Andrea Wierich
07.02.2014 | 10:50 20

Kein Rückzieher

Medienkritik Die Petition gegen Markus Lanz ist heftig kritisiert und inzwischen beendet worden. Dabei war sie kein Fehlschlag, sondern ein unglaublicher Erfolg

Kein Rückzieher

Darf man ihn kritisieren?

Foto: Sebastian Widmann / Getty Images

Die Diskussion um Markus Lanz' unterirdisches Wagenknecht-Interview flaut allmählich ab. Ein typisches Beispiel für kurzlebige Online-Hysterie? Nein. Vielmehr war dies ein lange überfälliges Signal an das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Ein Signal, das so sensationell erfolgreich war, dass die Initiatorin es sich leisten konnte, die Petition vorzeitig zu schließen. Durch die Medien kursieren seitdem allerdings Behauptungen, die einen anderen Eindruck erwecken.

Es heißt, die Initiatorin Maren Müller habe die Petition beendet und sich entschuldigt. Das klingt nach einem kleinlauten Rückzieher. Zwar hat Maren Müller sich tatsächlich dafür entschuldigt, Einzelne verletzt zu haben. Sie hat aber gleich im nächsten Satz betont, dass es ihr um das Anstoßen einer größeren Debatte ging. Sie beendet die Petition deshalb, weil der Erfolg längst überwältigend ist und sie ihr Ziel erreicht hat. Das ist kein reumütiges Einknicken, sondern eine Erfolgsgeschichte.

Ebenso heißt es, die Betreiber von OpenPetition, der Online-Plattform, auf der die Lanz-Petition gestartet wurde, würden nun aufgrund des angeblichen Shitstorms die Funktionsweise ihres Portals in Frage stellen. Auch das ist nicht richtig. Zwar haben die Betreiber von OpenPetition, ausgelöst durch die Kritik an der Lanz-Petition, vergangene Woche bekanntgegeben, dass künftig keine Petitionen mehr zugelassen werden, die sich gegen Einzelne richten. Die Lanz-Petition nahmen sie davon aber ausdrücklich aus. Aus dem Begründungstext gehe eindeutig hervor, dass es hier nicht vordergründig um die Person Lanz ginge. Vielmehr werde er zum Aufhänger genommen, um von den Öffentlich-Rechtlichen journalistische Qualitätsstandards einzufordern.

Shitstorm der Feuilletonisten

Es ist faszinierend, was für ein Schwachsinn zu dieser Petition gesagt und geschrieben worden ist. Stefan Niggemeier hat bereits darauf hingewiesen, dass all die Kulturjournalisten, die sich über den angeblichen Shitstorm im Internet empören, normalerweise ganz gut davon leben, selbst ein Exklusivrecht auf – durchaus auch sehr deutliche – Medienkritik zu haben. Otto Normalmensch hingegen hat üblicherweise das Problem, seine Kritik nur in Leserbriefen, Kommentaren und Online-Foren loswerden zu können, also geradezu zum Shitstorm gezwungen zu werden, der dann dennoch wirkungslos verpufft.

Die Petition ist insofern durchaus ein revolutionärer Schritt: Endlich meldet sich eine nennenswerte Zahl an Fernsehzuschauern in einer angemessenen Weise zu Wort und kritisiert das von ihnen allen bezahlte Fernsehprogramm. Aufhänger ist eine Person, aber die Petition geht darüber hinaus. Und anonym ist diese Art der Online-Meinungsäußerung gerade nicht: Man kann bei OpenPetition zwar „nicht öffentlich“ unterschreiben, aber eben nicht anonym. Man muss sich registrieren, nur wird der Name nicht veröffentlicht, wenn man es nicht will.

