwunden. |
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schrieb am
05.01.2010 um 22:12
Soeben wurden wieder zwei meiner Kommentare gelöscht.
Mal sehen, ob das gleich wieder geschieht. Langsam wird es richtig lustig. Was vom Freitag als "grobe persönliche Beleidigung" eingestuft wird, halte ich selbst für nicht mehr als flapsige Polemik. Leider darf ich es hier nicht wiederholen, aber selbst beim Geburtstagsbankett der Queen dürften derbere Sprüche fallen als meiner. Ich nehme an, wenn jetzt noch meine Kritik am Freitag und seinem "Community-Team" wiederhole, wird das auch sofort gelöscht - ganz unabhängig von der Wortwahl. Das hier soll wohl zu einem reinen Freitag-Fanclub entwickelt werden. |
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schrieb am
05.01.2010 um 22:21
oca, versuch doch mal spaßeshalber, äußerlich unverfängliche Worte für das zu finden, was Du sagen wolltest. Bin neugierig.
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schrieb am
05.01.2010 um 22:27
@meisterfalk: ich zitierte Wimmer:
"...das Oberhaupt der katholischen Kirche, einen in jeder Hinsicht integren Mann..." und benutzte daraufhin mit Bezug auf den Autor eine Formulierung, die man mit unvollständigen Porzellanbeständen umschreiben könnte. Aber ich sehe gerade, meine letzten beiden Kommentare sind wieder aufgetaucht. Sie befanden sich wohl nur in der Freitag-Begutachtungsschleife. |
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schrieb am
05.01.2010 um 22:37
@Urmel: wie soll man jemanden als "Intellektuellen" ernst nehmen, der Papst Ratzinger für "in jeder Hinsicht integer" hält?
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Sehr geehrter oca,
wir haben keine weiteren Kommentare von Ihnen gelöscht. Wie schalten auch keine Kommentare frei. Sie gehen direkt online. Vielleicht waren längere Ladezeiten an dieser Wahrnehmung Schuld. Sie können sicher sein, dass keine Kommentare grundlos gelöscht werden. Über das Oberhaupt der katholischen Kirche darf man natürlich unterschiedliche Meinungen haben. Vielleicht versuchen Sie einfach ihre Meinung über diesen "integren Mann" darzulegen, und respektieren die Meinung von Herrn Wimmer. |
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@Tessa
@oca Vielen Dank für die Aufklärung. Da hat sich in der Lücke also doch ein spannendes Thema versteckt... Ocas Infragestellung der Integrität des Papstes deutet auf ein Missverständnis zwischen dem Autor und seiner Parteifreundin hin. Wenn Willy Wimmer von einem "in jeder Hinsicht integren Mann" spricht, scheint er damit den Menschen und Theologen Joseph Ratzinger zu meinen, der klar unbeirrbar für bestimmte Werte und Vorstellungen steht - was viele, nicht nur Konservative, an der Kanzlerin gerade vermissen. In der Friedensfrage halte ich ihn für besonders glaubwürdig, weil er selbst als Soldat desertiert ist und ein Schutzengel ihn davor bewahrt haben muss, wie unzählige andere gehängt zu werden, die man in den letzten Kriegstage oder selbst danach noch erwischt hatte. www.geschichtsatlas.de/~gd6/ratzinger.htm Allein das macht glaubhaft, dass er niemals aufgrund einer persönliche Treue oder Sympathie zu Reich und Führer den Gottesleugner Williamson rehabilitiert haben kann. Vielmehr deutet dessen arglose Wiederzulassung auf die fehlende Integrität der vatikanischen Informationssysteme hin. Letzteres hat Willy Wimmer offenbar übersehen. Als "Mann" mag Benedikt integer sein, als Kirchenoberhaupt handelt er jedoch als Exponent eines auch irdischen Systems, an dessen Integrität und Verlässlichkeit lange vor der Kanzlerin auch von weltlicher Seite immer mal wieder gut begründete Zweifel angemeldet wurden. Eine Kritik von außen, über die sich der Katholizismus eigentlich freuen müsste, bedeutet sie doch, dass er als gesellschaftlich relevante Größe ernst genommen wird - übrigens ähnlich wie die EKD jetzt wieder mal, Margot sei Dank. Eine Schwäche meiner Argumentation ist mir dabei bewusst: Die hier schon oft diskutierte Adorno-Frage, ob man in einem nicht-integren System dennoch persönlich integer sein kann oder automatisch korrumpiert wird. Für mich hängt das an der Frage, ob das betreffende System reformierbar ist und was dafür persönlich getan wird, um das herauszufinden. |
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Das Problem, das ich bei der Rehabilitierung der Piusbrüder sehe ist nicht, dass Ratzinger selbst diese Ansichten vertritt (was ich persönlich nicht glaube), sondern, dass er diese Ansichten billigend in Kauf nimmt, nur um der "Einheit der Kirche" willen bzw. um sie politisch (nicht ihren Rechtsextremismus, sondern ihre erhoffte Papsttreue, die er sich teuer erkauft) für sich ausnutzen zu können. Die Nummer mit der fehlenden Integrität des Informationssystems empfinde ich dabei nur als zweitrangig. Denn Entscheidungen können widerrufen werden.
Ich frage mich übrigens, in welchem Sinn Wimmer den Begriff "integer" hier überhaupt verwendet? Meint er ethische Integrietät oder meint er vielleicht eine art juristische Integrität? Oder ganz etwas anderes? (Ich hoffe dieser Beitrag erscheint jetzt nicht doppelt. Wenn doch, dann bitte löschen.) |
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Könnte es nicht genau anders herum gewesen sein, cms?
Die römische Welt war für Nichtchristen und Protestanten - mich eingeschlossen - schon immer ein Buch mit sieben Siegeln. Aber soviel meine ich nun doch in dieser Sache zu wissen: Dass die Wiederaufnahme der Piusbrüder die einzige kirchenrechtskonforme Möglichkeit war, den prominenten Gottesleugner im römischen Bischofsgewand zum Schweigen zu bringen. Und sie hat funktioniert. So sehr ich diese Maulkorb-Strategie in anderen Fällen - wie etwa bei Leonardo Boff - manchmal bedauert habe, so patent finde ich sie im Fall von Williamson. Ein Widerruf würde - abgesehen davon, dass er kirchenrechtlich nicht geht - genau diesen Schweige-Effekt zunichte machen. Der eigentliche Faux-Pas war - aus meiner Sicht - dass dem Vatikan nicht oder nicht rechtzeitig genug die Information vorlag, dass Williamson parallel zu seiner Wiederaufnahme in den Kreis der zum Sakramentenempfang Berechtigten die gewissermaßen letzte Chance und zugleich die ihm durch die Begnadigung sichere Publizität in einer Art Gegenstrategie so schamlos ausnutzen würde, einem skandinavischen Sender sein letztes Interview zu geben - und das noch auf deutschem Boden. Rache im Vorwege. So kam der Papst ahnungslos in die medial vermittelte Mithaftung für die Untat der im Lichte der Öffentlichkeit nun scheinbar unter seinem Segen wiederholten Gottesleugnung, bevor er den Gottesleugner dann schließlich doch zum Schweigen bringen konnte. Diese Schilderung ist weder vom Vatikan autorisiert, noch sonst irgendwo sicher verbürgt nachzulesen, ich wüsste jedenfalls nicht wo. Es ist reine Fantasie, gestützt auf vage Kenntnisse - aber doch immerhin gut möglich und in meinen Augen sinnvoller als jede andere Interpretation dieser Vorgänge, die vor knapp einem Jahr - als ich gerade in Rom war - die medial gesteuerte Welt schockierten. |
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Lieber Christian,
das scheint mir eine ziemlich interessante Theorie. Würde ich bei dem, was ich sonst so über die Strategien in der Kath. Kirche weiß (und ich bin auf diesem Gebiet, auch was Interna angeht, relativ fit), sogar für äußerst wahrscheinlich halten. Wobei ich mich frage, warum der Papst sich überhaupt die Piusbrüder wieder aufhalst (und mit ihnen widerspenstige Konservative, einige von ihnen als Holocaustleugner bekannt), die ja aus sicht Roms nicht mehr Teil der Kirche waren. Da bleibt mir dann nur die Antwort: Um Ultrakonservative wieder an die Kirche zu binden. Ratzinger musste doch ahnen (er ist politisch so klug, meine ich), dass ihm zumindest vorgehalten würde, er rücke die Kath. Kirche nach rechts. In so fern halte ich die Theorie doch wieder für unwahrscheinlich (aber durchaus nicht für total abwegig). |
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Das muss ja nicht unbedingt ein Widerspruch sein, lieber Christoph. An der Motivation für den Gnadenakt, die Du wiedergibst und die auch offiziell so erklärt wurde, habe ich keine Zweifel.
