Wie nicht anders zu erwarten, hat sich der deutsche Außenminister kurz vor der Londoner Afghanistan-Konferenz, prinzipiell bereit erklärt, mehr eigene Soldaten zu entsenden. Wie das auch immer bemäntelt wird, all die populistischen Attitüden zum Jahreswechsel, als Guido Westerwelle sogar einen Boykott des Londoner Treffens nicht ausschließen wollte, wenn zivile Wiederaufbau-Optionen dort zu kurz kämen, haben sich erledigt. Dabei könnte er seine Drohung mit dem leeren deutschen Stuhl in diesem Augenblick erneuern. Richard Holbrooke, US-Sonderbotschafter für Afghanistan und Pakistan, hat gerade zu verstehen gegeben, dass er nicht gedenke, in London über die US-Strategie zu diskutieren – die stehe fest. Und über deren militärischen, nicht zivilen Charakter dürfte es keinen Zweifel geben. Die Amerikaner haben damit begonnen, 30.000 Soldaten zusätzlich nach Afghanistan zu schicken. Und das für mindestens 18 Monate. Sie entsenden weder Lehrer, noch Brunnen- und Straßenbauer noch Mediziner oder Polizei-Ausbilder, sondern Soldaten in Kampfformationen, die den klaren Auftrag haben, die Aufständischen in den so genannten strategischen Provinzen Afghanistans an der Grenze zu Pakistan aufzureiben oder auszuschalten.
Alle Exitstrategien, wie sie auch immer terminiert werden, sind Schall und Rauch, wenn Pakistan "talibanisiert" oder über das bisherige Maß hinaus "islamisiert" wird. Die USA und die NATO können ihre Militärpräsenz nur reduzieren, wenn Pakistan kein Sicherheitsrisiko bleibt, sondern in ihrem Sinne zum Sicherheitsgaranten wird. Wie das gelingen soll und ob das gelingen kann, ist völlig offen und von widersprüchlichen Umständen abhängig. Um ein Beispiel zu nennen, eine den Taliban und ihren Verbündeten in Afghanistan möglicherweise beigebrachte strategische Niederlage gefährdet eine strategische Partnerschaft des Westen mit Islamabad. Pakistan ist Schutz- und Gegenmacht der Taliban in einem, von dort kommen sie her und dorthin ziehen sie sich zurück. Man wird solch ambivalente Partner wie die Regierung, Armee und die Geheimdienste Pakistans auch bei einem – wann und wie auch immer gearteten – Teilabzug der Besatzungstruppen aus Afghanistan im Auge behalten wollen. Und wie sollte das anders geschehen als über ein System von Militärbasen? Die USA und die NATO sind einfach zu lange und zu einem hohen Preis am Hindukusch, um diesen Raum vollends zu räumen und aufzugeben. Die westliche Allianz würde einen Prestigeverlust sondergleichen hinnehmen müssen, käme nach ihr die islamistische Sintflut. Nur noch Makulatur wäre die 1999 beschlossene neue Strategie, mit der sich die NATO zur globalen Sicherheitsagentur des Westens in strategischen Einflusssphären erklärt hat. Und Zentralasien mit den großmächtigen Anrainern China, Russland und Indien – ausnahmslos Atommächte wie Pakistan – gehört zu diesen strategischen Regionen.
Ein deutscher Außenminister, der auf der Höhe seines Amtes ist, sollte dieses Koordinatensystem der von ihm mit regierten Republik nicht vorenthalten. Es könnte hilfreich sein, einen Sinneswandel in Sachen Truppenaufstockung zu begründen. Natürlich auch Wähler kosten. Aber wo steht geschrieben, dass – wer sich in politische Verantwortung begibt – für seinen Populismus nicht büßen darf?
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In der "SZ" las ich einen Beitrag von James W. Davis, der - liest man genau - eigentlich auch ihre Einschätzung werter Lutz Herden bestätigt, aber auch darüberhinaus auch die Aussichtslosigkeit des dortigen Unfangens bescheibt.
