Rechtlich ist der Fall eindeutig: „Es ist nicht gestattet, Spruchbänder oder Transparente zu entfalten, Informationsmaterial zu zeigen oder zu verteilen“, heißt es in Paragraph 4, Absatz 2 der Hausordnung des Deutschen Bundestags. Das weiß auch die Linke. Als die Fraktion sich also am Freitagvormittag geschlossen von ihren Plätzen erhob und mit Schildern, auf denen die Namen der Opfer des Luftschlags von Kunduz zu lesen waren, gegen das neue Afghanistanmandat der Bundesregierung zu protestieren, da wusste sie, dass Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dies nicht durchgehen lassen konnte.
Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass die Linke mit Aktionen jenseits der Geschäftsordnung aufgefallen ist. Als im Mai 2002 der damalige US-Präsident George W. Bush vor dem Deutschen Bundestag sprach, hielten drei PDS-Abgeordnete ein Transparent mit der Aufschrift: „Mr. Bush, Mr. Schröder – Stop Your Wars“ hoch. Im März 2006 erschien die Fraktion in Streikwesten, um ihre Solidarität mit den Gewerkschaften im damals schwelenden Tarifstreit auszudrücken. Das brachte den Abgeordneten damals schon eine Ermahnung des Bundestagspräsidiums ein, zusätzlich aber auch gute Bilder für die Basis. Wohl wegen dieser Wiederholungen griff Bundestagspräsident Lammert nun zur schärfsten Waffe in seinem Repertoire – und schloss die Fraktion vom Rest der Sitzung aus. Allerdings machte er ihr auch ein Zugeständnis, indem er sie zur Abstimmung über das Mandat wieder zuließ. In der Geschäftsordnung des Bundestags ist das eigentlich nicht vorgesehen.
Schwierige Mandatserweiterung
Überraschend ist es hingegen nicht, dass die Linke gerade bei diesem Thema wieder einmal eine Aktion außerhalb der parlamentarischen Regeln veranstaltete. Schließlich tat sich das Parlament sichtlich schwer, das neue Afghanistanmandat mit der üblichen breiten parlamentarischen Mehrheit zu verabschieden. Hinzu kommen die großen Vorbehalte in der Bevölkerung gegen die Afghanistanstrategie. Die schlugen sich dann auch im Abstimmungsergebnis nieder. Bei der SPD, die eigentlich ihre Zustimmung angekündigt hatte, stimmten schließlich doch 16 Abgeordnete dagegen. Die Grünen enthielten sich. Einzig die Linke lehnte die Truppenaufstockung geschlossen ab.
Damit war sowieso gerechnet worden. Doch durch die Plakataktion zog die Partei wieder einmal den Zorn der anderen Fraktionen auf sich, wenngleich nicht annähernd so heftig wie in der Vergangenheit. Während der Streikwesten-Aktion vor vier Jahren wurde die Linken-Fraktion noch als „Proleten“ beschimpft. Diesmal reagierte die politische Konkurrenz zwar mit harscher Kritik, die aber sachlich blieb. So nannte SPD-Chef Sigmar Gabriel die Aktion einen „Klamauk“. Schließlich sei die Debatte über den Einsatz es wert, dass „jeder seine Argumente vorträgt, auch diejenigen, die ganz gegen den Einsatz sind“. Die Linke habe hingegen nicht auf Argumentation gesetzt, sondern die guten Sitten des Parlaments verletzt. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach von einer Beschädigung der parlamentarischen Prozesse. Er fügte hinzu, dies wäre vermutlich nicht passiert, wenn Gregor Gysi anwesend gewesen wäre, „und dass ich mit den mal in den Bundestag wünschen würde, hätte ich auch nicht gedacht“.
All diese Schelte kann der Linken egal sein – und ist es vermutlich auch. Doch dass sich auch der Anwalt der Opfer des Luftschlages von Kunduz gegen ihre Aktion aussprach, sollte der Partei zu denken geben. „Man muss vernünftig und sachlich demonstrieren und nicht in dieser Form“, so Opferanwalt Karim Popal. Solche Aktionen seien auf der Straße angemessen, aber nicht im Parlament.
Es sieht tatsächlich so aus, als habe sich die Linke diesmal verzockt. Die Aktion im Bundestag war populistisch, eine gezielte Provokation, um den politischen Gegner aus der Reserve zu locken. Zuletzt geißelte die Partei ein solches Verhalten bei FDP-Chef Westerwelle – und das zu recht. Indem sie sich jetzt der gleichen Mittel bedient, verliert sie an Glaubwürdigkeit. Ihr Ziel, auf die zivilen Opfer des Krieges in Afghanistan hinzuweisen, ist ehrbar, doch in einer solchen Debatte macht der Ton die Musik. Und den hat die Partei diesmal nicht getroffen. „Gut gemeint“ ist eben immer noch das Gegenteil von „gut“.
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In dieser Sache stimme ich dir eindeutig zu.
Der Standpunkt der Linken ist bekannt ,und in der APO mischen sie ja auch auf diesem Gebiet kräftig mit. Im Bundestag wäre es in diesem Falle wirklich sinnvoller gewesen eindringlich auf die Fakten hinzuweisen,die gegen eine Entsendung der Truppen sowie deren Aufstockung nach Afghanistan sprechen. |
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Also erst einmal wollen wir uns den von ihnen zitierten Paragraphen anschauen:
§ 4 Verhalten in Gebäuden (1) In den Gebäuden des Deutschen Bundestages sind Ruhe und Ordnung zu wahren. Die Besucher haben die Würde des Hauses zu achten und auf die Arbeit im Haus Rücksicht zu nehmen. Insbesondere sind alle Handlungen zu unterlassen, die geeignet sind, die Tätigkeit des Deutschen Bundestages, seiner Gremien, Organe und Einrichtungen zu stören. (2) Es ist nicht gestattet, Spruchbänder oder Transparente zu entfalten, Informationsmaterial zu zeigen oder zu verteilen, es sei denn, es ist zur Verteilung zugelassen. Also an wen richtet sich in erster Linie diese Hausordnung? Richtig, an die Besucher! So und nun schauen wir auf den § 38 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages. Wie steht da geschrieben? §38 Ausschluß von Mitgliedern des Bundestages (1) Wegen gröblicher Verletzung der Ordnung kann der Präsident ein Mitglied des Bundestages, auch ohne daß ein Ordnungsruf ergangen ist, für die Dauer der Sitzung aus dem Saal verweisen. Bis zum Schluß der Sitzung muß der Präsident bekanntgeben, für wieviel Sitzungstage der Betroffene ausgeschlossen wird. Ein Mitglied des Bundestages kann bis zu dreißig Sitzungstage ausgeschlossen werden. (2) Ein Sitzungsausschluss kann auch nachträglich, spätestens in der auf die gröbliche Verletzung der Ordnung folgenden Sitzung ausgesprochen werden, wenn der Präsident während der Sitzung eine Verletzung der Ordnung ausdrücklich feststellt und sich einen nachträglichen Sit- zungsausschluss vorbehält. Absatz 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend. Ein bereits erteilter Ordnungsruf schließt einen nachträglichen Sitzungsausschluss nicht aus. (3) Der Betroffene hat den Sitzungssaal unverzüglich zu verlassen. Kommt er der Aufforderung nicht nach, wird er vom Präsidenten darauf hingewiesen, daß er sich durch sein Verhalten eine Verlängerung des Ausschlusses zuzieht. (4) Der Betroffene darf während der Dauer seines Ausschlusses auch nicht an Ausschusssitzungen teilnehmen. (5) Versucht der Betroffene, widerrechtlich an den Sitzungen des Bundestages oder seiner Ausschüsse teilzunehmen, findet Absatz 3 Satz 2 entsprechend Anwendung. (6) Der Betroffene gilt als nicht beurlaubt. Er darf sich nicht in die Anwesenheitsliste eintragen. Was sagt uns dieser Text? 1.Hier wird im Singular gesprochen, nicht Plural! 