Hanna Penzer

Geboren in der Stadt, die singt und lacht. Lebt seit 2009 als freiberufliche Übersetzerin in Brüssel. Politikwissenschaftlerin und Kompostmeisterin.
Hanna Penzer
RE: Schulterschluss für faire Milch | 06.06.2016 | 17:52

Hallo Christoph!

Unter Mainzern können wir uns ja duzen ;-) Vielen Dank für deine nette Rückmeldung und die spannenden Tips!

Burkina Faso und die Region ist für mich wirklich Neuland. Und die verbrannten Zettelkästen von Joseph Ki-Zerbo auch. Aber ich bin ganz Ohr!

Zu den Produktionskosten der industriellen Viehhaltung habe ich aber noch eine Anmerkung.

Aus meinen Gesprächen mit den Bauern beim European Milk Board (das ist der unabhängige Dachverband der Milchbauern, also nicht unter Kontrolle der grossen Agrargenossenschaften und ihrer Molkereien) und auch aus einigen Texten zum Thema bin ich mir nicht sicher, ob die durchrationalisierten Riesenbetriebe wirklich so einen riesigen Kostenvorteil haben.

Beispiel: Die berühmten Turbokühe geben ihre Höchstmengen Milch normalerweise nur einen Sommer lang. Sie leben wesentlich kürzer als weniger hochgezüchtete Kühe. Bei der Gesamtmilchleistung der Kühe sind (zumindest in Europa) die Unterschiede gering.

Beispiel Melkkarusselle, &Co: Agrarkonzerne hiervon ausgenommen. Aber ein unabhängiger Bauer, der sich diese Luxusgeräte leistet, um effizienter und billiger zu werden, macht erst einmal einen Haufen Schulden. Milchbauern mit einem kleinen, weniger durchtechnisierten Hof haben diesen Schuldendruck nicht unbedingt, und haben dadurch auch einen Krisenvorteil.

Mein Eindruck ist eher, dass die industrielle Landwirtschaft weder billiger noch teurer ist, sondern dass erst einmal andere an ihr verdienen.

'Blutmilch' von Romuald Schaber ist dazu ganz interessant.

viele Grüsse!

Hanna

RE: Schulterschluss für faire Milch | 03.06.2016 | 21:57

Hallo Schachnerin! Vielen Dank für die beiden Links - sehr spannend!!

RE: Megadeals bekämpfen, Klima retten | 03.12.2015 | 14:41

Hallo Heinz!

Danke für deinen Kommentar!

zu B: Prinzipiell haben die EU-Staaten ihre Kompetenz in Handelsfragen ja an die EU-Ebene abgegeben. Die Regierungen (in manchen Ländern unter Beteiligung der Parlamente, soweit ich weiss) definieren in einem Verhandlungsmandat was sie wollen, die Kommission verhandelt das dann in allen Einzelheiten aus und das EU-Parlament muss am Ende zustimmen. Das sind erst mal die grundlegenden Spielregeln...

Das Freihandelsabkommen EU-Kolumbien-Peru beispielsweise hat das Europaparlament 2012 ratifiziert. Seit Mitte 2013 wird es 'vorläufig' angewendet, obwohl immer noch nicht alle nationalstaatlichen Parlamente in der EU zugestimmt haben. Mehr dazu hier: https://www.freitag.de/autoren/abibac/marktoeffnung-wider-willen

Das ist zwar skandalös, aber es zeigt meiner Meinung nach, dass es bei TTIP wichtiger ist auf die wirklich Verantwortlichen, also Bundesregierung, Kommission und EU-Abgeordnete Druck auszuüben, wenn man etwas bewegen will.

ciao,
Hanna

RE: Westeuropa droht Job-Kollaps | 08.03.2015 | 10:03

Hoppla, danke für den Hinweis!


Der Link auf das FES-Papier von Sabine Stephan sollte jetzt funktionieren. Hier noch mal: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/10969.pdf

Die Studie von Capaldo findet sich alternativ auch hier: http://linksfraktion.de/nachrichten/mehr-realismus-seriositaet-ttip-debatte-bringen/

Ausserdem ist inwzischen auch das Video zur Konferenz verfügbar: http://www.guengl.eu/media-channel/video/live-ttip-trade-and-regulatory-co-operation-benefits-and-costs

RE: Westeuropa droht Job-Kollaps | 07.03.2015 | 18:29

Danke dafür! Ich halte es eigentlich für sehr gut vorstellbar, dass TTIP in den USA keine Mehrheit bekommt. Hier werden einige der Knackpunkte vorgestellt: http://www.flassbeck-economics.de/ttip-und-das-wechselkurschwert/ https://www.freitag.de/autoren/klute/re-regulierung-droht-im-keim-zu-ersticken

- interessant finde ich aber auch den Tip aus der heute show - wer Chlorhähnchen ist, dem sollte man mit französischem Rohmilchkäse drohen ;-)