Meine Vermutung ist lediglich, dass der Vatikan dabei die Möglichkeit sah, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, also nicht nur mit den Piusbrüdern die von ihnen (irre)geleiteten gutgläubigen Seelen in den Schoß der Kirche zurückzuholen, sondern auch die Führungsmannschaft selbst so unter seine Kontrolle zu kriegen. Dabei war m.E. der Eindruck des theologischen Rechtsrucks, wenn man das so nennen will, unvermeidbar und durchaus kalkuliert und gewollt - wie schon bei der gelockerten Erlaubnis der lateinischen Messe und vielem anderen, was Du sicher genauer aufzählen kannst als ich. Aber diesen Dingen galt ja nicht die Schelte der Kanzlerin. Der Eindruck des politischen Rechtsrucks war m.E. weder gewollt noch kalkuliert, noch (für den Vatikan) vorhersehbar. Wäre alles nach Plan gelaufen, wäre im Gegenteil die mediale Vermarktung des Holocaust- oder Gottesleugners im Bischofsgewand zu beenden gewesen, seine rechte Botschaft hätte nicht noch mal über die Sender laufen können. Das ging leider gründlich schief. In diesem Punkt war die Papstschelte - als Kritik der Gegenwartstauglichkeit des Systems, für das er handelt - aus meiner Sicht berechtigt, ohne dass an der politischen Klugheit oder Integrität des Menschen gezweifelt werden müsste. Von den vielen, die von den Holocaust- und Kriegsmachern selbst im sinnlosen Endkampf noch verheizt werden sollten, gehört er zu den wenigen, die dieser Prüfung standgehalten und die richtige Konsequenz gezogen haben. Was #ontopic nicht heißen muss, dass diese Konsequenz heute 1:1 genauso richtig ist. Aber möglich wärs. Das zeigt das Paradox, auf das hier beide Ex-Staatssekretäre hindeuten: Dass die ISAF-Truppen, ohne es zu wollen, das Geschäft der Taliban besorgen. Zumindest im früher fast talibanfreien Norden scheint das Wiederaufbau-,-Befriedungs-und-Zentralregierungs-Stärkungs-Konzept nicht aufgehen zu wollen, sondern in den 6 Jahren, seitdem die Deutschen da sind, rückt das erklärte Ziel kontinuierlich in immer weitere Ferne. Den militärischen Fehlern oder Rechtsbrüchen, die in solchen Lagen nahezu vorhersehbar irgendwann passieren, gingen - wie immer - politische voraus. Schon die Bonner Konferenz von 2001 muss Illusionen sich Illusionen hingegeben und die Weichen falsch gestellt haben. Folgeschäden solcher kardinalen Webfehler sind mit den in der Politik sonst üblichen Bauernopfern nicht zu heilen. Nur radikales Umdenken und Umsteuern kann helfen. Der Papst hat es uns irgendwann mal irgendwie vorgemacht, und die EKD-Ratsvorsitzende denkt zumindest in dieselbe Richtung. Auch wenn's wehtut, haben beide - in unterschiedlichen historischen Situationen - begriffen, dass es einen Sieg in diesem Krieg nicht mehr geben kann - militärisch nicht und auch nicht moralisch. |
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schrieb am
06.01.2010 um 19:12
Lieber ChristianBerlin,
Deine Wahrnehmung Ratzingers ist typisch für die gesamte deutsche Öffentlichkeit, an der Vieles spurlos vorübergeht. Nur EIN Beispiel: Darüber, wie die Kolonisierung und Christianisierung Lateinamerikas abgelaufen ist und welche Rolle die katholische Kirche dabei spielte, muss man unter halbwegs gebildeten Menschen hoffentlich nicht diskutieren. Der Papst hat davon allerdings seine ganz persönliche Vorstellung, hier zitiert aus seiner Rede in Brasilien im Mai 2007: "Welche Bedeutung hatte aber die Annahme des christlichen Glaubens für die Länder Lateinamerikas und der Karibik? Es bedeutete für sie, Christus kennenzulernen und anzunehmen, Christus, den unbekannten Gott, den ihre Vorfahren, ohne es zu wissen, in ihren reichen religiösen Traditionen suchten. Christus war der Erlöser, nach dem sie sich im Stillen sehnten. Es bedeutete auch, mit dem Taufwasser das göttliche Leben empfangen zu haben, das sie zu Adoptivkindern Gottes gemacht hat; außerdem den Heiligen Geist empfangen zu haben, der gekommen ist, ihre Kulturen zu befruchten, indem er sie reinigte und die unzähligen Keime und Samen, die das fleischgewordene Wort in sie eingesenkt hatte, aufgehen ließ und sie so auf die Wege des Evangeliums ausrichtete. Tatsächlich hat die Verkündigung Jesu und seines Evangeliums zu keiner Zeit eine Entfremdung der präkolumbischen Kulturen mit sich gebracht und war auch nicht die Auferlegung einer fremden Kultur. Echte Kulturen sind weder in sich selbst verschlossen noch in einem bestimmten Augenblick der Geschichte erstarrt, sondern sie sind offen, mehr noch, sie suchen die Begegnung mit anderen Kulturen, hoffen, zur Universalität zu gelangen in der Begegnung und im Dialog mit anderen Lebensweisen und mit den Elementen, die zu einer neuen Synthese führen können, in der man die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten und ihrer konkreten kulturellen Verwirklichung respektiert." Wie immer in blumigen Worten, wird hier ein Paralleluniversum geschaffen, dass mit dem wirklichen Verlauf der Geschichte nicht das Geringste zu tun hat. Wenn es "integer" wäre, so etwas wie den obigen Text zu vertreten, könnte man ebensogut den Völkermord in Ruanda oder den Vietnamkrieg als "Dialog der Kulturen" bezeichnen. |
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@oca