2."kann" nicht "muss" ergo Ermessenssache Also Fingerspitzengefühl ist angesagt. Doch wie reagiert hier Lammert? Selbst wenn es so war, dass die Fraktion "Linke" dieses provozieren wollte, dann darf ich doch auf das Sprichwort hinweisen, dass man nicht über jedes Stöckchen was einem hingehalten wird, springen sollte. Nein, diese unangemessene [Grundsatz der Verhältnismäßigkeit hat Verfassungsrang!] Handlung des Bundestagspräsidenten hat der parlamentarischen Demokratie erheblichen Schaden zugefügt. Diese Erkenntnis hatte wohl auch das Plenum erreicht, denn anders ist ja nicht die 2/3 Mehrheit für die Zulassung der Fraktion "Die Linke" zur Abstimmung erklären. Eine Frage stellt sich: Wie manisch muss sein Verhältnis zur Linkspartei sein, wie überhöht muss ein Bundestagspräsident, der sich immer so gern als moralische Instanz sieht, denken, wenn er bei einer Sitzung und Abstimmung zu einem "Kriegseinsatz" die einzige Opposition in ihrer Gesamtheit von der Debatte ausschließt? Hätte er - wie eigentlich die Geschäftsordnung es vorsieht - jeden einzelnen Abgeordneten - namentlich nennend, persönlich ansprechend - des Saales verwiesen, hätte ihm der "Schwachsinn" seines Handelns bewußt werden müssen. Dass ihnen Julian Heißler beim Schreiben dieses Beitrages nicht die Tastatur geklemmt hat, verwundert mich eigentlich nicht, aber deutet für mich auf ein wohl etwas gestörtes Verhältnis zur parlamentarischen Demokratie hin. Egal wie man zur Linkspartei stehen mag, deren Auftreten albern finden, von mir aus auch unerhört, aber hier geht es eben nicht um diese Partei, nein hier geht es einzig und allein um unseren Parlamentarismus, um unsere Demokratie. |
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@ SchmidtH. man muss ja nicht gleich immer mit der ganz großen keule kommen. dass der kollege heißler ein „gestörtes verhältnis zur parlamentarischen demokratie“ haben soll, wird hier einfach so behauptet, obwohl es aus dem text keineswegs hervorgeht. ich sehe den fall auch etwas anders (parallel läuft eine kleine debatte hier tinyurl.com/ydhgkwa). aber dass lammert aufgrund von verabredungen im ältestenrat zur interpretation der geschäftsordnung nicht anders handeln konnte - so hat er es jedenfalls erklärt, mehr hier: tinyurl.com/y8kuanh - lässt sich ja nicht einfach ignorieren. zweifelsohne: es war ein kalkulierter eklat, um in den medien mehr beachtung zu finden. darüber lässt sich streiten. ich halte es aus sicht einer partei für naheliegend, die mit ihren positionen sonst nur schwer durchkommt. und in der sache im übrigen auch für gerechtfertigt. haus- oder geschäftsordnung hin oder her.
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schrieb am
26.02.2010 um 19:22
Ja, ich bin in mich gegangen und stecke die ganz große Keule wieder ein. Aber auf einen Hammer bestehe ich. ;-)
Sie wissen auch wie "lebendig" es in anderen Parlamenten zur Sache geht, da wird doch der Bundestagspräsident, der nun wirklich nicht weisungsgebunden ist, die "Größe", das "Fingerspitzengefühl" aufbringen können und eine andere Entscheidung in Erwägung ziehen können und müssen. Ströbele hat ihm doch den (Aus)Weg gewiesen. Z.B.: "So liebe Kollegen der Linksfraktion, nun haben sie ihre Meinung zum Ausdruck gebracht, wenn auch in einer Form, die ich hiermit ausrücklich mißbillige und auch nicht den verabredeten Regeln entspricht. Ich rufe Sie zur Ordnung. Ich fordere sie auf, ihre Tranparente einzurollen und an der Sitzung des Hohen Hauses wieder so teilzunehmen, wie es unseren Regeln und Gepflogenheiten entspricht!" Niemand hätte sich mehr als nötig aufgeregt. Die Inanspruchnahme des "Tina-Prinzips" ist nicht mehr hinnehmbar. Dieses wurde speziell von Schröder zu Tode geritten und ist nun wirklich einer parlamentarischen Demokratie unwürdig. |
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@ Tom Strohschneider am 26.02.2010 um 18:34
"aber dass lammert aufgrund von verabredungen im ältestenrat zur interpretation der geschäftsordnung nicht anders handeln konnte - so hat er es jedenfalls erklärt ... - lässt sich ja nicht einfach ignorieren." Wenn ein Herr Lammert etwas erklärt, ist das nicht sakrosankt und richtig muß es auch schon gar nicht sein. SchmidtH hat das Verhalten von Lammert zudem nicht "einfach ignoriert", sondern profund kritisiert. Auf haltlose Gründe Lammerts müßte Heißler nicht Rücksicht nehmen. Wenn ein Politologe, so vermute ich, sagt, Heißlers Schreiben deute "auf ein wohl etwas gestörtes Verhältnis zur parlamentarischen Demokratie" hin, dann spricht er zum Glück nicht als Organ des Verfassungsschutzes mit dem entsprechenden Drohapparat und Interesse im Hintergrund oder als heimlicher Innenmister dieser Regierung, sondern als Erinnerer an das, was uns allen wert sein sollte es zu verteidigen, nämlich das, was eine zu große Koalition der Willigen in immer wieder neuen kleinen Stücken preiszugeben bereit ist. |
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"eine zu große Koalition der Willigen" ist ja immerhin besser als bestimmte Mittel der Politik schlechthin auszuschliessen. Es ist gerade eine deutsche Krankheit, immer nur von den Mitteln zu reden und nie von den Zwecken. "Stasi 2.0" ist dafuer auch ein Beispiel. Und der Spruch, der Zweck duerfe nicht schon wieder die Mittelrechtfertigen, als es um Stasiueberpruefungen in Brandenburg ging. Eine Diskussion ueber die Zwecke waere auch hier besser gewesen. Schade, dass Ihr so verknoechert seit.