"James W. Davis beschreibt dies so: "Es gibt eine übermäßige Konzentration auf die Zerschlagung von al-Qaida und radikaler Taliban - ohne dass dabei ein Gedanke an die politischen Folgen dessen verschwendet würde. So besteht die Gefahr, einen taktischen Sieg um den Preis einer strategischen Niederlage zu erreichen. Angenommen, die Koalition erreicht ihr gegenwärtiges Ziel, bis zum Oktober nächsten Jahres 170 000 afghanische Soldaten und 134 000 Polizisten auszubilden, würde dann ein schneller Abzug der Allianz und die Übertragung der gesamten Verantwortung auf die Regierung in Kabul innenpolitische Stabilität erzeugen, sofern es dort dann kein System der Gewaltenteilung, der checks and balances, gibt? Die vom Krieg zerrissene afghanische Gesellschaft braucht einen breiten politischen Versöhnungsprozess. Ein "Frieden", der durch eine zu schnelle Übertragung der hoheitsrechtlichen Aufgaben auf einen schwach institutionalisierten, aber personalstarken Militär- und Polizeiapparat entstünde, trüge mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits die Saat für die nächste Phase des Bürgerkriegs in sich. Oder schlimmer: Eine paschtunisch geführte Regierung in Kabul mit einer stärkeren Armee könnte weniger (anstatt mehr) bereit und fähig sein, jene schwierigen Entscheidungen zu treffen, die nötig sind, um zu einem Umgang mit Pakistan zu kommen, der die regionale Stabilität gewährleistet." Gleichzeitig faselt unser Außenminister von einem "Ausstiegsangebot" an die gemäßigten Taliban, fest im unverbrüchlichen Glauben verankert, man alles kaufen, selbst Überzeugungen. Die "SZ"-Online titelt heute völlig richtig: Aufkauf der Gotteskämpfer! und zeigt(entlarvt) damit eigentlich schon die Unmöglichkeit dieses Unterfangens auf und bedient sich nicht dieses Euphemismus "Ausstiegsprogramm" Egal wie wir uns dem Problem Afghanistan auch nähern, ob mehr Krieg oder weniger Krieg, die Lage ist außer Kontrolle! Das wird immer deutlicher. |
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Sie haben völlig Recht, aber mit den Ergebnissen der Afghanistan-Konferenz wird uns gewiss das Gegenteil verkauft.
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Man sollte sich das Koordinatensystem der Angreifer nicht zu eigen machen. Wenn es um eine politische Frage geht. IMHO die einzige Frage, die sich fuer einen Deutschen, der sich ueber die deutsche und europaeische Aussenpolitik Gedanken macht, wirklich stellt, ist: Wie opportunistisch muessen wir unter den gegebenen Umstaenden sein? Um die NATO zu retten oder was auch immer. Afghanistan ist der letzte Krieg, der noch unter der, Ronald Reagan etc, naiven Praemisse von Gut gegen Boese begonnen worden ist. Schon der Iran zeigt, dass so ein Denken, mag es auch im reichen Westen noch populaer sein, nicht mehr funktioniert. China in Afrika sowieso. Der deutsche Aussenminister weiss das sicher auch. Oder es hat ihm jemand erklaert. Besser als dem vielbeschaeftigten Verteidigungsminister die Papierlage erklaert wurde.
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Ich mache mir das Koordinatensysten der Angreifer nicht zu eigen, sondern versuche nur, deutlich zu machen, worin es besteht und für die Entscheidungskriterien sorgt, die sich natürlich auch die Bundesregierung zu eigen macht. Auch wenn sie uns etwas von zivilem Aufbau-Programm erzählt und Westerwelle "Aussteiger-Programme" auflegen will. Das ist wirklich ein Ausbund an politischer Einfalt und steht in vollkommenen Gegensatz zu der großen Schlacht gegen eine der "Brutstätten des Terrors", zur der Afghanistan nach 9/11 erklärt wurde, um dort intervenieren zu können - in Deutschland unter aktiver Beihilfe von SPD und Grünen.
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Irgendwie tust Du es doch. Indem Du versuchst, Widersprueche aufzudecken. Man muss das Unternehmen IMHO komplett in den Muell schmeissen. Es war von Anfang an nichts Gutes dran und dafuer braucht man keine Widersprueche. Die Taliban gehen uns nichts an. Und wenn uns ihre Gaeste stoerten, dann haette man die beschiessen koennen a la Clinton, wenn es denn zur Selbstverteidigung noetig gewesen waere. Das Aufdecken von Widerspruechen macht allenfalls die Verlogenheit unserer Politiker klar, die allerdings vielleicht genau so handeln und luegen muessen, nicht wegen irgendwelcher geheimen Buendnisvertraege, sondern weil dieser Opportunismus politisch sein muss. Wir koennen es uns nicht leisten, die USA in einer Frage, die sie zu einer Art Ueberlebensfrage gemacht haben, im Stich zu lassen. Dass wir dabei schuldig werden, naemlich ueber Leichen gehen, und dafuer keine ernstzunehmenden Ausreden haben, ausserdem unser politisches System den Bach hinunter geht, legt der Artikel aber mindestens nahe. Thanks.