Ich habe an anderen Stellen größere Bauchschmerzen als an dieser. Das vorweg. Für mich ist noch nicht entschieden, ob der zitierte Text über seine theologisch-normativen Prämissen hinaus mehr als nur fromme Illusion wiedergibt, die eine in Wahrheit zynische Realität nur verklärt oder verschleiert. Einig sind wir uns, dass die sog. Conquista, vor allem in dem im Text erwähnten Kolumbien, dem Zentrum Neu-Granadas und der späteren Goldproduktion der gesamten Welt, mit den von Dir erwähnten Ereignissen. Nur war die Conquista war nicht zeitgleich und hatte andere Ziele als die spätere Mission der indigenen Bevölkerung - außer von einem bestimmten materialistischen Ansatz her betrachtet, der aber von der Prämisse ausgeht, dass es Gott nicht geben kann, Religion also nicht funktioniert und ergo nur der Befriedung/Unterdrückung durch Verdummung dient. Dass er diese Prämisse teilt, kann aber vom Papst nicht erwartet werden. Der glaubt natürlich an die transzendente Wirkung des Taufwassers, wie andere Christen übrigens manchmal auch - und diesen Glauben wird ihm schlechterdings niemand vorwerfen können. Doch selbst rein materialistisch und etsi Deus non daretur betrachtet, war ich immer der Meinung, die indigene Bevölkerung Kolumbiens hätte - ganz im Unterschied zu der Nordamerikas - einen echten Überlebensvorteil aus der Missionierung gehabt. So etwas wie ein "Dialog" oder jedenfalls Miteinander der Kulturen scheint dort wirklich stattgefunden zu haben, was man u.a. daran ablesen kann, dass die etwa Hälfte der Bevölkerung von sowohl indigenen, als auch spanischen Vorfahren abstammt. Dieses Phänomen Lateinamerikas, insbesondere Kolumbiens, das in krassem Gegensatz zur praktischen Ausrottung der indigenen Bevölkerung in den USA steht, scheint mir - auch ohne dass man seine transzendenten Vorstellungen dazu teilen muss - ein starker Beleg für die These des Papstes zu sein. Einstweilen scheue ich mich deshalb noch, speziell dieses Argument gegen ihn für schlüssig zu halten. Weitere Details oder Aspekte zum Pro oder Contra der Indio-Mission vor einigen Jahrhunderten könnte uns ein versierter empirischer Kulturwissenschaftler wie Joachim Losehand liefern, wenn er denn noch hier schreiben und kommentieren würde. Das wäre bestimmt interessant, wenn auch offtopic. Es sei denn, wir könnten von dort aus die Brücke zu der Frage schlagen, welche kulturellen Unverträglichkeiten zwischen westlichen und einheimischen Politik- und Wertesystemen bei der "Bonner Konferenz" zum weiteren Schicksal Afghanistans offensichtlich verkannt wurden. |
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schrieb am
06.01.2010 um 23:59
Lieber ChristianBerlin,
nur kurz aber hoffentlich nicht missverständlich: "Für mich ist noch nicht entschieden, ob der zitierte Text über seine theologisch-normativen Prämissen hinaus mehr als nur fromme Illusion wiedergibt, die eine in Wahrheit zynische Realität nur verklärt oder verschleiert." Die Realität zu verklären oder zu verschleiern (ich würde hinzufügen: massiv) ist auch kein "integres" Verhalten. "Doch selbst rein materialistisch und etsi Deus non daretur betrachtet, war ich immer der Meinung, die indigene Bevölkerung Kolumbiens hätte - ganz im Unterschied zu der Nordamerikas - einen echten Überlebensvorteil aus der Missionierung gehabt. So etwas wie ein "Dialog" oder jedenfalls Miteinander der Kulturen scheint dort wirklich stattgefunden zu haben, was man u.a. daran ablesen kann, dass die etwa Hälfte der Bevölkerung von sowohl indigenen, als auch spanischen Vorfahren abstammt." Das Argument ist zu oberflächlich und beruht noch dazu auf einem Vergleich von "Pest und Cholera" (den Schicksalen der indigenen Bevölkerungen Nord- und Mittel-/Südamerikas). Die Afrikaner, die auf Sklavenschiffen nach Nordamerika verschleppt wurden, hatten auch einen gewissen Überlebensvorteil gegenüber denjenigen, die z.B. das Pech hatten, sich in einer deutschen Kolonie wiederzufinden und zum Verdursten in die Wüste getrieben zu werden (Herero 1904). Und der schwarze Bevölkerungsanteil in den USA kann ja wohl kaum als Indiz für einen Dialog der Kulturen verstanden werden. Die katholische Kirche stand und steht in Lateinamerika (wie auch sonst in der Welt) mit wenigen Ausnahmen auf der Seite der Herrschenden und gab ihnen bereitwillig Rückendeckung für die übelsten Greueltaten. Die Versuche einiger Vertreter der katholischen Kirche, dies zu ändern, scheiterten auch am Präfekten der Glaubenskongregation Ratzinger. |
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@oca
Verstanden habe ich diesmal alles. Frage mich nur, ob ein so einfaches, klares Geschichtsbild richtig sein kann. Interessant finde ich Deine vorletzte und die letzte These. Ich würde den schwarzen Bevölkerungsanteil der USA dazu am liebsten selbst befragen, allen voran den Präsidenten. Ich hatte bislang immer geglaubt, dass angefangen von Negroe-Spirituals wie Go Down Moses bis hin zu Martin Luther King gerade das Christentum dort einer Mehrheit die Sprache geliefert hat für einen kritisch-emanzipatorischen Dialog der Kulturen, worauf dort immer noch ein gewisser Stolz herrscht. Nur wird Obama darüber sicher nicht mit uns hier reden wollen und meine in Berlin lebenden schwarzen Pastorenkollegen aus Nordamerika lesen freitag.de wohl eher nicht. Dagegen hätten wir in Lateinamerika schon eher Leser, wäre da nicht die Sprachbarriere. Dort sind jedenfalls die [Zitat]Versuche einiger Vertreter der katholischen Kirche[/Zitatende] die Option für die Armen auch gegen die Herrschenden zu verfolgen oft für die indigende Bevölkerung die letzte Hoffnung - selbst wo der Präsident mal Gewerkschaftler oder Marxist war. Der Film über Amazonien von Martin Kessler, den ich in meinem Blog vor einiger Zeit mal angekündigt hatte, hat das sehr deutlich gezeigt. tinyurl.com/kesslerfilm-blogeintrag Für solche Initiativen gibt es gerade in armen Ländern viele Beispiele mit christlicher Beteiligung oder Trägerschaft, nicht nur katholische. Was den Fall Boff betrifft, hatte ich den schon selbst erwähnt. Hätte für mein protestantisches Empfinden nicht sein müssen, ebensowenig wie die deutschen Maulkörbe für Drewermann oder Martin Luther, Küng usw. Nach meinem Eindruck wird aber gerade in Lateinamerika bei weitem mehr unternommen, als ausgebremst wird. Ist allerdings nur ein Eindruck und nicht durch objektive Untersuchungen belegt. Eine Empirie unter dieser Fragestellung wäre sicher machbar, nur leider nicht umsonst. Bis dahin darf oder muss wohl jeder von uns das glauben, was er lieber glauben möchte. |