Man weiß nicht so recht, was der Schauspieler Ottfried Fischer sich gedacht hat, als er behauptete, den Unterzeichnern der Petition passe einfach die Nase von Lanz nicht, und das ZDF aufforderte, Markus Lanz „auf keinen Fall dem Pöbel vorzuwerfen“. Als würde auf dem Lerchenberg ein Mob zur Steinigung bereit stehen und darauf warten, dass Lanz das Gebäude verlässt, während das ZDF ihm dort ein lebensrettendes Asyl bietet. Mittelalter oder was? Aber es gibt tatsächlich kein Niveau, das nicht unterboten werden kann – Josef Joffe von der ZEIT zog gar die Nazi-Keule und verglich die Hetzjagd auf Lanz mit der Judenhetze der Nazis. Klar, bekanntermaßen wird im Dschungel schon am Lanz-KZ gebaut. Was ist in diesen Hirnen eigentlich los? Was ist an einer Petition von gebildeten, interessierten und digital vernetzten Menschen so schlimm?

Selbst das traditionell ergraute ZDF ergötzt sich inzwischen penetrant an der Anzahl der Tweets zu einer Sendung und baut immer häufiger „Onliner“ in die Sendungen ein, die permanent erzählen, was „im Netz“ gerade so abgeht. Das kann man auch als Aufforderung zum Shitstorm werten. Da mutet es sehr merkwürdig an, dass der Sender gleichzeitig aber dieser Onlinepetition keine annähernd vergleichbare Bedeutung einräumt – obwohl hier, im Gegensatz zu Twitter, die Wahrscheinlichkeit recht groß ist, dass es eben wirklich über 200.000 Menschen sind, die sich äußern, und nicht womöglich nur 200, die jeweils 100 Tweets abfeuern.

Diese Menschen empören sich auch deshalb so, weil seit dem 1. Januar 2013 die Rundfunkgebühren einer Pauschalsteuer gleichkommen. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten, zu beeinflussen, was man dafür bekommt, aber noch geringer als beim Steuerzahlen. Da kann man zumindest alle vier Jahre grob die Richtung vorgeben. Zwar sitzen in den Rundfunkräten Vertreter der Parlamentsfraktionen, doch die Einflussnahme des Bürgers geht damit um noch mehr Ecken als bei den Steuern.

Teurer Speichel

Und das ZDF selbst scheint es einfach nur geil zu finden, wenn seine Sendungen niemandem gefallen. Eine beliebte Redensart im Sender lautet „Auch schlechte Presse ist gute Presse“. Nach Markus Lanz' Mallorca-Desaster im letzten Sommer klopfte man sich intern auf die Schultern und sagte „Jetzt erst recht weiter so“. Zwar gibt es eine – schon oft zu Recht kritisierte – Quotenorientierung, aber bei genauerer Betrachtung sagt die Quote herzlich wenig über die Anzahl zufriedener Zuschauer aus, weil ihre Erhebung wenig transparent ist und sie ohnehin nur den Konsum eines gegebenen Programms misst. Und alles, aber auch wirklich alles andere als die Quote ist dem ZDF egal.

Dieser Sender speit der Öffentlichkeit seit Jahren ins Gesicht. Spätestens seit der Speichel von allen bezahlt werden muss, ist es Zeit, dagegen etwas zu tun. Da laufen alle „Dann schaltet doch um“-Argumente ins Leere. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich den Qualitätsstandard leisten muss, den es sich durch die allgemeine Gebührenpflicht auch leisten kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Debatte, die Maren Müller angestoßen hat, nun nicht im Sande verläuft und dass vielleicht sogar das ZDF die von einer Viertelmillion Menschen unterzeichnete Petition ausnahmsweise nicht als „Weiter so“ interpretiert. Bisher sieht es leider danach aus.

Kommentare (20)

karamasoff 07.02.2014 | 11:31

Daß man eine Plattform, die für Aufklärung und Information stehen sollte, zunehmend als Plattform für weichgespülte Politiker-Ads und De(sin)formation, mißbraucht wird, auch noch mit Zwangsgebühren ohne Mitsprache/Veto-Recht gegen Inhalte aufrechterhalten will, ist eine Schande.