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Zwei Dinge sind wichtig:
Aktivierung des BVG gegen Guttenbergs Pläne. Entlassung des aussenpolitischen Dilettanten Westerwelle. |
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Wahrscheinlich meinst Du das BVerfG. Keine Chance. Und warum ist Westerwelle, den man nicht moegen muss, ein Dilletant?
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Behauptung!
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Aufstockung der Bundeswehr in Afghanistan bereits beschlossene Sache ist. Und dieses (spätestens) seit Oktober 2009. Hier darf an den USA-Besuch und Rede der Angela Merkel vor dem Kongress erinnert werden. "Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama die Kanzlerin betont warmherzig zu einer gut halbstündigen Unterredung im Weißen Haus begrüßt. Er nannte die Einladung Merkels durch den Kongress - die ohne Zustimmung des Weißen Hauses nie zustande gekommen wäre - eine "sehr angemessene Auszeichnung" der Kanzlerin." Wer einer Bundesregierung (Schröder/Fischer) im Ausland, schon völlig unüblich, in den Rücken fällt, um sich in den USA lieb Kind zu machen, der wird seine politische Überlebensversicherung auch jetzt nutzen und einem immer noch als Messias gehandelten Präsidenten Obama keine "Bitte" ausschlagen. Liest man genau das, was jetzt so durch die Medien geistert, dann versucht im Vorfeld selbst die FDP mit einer Neu-Dislozierung der bereits vorhandenen und neu ins Auge gefassten Truppen. Zum Beispiel stellt sie die Tornados samt Personal zur Disposition, um diese durch andere Kräfte zu ersetzen. Wenn ich richtig informiert bin, handelt es dabei um ca. 300 Soldaten. Hier werden nur Nebelkerzen geworfen, um dann - wie auch schon Lutz Herden schrieb - die "bereits zugesicherte" Truppenverstärkung als Ergebnis von London zu verkaufen. Allein die Tatsache, dass die Kanzlerin nicht nach London fliegt, deutet doch darauf hin, dort ist für sie nichts zu holen, sie kann dort nicht glänzen. Oder wie schrieb heute Appenzeller im Tagesspiegel: Sie möchte nicht Kriegskanzlerin werden! Was die NATO betrifft. Sie hat doch schon jetzt ihren Ruf leichtfetig ruiniert und ihren Nimbus verloren. Jetzt rächt sich, dass sich nach der Wende nur der Warschauer Pakt aufgelöst hat und nicht auch die NATO. Die Chance ein neues kollektives Sicherheitssystem zu schaffen, aufbauend auf den Strukturen der NATO, wurde verpasst und man hat sich leider selbst zu einer Art Fremdenlegion der USA degradiert. Nur bringt es nichts, jetzt darüber zu lamentieren. Die alles entscheidende Frage muss beantwortet werden, wie kommen wir da raus und was hinterlassen wir dort! In diesem Zusammenhang darf auch noch einmal an Rumsfeld erinnert werden. Wie sagte er doch so blumig, süffisant? "Wer im im Loch sitzt, sollte aufhören zu graben!" |
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Ich habe einen Teil des Hearings der SPD mit verfolgt – m.E. insofern eine Farce, weil zwar viele etwas sagten aber niemand wirklich zuhörte.