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Liebe(r) oca,
ich hatte darauf geantwortet, aber die Antwort ist - wieder einmal - verschwunden, wer weiß, wohin. Ich hatte zu Deinen letzten beiden Thesen kritisch angemerkt, dass wir die Betroffenen selbst befragen müssten, also den schwarzen Bevölkerungsanteil der USA - den Präsidenten eingeschlossen - ob er sich als Indiz für einen Dialog der Kulturen (der Afro-Amerikanischen und der Weißen) ansieht oder nicht. Ich dachte das bisher. Und insbesondere von der christlichen Tradition, die den Sklaven im Unterschied zu den Indianern dort vermittelt wurde, hatte ich bisher geglaubt, dass Sie ehemaligen Sklaven eher die Sprach-Symbole für einen kritisch-emanzipatorischen Dialog mit der Kultur der Weißen Herren vermittelt hat, als zu ihrer Unterjochung zu diesen - von Negroe-Spirituals wie Go Down Mose angefangen bis zu Martin Luther King. Dass lateinamerikanische Befreiungstheologen vorzeiten vom Ratzinger als Präfekten der Glaubenskongregation gebremst wurden, hatte ich indirekt mit dem Fall Boff weiter oben schon selbst erwähnt und eingestanden. Und gerade dieser Fall zeigt, wo ich die ebenfalls weiter oben angedeuteten größeren Bauchschmerzen habe, weil Boff für Ratzinger nicht zu marxistisch, sondern zu protestantisch dachte und lehrte. Wie der Fall des ehemals römischen Startheologen Martin Luther kann und darf ich mich als Protestant nicht über diese vertane Chance beruhigen, muss aber respektieren, dass Rom dabei vom eigenen System her nur konsequent gedacht und gehandelt hat - und mit Boff noch sehr milde verfahren ist. Schon damals gab es allein in Brasilien über 100.000 Baisgemeinden, und Boff konnte sein einjähriges Bußschweigen nutzen, um neue Bücher zu schreiben. Mir scheinen dort vor Ort die Uhren anders zu gehen, als wir es uns hier vorstellen - vielleicht auch als Rom es sich vorstellt. Vor kurzem hatte ich in meinem Blog auf den Film "Amazonien" von Martin Kessler hingewiesen. tinyurl.com/kesslerfilm-blogeintrag Dort stellt die Realität unser Weltbild ebenfalls auf den Kopf: Die offizielle katholische "Option für die Armen" wird tatsächlich von einer katholischen Urwald-Mission ernst genommen und gemeinsam mit der indigenen Bevölkerung gegen die für ihr Öko-System verheerenden Staudamm-Pläne vorgegangen, die dort ein Präsident mit Wurzeln in der Gewerkschaftsbewegung noch immer für die Grundlage von Wohlstand und Fortschritt (für wen eigentlich?) hält. Ich hoffe mal, dass diese Antwort ankommt und die erste jetzt verschwunden bleibt, denn ich wiederhole hier das meiste. |
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schrieb am
07.01.2010 um 11:25
Lieber ChristianBerlin,
die Geschichte ist sicherlich viel komplexer als ich sie in ein paar Zeilen dargestellt habe. Ich möchte da nicht missverstanden werden. Ich würde auch nie abstreiten, dass im Christentum eine große emanzipatorische Kraft steckt und dass diese immer wieder auch (ich würde lieber schreiben: selbst) von katholischen Geistlichen wahrgenommen wird. Dennoch denke ich, dass diese emanzipatorische Kraft der Kirchenführung in Rom (und insbesondere Ratzinger) wie auch der überwiegenden Zahl der Bischöfe "vor Ort" zutiefst unerwünscht war und ist. |
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schrieb am
07.01.2010 um 12:28
@ChristianBerlin: P.S. ich Teile ihre positive Einschätzung der Rolle der kath. Kirche in Lateinamerika insgesamt ganz und gar nicht. Nur ein paar ganz persönliche und sehr subjektive Beispiele, ohne wissenschaftlichen Anspruch und nur auf das Land bezogen, das ich in Lateinamerika am besten kenne:
- Der bolivianische Erzbischof Terrazas verkündete vor einigen Jahren, es gäbe in Bolivien keine Leibeigenschaft/Sklaverei. Das ist offensichtlich falsch (insbesondere gibt es leibeigene Guarani). Herr Terrazas verkehrt m.W. vornehmlich im Kreise der zum Teil faschistischen Eliten von Santa Cruz, unter denen er sich offensichtlich sehr wohl fühlt. - Eines der (mit der Armut verbundenen) Hauptprobleme Boliviens ist m.E. der Alkoholismus oder übermäßige Alkoholkonsum. Dieser steht oft in Verbindung mit christlichen Festen und erhält so seinen "Segen". (Ein Großteil der Priester hat übrigens auch ein erhebliches Alkoholproblem.) - Das alte Thema: Ein weiteres großes Problem ist, dass sehr viele Mädchen und junge Frauen noch im Schulalter schwanger werden (weil sie nicht einmal genau wissen, wie das zu verhindern wäre). Danach müssen sie in den meisten Fällen den oft ebenfalls noch sehr jungen Vater des Kindes heiraten, damit das Kind kein uneheliches wird. Dreimal dürfen Sie raten, welche Rolle die kath. Kirche dabei spielt. Die Beispiele sind natürlich harmlos im Vergleich zu Fällen wie z.B. dem von Oscar Romero. Aber sie zeigen, dass auch der Einfluss der kath. Kirche "an der Basis" unter relativ friedlichen Bedingungen eher ein schädlicher, antiemanzipatorischer ist. |
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schrieb am
07.01.2010 um 14:09
Noch ein Nachtrag: Ich kenne die Situation in Brasilien nicht, aber es würde mich nicht wundern, wenn der von Dir erwähnte Einsatz einiger kath. Priester gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Indigenas gerade deshalb vorsichtigen Rückenwind aus Rom erhielte, WEIL er sich gegen einen Präsidenten wendet, der "mal Gewerkschaftler oder Marxist war".