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@ Fritz Teich am 26.02.2010 um 23:14
""eine zu große Koalition der Willigen" ist ja immerhin besser als bestimmte Mittel der Politik schlechthin auszuschliessen." Clausewitz, ick hör Dir trappsen! Aber Sie sollten nicht einen obsoleten Theorethiker quasiabsolutistischer Willkür und Rechtfertiger des Angrifskriges hier auch nur indirekt anführen. Sein Satz “So sehen wir also, dass der Krieg nicht bloß ein politischer Akt, sondern ein wahres politisches Instrument ist, eine Fortsetzung des politischen Verkehrs, ein Durchführen desselben mit anderen Mitteln” war und ist nicht einmal ein im modernen Sinne politischer geschweige denn demokratischer Satz, da er nämlich nur das Hegemonialstreben ständischer und nicht demokratischer Herrschaft dokumentiert, dem Souverain , dem Monarchen nämlich, in seinem willkürlichen Ermessen gleichberechtigt zu Mitteln des Krieges oder des Friedens zu greifen um die eigenen Interessen gegen andere durchzusetzen. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde in die Charta der Vereinten Nationen ein Satz des US-Außenministers Frank B. Kellogg aufgenommen, der schon 1928 im Briand-Kellogg-Pakt, der damls dann von 63 Staaten auch anerkannt wurde stand und erst von der Hitlerei hinweggefegt wurde, verbindliches Völkerrecht; es ist dies der Satz: “Von der hohen Warte der Menschlichkeit und Zivilisation gesehen, ist jeder Krieg ein Angriff auf den Fortbestand der menschlichen Gesellschaft. Im allgemeinen Interesse sollte er daher abgeschafft werden.” Damit ist das nach dem römischen Schriftsteller Publius Flavius Vegetius Renatus (390 n.Chr.) und Clausewitz (1832 in seinem Werk “Vom Kriege”) realpolitisch (d.h. aus Willkür) begründetet “Recht zum Kriege” (Ius ad bellum) geächtet und durch sein Gegenteil “Es gibt kein Recht zum Krieg” (Non ius ad bellum) ersetzt. (Werter Herr Teich, verwechseln, sie jetzt bitte nicht das völkerrechtliche Recht der Notwehr mit dem Recht zum Kriege im Sinne von Clausewitz!) Clausewitz hat den Krieg zum Mittel der Politik erklärt. Dabei ist es nur in zweiter Linie wichtig, dass er den Krieg rechtfertigte. Zentral ist: Clausewitz rechtfertigt damit den Herrscher selbst. Das Entscheidende bei Clausewitz ist, dass hinter seinem berühmten Satz, der Krieg sei die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln der ursprüngliche Gedanke des feudalen, absolutistischen Monarchen steht, der gegenüber den Menschen (Untertanen) keine einzige Entscheidung rechtfertigen muss, er ist (von Gottes Gnaden) zu jeder Entscheidung berechtigt. Alles was er als Herrscher tut ist so in gleicher Weise Politik, die reale Politik, die er betreibt (Realpolitik). Er ist konstituionell so unangreifbar. Diese “mittelalterliche” Unangreifbarkeit wollte Clausewitz dem Herrscher bewahren, der allenfalls scheiterte, wenn er den gewählten Krieg verlor, oder Putsch, bzw. Revolution ihn hinwegfegte. Clausewitz tat dies in einer Zeit, da diese absolutistische Auffassung, spätestens seit 1789, natürlich längst gestürzt war und eigentlich nur noch als Ideologie begriffen werden konnte, aber als solche weiter Wirkung zeigte. Konnte der klassische Herrscher noch willkürlich, niemandem als Gott verantwortlich Krieg oder Frieden gleichwertig zur Durchsetzung seiner Macht wählen, so sind den Regierenden der Moderne Grenzen gesetzt. Krieg ist kein Mittel der Politik mehr, da er als Mittel des Machterhalts geächtet ist. Wird er trotzdem gewählt ist es Verfassungsbruch. Genau in diesem Sinne “funktioniert” im deutschen Grundgesetz das Verbot des Angriffskrieges. War das “Primat der Politik” in vordemokratischer Zeit identisch mit dem umbedingten Willen des “Primus”, des Ersten im Staate, dem Monarchen also, so besagt dieses Formel heute, dass sich die Entscheidungsfreiheit der Regierenden messen lassen müssen an den politischen Setzungen der modernen Menschenrechte und dem Gebot der Ächtung des Krieges. Damit ist die historische und politische Geschäftsgrundlage für den Clausewitzschen Satz entfallen. Ich habe diese Gedanken schon einmal unter dem Nick byby im Blog der Franfurter Rundschau vorgebracht, als das identische Argument in einer ähnlichen Diskussion vorgebracht wurde. Dort habe ich es in mehrhren Posts in der Diskussionnoch weiter entfaltet (s. www.frblog.de/kaessmann/ dort ab posting 88ff). Auf Ihre schiefen Stasi-Vergleiche und den kruden Zweck-Mittel-Gedanken, den Sie da noch anklebten will ich hier nicht eingehen. |
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@Uwe Theel: nicht sakrosankt und vielleicht sogar falsch - das sehe ich auch so, und schon sind wir bei den "haltlosen gründen". man kann zwei argumente bringen: erstens, es gab eine verabredung im ältestensrat, welche die linke mitgetragen hat. zweitens, es gab einen wichtigen grund für die linke, sich an diese verabredung nicht zu halten. ich finde diesen grund auch wichtiger als die geschäftsordnung, wenn jemand das anders sieht, ziehe ich aber nicht den schluss daraus, er habe ein gestörtes verhältnis zu irgendwas. darum gings mir. beim rest: d'accord.
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Allerdings, Clausewitz! Vom Recht zum Krieg hat der nirgends geschrieben. Er hat nur gesagt, wenn man schon vom Krieg spricht, die groesste vorstellbare Scheisse, dann solle man es richtig tun.
Schaeuble 2.0 bleibt fuer mich ein schiefer Vergleich und der Spruch von den Mitteln, die nicht schon wieder durch Zwecke geheiligt werden duerfen, blendet auch einen wesentlichen Unterschied aus. Wobei ich ja nicht gesagt hab, dass ich diese Ueberpruefungen gut finde. Das muss man aber anders begruenden. |
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@ Fritz Teich am 28.02.2010 um 11:34
Allerdings, lesen können Sie auch nicht, vom Verstehen gar nicht zu reden: Ich schrieb: "Clausewitz hat den Krieg zum Mittel der Politik erklärt. Dabei ist es nur in zweiter Linie wichtig, dass er den Krieg rechtfertigte. Zentral ist: Clausewitz rechtfertigt damit den Herrscher selbst." und versuchte dann, aber offenbar vergeblich, Ihnen zu erklären, dass es bei Clausewitz im Kern um die Rechtfertigung von willkürlicher Herrschaft ginge, bei der Die Wahl der politischen Mittel immer als gerechtfertigt erscheint, egal, welche es sind. Alles was Ihnen dazu dumpf einfällt, ist die vollkommen falsche, kleinbürgerliche Feld-Wald-und-Wiesen-Variante der Clausewitzrezeption, wenn Sie schreiben: "Allerdings, Clausewitz! Vom Recht zum Krieg hat der nirgends geschrieben. Er hat nur gesagt, wenn man schon vom Krieg spricht, die groesste vorstellbare Scheisse, dann solle man es richtig tun." Blenden sie weiter wesentliche Unterschiede aus! Sie können das gut, da Sie diese im Ernstfall gar nicht benennen (können). |
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Diese Aktion hat für die vielen, die nicht Phönix einschalten, um einer Parlamentsdebatte zu folgen, geleistet, was kein Debattenbeitrag hätte leisten können: sie hat im Bild deutlich gemacht, dass es um nichts weniger als Leben und Tod geht und dass die Opfer dieses absurden Krieges lebende Menschen waren. Genau deshalb war sie jenseits der Exegese von Geschäftsordnungen und deren Bindewirkung für Parlamentspräsidenten auch ganz schlicht eins: genau richtig.
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Echte Menschen wirklich umgebracht ist ein gutes Argument. Aber die Frage muss sein: Wofuer? Und dann keine Leerformeln zulassen, hart bleiben
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Wenn unser aller Bundesbeamter, der uns international vertritt gegen die Juden, oh Entschuldigung, gegen die HARTZ IV Empfänger hetzt, dann ist das o.K.!
Aber eine aufrührerische Aktion der Linken im Bundestag, wird gegeißelt. Wer hat damals gesagt: Wer Hitler wählt, wählt Krieg? Nur die Kommunisten. Wer hat ihnen geglaubt? Kaum jemand. Die Folge: zig Millionen Tote in der Welt. Wir sollten froh sein, wenn es (noch) Menschen gibt die wirkliche aufstehen und nicht heucheln! Vielleicht werden wir uns nochmal danach sehnen. Nach Menschen die den Mut haben aufzustehen. Hat nicht auch Wallraff übelste Mißstände aufgedeckt, die sich kaum jemand denken konnte? Leute, nehmt Euch den Spruch zu Rate: Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Die paar HARTZ IV Betrüger, kosten uns einen Bruchteil dessen, was uns die regierungsunterstützen Steuerdiebe kosten!!! Unser aller Geld wir unter großem TamTam Millionären in den Hals geschoben. Die paar Euro für die Armen tuen uns nicht weh. Uns Mittelständlern soll als Gegener der HARTZ IV Empfänger präsentiert werden. Unser wirklicher Gegener ist der, der den Kündigunsschutz zurückfährt, die Löhne senkt, usw. usw. Und das machen nicht die paar armen HARTZ vierer !!! |
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Solche Sprueche mit Juden solltest Du lieber lassen. Die Parallele stimmt naemlich nie.
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Was auf jeden Fall stimmt ist, dass keiner von den Banken redet. Es bedarf mal wieder eines Sündenbocks.
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Die Linke hat zumindest eines erreicht mit ihrer Aktion. Die im Ergebnis vorhersehbare Abstimmung über die Aufstockung wäre doch sonst von der Presse völlig unbemerkt vonstatten gegangen und niemand hätte darüber berichtet. So gab es wenigstens einen Aufreger und das Thema bleibt in den Medien.
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In Minderheitenmedien und das einen Tag lang. Eine inhaltliche Diskussion findet nicht statt, wobei mal offen bleibt, ob die Linken einer inhaltlichen Diskussion gewachsen waeren.