Das überall gern verwendete Argument des Abschaltens ist lächerlich. Genausogut könnte man jedem bei Hinweisung auf Menschenrechtsverletzungen oder einem Gewaltverbrechen auf offener Strasse einfach sagen: "Dann schau halt weg, wenns dir nicht passt".

karamasoff 07.02.2014 | 11:32

Daß man eine Plattform, die für Aufklärung und Information stehen sollte, zunehmend als Plattform für weichgespülte Politiker-Ads und De(sin)formation, mißbraucht wird, auch noch mit Zwangsgebühren ohne Mitsprache/Veto-Recht gegen Inhalte aufrechterhalten will, ist eine Schande.

Das überall gern verwendete Argument des Abschaltens ist lächerlich. Genausogut könnte man jedem bei Hinweisung auf Menschenrechtsverletzungen oder einem Gewaltverbrechen auf offener Strasse einfach sagen: "Dann schau halt weg, wenns dir nicht passt".

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Ehemaliger Nutzer 07.02.2014 | 11:45

Ein Hoch auf das Grünzeug, mehr solche Praktikantinnen.

Bis auf eine Kleinigkeit. Vielleicht nicht so auf die "Öffentlich-Rechtlichen" einprügeln, wenn die politische Einflussnahme auf die Öffentlich-Rechtlichen getroffen werden sollte.

Mal hinschauen, ob es gewisse Zusammenhänge zwischen Politikern gibt, die beispielsweise das Leistungsschutzrecht unterstützen, also ein Medienmonopol, und gleichzeitig mit politischer Einflussnahme dafür sorgen, dass die Qualität der Öffentlich-Rechtlichen in den Keller geht, sich den Privaten annähert.

Das langfristige Ziel der Privaten ist es, vielleicht über die EU, in Anlehnung an die medial-wirtschaftlichen Zustände in den USA, die Öffentlich-Rechtlichen komplett als Konkurrenz auszuschalten, insbesondere jetzt, da "Zeitungsverlage" auch Fernsehen machen wollen - und dürfen, wie die Korrektur der Entscheidung bezüglich der ProSiebenSAT.1 Media AG zeigt.

Es kann natürlich sein, dass man als (angehende) Mitarbeiterin eines privaten Medienbetriebes nicht unbedingt bei der Durchleuchtung solcher Zusammenhänge Unterstüzung findet, sie vielleicht aber auch nicht finden will, da man die dortige Zielrichtung teilt ....

Sikkimoto 07.02.2014 | 11:52

Es wird sich nichts verändern. Das sind Menschen die nur unter ihres Gleichen verkehren und sich dabei immer wieder gegenseitig bestärken. Man betreibt geistige Inzucht. Da fällt es dann leicht so ein Begehren als Pöbel abzuqualifizieren.

Man hätte die Petition weiterlaufen lassen sollen. So hat man dem eigentlichem Shitstorm (dem der etablierten Medien) das Feld geräumt.

Die Petition selbst war auch ungeschickt verfasst, denn sie war nicht Fleisch, nicht Fisch. Sie richtet sich gegen eine Person, hat aber nicht den Mut wirklich anzufeinden. *Wenn* man eine Anti-Lanz Petition startet sollte man sich auch von Gegenwind nicht irritieren lassen. Erst recht sollte man auf Feigenblätter und Entschuldigungen verzichten. Ja, man wird als Mob und Pöbel abqualifiziert werden. Na und? Das wurde man auch so. Erst recht sollte es keine irgendwie gearteten Rückzieher geben.

Die andere Alternative wäre gewesen ganz vom konkreten Anlass zu abstrahieren, Lanz nur als Beispiel zu nehmen. Eine solche Petition hätte sich sinnvoller Weise nicht gegen Lanz selbst, sondern gegen die Kopfsteuer alias "Rundfunkgebühr" gerichtet, mit Verweis auf ausbleibende Leistungen im Bildungs und Kulturauftrag.

Eine direkte Wirkung wird keine solche Petition erreichen. Es geht um Agitation. Mit Lösung eins wäre eine provokante Botschaft in die Welt gesetzt. Mit Lösung zwei wäre mit noch mal breiterer Zustimmung zu rechnen und man machte sich weniger angreifbar.

karamasoff 07.02.2014 | 11:52

Daß man eine Plattform, die für Aufklärung und Information stehen sollte, zunehmend als Plattform für weichgespülte Politiker-Ads und De(sin)formation, mißbraucht wird, auch noch mit Zwangsgebühren ohne Mitsprache/Veto-Recht gegen Inhalte aufrechterhalten will, ist eine Schande.