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@oca
Interessante Beispiele, danke für diese Vorlage. Ich habe an Deiner Bewertung nichts aussetzen. Es gibt in Lateinamerika aus dem Klerus und Episkopat heraus starke Kräfte und Gegenkräfte, die emanzipatorischen scheinen mir seit den 70ern, seit Medellin, leicht zu überwiegen. Und dieses Kräfteverhältnis baut sich dort von unten auf. Rom ist keineswegs der Schrittmacher, aber auch nicht der absolute Bremsen, sondern der Vatikan scheint sich seit Paul VI dort eher in einer Vermittlerrolle zu sehen - Hauptziel, wie seit der Antike: die Weltkirche zu sein und die Christen weltweit zusammenzuhalten, der eigentliche "katholische" Anspruch. Konkrete theologische Optionen, wie die für die Armen, entstehen durch Herausforderungen vor Ort in der Begegnung mit Gläubigen und Klerikern - vorausgesetzt, letztere sind auch auch ein wenig gläubig bzw. das System ist für gläubige und engagierte Kleriker durchlässig und selektiert sie nicht als systemgefährdend über die Karriereleiter heraus. Romero, den Du genannt hast, ist eines der überzeugendsten Beispiele überhaupt, dass ein solches Herausfiltern emanzipatorischer Kräfte zugunsten von Konformisten in diesem Winkel der Welt nicht gelingt will oder wohl auch nicht durchgängig gewollt ist. In seiner letzten Predigt, einen Tag vor seiner Ermordung, hat der Erzbischof u.a. Soldaten zum Ungehorsam aufgerufen: [Zitat Óscar Romero]Ningún soldado está obligado a obedecer una orden contra la Ley de Dios. Una ley inmoral, nadie tiene que cumplirla.[/Zitatend] Womit wir wieder bei Margot wären. Sie ging ähnlich weit in einem Satz ihrer Predigt, vorausgesetzt man addiert im Geiste das Wissen hinzu, dass die Verwendung in einem Krieg, der [Zitat]nicht zu rechtfertigen[/Zitatende] ist, nach protestantischer Logik Christen zur Gehorsamsverweigerung zwingt. Und bei Papa Ratzinger. Der hat das in die Tat umgesetzt. Am Tag, als er desertierte, muss er ähnliche Gedanken gehabt haben, gehabt haben, wie sie Romero am Tag vor seinem Tod aussprach. Ohne Schutzengel hätte das auch sein Todestag werden können. Mag er sein wie er will, in der Friedensfrage ist er dadurch für mich ein absoluter Sympathieträger und ein echtes Vorbild. |
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schrieb am
08.01.2010 um 15:00
Lieber ChristianBerlin,
so hat sich aus meinem zweizeiligen "verschwundenen" Kommentar noch ein ganz interessantes Gespräch am Rande entwickelt. Auch wenn wir hier nicht mehr ganz auf einen Nenner kommen werden, danke für die interessanten Gedanken und bis später anderswo. oca |
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Was die Rehabilitierung von Bischof Williamson betrifft, hat mir ein sehr konservativer Katholik eine plausible Erklärung geliefert, die ich noch nicht in den Medien gefunden habe. Die Bischofsweihe kann nicht rückgängig gemacht werden. Durch die "apostolische Sukzession" geht sie angeblich bis auf die Apostel zurück. Deshalb führt es zu einer paradoxen Situation, einen katholischen Bischof zu exkommunizieren: Er bleibt geweihter Bischof und kann weitere Bischöfe weihen. Damit gäbe es die apostolische Sukzession außerhalb der Katholischen Kirche. Oder anders ausgedrückt: Eine katholische Sekte. Bisher konnte die katholische Kirche andere Kirchen (außer die Orthodoxen) nicht anerkennen mit Verweis auf die fehlende apostolische Sukzession einfach nicht anerkennen. Damit das nicht bleibt, muss sie also ihre Bischöfe behalten...
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@müslikind
Das hast Du schön beschrieben, wurde aber nach meiner Erinnerung des öfteren erwähnt - wenn auch selten verstanden. Das Paradox der sog. Vagantenbischöfe ist z.B. hier beschrieben: de.wikipedia.org/wiki/Vagantenbischof Dort stehen auch die gültigen Weihelinien, darunter die von Marcel Lefèbrve, zu der Williamson gehört. In Berlin vagabundiert ein besonders kurioses Exemplar dieser Spezies aus der Weihelinie Thuc: info.ralph-napierski.de/wordpress/?p=131 Wegen seiner unkonventionellen Auftritte und wegen seiner schlagfertigen, eher evangelisch wirkenden und scheinbar gut biblischen Argumente www.kath.ch/aktuell_kommentar.php?meid=83642 könnte Ralph im Unterschied zu Williamson Freitaglesern vielleicht sogar sympathisch sein. @oca Hat Spaß gemacht, bis irgendwann irgendwo! |
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Wird der Abzug der Truppen aus Afghanistan gefordert, öffnet sich mir das Herz, vollzieht sich dieser Abzug und es ist kein Krieg mehr, schicke ich ein Dankeschön an alle die Verstand und Menschlichkeit in sich bewahrt haben.
Es lebe der Frieden und es sterbe der Krieg. Erdenbürger |
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Das ganze Dilemma des fehlenden Plans unserer Regierung für Frieden und Abzug des Militärs macht sich auch in der Berufung des - ich finde - wirklich unsäglichen Dirk Niebel zum Minister für's Entwicklungsressort deutlich. Der ja den zivilen Hilfsorganisationen in Afghanistan die Gelder vorenthalten möchte, die sich sich nicht auf seinen geplanten Kuschelkurs mit der Bundeswehr einlassen wollen, sondern seriös und neutral arbeiten. Vielfach dafür kritisiert, da er mit der zunehmenden Vermischung von zivilem und militärischen Engagement die zivilen Helfer in Lebensgefahr bringt, wenn sie von den Soldaten nicht mehr unterscheidbar sind.
Dirk Niebel halte ich für die peinlichste Personalie überhaupt - jemanden, der das BMZ soeben noch abschaffen wollte, genau dort zum Minister zu machen und ihn mit seiner Unterordnung des BMZ nicht nur unters AA, sondern nun offenbar auch verstärkt unters Verteidigungs- und das Wirtschaftsministeriums (muß ja alles der deutschen Wirtschaft nützen) Politik mit ganz anderen Mitteln fortführen zu lassen. |
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da kommt in 'meiner' kirche was zum vorschein, das ich lange vermisst habe. der minister für verteidigung möchte sich nun von frau Käßmann erklären lassen, wie sie zu ihrer auffassung kommt.
... und wenn ich es heute morgen richtig gehört habe, dann hat Cornelia Füllgrub-Weitzel grade den Niebel als entwicklungspolitische pfeife fertiggemacht. |
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Aktuell gibts in diesem Beitrag (vielleicht auch in anderen?) Probleme. Im Logbuch werden Komentare für hier angezegt, die aber nicht sofort sichtbar sind. Das hatte ich vorhin bei den Beiträge von "der Freitag" und "Urmel auf dem Eis" auch schon. Da sind sie dann aufgetaucht. Aktuell fehlen mir die nächsten von "oca", "der Freitag" und "Rahab". Und dieser hier wird wahrscheinlich auch erst mit Verspätung auftauchen.
Ihr scheint mir zur Zeit viel an der Website zu basteln, kann das sein? Ich bekomme nämlich auch relativ häufig eine Fehlermeldung auf weißem Hintergrund ("freitag.de wird laufend verbessert..." oder so ähnlich). |
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Nachdem ich diesen geschrieben habe, konnte ich alles sehen. Auch, dass oca dachte, seine Beiträge wären wieder gelöscht worden. Auch das ist wohl auf diesen Fehler zurückzuführen...
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Lieber Christoph,
wir bereiten gerade den Serverumzug und die Zusammenlegung zweier Datenbanken vor. Dies soll vor allem die Schnelligkeit der Seite verbessern. Dass sich Logbuch und Erscheinen der Kommentare so stark verzögern, ist aber ein guter Hinweis, dankeschön. Das werden unsere Programmierer morgen prüfen. |
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So spät noch am werkeln (auch Communityüberwachung ist werkeln)? Ayayay...
Na da wünsch ich später einen schönen Feierabend... Grüße, Christoph |
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Margot Käßmann ist für ihre klaren Worte zu danken. Bringt sie doch eine dringend notwendige Debatte voran.