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schrieb am
27.02.2010 um 09:49
@ Baszlo stimmt, die Abstimmung wäre einfach durchgewunken worden. Nur, die Medien verdrehen die Aktion, weil sie Die Linke im Chor diskreditieren müssen, die privaten Medien aus "political correctness", die staatlichen passen sich an.
@ Fritz Teich, und darum werden die Argumente der Linken, die inhaltlich kohärent sind, auch nur in entstellenden Satzfetzen von den Medien zitiert. |
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Es gibt ja jenes vollstaendige You Tube Video von der Veranstaltung, ueber die wir reden. Zu der Rede hab ich in dem Tom'schen thread schon etwas gesagt. Ueber Betroffenheitslyrik kommt es nicht wirklich hinaus.
Tom hat dazu auch was voellig richtiges gesagt, naemlich auf einen Widerspruch hingewiesen. Klar ist: Man motzt etwas am Mainstream ohne ihn zu verlassen ("Die Aufstaendischen"). Heisst: man will eigentlich garnicht. Das interessanteste an der Aktion, bei der es nur um ein Photo ging, scheint mir die Message jenes Photos zu sein: Wir sitzen zwar im Parlament, wir machen aber nicht mit. Ob das ein intelligenter Weg ist, wage ich zu bezweifeln. |
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Ein Aspekt, der m.E. hier nicht genügend gewürdigt wird ist, die Emotionalisierung die hier betrieben wird. Weil ich es für wichtig halte, den zu beachten, stelle ich meinen Kommentar den ich in Tom Strohschneiders Blog eingestellt habe hier noch einmal ein. Schade, dass man die Diskussionen nicht verknüpfen kann.
....... Wenn man eine Aktion plant, dann muss man auch einschätzen, wie so etwas ankommt und ob sie vor allem inhaltlich ankommt. Ich halte die Aktion für ungeschickt und sie spricht eine Ebene an, die mit dem Emotionalen verbunden ist. Das habe ich und viele Kommentatoren im Bezug auf den Antisemitismus und Antiislamismus gerade in meinem Blog als höchst gefährlich erkannt. Auch Westerwelle spricht diese Ebene an. Die Bürger sollen emotionalisiert werden mit den Namen der getöteten Menschen aus Kunduz. Ich freue mich, wenn jemand mit einer erkenntnisförderneden Aktion Aufmerksamkeit erreicht. Aber als ich im Auto-Radio von dieser Aktion gehört habe, war ich eher unangenehm berührt. Ich fand allerdings die Reaktion von Lummer auch höchst hysterisch. Er hätte sie doch einfach so stehen lassen können. Wovor hatte er Angst? Das sollte man ihn mal fragen. Die Linken sollten aber aufhören zu emotionalisieren, dann kommen sie besser an. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass die Ansprache des Emotionalen aus der Politik herausgehalten werden sollte. Menschlichkeit soll dabei sein und dazu gehört auch manchmal Wut aber kein geplantes manipulatives Geklimper in den Emotionen. Schlaue Aktionen, die einen intelligenten Witz haben, den jeder versteht – vielleicht hätte man einfach etwas anderes auf die Schilder draufschreiben sollen. Eine inhaltlich gepfefferte Reden von Gysi oder Lafontaine hätte ich mir, glaube ich, aber am ehesten gewünscht. |
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@ fro am 26.02.2010 um 23:33
Was sollen solche Doppelposts? Willst Du hier durchkommen, mit dem, was im Blog www.freitag.de/community/blogs/tom-strohschneider/afghanistan-protest-im-bundestag-lammert-wirft-linksfraktion-raus schon auf meinen dort geäußerten Widerspruch gestoßen ist Ein Kreuzverweis auf die dortige Diskussion würde genügen! Oder soll ich meinen Widerspruch etwa jetzt hier auch nochmal einstellen? |
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@ Fro am 26.02.2010 um 23:33
Was sollen solche Doppelposts? Versuchst Du hier mit ewas durchzukommen, wo Du in www.freitag.de/politik/1008-afghanistan-linke-bundestag-ausschluss#comment-88247 schon einmal auf Widerspruch getroffen bist? Ein einfacher kreuzverweis auf die Diskussion im Strohschneider-Blog "Afghanistan-Protest im Bundestag: Lammert wirft Linksfraktion raus" hätte genügt. |
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Sehr witzig.....
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@ uwe theel und fro: das ist doch ein eher technischer punkt. ich wäre auch froh, wenn man debattenstränge unter verschiedenen beiträgen zusammenbringen könnte, die freitag-seite ist bekanntermaßen ziemlich lahm, da geht es ganz schön an die nerven, hin und her zu "springen". vielleicht haben ja die kollegen von der IT (sagt man das heute noch so?) eine idee.
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@ Tom Strohschneider am 27.02.2010 um 06:35
OT: Dass Der Server vom freitag lahm ist stimmt, ist aber nicht das zentrale Problem. Unpraktischer ist es, dass mann auv einzelnen beiträge nur in der Art @ Tom Strohschneider schrieb am 27.02.2010 um 06:35 hinweisen kann, im Einzelfall noch den je anderen Thread als Titel angeben muß, statt dass den Kopfeinträgen der einzelen Posts im Teil von Datum und Zeit ein Link auf den genauen "comment" (=Post) hinterlegt wäre, so daß dieser durch anklicken direkt zur Verfügung stünde. Statt dessen wird im Kopfeintrag des Posts (Name) auf das Profil des Bloggers verlinkt, was aber innerhalb der Diskussion in der Regel gar nicht gebraucht wird. - Damit wäre die von Dir selbst gewünschte Querverlinkung realisiert. Eine weitere Erleichterung wäre noch, wenn die einzelnen Posts im Thread durchnummeriert würden, sodaß mann einfach auf diese Nummern - die dann auch den Link auf den entsprechenden Post (s.o.) enthalten könnten - referieren könnte und nicht immer ellenlage Verweise der o.a. Art einfügen müßte. WordPress gibt das m.W. alles her. MfG ut |
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Damit waere aber nichts gewonnen. Hyperlinks sind doch wunderbar. Wer will kanns anklicken.
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Sollten wir nicht lieber darüber diskutieren, wie die verbleibenden Parteien den mehrheitlichen Willen des Volkes zum Abzug aus Afghanistan mit Füssen treten und dabei ihre Legitimation als Volksvertreter endgültig verloren haben?
Man sollte sie allesamt davon jagen, statt sie sich noch auf Paragrafen berufen zu lassen, die ihnen selbst nicht mehr zustehen. Ich fordere Neuwahlen! |
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@Spartaner
Neuwahlen sind ok. Die Regierung hat das Grundgesetz missachtet, wonach sie dem Volke dienen und Schaden von ihm wenden soll. Die Abgeordneten haben das Grundgesetz missachtet, das sie verpflichtet das ganze Volk zu vertreten - das, wie du richtig bemerkst, gegen den Afghanistankrieg ist. Alle Staatsgewalt soll vom Volke ausgehen.... Trotzdem ist es m.E. wichtig, dass wir als Bürger sagen, wie wir uns eine Opposition vorstellen – und diese Masche, die die Linke da gefahren ist, gefällt mir überhaupt nicht und schadet eher als sie nützt. Der Zweck heiligt nicht die Mittel – und diese Mittel halte ich für gefährlich. Emotionalisierungen sollten aus der Politik herausgehalten werden. |
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Mitgefühl für die Opfer in Afghanistan ja - aber das nicht für eine kalkulierte politische Aktion missbraucht.
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Emotionalisierungen sind menschlich!
Jeder Mensch hat Emotionen, auch Politiker. Somit ist es unmenschlich zu fordern, das Emotionalisierungen aus der Politik herausgehalten werden sollen. Nur Politiker die von Lobbyismus gesteuert werden, also gar nicht selbst hinter ihren Thesen stehen, können „leichten Herzens“ auf Emotionen verzichten. Auch mir verkrampft sich das Herz, wenn ich sehe wie diese Volksverhetzer uns irreversiblen Schaden zufügen. Und wenn sie so weitermachen, werden noch ganz andere Emotionen entstehen, die weh tun. |
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Was ich bedenklich finde, ist das bewusst geplante und kalkulierte Ansprechen von Emotionen.