Und auch dort wurde die Frage nicht beantwortet, was der Krieg eigentlich für einen Sinn macht und wie man sich aus diesem im aufrechten Gang wieder zurückziehen kann. Der einzig erwähnenswerte Beitrag kam von einem Afghanen, er machte im Auftrag anderer intellektueller Afghanen einen interessanten Vorschlag, der von den Anwesenden aber eher gelangweilt zur Kenntnis genommen wurde. Er schlug einen Waffenstillstand, die Einführung von provisorischen Provinzregierungen unter Einbeziehung fortschrittlicher Afghanen und Verhandlungen mit den Taliban und Warlords vor, um dort wieder ein geordnetes Leben möglich zu machen. Die Truppen hätten nur die Aufgabe, die Herstellung der zivilen Ordnung zu schützen. Er lehnte die Ausbildung Afghanischer Truppen, die an der Seite der Alliierten kämpfen ab, weil das zu einem innerafghanischen Bürgerkrieg führen könnte. (Afghanen bekämpfen Afghanen). Ich halte das auch für den einzig akzeptablen Denkansatz. Die Afghanen wollen den Einsatz der ISAF-Truppen nicht mehr. Sie haben immer mehr unter den Kampfeinsätzen zu leiden – davon hört man hier aber kaum etwas im Lande. Dazu ein interessanter Blogbeitrag von sachima Dass allein wäre für mich schon ein Grund die Truppen ab zu ziehen. Dieses naive Kasperltheater von Westerwelle und die großen Töne von Guttenberg: „Ich bin niemand, der sich einem Gruppenzwang unterwirft. Zu meiner Meinungsbildung brauche ich auch keine Vorgabe aus den USA“ (Bild), erscheinen einfach nur als lächerliches Beiwerk ihrer Unterwerfung unter die US-Strategie. |
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Man darf gespannt sein, wie das Merkel am kommenden Mittwoch im Bundestag bemäntelt.
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Ich kann mir gut vorstellen, dass es ein kleines Bonbon für Westerwelle gibt - er darf sich ein paar Taliban kaufen – schadet ja niemanden außer uns Steuerzahler:)
Ich vermute, dass die Taliban jetzt massenhaften Zulauf verzeichnen werden - von Leuten, die dann demnächst das Ausstiegsprogramm in Anspruch nehmen wollen. Von daher muss es kommen, sonst bleiben sie bei den Taliban.... Sehr schlau ist das ganze nicht und noch unschlauer ist es, das so groß herauszuposaunen. In der Tagesschau war zu vernehmen, dass ganz Afghanistan darüber spricht. Oh,oh,oh. |
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Das ist viel Auto-Suggestion im Spiel und Irrglaube auch.
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schrieb am
24.01.2010 um 21:17
„You can rent an Afghan, but you can’t buy him“
Erkenntnis aus der nicht gerade erfolgreichen Besatzungszeit der Briten Der heutige Beitrag in der Tagesschau weckte ungute Erinnerungen an die "Aktuelle Kamera". Sollte ich mich als Wessi so täuschen? |
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Fro, das Programm gibt es schon. Es gibt die von den USA finanzierten amerikanischen Taliban: Die Amerikaner haben "systematisch junge arbeitslose Afghanen gekauft. Diese mischten sich dann unter die afghanischen und die waziristanischen Taliban sowie unter die einfachen Leute. Sie hätten den Auftrag, sich als Taliban auszugeben, diese auszuspähen und mit mörderischen Anschlägen gegen Zivilisten den USA den Vorwand zu liefern, in Afghanistan zu bleiben." - zitiert aus einem Bericht von J. Todenhöfer (FR vom 16. Sept. 09), der seinerseits Aussagen eines Taliban-Anführers als glaubwürdig wiedergibt. Der Krieg dort ist anscheinend so unglaublich dreckig, sowas können sich unsere mitteleuropäisch gewachsenen Hirne nicht ausmalen.
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schrieb am
24.01.2010 um 22:11
"Der Krieg dort ist anscheinend so unglaublich dreckig, sowas können sich unsere mitteleuropäisch gewachsenen Hirne nicht ausmalen."
Das verstehe ich wirklich nicht. "mitteleuropäisch gewachsenen Hirne" haben protestierend ganz maßgeblich zum Ende der verbrecherischen Kriege der USA in Korea und in Vietnam beigetragen. Gibt es irgendeinen Grund für die Annahme, die aktuellen Kriege der VSA könnten weniger dreckig sein, nur weil jetzt die NATO-Vsallen aktiv darin einbezogen sind? |
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Wir können es lesen und empört sein. Wir sind empört. Zurecht. Aber wirklich nachfühlen? Etwa dass der jüngere Bruder getötet wird?
Wir sind, mit aller Vorsicht, gewissermaßen froh, dass uns das nicht angetan wird und dass wir derartigen Schrecken nicht verarbeiten müssen. Gerade deshalb, da gebe ich Dir uneingeschränkt recht, müssen wir deutlich machen, dass wir derartige Zustände weder dort noch anderswo hinnehmen wollen. |
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..nur mal drauf hingewiesen, dass hier irgendwas sich in Luft aufgelöst hat. Ich hatte ne Antwort an Saxonia untergebracht und vorhin auch noch hier gelesen. Nun issie weg. Und die Antwort von Saxonia, die drüben als neuer Kommentar so 22:45 angekündugt ist, ist nirgends vorhanden, wer auch immer Saxonia sein mag. Gibt's eine Erklärung?