Egon Bahr hatte schon am 20. März 2007 vor der SPD-Bundestagsfraktion formuliert: "Wir waren lange nicht bereit, uns einzugestehen, daß wir uns in Afghanistan im Krieg befinden...." Wir haben damals in der Fraktion nicht auf ihn gehört. Das war ein großer Fehler. Man kann es an der noch andauernden "Sprachverwirrung" erkennen, die noch immer von "kriegsähnlichen Zuständen" redet. Das Engagement der Ratsvorsitzenden noch vor der Afghanistan-Konferenz bringt hoffentlich nun endlich mehr Klarheit in die Sprache und damit in die Politik. Afghanistan gehört uns nicht. Unsere Soldaten müssen zurück. Und wir müssen lernen, einen wirklichen Dialog mit diesem zutiefst religiösen Land zu führen. Ich war 2003 mit Dr. Rupert Neudeck in Kundus, damals gab es noch keine Soldaten dort (nur ein kleines britisches Team). Kunduz galt damals als die friedlichste Provinz im Lande. Mittlerweile ist es eine der unruhigsten Provinzen geworden. Die militärischen Mittel führen nicht zum Erfolg. Man kann es sehen. Ziviler Aufbau ist dringend. Deutschland hat in Afghanistan einen guten Ruf zu verlieren. Es gibt eine lange Tradition der friedlichen Zusammenarbeit. Daran sollten wir anknüpfen. Westerwelle sollte bei der Afghanistan-Konferenz alles unterstützen, was auf einen klaren Zeitplan für den Abzug der Soldaten hinausläuft und alles, das den zivilen Aufbau des Landes unterstützt. |
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„Wir haben damals in der Fraktion nicht auf ihn gehört. Das war ein großer Fehler. Man kann es an der noch andauernden Sprachverwirrung erkennen, die noch immer von kriegsähnlichen Zuständen redet.“
Danke für diese Aufrichtigkeit und den Hinweis auf die mühsamen Wege, sie und nichts Anderes mehr zum Thema zu machen. |
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Lieber Amtsbruder und Staatssekretär a.D.,
mögen die Früchte Deines Sabbatjahres nach Gottes Gebot und Willen den Armen dieser Welt zugutekommen (Exodus 23,10) - die geistig und geistlich Armen eingeschlossen. Willkommen auf freitag.de - warum eigentlich nur als Kommentator? |
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Lieber Ulrich Kasparick,
es wäre schön, wenn Sie Ihre Erfahrungen, Hintergrundkenntnisse, Ihre Meinung öfter in diese irgendwie linke Freitag-Community einbrächten, aus meiner Sicht gerne auch ausführlicher. Ja, warum nicht auch als blogger? |
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Da gebe ich meinen beiden Vorrednern absolut recht. Wäre schön, sie regelmäßig hier begrüßen zu dürfen.
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Gibt es eigentlich Kontakt aus Regierungskreisen zu den Afghanen in Deutschland, und von Abgeordneten zu den Afghanen im Wahlkreis? Vielleicht können die gute Tipps geben.
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Lieber Ulrich Kasparick,
selbstverständlich kann man Egon Bahr so verstehen, wie Sie es einladend wie verlockend empfehlen. Egon Bahr kann man aber auch genau umgekehrt verstehen: "Wir wollten von Anfang an, dass die Bundeswehr in Afghanistan in einen Krieg zieht, für den die Bundeswehr niemals vom Deutschen Bundestag das Mandat erhält. Deshalb haben wir stets unter "falscher Flagge" nur vom miltärisch, humanen zivilen Einsatz der Bundeswehr gesprochen, um das Mandat für den Bundeswehr Einsatz in Afghanistan durch den Deutschen Bundestag als politisch als prekär sichere Bank zu erschleichen". Egon Bahr, Papst Benedikt XVI , Landesbischöfin Margot Käßmann haben wie Micky Maus den Bogen raus, sich mit diffusen Reden über Phantasie, Glauben, Wunder, politischen Zauber, bar jeder zeitnahen Realität, übergangslos an an die Spitze der Bewegungen zu stellen, die sie vorher beredt wie durch Beschweigen jahrelang bekämpft. Was soll diese Lobhudelei gegenüber dem Henry Kissinger Freund Egon Bahr und dessen nacheilender politischer Vernunft im back channel, wie Egon Bahr diese geheimdiplomatisch seit den Tagen des Kalten Krieges so favorisiert? Dass Egon Bahr im Fall Afghanistan seit 2007 politische Vernunft annimmt ist in aller Bescheidenheit und Unwägbarkeit seiner Arten der öffentlichen Reden zu begrüssen und sonst gar nichts.. tschüss JP |
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Ich fühle mich auch bruskiert. In wessen Namen macht diese Frau ihre politischen Aussagen? Bestimmt nicht in meinem. Wieso mischt sie sich in Tagespolitik ein?
Überhaupt sollte der Protestantismus in Deutschland lieber gegen die Schwarze Pest Front beziehen, und den die Menschen moralisch verderbenden Katholizismus bekämpfen. Mehr Bismarck und weniger Käßmann bitte. Eine bitterer Witz, eine geschiedene Frau zum Repräsentanten zu machen. |
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schrieb am
06.01.2010 um 22:50
Herr Wimmer ist in einer Partei, der ich gewiß nicht nahe stehe. Er zählt aber zum geringen Restbestand von Politikern mit Rückgrat in der Sache, die er ohne Rücksicht auf die Karriere vertritt. Damit ist er im direkten Vergleich zur Meute zeitgeistiger Netzwerker in allen Parteien eine eindrucksvolle Persönlichkeit. Seit er den Mut hatte in einem Brief an Bundeskanzler Schröder auf die verlogenen (,,Hufeisenplan") Begründungen zur Intervention in Serbien hinzuweisen hat er meinen Respekt - ausgesprochen von Einem, der noch nie seine Partei gewählt hat.
Persönlichkeiten wie er haben dieses Land zu dem gemacht, was es bis vor einiger Zeit mal war. |
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Ja. Schön.