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Hallo Julian Heißler,
"Populismus", jesses! Und mit ihrer Aktion hat die Linke-Fraktion den Ton der Musik nicht getroffen und gut gemeint ist immer noch das Gegenteil von gut. Das alles muten Sie uns zu, nebst Hinweisen auf Haus- und Geschäftsordnungen. Im Bundestag ging es gestern um Krieg in Afghanistan, um Aufstockungen deutscher Truppen. In Deutschland ist bekannt, dass die Linken gegen diesen Krieg sind. Deren Beiträge zur erneuten Diskussion im Bundestag wären Wiederholungen gewesen. Nun galt es, ein Zeichen zu setzen. Plakativ, mit Plakaten mit Namen von in deutschem Auftrag ermordeter Afghane4n bei Kunduz. Das finde ich gut, passend. Und weit medienwirksamer als 15 Sekunden dauernde O-Ton-Zitate in ARD und ZDF. Selbstverständlich zielte die Aktion auf mediale Effekte - was ist daran falsch, wenn es um Krieg und Frieden geht? Und Sie kommen mit Hinweisen auf Formalien und Populismus. Ich finde, das ist ein irgendwie spießiges Verständnis von Politik (siehe Erich Mühsam, sein Lied vom Lampenputzer). Der Linken Populismus vorzuwerfen ist Mainstream und an jeder Ecke zu haben. Dr. Karim Popal dafür als Zeugen zu zitieren, macht wenig Sinn, er ist Opferanwalt. Hoffentlich ein guter. An Zeugen ist kein Mangel, Sigmar Gabriel sprach von Klamauk, Westerwelle bedauerte die Abwesenheit von Gregor Gysi. Geschenkt. Tom Strohschneider stimme ich zu. Beste Grüße Henner Michels @froh Emotionalisierung halten Sie für falsch, sie komme nicht gut an, schreiben Sie. Wie kommen Sie denn auf so was? Die Aktion der Linksfraktion im Bundestag berührte mein Herz. Und ganz emotional teile ich Ihnen meine Befürchtung mit, dass Sie dazu neigen, sich selbst zu überschätzen in Ihrer gefühlten Rolle als Avangardist:) |
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Sehr geehrter weinsztein,
da kann ich Ihnen leider nicht zustimmen. Ein 15 Sekunden-Statement in der Tagesschau mag die Debatte nicht sehr erheben, da gebe ich Ihnen Recht. Doch welcher informativer Mehrwert ist durch die Aktion der Linken transportiert worden? Die Diskussion geht doch jetzt eben NICHT um den Afghanistaneinsatz und die zivilen Opfer, sondern um die Haus- und Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages. Gegen diese hat die Linke verstoßen - das mag man bewerten wie man will, meine Meinung ist bekannt. Doch ist dadurch die Debatte über den Krieg vorangekommen? Nein. Alle Welt diskutiert die Form, nicht den Inhalt. Und genau deshalb halte ich den kalkulierten Eklat für schädlich. |
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Lieber Herr Heißler,
ich glaube nicht, dass man an dieser Stelle, den Ausschluss der Fraktion und die Absicht der Linken so einfach trennen kann. Immerhin hat Lammert an seinem Ausschluss festgehalten, als die Plakate bereits abgenommen waren. Warum? Weil in seinem Hinterkopf die politische Bombe tickte. Lammert (Mitglied der NRW-CDU) hat einzig die bittere Angst, dass sein lieber merkantiler Parteifreund Rüttgers auch für das Thema Afghanistan im Mai abgestraft werden könnte. Denn auch Landtagswahlen sind nicht frei von bundespolitischen Einflüssen. Ausgeschlossen von der Debatte und beinah auch von der Abstimmung wurde die einzige politische Partei, die den Einsatz in Afghanistan ablehnt, aber damit, darf man den Umfragen glauben, als einzige den Mehrheitswillen der deutschen Bevölkerung in dieser politischen Frage repräsentiert. Wie demokratisch ist denn das? Was ich den Linken vorwerfe, dass sie nicht auch Plakate hochhielten, auf denen die Namen deutscher Soldaten standen, die in Afghanistan gestorben, gefallen sind, weil ihnen dieses Parlament einen Marschbefehl erteilt hat, ohne zu berücksichtigen, wie oft militärische Operationen in Afghanistan schon gescheitert sind. Und was ist seit 2002 besser geworden in Afghanistan? Der gestrige Morgen in Kabul hätte jedem klar machen müssen, mit mehr Militär wird der Konflikt in Afghanistan nicht und wenn nur kurzfristig gelöst. Kommen die Särge deutscher Soldaten auf dem Flughafen Köln/Bonn an, gibt es einen Nachrichtenfilm, oft sogar einen Beitrag in der Tagesschau. Von den Beerdigungen der zivilen Toten von Kundus oder anderswo habe ich keine Bilder gesehen. Insofern finde ich es schon gut, wenigstens einmal dieser Opfer zu gedenken und ihnen einen Namen zu geben. Wäre es gestern eine normale Debatte im Bundestag gewesen, wäre die emotionale Rede von der Linken Christina Buchholz, in der sie über ihre Reise nach Kundus von drei Wochen berichtete, untergegangen. So aber ist das Ziel erreicht. Und ich glaube schon, die Menschen außerhalb der Berliner Bannmeile und des deutschen Feuilletons diskutieren weniger über die Form, sondern über den Einsatz in Afghanistan. |
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schrieb am
27.02.2010 um 12:52
@ Julian Heißler
ohne Ihre, unsere und meine prophetischen Fähigkeiten zu überschätzen, darf ich doch einmal folgendes Szenarium hier zur Diskussion stellen. Nehmen wir an, gesetzt der Fall, Petra Pau [Die Linke] wäre in ihrer Eigenschaft als Bundestagsvizepräsidentin in einem ähnlich gelagerten Fall z.B. bei den "Grünen" zu einer Entscheidung gekommen, die identisch wäre mit der des Herrn Lammert. Wie wäre dann die öffentliche, politische, mediale Erregung in dieser Republik? Was glauben Sie würden hier für Begriffe durch die Welt geistern? Welche Assoziationen würden geweckt werden? Vor allem, wie lange würde diese öffentliche Erregung andauern, gepflegt werden? Darüber nachzudenken, lohnt sich allemal. |
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Die Behauptung, dass die Handlung Lammerts undemokratisch gewesen sei, kann ich so nicht stehen lassen. Der Bundestagspräsident handelte eindeutig im Rahmen der Geschäftsordnung des Bundestags. Diese Geschäftsordnung ist auf demokratischem Wege zu stande gekommen. Es steht dem Parlament frei, sie zu ändern. Wenn es die entsprechenden Mehrheiten nicht gibt, dann hat sich die Minderheit dem zu beugen. Das ist das Prinzip der Demokratie.
Deshalb weigere ich mich auch die Linke in diesem Fall als verfolgte Unschuld anzuerkennen. Mit ihrer Aktion verstieß die Partei wissentlich gegen die Handlungsregeln des Parlaments. Und deshalb hat sie auch mit den Konsequenzen zu leben. Genau deshalb sehe ich die Aktion als missraten an. Erst gezielt ein Tabu brechen und sich dann über die zu erwartenden Konsequenzen beklagen, das geht nicht. |
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Trotzköpfchen, gell?
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@weinsztein am 27.02.2010 um 04:42
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, das Anliegen auf die Opfer hinzuweisen, finde ich sehr wichtig. Es ging mir in meinem obigen Kommentar um die Methode. Nicht um das Anliegen. Den Einwand von FrWeichelt, sie hätten ja auch zusätzlich die Namen der deutschen Opfer hochhalten können, finde ich absolut berechtigt. Das wäre konsequent gewesen. Ich finde es wichtig, dass die Opposition eine optimale Oppositionsarbeit für uns Bürger leistet. Und da ist Kritik nur nützlich. Selbst wenn sie unberechtigt sein sollte. Ich bin nicht gegen Emotionen in der Politik, sondern gegen bewusste Manipulation der Emotionen. Gegen ihre Instrumentalisierung. Und zu deiner seltsamen Äußerung: „Und ganz emotional teile ich Ihnen meine Befürchtung mit, dass Sie dazu neigen, sich selbst zu überschätzen in Ihrer gefühlten Rolle als Avangardist:) „ Ich habe für mich keinen Schätzometer und will auch keinen. Ich will hier einfach meine Ansichten zum Besten geben. Ich habe den großen Vorteil, wirklich unabhängig von irgendwelchen Ideologien, gesteckten Zielen oder Organisationen zu sein. Und sehe die Politik auch immer durch die Bürgerbrille. Das kann dann natürlich manchmal zu radikalen und ungewöhnlichen Ergebnissen führen.:) |
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Ja, da sind Sie klar im Vorteil.