Das überall gern verwendete Argument des Abschaltens ist lächerlich. Genausogut könnte man jedem bei Hinweisung auf Menschenrechtsverletzungen oder einem Gewaltverbrechen auf offener Strasse einfach sagen: "Dann schau halt weg, wenns dir nicht passt".

Andrea Wierich 07.02.2014 | 12:47

Ich habe mich auf dieses Thema beschränkt, weil mir der größere Zusammenhang für einen Artikel dieses Formats einfach zu groß erschien - nicht wegen mangelnder Unterstützung oder gar weil ich eine Befürworterin privater Medienbetriebe bin. Im Gegenteil - ich denke, dass das Modell der öffentlichen Finanzierung eigentlich das beste ist, um eine wirkliche vierte Gewalt im Staat (unabhängig von Marktinteressen) zu ermöglichen. Nur die Umsetzung in Deutschland sehe ich sehr kritisch, sie liegt mir aber gerade deshalb besonders am Herzen. Was die privaten Sender angeht, so halte ich von ihnen ebenso wenig wie etwa von der Bild-Zeitung, nämlich gar nichts, sie sind aber für mich gar keiner ernsthaften Kritik würdig. Natürlich darf es sie geben, aber was will man angesichts einer finanzierungsbedingten Marktorientierung von ihnen anderes erwarten als ideologischen Konformismus? Die Öffentlich-Rechtlichen hingegen müssen etwas anderes leisten. Im Übrigen bin ich keine angehende hauptberufliche Medienschaffende.

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Ehemaliger Nutzer 07.02.2014 | 13:00

Danke, sehr treffender Artikel!

Man staunt, wer alles Lanz' beigesprungen ist. um sein rüpelhaftes und politisch motiviertes Verhalten zu entschuldigen und statt dessen die Inintiatorin der Petition anzugreifen. Schmickler und Nuhr, die im WDR gegen die Petition polemiserten, sind da der besonders erbärmliche Tiefpunkt einer staatstragenden Mediencamarilla, die die Reihen schliesst, wenn einer der ihren unter Beschuss gerät.

Erfreulich und ein echter Erfolg war die Petition zweifellos, aber jetzt heisst es nachlegen!

Der Propagandaschau-Blog hat die Aufgabe, möglichst prägnante Beispiele für die einseitige Meinungsmache und Desinformation durch die ÖR zu dokumentieren. Anders als die privaten Medien, haben die ÖR einen Informationsauftrag, der Ausgewogenheit beinhaltet. Von dieser Ausgewogenheit sind sie weit entfernt.

Ziel ist es, eine Online-Kampagne "Keine Zwangsgebühren für Propaganda" zu starten. Dazu muss eine wachsende Zahl von Unterstützern gefunden werden, die mit Hinweis auf die fehlende Ausgewogenheit, einen Teil der GEZ zurückbehalten oder auf ein Sonderkonto überweisen.

Diese Kampagne muss bis durch alle Instanzen durchgefochten werden. So lange, bis die ÖR aufgrund des öffentlichen Drucks einknicken und gegenlenken, oder bis dass Verfassungsgericht den Zahlungsverweigerern Recht gibt und die ÖR dazu verdonnert Maßnahmen zu ergreifen, die den Filz und die einseitige Meinungsmache beenden.

JEDER kann sich beteiligen, indem er einseitige Darstellungen, Propaganda und Desinformation, die er in den ÖR (oder anderen Mainstreammedien) findet, an die Propagandaschau meldet.

Dazu gehören auch Artikel und Stimmen, die sich kritisch mit der Arbeit der ÖR auseinandersetzen und geeignet sind eine Klage zu untermauern. Wer eigene Artikel für die Propagandaschau verfassen will, ist selbstverständlich auch herzlich willkommen!