Aber Frau Kaessmann soll trotzdem nicht in meinem Namen Aussenpolitik machen und wenn, dann jedenfalls nicht die Weicheinummer gegenüber den Katholen und der schwarzen Pest. Der Grund warum wie in Afghanistan sind, ist in Washington zu suchen. Das sollten unsere Politiker ganz ehrlich so aussprechen. Trotzdem hat die Kirche sich hier nicht einzumischen. |
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@zelotti
[Zitat]In wessen Namen macht diese Frau ihre politischen Aussagen? Bestimmt nicht in meinem.[/Zitatende] Das hätte mich auch überrascht. Der, in dessen Namen sie spricht, hat viele - "zelotti" war bisher noch nicht dabei. ;) |
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Hallo zelotti,
die EKD Ratsvorsitzende Margot Käßmann spricht weder in Ihrem noch in meinem Namen, sondern im Namen heillos inbeded evangelischer Miltär- Seelsorger/innen, die Angehörigen der Bundeswehr nicht nur auf Rüstzeiten was von Kriegs- Pferden und anderem totem Leder zu erzählen und nun ratlos dabei sind, die Kurve aus dem grauenhaften Anzug des hellen Kiegswahn in Afghanistan zu finden. Otto von Bismarck ist nun gerade das unpasendste Beispiel das rettende Ufer des Frieden s zu finden, hat er doch tatsächlich mit der gefälschten Emser Depesche von 1870 im militanten Tornister, die einheitsunwilligen deutschen Königs- und Fürstenhäuser in das uniformierte Korsett eines ohne wirkliche Not herbeizitierten Krieges gegen das französiche Kaiserreich unter Napoleon III gezwungen, damit die einheitsunwilligen deutschen Königs- und Fürstenhäuser ein für alle Mal nicht mehr in Frankreich, sondern in Preussen den natürlichen Partner in Europa sehen. Durch die Gründung der Einheitswährung Mark hat Otto von Bismarck mit den geraubten französischen Finanz- Mitteln nach dem Sieg über Frankreich 1871 dieser finanzmilitärischen Politik in Europa über Kaiser Wilhelm II und Adolf Hitler hinaus den Kalten Kriegs Weg bis in das transatlantisch monetär global aufgestellte Miltiärbündnis NATO gewiesen. Otto von Bismarck würde folglich heute womöglich die einheitsunwilligen afghanischen Warlords, Stammesfürsten, wie einst die einheitsunwilligen deutschen Königs- und Fürstenhäuser in das uniformierte Korsett der Kommandowirtschaft eines herbeigepeschten, herbeigebombten Krieges zwingen, der alle einheitsunwilligen afghanischen Warlords, Stammesfürsten zu willigen Kostgängern einer korrumpierend flüchtigen Einheitswährung gegen Pakistan, Iran, Nordkorea, China macht? Also doch mehr Käßmann denn Barack Obama im Gewande des Otto von Bismarck im Jahre 2008 während des Präsidentenwahlkampfes in den USA vor der Siegesäule von 1871 auf der Straße des 17. Juni in Berlin. tschüss JP |
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Diesen Beitrag aus dem "Tagesspiegel" - Josef Joffe interviewt Richard Holbrooke - darf nicht unterschlagen werden. Wie steht dort - und das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen - geschrieben:
Zitat: "Holbrooke sagte in einem Gespräch mit Josef Joffe, die Taliban seien zwar ein locker organisierter Haufen mit „auseinanderstrebenden Zielen“. Auch hätten die meisten Taliban nicht viel mit ihrem eifernden Führer Mullah Omar am Hut und noch weniger mit Al Qaida. Doch „andere Parallelen sind viel übler“. Der Vietcong habe seine Schutz- und Ausweichräume in Laos, Kambodscha und Nordvietnam gefunden; die Taliban hätten Pakistan. Das entwerte das US-Potenzial und lähme die Kriegführung. Denn: „Nordvietnam war der Feind, den konnten wir bombardieren. Pakistan aber ist unser Verbündeter.“ In keinem anderen Krieg Amerikas seien „Terrain und Logistik eine so fürchterliche Herausforderung“ gewesen. Der Ende 2001 begonnene Einsatz sei Amerikas härtester Krieg, gegen einen Feind, der noch nie so schwer zu fassen gewesen sei. „Jedes Jahr töten wir mehr Taliban, und jedes Jahr gibt es mehr von ihnen.“ Ende des Zitats Wer jetzt noch glaubt oder auch je geglaubt hat, die USA würden aus ihren Kriegen, Niederlagen lernen, der wird eines besseren belehrt. Allein der letzte Satz, das darin enthaltene Eingeständnis, zeigt, wie irrational das Handeln der USA in Afghanistan ist, aber auch das der NATO, UN, einschließlich Bundeswehr. Er gesteht ein, dass das Töten genau das Gegenteil dessen bewirkt, was der Zweck "sein sollte" und bedauert dann, dass es den USA militärisch, verwehrt ist ihrer "Lieblingsbeschäftigung" nach zu gehen, nämlich das BOMBADIEREN. Und hier kann nur das flächendeckende Bombadieren gemeint sein, "gezielte Luftschläge" führt die US-Army ja bereits jetzt schon über Pakistan aus. Ehrlich, man kann sich nur noch vor den Kopf fassen, ob dieser "Dummheiten". Was für mich persönlich aber noch verwunderlicher, ja geradezu alarmierend ist, das Schweigen der Journalisten. Ein solches Interview bedarf einer eindeutigen Kommentierung, selbst wenn man der Ansicht sei, der Inhalt spräche für sich. Willy Wimmer brachte es ja im "Freitag" schon einmal auf den Punkt: "Wo Holbrooke draufsteht, ist Krieg drin!" |
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Hallo SchmidtH.
besteht nicht der Gründungsmythos der USA beim Kampf gegen das allgemeine Bangster- wie Gangsterwesen kollossal kolonial Münz geprägter Güte von britischen Gnaden wie Ungnaden darin, durch die eigene Unabhänggkeit im Befreiungskampf über sich hinaus gewachsen, sich erbarmungslos, ohne Ansehen von Personen in den eigenen Reihen, Stämmen, Völkern, ein Bruder- , Schwestern- Herz zu nehmen, gegen ehemals Verbündete auf deren Boden bzw. Geltungsbereich Krieg zu führen? Flächenborbardement gilt dabei nach dem Prinzip des "trial and error" ohne Sinnen als Ortsbestimmung des gefühlten Erfolgs als Ersatz von fehlenden militärischen Erfolgskonzepten des "destroy the enemy bis "pardon wird nicht gegeben" "destroy the friends". Gerade beordert US Präsident Barack Obama 2500 US- GIs auf Biegen & Brechen nach Kundus, um eine neue Ortsbestimmung des Feindes im Umfeld der Präsenz der Bundeswehr vor Ort vorzunehmen. Ist das nicht der "worst case", der das vom Deutschen Bundestag erteilte Mandat für den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan dementiert, wenn nicht gar per eingebautem Verfallsdatum für null und nichtig erklärt? tschüss JP |
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>das Oberhaupt der katholischen Kirche, einen in
>jeder Hinsicht integren Mann Oh ja! Welch ein integrer Mann Benedikt doch gerade in Bezug auf seine AIDS-Politik ist! Ganz Afrika ist ihm zu großem Dank verpflichtet. A propos Willy Wimmer & Vatikan: Ist denn in der Nähe des Brandenburger Tors schon das Denkmal für Johannes Paul II., Ronald Reagan und Michail Gorbatschow angebracht worden, das er zusammen mit Peter Gauweiler gefordert hat? Ich zitiere einmal wörtlich: www.peter-gauweiler.de/pdf/themen/merkel.pdf "Wenn jemand diese Dreiergruppe als geschichtliche Antwort auf das Zweierdenkmal von Karl Marx und Friedrich Engels am Platz der Republik versteht, ist es uns recht." Schon erstaunlich, welch großen Beifall der Herr Wimmer hier dennoch von der politischen Linken erhält... |
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@Schackerbilly