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..nun issie wieder da. 22:25 war's.
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Auch wenn die DDR nicht mehr existiert und der Herr und Meister Sowjetunion desgleichen nur noch Geschichte ist, die Weltmacht USA bestimmt immer noch die Geschicke ihres deutschen 'Partners'.
Ob die Bundeswehr ihr Kontingent etwas aufstockt, hat lediglich symbolischen Wert, als Treuebekundung. Wenn nicht, wäre eine finanzielle Kontribution fällig. Übrigens, das Pentagon hat den Globus in sechs Regionalkommandos aufgeteilt, denen jeweils alle US-Teilstreitkräfte in ihren Bereichen unterstehen. Nur zwei haben ihren Sitz außerhalb der USA, beide in der Bundesrepublik Deutschland: EUCOM in Stuttgart-Vaihingen und AFRICOM, ebenfalls in Stuttgart. AFRICOM für Afrika ohne Ägypten und EUCOM für Europa einschließlich des asiatischen Teils Russlands und der Türkei. |
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schrieb am
24.01.2010 um 21:48
Da sollte Helmut Kohl befragt werden, was er alles im Vorfeld zur Erlangung der Deutschen Einheit George W. Bush sen. über das normal Übliche versprochen und vertraglich zugesichert hat.
Siehe hier: "Zwar hat Deutschland in den Zwei-Plus-Vier-Verträgen nach der Wiedervereinigung die volle Souveränität erlangt.Aber die einstige Besatzungsmacht USA, so Fassbender, werde auch weiterhin "sehr großzügig" behandelt. Neben dem Nato-Truppenstatut gebe es noch etliche bilaterale Vereinbarungen. "Denen hat man die größte Freiheit gelassen." Hier klicken Dass Kohl allerdings reden, plaudern wird, darf wohl nicht erwartet werden. |
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schrieb am
24.01.2010 um 22:42
"Dass Kohl allerdings reden, plaudern wird, darf wohl nicht erwartet werden."
Bin überzeugt, Bimbes-Kohl wäre zur Niedertracht nicht fähig gewesen Deutschland für immer und ewig den Hirlosen Cowboys zu unterwerfren. Dafür kommt nur ein größenwahnsinniger Rhöndorfer Antidemokrat in Frage, der unbedingt das halbe Deutschland für sich wollte. Der hat mit der rechten Hand die Nazi-Eliten rehabilitiert und mit der linken den Amis ewige Rechte gesichert, damit sie ihn seine hinterhältigen Absichten umsetzen ließen. Man brauchte den Verräter im kalten Krieg. |
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Was soll denn das "normal Uebliche" sein? Solche Normalfaelle gibt es nicht. Jeder Fall ist anders.
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Zum Aussteigerprogramm für die Taliban sollte man noch erwähnen, dass es keine Idee von Westerwelle ist, sondern eine von seinem korrupten Kollegen Karsai, der wohl seine Kassen wieder etwas auffüllen möchte. Dafür hat Westerwelle anscheinend vollstes Verständnis. Geplant ist ein Reintegrationsfonds, der 1 Milliarde Dollar aufweisen soll und vermutlich zentral – also unter Kasais Aufsicht - verwaltet wird – da wird sich sein Clan freuen.
Wir Steuerzahler werden also vergeblich darauf warten müssen, dass man uns die gekauften/gemieteten Taliban auch einmal vorstellt. Schade eigentlich. |
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Dieses Programm ergibt auch deshalb keinen Sinn, weil die Taliban über ausreichende Einnahmequellen verfügen, nicht zuletzt über den Drogenhandel und - transfer.
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Die Idee ist nicht die Taliban zu kaufen, sondern "nicht ideologisch verblendete Mitlaeufer" (Westerwelle), was ja etwas schraeg klingt. Wieso sind die verblendet, vielleicht haben sie auch einen guten Grund? Warum sollen sie Westerwelles Ideologie folgen? Was hat Westerwelle sonst zu bieten?
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Man sollte den Karsai nicht so schlecht machen, er spielt seine Rolle sehr gut. Was soll er anderes machen? Ist denn die Korruption, wenn man mit solchen Kategorien Afghanistan ueberhaupt gerecht wird, an der Regierungsspitze uebler als die alltaegliche Korruption auf dem breiten Land? Es gibt da nichts ohne Korruption.