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@Fro schrieb am 27.02.2010 um 14:56
"Ich bin nicht gegen Emotionen in der Politik, sondern gegen bewusste Manipulation der Emotionen. Gegen ihre Instrumentalisierung." Immer wieder derselbe gedanklich-methodische Fehler bei Dir: Auf der einen Seite räumst Du das Moment der Emotionalität ein, wenn auch nicht jedem in gleicher Weise, wie es scheint und bist aber andereseiits bis jetzt nie in der Lage gewesen die von Dir beklagte "Instrumentalisierung, Manipulation" durch die Linke konkret in ihren wirklichen, nicht nur angenommenen Folgen zu beschreiben und den Beweis der Bedingtheit des dabei vorgeblich entstehenden (politischen) Schadens auf beiden Seiten anzutreten. Bisher wirfst Du der Linken Populismus vor, den Du neuerdings durch Ausgewogenheit in der Darstellung (Nennung der Deutschen Opfer) geheilt wissen wolltest (Währe dann das Nennen nur der Deutschen Opfer auch "unausgewogen" und "schädlich" gewesen? In deiner Logik wäre es dann wahrscheinlich hämische Ironie gewesen, oder eben Wehrkraftzersetzung, wie Herr Teich es nennt). Dass getötete Deutsche Soldaten auch irgendwo Opfer sind will, ich nicht leugnen, nur diese Opfer traten den Dienst dort freiwillig und angeblich von Ihren Vorgesetzten informiert an. Die Afghanen wohnen aber unfreiwillig in einer Gegend, die die Koalition der willigen einseitig mit fadenscheinigen Gründen zu ihrem Interessengebiet erklärt hat und zudem gegen jedes Völkerrecht glaubt, zur Durchsetzung dieser Interessen dort einen Krieg mit den "unvermeidlichen Kollateralschäden" führen zu dürfen, ja zu müssen. Bei Zuwiderhandlung gegen die letztgenannten Ideen ist die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages anzuwenden im Zweifelfall der Einsatz der Bundeswehr im Innern anzuordnen, letzterer genehmigt gegen die Stimmen der linken Minderheit im Bundestag. |
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Sorry, wenns jetzt doppelt kommt, aber bisher kamms gar nicht:
@Fro schrieb am 27.02.2010 um 14:56 "Ich bin nicht gegen Emotionen in der Politik, sondern gegen bewusste Manipulation der Emotionen. Gegen ihre Instrumentalisierung." Immer wieder derselbe gedanklich-methodische Fehler bei Dir: Auf der einen Seite räumst Du das Moment der Emotionalität ein, wenn auch nicht jedem in gleicher Weise, wie es scheint und bist aber andererseits bis jetzt nie in der Lage gewesen die von Dir beklagte "Instrumentalisierung, Manipulation" durch die Linke konkret in ihren wirklichen, nicht nur angenommenen Folgen zu beschreiben und den Beweis der Bedingtheit des dabei vorgeblich entstehenden (politischen) Schadens auf beiden Seiten anzutreten. Bisher wirfst Du der Linken Populismus vor, den Du neuerdings durch Ausgewogenheit in der Darstellung (Nennung der Deutschen Opfer) geheilt wissen wolltest (Währe dann das Nennen nur der Deutschen Opfer auch "unausgewogen" und "schädlich" gewesen? In deiner Logik wäre es dann wahrscheinlich hämische Ironie gewesen, oder eben Wehrkraftzersetzung, wie Herr Teich es nennt). Dass getötete Deutsche Soldaten auch irgendwo Opfer sind will, ich nicht leugnen, nur diese Opfer traten den Dienst dort freiwillig und angeblich von Ihren Vorgesetzten informiert an. Die Afghanen wohnen aber unfreiwillig in einer Gegend, die die Koalition der willigen einseitig mit fadenscheinigen Gründen zu ihrem Interessengebiet erklärt hat und zudem gegen jedes Völkerrecht glaubt, zur Durchsetzung dieser Interessen dort einen Krieg mit den "unvermeidlichen Kollateralschäden" führen zu dürfen, ja zu müssen. Bei Zuwiderhandlung gegen die letztgenannten Ideen ist die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages anzuwenden im Zweifelfall der Einsatz der Bundeswehr im Innern anzuordnen, letzterer genehmigt gegen die Stimmen der linken Minderheit im Bundestag. |
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Lass mal gut sein Uwe Theel ich habe keine Lust mehr.....Ich habe auch alles gesagt, was ich zur Zeit dazu sagen kann. Und deine Unterstellungen gefallen mir gar nicht. Deine Motivation würde mich aber schon interessieren.
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schrieb am
27.02.2010 um 16:17
Sollten Sie mich gemeint haben Julian Heißler, dann kann ich ihnen nur antworten, Sie werden in meinen Beiträgen nichts finden, was mich auch nur in Nähe der "LINKEn" rücken könnte.
Aber genau da offenbaren Sie ja ihre eigentliche Ziel-/Stoßrichtung. Sie wollen dieses Verhalten der Linksfraktion in den Mittelpunkt stellen, nur mit dem Schaden der dieser parlamentarischen Demokratie zugefügt wird setzen Sie sich nicht auseinander. Selbst wenn niemand dies erkennen will, soll, kann, der Bundestagspräsident hat doch wie auch Grundgütigerso anschaulich schreibt, ein ungutes Gefühl gezeigt, genau in dem Moment, wo er eine Abstimmung herbeiführt, die seine eigentlich Entscheidung, diese Alternativlose konterkariert. Glauben Sie mir, das hatte mit Größe nichts, aber auch nichts zu tun. Übrigens - und dieses soll mein letzter Beitrag gewesen sein - dass diese/r einmalige Eklat, Vorfall, Skandal, Peinlichkeit oder wie auch immer nach Geschmack bezeichnet, in der bundesdeutschen Parlamentsgeschichte so wenig kommentatorische Beachtung in den Medien und auch in der Politik findet, zeigt mehr als eindeutig, dass hier etwas aufgeführt wurde, was im Drehbuch dieser Republik nicht vorgesehen war und auch nicht hätte auf den Spielplan gesetzt werden dürfen. Glauben Sie tatsächlich dieser von ihnen so genannte TABUBRUCH - was für ein Tabu überhaupt? - welch ein Wort im Verhältnis zu der Entscheidung des Bundestagspräsidenten, brächte der "LINKEn" auch nur einen meßbaren Erfolg, was den Zuspruch zu dieser Partei betrifft? Nein, hier irren Sie, aber auch die Linke, wenn sie sich dieses erhofft hätte. Der Bürger, wenn überhaupt, wendet sich von diesem System ab, geht in die innere politische Immigration, verweigert sich oder - und das kann doch niemand ernsthaft gewollt haben - votiert dort, wo er glaubt ernst genommen zu werden. Auf den Fall "Pau" gehen Sie natürlich nicht ein, warum wohl? |
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@ fro
fro: "Lass mal gut sein Uwe Theel" MK: „Nichts ist gut in Afghanistan“. Meine Motivation? Ich möchte wissen, in welcher weise genau die Fraktion der Linken welchen Teil der Bevölkerung emotinalisiert und manipuliert hat? Woher Du weißt, dass die Fraktionsmitglieder nur "Schilderhochhalter" sind und die Menschen für die sie Politik machen, nicht im Blick hätten? Wie denn, wenn nicht z.B. so, wie von der Fraktion geübt, die von Dir selbst eingestandene Tatsache, dass Emotionen immer eine Rolle spielen, ihren Niederschlag in der Politik finden sollten (abgesehen von Deinem falschen Ausgewogenheitsvorschlag)? Ansonsten, kannst Du in meinen Beiträgen noch allerlei ähnlich konkrete Fragen oder Anregungen zum Nachdenken finden, die ich aufgeworfen habe, nachdem ich über Deine Ideen nachgedacht hatte. Ansonsten gilt: Niemand muß antworten, allerdings auch: Keine Antwort ist auch einen Antwort. P.S.: Würde ich Dir einfach etwas unterstellen, würde ich Dich nicht fragen!!! |
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Sehr geehrter SchmidtH,
ich sehe schon: wir kommen hier nicht zusammen. Macht nichts. Akzeptieren wir den Dissenz. Zum "Fall Pau" will ich Ihnen allerdings noch sagen, dass es eben keinen "Fall Pau" gibt. Ich will nicht spekulieren. Das ist nicht meine Aufgabe. Allerdings vermute ich, dass die Grünen nach 26jähriger Parlamentserfahrung einen anderen Weg gefunden hätten, um gegen missliebige Projekte der Regierung zu protestieren. Doch das kann ich nicht belegen, daher steht es mir nicht zu hier Behauptungen aufzustellen. Und ein letztes: Nein, ich glaube nicht, dass die Aktion den Linken messbare Erfolge einbrachte. Ich glaube allerdings, dass die Linke sich solche Erfolge erhoffte. Deshalb benutzte ich das Wort "verzockt". |
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Das sind aber alberne Verschwoerungstheorien, das auch noch mit dem NRW Wahlkampf zu verbinden.