Ein hübscher Fund. Ich frage mich, welchen Sinn es hat. Die beiden a.D.'s müssten doch wissen, dass weder Angie, noch Wowi diesen Bitten auch nur im Ansatz nachkommen werden. Die Zeit heroisierender Denkmäler ist sowieso vorbei - zum Glück. Stefan Heym hat zu solchen "Antworten" kurz nach der Einheit den Vorschlag gemacht, dass man bei den Marx-Engels-Denkmälern im Beitrittsgebiet doch eigentlich nur die Köpfe auszutauschen braucht. Er dachte bei der Neubestückung zwar eher an die von Goethe und Schiller, als an Ronny und Mickey und hätte es vermutlich auch nicht dem Papst angetan, ihn noch dazuzustellen, weil der bei den zweifellos wegweisenden Verhandlungen der beiden anderen historisch besehen ja gar nicht dabei war - jedenfalls nicht sichtbar. Außerdem empfahl Willy Wimmers früherer Bundestagskollege, die abgeschraubten Köpfe unbedingt gut aufzubewahren - für den Fall, dass mal wieder andere Zeiten kommen. Zur Entschuldigung meiner applaudierenden Mitblogger will ich aber auch anführen, dass damit sicher nicht jede andere - hier nicht zitierte - Äußerung von Willy Wimmer mit gemeint sein dürfte. Was Du beschreibst, ist zwar echte Realsatire, aber die ist - auch bei Bekanntwerden - noch kein Grund, in ihm eine Unperson zu sehen, der man selbst dann nicht applaudieren darf, wenn sie vom Tenor her Richtiges sagt oder tut. Solche prinzipiellen Applaussperren aus Anstandsgründen gibt es auch, etwa bei echten Rechten. Jemand, der mit absurden Ideen, deren Unrealisierbarkeit er genaustens kennen müsste, auf Stimmenfang geht, gehört für mich nur dann in diese Kategorie, wenn er dabei die Grenze zum Rechtspopulismus überschreitet. Dazu fallen mir eher andere Beispiele ein. *Räusper* |
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@Schackerbilly
Ein hübscher Fund. Ich frage mich, welchen Sinn es hat. Die beiden a.D.'s müssten doch wissen, dass weder Angie, noch Wowi diesen Bitten auch nur im Ansatz nachkommen werden. Die Zeit heroisierender Denkmäler ist sowieso vorbei - zum Glück. Stefan Heym hat zu solchen "Antworten" kurz nach der Einheit den Vorschlag gemacht, dass man bei den Marx-Engels-Denkmälern im Beitrittsgebiet doch eigentlich nur die Köpfe auszutauschen braucht. Er dachte bei der Neubestückung zwar eher an die von Goethe und Schiller, als an Ronny und Mickey und hätte es vermutlich auch nicht dem Papst angetan, ihn noch dazuzustellen, weil der bei den zweifellos wegweisenden Verhandlungen der beiden anderen historisch besehen ja gar nicht dabei war - jedenfalls nicht sichtbar. Außerdem empfahl Willy Wimmers früherer Bundestagskollege, die abgeschraubten Köpfe unbedingt gut aufzubewahren - für den Fall, dass mal wieder andere Zeiten kommen. Zur Entschuldigung meiner applaudierenden Mitblogger will ich aber auch anführen, dass damit sicher nicht jede andere - hier nicht zitierte - Äußerung von Willy Wimmer mit gemeint sein dürfte. Was Du beschreibst, ist zwar echte Realsatire, aber die ist - auch bei Bekanntwerden - noch kein Grund, in ihm eine Unperson zu sehen, der man selbst dann nicht applaudieren darf, wenn sie vom Tenor her Richtiges sagt oder tut. Solche prinzipiellen Applaussperren aus Anstandsgründen gibt es auch, etwa bei echten Rechten. Jemand, der mit absurden Ideen, deren Unrealisierbarkeit er genaustens kennen müsste, auf Stimmenfang geht, gehört für mich nur dann in diese Kategorie, wenn er dabei die Grenze zum Rechtspopulismus überschreitet. Dazu fallen mir eher andere Beispiele ein. *Räusper* Für die, um deren Leben es geht, ist ansonsten relativ gleichgültig, ob jemand von Marx oder von der Bibel her für den Frieden eintritt. Was die Methodik seiner Argumentation betrifft, hat Willy Wimmer hier außerdem von mehreren Seiten Kritik geerntet. So what? |
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Lieber Christian,
Lieber Christian, Schackerbillys lodernder Hinweis bringt mich auf einen bisher von mir nicht sortierten Gedanken, nämlich, dass wir auf ganz andere, auf unheimliche Weise schon wieder auf der Reise in heroisierende Zeiten an stillen Orten, als wären es stille Wasser in der Weite wie in der Nähe, sind, z, B., wenn es um das "versteckte" Ehrenmal für gefallene, gestorbene Angehörige der Bundeswehr und NGOs ? in einer Sackgasse im Bendlerblock, statt offen, von allen Seiten vor dem Deutschen Bundestag zugänglich, geht. Geben diese Heimlichkeiten, angesichts der Tradition der Bundeswehr Truppe (s. Ralph Gordanos Buch zur Sache der "Tradition der Truppe"), nicht zu bedenken? Insofern ist die Denkmal Idee von Herrn Wimmer zwar sonderbar, aber doch nicht frei von einem frischwärts offenen Bekenntnis wie Geschichtsverständnis, das feimütig zu Debatten an hellen, statt dunklen Orten einlädt, oder? tschüss JP |
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schrieb am
14.01.2010 um 07:03
ChristianBerlin schrieb:
>Zur Entschuldigung meiner applaudierenden >Mitblogger will ich aber auch anführen, dass damit >sicher nicht jede andere - hier nicht zitierte - >Äußerung von Willy Wimmer mit gemeint sein dürfte. Der Forderung nach einem Rückzug aus Afghanistan stimme ich natürlich zu. Bloß sollte man bei Herrn Wimmer immer die Frage stellen, welche Motive er hat und was für ein Idealbild einer Gesellschaft ihm vorschwebt. Ich glaube, bei ihm weht der Wind aus einer völlig anderen Richtung als bei uns. Sicher, es mag gewisse inhaltliche Schnittmengen geben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Differenzen bei Weitem überwiegen. Mit ähnlichem Unbehagen hat mich schon damals die gemeinsame Kolumne von Peter Gauweiler und Oskar Lafontaine in der "Bild" erfüllt ("Mein Herz schlägt links - Mein Herz schlägt auf dem rechten Fleck"). Ich sehe solche Annäherungen mit außerordentlich großer Skepsis. |
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schrieb am
14.01.2010 um 07:04
ChristianBerlin schrieb:
>Zur Entschuldigung meiner applaudierenden >Mitblogger will ich aber auch anführen, dass >damit sicher nicht jede andere - hier nicht > zitierte - Äußerung von Willy Wimmer mit gemeint >sein dürfte. Der Forderung nach einem Rückzug aus Afghanistan stimme ich natürlich zu. Bloß sollte man bei Herrn Wimmer immer die Frage stellen, welche Motive er hat und was für ein Idealbild einer Gesellschaft ihm vorschwebt. Ich glaube, bei ihm weht der Wind aus einer völlig anderen Richtung als bei uns. Sicher, es mag gewisse inhaltliche Schnittmengen geben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Differenzen bei Weitem überwiegen. Mit ähnlichem Unbehagen hat mich schon damals die gemeinsame Kolumne von Peter Gauweiler und Oskar Lafontaine in der "Bild" erfüllt ("Mein Herz schlägt links - Mein Herz schlägt auf dem rechten Fleck"). Ich sehe solche Annäherungen mit außerordentlich großer Skepsis. |
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schrieb am
14.01.2010 um 07:21
@ChristianBerlin: Gewisse Schnittmengen zwischen der Rechten und der Linken hat es schon immer gegeben. Natürlich werde ich Herrn Wimmer nicht widersprechen, wenn er den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordert.
Das ändert nichts daran, dass die politischen Differenzen zu ihm überwiegen. Man muss sich bei Äußerungen von Herrn Wimmer einfach die Frage stellen, welche Motive er hat und welches Idealbild einer Gesellschaft ihm vorschwebt. Ich fürchte, an diesem Punkt würden wir sehr schnell feststellen, dass bei ihm der Wind aus einer völlig anderen Richtung weht. Ähnliches Unbehagen bereitete mir schon seit Jahren die immer wieder spürbare Nähe zwischen Peter Gauweiler und Oskar Lafontaine. |
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schrieb am
14.01.2010 um 07:26
Sorry für die Mehrfachbeiträge, die ich leider nicht löschen kann. Die Software hier ist eine einzige Katastrophe! Mir wurde beim Abschicken am Bildschirm keine Bestätigung angezeigt. Die Beiträge erschienen auch erst mit deutlicher Verspätung. Ich war daher davon ausgegangen, dass es beim Versenden ein technisches Problem gegeben hatte.
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