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schrieb am
25.01.2010 um 13:39
Nur die Taliban?
Nun Franziska Augstein hat es doch in der "SZ" am Wochenende sehr gut herausgearbeitet und wie folgt beschrieben: "Wer Polizeichef eines Grenzpostens werden und damit die Wareneinfuhr kontrollieren wolle, hat der Reporter Patrick Cockburn im Sommer 2009 in der London Review of Books geschrieben, müsse 150 000 Dollar bezahlen. Normale Polizisten stocken ihr schlechtes Gehalt auf, indem sie Leute anhalten und erpressen. Spätestens wenn der Mohn geerntet wird, haben viele afghanische Polizisten und Soldaten Besseres zu tun, als auf ihr niedriges Gehalt zu warten. 2009 lag die Rate der Armeedeserteure bei bis zu 25 Prozent. Polizisten sind im Schnitt noch unzuverlässiger." Was also wollen WIR, speziell Guido Westerwelle BIETEN/ANBIETEN, um diese Leute zur Umkehr zu bewegen? Wobei die Abkehr vom "Afghane-Sein" noch nicht einmal bedacht wird. Wie naiv kommen derartige Vorschläge daher? Ach noch eine kleine Bemerkung am Rande. Wie ich in einem "ftd"-Beitrag las, kümmert sich Italien, also Berlusconi-Land, um den Aufbau der Justiz in Afghanistan. Wäre es nicht so bezeichnend, man könnte nur noch lachen. |
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Ausserden koennen die Polizeianwaerter nicht lesen und schreiben. Die italienische Justiz ist im Uebrigen besser als Berlusconi. Jedenfalls macht sie ihm sehr zu schaffen.
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schrieb am
25.01.2010 um 17:11
Nun besser als Berlusconi zu sein, darf doch nicht als Maßstab herhalten. Nein, ich will die italienische Justiz nicht schelten, nein, nur stellt sich mir die Frage, ob diese Justiz ein Exportartikel/-schlager darstellt, um einen "failed state" in unserem Sinne - und darum soll es doch gehen, bis jetzt jedenfalls - auf den rechten Weg zurückführen zu wollen.
Also vom Ansatz her. |
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Dennoch dürften die Tage von Karsai gezählt sein, es ist ein Moment der politischen Logik, dass er eher früher als später gehen muss, um die Legitimation des westlichen Afghanistan-Einsatzes zu heben. Mich würde nicht wundern, wenn er schon bald nach der Londoner Konferenz zurücktritt oder gestürzt wird.
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Wenn damit irgendetwas gewonnen waere. Das Problem ist aber, dass es sowas wie eine Afghanische Elite, die die Befehle eines Regierungschefs umsetzen koennte, nicht gibt. Es kann da sitzen wer will, es hat auf Afghanistan keine Wirkung.
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Diese Justiz im Zusammenhang mit der italienischen ist purer Unsinn. Die Einzigen, die das in Italien so sehen, sind Berluskoni und seine Anwaelte. Das roemische Recht ist legendaer und die heutigen italienischen Richter sind sicher weniger autoritaetsglaeubig als unsere, siehe dazu auch die zahlreichen Vorlagebeschluesse zum EuGH, Costa Enel etc.
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Diese Justiz im Zusammenhang mit der italienischen ist purer Unsinn. Die Einzigen, die das in Italien so sehen, sind Berluskoni und seine Anwaelte. Das roemische Recht ist legendaer und die heutigen italienischen Richter sind sicher weniger autoritaetsglaeubig als unsere, siehe dazu auch die zahlreichen Vorlagebeschluesse zum EuGH, Costa Enel etc. Im Uebrigen ist Afganistan kein failed state, seltsames Konzept, sondern nur anders. Es gilt da auf den Doerfern jahrhundertelanges Gewohnheitsrecht usw.
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Aeusserst lesenswerter Bericht, nicht der erste, des U.S. Botschafters in Kabul:
www.nytimes.com/2010/01/26/world/asia/26strategy.html Der ist sehr viel radikaler als der Artikel! |
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vielen Dank, sehr aufschlussreich. Man müsste jetzt den Kommentar vom Sonntag etwas umschreiben nach den gestrigen Beratungen mit Merkel, aber in der Stoßrichtung kau ändern
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