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Die Bewunderer parlamentarischer Geschaeftsordnungen und Adepten der Emotionslosigkeit sollten aber auch berücksichtigen, welche skelettöse "Als-ob"-Maschine unser Bundestag ist, was da alles parallel so im Hintergrund gemauschelt wird und wer in Wirklichkeit alle parlamentarischen Prozesse beschaedigt, und zwar viel viel mehr, als das durch (mich auch berührendes) Hochhalten von Todesanzeigen je geschehen ist. Man könnte meinen, auch die (hiesige) Linke würde sich ohne durch allerlei Paragraphen behütet zu sein, dem Ansturm wilder Emotionen ausgeliefert sehen! :-)
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Emotionen sind keine Argumente, nur darum gehts.
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"Ovid war aus Rom verbannt worden, nachdem er bei der Eröffnung des Stadions eine gewagte Rede gehalten hatte - und zudem dem Herrscher die nötige Ehrerbietung nicht zuteil werden ließ. Sein Werk hatte er kurz vor seiner Abreise noch verbrannt, die Metamorphosen waren noch gar nicht veröffentlicht, doch kursierten bereits viele Abschriften von Auszügen in den Kreisen der Römer High Society."
Emotionaler Bursche..... |
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Die Arroganz der schwarz-gelben Wespe hat mir deutlich gezeigt warum ich froh bin nicht mehr in Deutschland zu leben. Das der Bundestag nicht für Aktionen missbraucht werden darf gilt letztlich auch für Außenminister die Zoten zur Innenpolitik reißen die in ihrer Absurdität die Aktion der Linken weit übertreffen. Auch der Hinweis auf die "Kinderstube" ist eher ein müdes Argument weil Krieg eben NICHT im Sandkasten gespielt wird.
Von den Linken wünsche ich mir Fachkompetenz. Nachtwei, obwohl Grüner, war da substanzieller. So wünsche ich das die Linke konkrete Anfragen macht: 1. Wieviele Milliarden, inklusive Luftwaffeneinsatz, seit 2001 in Afghanistan für die Erhaltung einer sich selbst bereichernden Regierung, die durch Wahlbetrug an der Macht ist, ausgegeben wurde. 2. Welche Firmen, deutsche und ausländische, haben die Zuschläge bei der Ausstattung der Bundeswehr erhalten und erwirtschaften Profit aus diesem Krieg. 3. Wieviele Hilfsprojekte wurden vor Vollendung aus angeblichem Finanzmangel wieder eingestellt (es sind weit über 100!) und wieviel Millionen wurden so sinnlos verschwendet? Wenn Die Linke hier mehr Fachkompetenz beweist können ihre Argumente weder von privaten noch staatlichen Medien aus dem Zusammenhang gerissen und verzerrt dargestellt werden. Die Linke würde sehr an Anerkennung gewinnen wenn sie jedem der Steuern zahlt hilft zu verstehen wieviel von seinem Steuergeld für obskur schwach begründete Kriege verdattelt werden. Ich glaube das ist was Julian meinte. |
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Habe zufällig im Hotelfernsehen die Debatte verfolgt, was für ein schöner Zufall, verweile doch, du bist so schön.
Ein behütetes Zu Hause ist eine gute Grundlage für einen guten Schlaf. Da kann man dann auch diese Emotionen rauslassen, aus dieser so sachlich geführten Debatte. Ich will nicht angeben, aber Bahnsteigkarten braucht man nicht mehr, für die Revolution. Da hat die Linke mal für 20 Sekunden ein kleines Transparent hochgehalten, Herr Lammert rief zur Ordnung, Transparente weg, ruck zuck,eine Minute der Besinnung, Rauswurf. Man konnte in Lammerts Gesicht deutlich die grosse Anstrengung lesen, die es kostet, aus einer Mücke einen Elephanten zu machen. Hinterher hat er die Abstimmung wieder erlaubt, und das nur aus der Position der absoluten Unsicherheit heraus, ich sah sogar ein schlechtes Gewissen. Er hat sich deutlich sichtbar gerechtfertigt. Als dann der Kollege Ströbele dann die Angelegenheit in ein ihr zustehendes Licht rückte,war für mich alles klar, die grosse Mehrheit dieses Parlaments möchte keine Debatte zu Afghanistan, schon lange keine emotionale. Und wenn schon heulen, dann um unsere "Jungs". Wetten, das die nächsten Transparente von den toten deutschen "Jungs" zu sehen sein werden? Wehe, es kommt mir jemand mit Emotionen! Die Medien in diesem Land sind in der Zwickmühle,was bemerken, was schreiben? Bild ist schlau, kein Aufreisser auf Seite eins, und da kucken ja mittlerweile alle Redakteure nach, bevor sie ihren Sermon liefern. Und so sollte wohl das ganze Thema abgehandelt worden sein, im stillen Kämmerlein, äh Bundestag. Schlimm an der ganzen Debatte war der Beitrag der SPD, resp. Frank Walter Steinmeier. Mehr Kotau vor "Sachzwängen" geht nicht. Ach, wie sie mir fehlt, die grosse Koalition,sprach er. Um es ganz genau zu sagen, ich lehne Schiessereien im deutschen Bundestag ab. Proteste gegen diesen selbstgefälligen Umgang mit dem Leben anderer Menschen kann ich aber nicht verurteilen. Manchmal müssen es Blumen sein. Eine Bemerkung noch zu Fritz Teich, Kunstwerke bestehen immer aus Inhalt und Form, bei Ihnen vermisse ich den Inhalt.Sie sind so beliebig. |
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"Solche Aktionen seien auf der Straße angemessen, aber nicht im Parlament."
Ja, leider ist die Bannmeile aber so groß, dass kein Abgeordneter etwas mitbekommt. Deutsche Soldaten morden fleißig im Auftrag des "Hohen Hauses" und hier wird von "Musik" und "Tönen" gesprochen. Vielleicht sollte man die Toten im Hof des Reichstages beerdigen, dann merkt auch ein Heißler, dass ihnen "Populismus", "gut" und "gut gemeint" scheißegal sind. Es ist gruselig, wenn sogar bei der Nennung von Ermordeten, keine Regungen beim Autoren festzustellen sind, und er nur in parteipolitischen Kategorien und PR-Mechanismen denken kann. Grüße |
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J.H. schreibt dann auch noch in einem Kommentar:
"Die Diskussion geht doch jetzt eben NICHT um den Afghanistaneinsatz und die zivilen Opfer, sondern um die Haus- und Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages. Gegen diese hat die Linke verstoßen - das mag man bewerten wie man will, meine Meinung ist bekannt. Doch ist dadurch die Debatte über den Krieg vorangekommen? Nein. Alle Welt diskutiert die Form, nicht den Inhalt. Und genau deshalb halte ich den kalkulierten Eklat für schädlich." Und merkt es nicht... Grüße |
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Wenn Bundestagsabgeordnete demonstrieren, kann man ueber die Bannmeile vielleicht mal diskutieren. Vielleicht bekommt man dazu einen Beschluss des Aeltestenrates oder von wem auch immer hin. Eine Frage der Abwaegung.
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schrieb am
28.02.2010 um 13:32
Kelsen, guter Mann!
Ganz meine Meinung! :) |
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Ui wie schlimm. Da wird latent das Vorurteil tansportiert, die Linke sei ein Haufen von Chaoten. Daher erpicht man sich nunmehr auf die Verhaltensdisziplin im Bundestag, an die zu halten sich die Linke nicht in der Lage zeigt. Danach braucht man über die Inhalte nicht mehr zu reden.
Was wäre sonst passiert? Man wünscht sich die brave Mitteilung: die Linke stimmte dagegen. Man verspricht sich intensive Sachdiskussionen, die durch das beschämende Verhalten aber verhindert wurden. Es wären wohl Kurzmeldungen, distanzierte Geschmacksurteile und Kenntnisnahmen geworden. Es ist schon sonderbar, wie hier ein bürgerlicher Ordnungstrieb wuchert und den Widerspruch verarbeitet, als wären die Plakate im Bundestag schlimmer als die Bomben in Afghanistan. |
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Ein buergerlicher Ordnungstrieb...oder pathetischer Kitsch. Man schielt zu sehr auf die buergerlichen Medien und verlaesst die Sache. Warum sind denn die durch eine deutsche Bitte, von der wir gehoert haben, verursachten Toten schlimmer als all die anderen? Die Zusammenhaenge, Zurechenbarkeiten, sind duch viel weiter. Bis hin zu den Schroeder'schen Spaehern in Bagdad. Das ganze Ausmass der Kumpanei und Verlogenheit wird durch die Konzentration auf die Toten von Kundus voellig verharmlost. Als ob deutsche Soldaten, die mit den groessten Arschloechern von Afghanistan, der Northern Alliance, vertrauensvoll zusammenarbeiten, im Uebrigen nur Entwicklungshelfer waeren. Ist das Ruecksicht auf die Gruenen?
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"Wehrkraftzersetzung, wie Herr Teich es nennt", das hat er offenbar nicht kapiert. Es ist Wehrkraftzersetzung, schoenes Wort, jeder weiss, was gemeint ist, wenn man den Soldaten sagt: Euer Krieg ist Mist! Man kann eben die Soldaten auch direkt ansprechen.
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"Erhaltung einer sich selbst bereichernden Regierung, die durch Wahlbetrug an der Macht ist", halt ich ja auch fuer ein superkitschiges Argument. Auch Karsay kann nur mit den Politikern Politik machen, die es gibt. Und so schlecht macht er es nicht. Was soll er denn anders machen?
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Ich bin etwas bedrückt, wie hier diskutiert wird. Sicher, Ihr haltet alle Richtlinien des Umgangs ein und befindet Euch allesamt in den Bahnen gesellschaftlicher Konventionen.
Jedoch möchte ich auch mal angesprochen wissen, wie im Bundestag mit Menschen umgegangen wurde, die in einem falschen Krieg bei einer falschen Aktion auf die unschuldigen Opfer hinwiesen. Auf rein menschlicher Basis dürfte diese Aktion des Schilderhochhaltens legitimiert sein. Regierung und Macht verstecken sich ohnehin oft genug hinter Gesetzen, weil sie ihnen nützen und direkt helfen. Es ist daher durchaus vertretbar, dass sie ein "Gesetz" brechen, indem sie auf diese toten unschuldigen Menschen hinweisen, die durch einen deutschen Impuls sterben mussten. Wenn ich nun im Ausland säße, vielleicht Nichtdeutscher wäre und sähe, dass in deren Parlament so etwas passierte, würde ich mir Gedanken machen weshalb sie aus dem Parlament hinausgeworfen wurden, unabhängig ob sie damit ein Gesetz brachen oder nicht. Das wissen die Menschen nicht, nicht einmal hier im Inland! Darf ich nicht erwarten, dass Menschen in einem Diskussionsraum alle nur denkbaren Mittel anwenden dürfen, um ihre Meinung zu vertreten? Oder ist der Bundestag kein Debattenraum? Haben die Linke einen Sprecher vom Mikro gezerrt und damit richtig gestört oder haben sie nur Schilder hochgehalten? Wie soll ich darüber urteilen, wenn in einer Diskussion manche Diskussionsinhalte nicht zur Sprache kommen dürfen, nur weil sie anders vorgetragen werden? Darf ich in einer Bäckerei keine Muffins kaufen, nur weil sie statt der anderen über eine Schokohaube verfügen? Ich will, dass mein Bundestag das Für und Wider ordentlich diskutiert, besonders wenn eine Gruppe die meine Ansichten teilt, und wohl auch die meisten Ansichten derjenigen im Land, hinausgeworfen werden! |
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Die Frage ist, ob sie etwas zum Thema gesagt haben, mit diesen Schildern, oder ob sie sich nur in Pose gesetzt haben. IMHO wars nur Theater. Als Beitrag zum Thema wars duerftig, so ehrenwert der Hinweis auf bestimmte Tote war. Bestenfalls haben sie eine argumentative Schwaeche ihrer Gegner aufgezeigt ohne eine Handlungsalternative darzulegen mit allen Konsequenzen. Als Theater wars IMHO auch nicht so toll. Warum lassen sie sich waehlen, wenn sie nicht mitreden? Das Parlament ist eben der Ort des Wortes und nicht der Kamera. Eine Liste mit Namen haetten sie auch ablesen koennen.
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Die Aktion der Linken im Bundestag hat mir aus verschiedenen Gründen nicht so gut gefallen. Aber sie haben einmal etwas gewagt.
Wie klug eine Aktion ist, sieht man am Ergebnis. Niemand spricht über die Opfer, niemand spricht über die Afghanistankriegsoffensive und besonders bedauernswert, niemand spricht darüber, dass schon wieder einmal der Mehrheitswille der BürgerInnen im Lande missachtet wird. Ich finde einen Tabubruch im Bundestag in einer Notsituation wie dieser gerechtfertigt. Aber es war nicht klug und für mich auch bedenklich, da die Namen der Opfer von Kundus hoch zu halten. Wenn sie zum Beispiel Schilder hochgehalten hätten mit: „Die Mehrheit in Deutschland will den Krieg nicht.“ „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.... Artikel 20 GG“. Und wenn sie diese Plakate als Erinnerungsplakate an die Kollegen der anderen Parteien gekennzeichnet hätten – denn sie alle sind ja verpflichtet den allgemeinen Bürgerwillen zu vertreten.... und die meisten missachten dies vorsätzlich... Da wäre etwas viel Brisanteres entstanden. Und jemanden aus dem Bundestag schmeißen, der an die Einhaltung des Grundgesetzes erinnert..............? Aber solche Abgeordnetenerinnerungsplakate können wahrscheinlich noch zu vielen Sitzungen des Parlaments eingesetzt werden. Mindestlohn, Privatisierungen usw. Herr Ströbele würde da sicher auch mit machen. |
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Der Punkt ist: Afghanistan ist nicht wirklich ein Aufreger. Da schickt man halt mal die Soldaten hin, weil es die Amerikaner so wollen und weil Soldaten dafür schliesslich da sein sollten, das ist ihr Beruf. In diesem Lande kann man nicht viel richtig und nicht falsch machen. Und wenn man dann wieder abzieht, was sowieso früher oder später kommt, ist es auch keine Schande. Ball flach halten und Tee trinken.
Und wenn ein Tanklaster durch einen Befehl explodiert, dann geht das den Leuten da unten am Hindukusch vorbei, während wir einen Affentanz aufführen, und über die Grenzen des Mandats zerstreiten. Statt uns um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern wie z.B. die Arbeitslosigkeit und die Bewältigung der Finanzkrise, die Ordnung der Weltwirtschaft. Das muss man der Linken vorwerfen, ihr Populismus im Falschen, und dann auch noch wie die Kinder einen Eklat provozieren. |
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