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Ehemaliger Nutzer 07.02.2014 | 13:42

Das ist natürlich völlig richtig, eine Erörterung der Zusammenhänge zusätzlich in diesem Beitrag hätte ihn unnötig ausgewalzt und zerfasert. Da reicht ein wohlformulierter Satz.

Keine angehende hauptberufliche Medienschaffende, da sah ich schon einen neuen Stern am Freitagshimmel aufziehen, Schade, nun denn, in welche Gefilde wird die Reise denn gehen, wenn ich so fragen darf?

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Ehemaliger Nutzer 07.02.2014 | 13:49

„Es geht darum, dass das sich den Qualitätsstandard leisten muss, den es sich durch die allgemeine Gebührenpflicht auch leisten kann.“

Vor 80 Jahren wurde auf der Berliner Funkausstellung das erste Radio für den Massenmarkt vorgestellt. Es erwies sich als perfektes Machtinstrument für die Nationalsozialisten.

Damals war sein Empfang noch kostenlos. Heute werden alle Bürger zwangsweise per Gesetz verpflichtet, die Kosten für diese staatlich verordnete Propaganda aufzubringen. Allein darin unterscheidet es sich von gestern.

Dabei ist die Affäre Lanz nur eine Randerscheinung. Viel schlimmer noch ist u. a. die derzeitige Hatz gegen Putin mit Blick auf die olympischen Spiele. Hinterhältig, oftmals dümmlich bringt selbst der kleinste Sender dieser Propagandaanstalten bei jeder passenden Gelegenheit mit Blick auf die olympischen Spiele in Sotschi sein Russland-Bashing ein.


grenzlicht 08.02.2014 | 06:49

Wenn einer nichts zu sagen hat , dann muss er sich was einfallen lassen , um dies zu überspielen oder zu maskieren.

Lanz hat seine Masche gefunden. Diese basiert auf den Meschanismen des Hochstablers. Und den Oberen des ZDF scheint dies zu gefallen. Es ist sozusagen der Jürgen Klinsmann der Unterhaltung. Die Petition und der shitstorm werden an ihm abprallen. Er wird gnadenlos weitermachen wie bisher und keinen ückziieher machen. Das was das ZDF unter Unterhaltung versteht ist seit längerem unerträglich und nicht der Rede wert.

Bisher fand ich Nuhr ganz gut. das hat sich seit seiner Unterstützung von Lanz geändert!

Grundgütiger 08.02.2014 | 11:38

Ich bin schon einen Schritt weiter.

ZDF abschaffen.

Den Auftrag des ÖR, die Versorgung der Bevölkerung mit Informationen, kann ein Sender und seine angeschlossenen Länder-und Regionalprogramme gewährleisten.

Dieses Konstrukt haben wir schon in Form der ARD.

Die CDU-Gründung ZDF hat angesichts sinkender Staatsquoten ihre Daseinsberechtigung verloren.

Kein Mensch braucht alles Wesentliche doppelt.

Und schon gar keine politische Wohlgefälligkeit, wie sie zum Beispiel die CSU ständig einfordert.

Qualitäts-TV kostet Geld.

Mit dem Wegfall einer Anstalt könnte die Hälfte gespart werden.

Eine Menge Trash noch Vorbild der privaten könnte entfallen. Zum auffüllen eines 24Stundenprogrammes gäbs dann genügend Material.

Also, worauf warten?

Soloto 08.02.2014 | 17:19

Super Kommentar. Das Fernsehen könnte als Medium viel zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen. Wenn es eine empathische Gesprächskultur gäbe, in der den Leuten Raum gegeben wird, ihr Seelenleben auszuloten, könnte das für viele Leute, die nicht mit ihren Problemen klarkommen, sehr hilfreich sein. Aber sowas ist mit emotionalen Legasthenikern wie Lanz, Beckmann und anderen, die sich nur schwer in andere hineinversetzen können und sich auch nicht wirklich dafür interessieren, halt nicht zu machen.

Falk 09.02.2014 | 00:26

Ich finde die Personifizierung eines Systemzustandes grundlegend immer problematisch, weil ich selber nicht auf Personen reagiere. Aber gerade die Personifizierung verhalf der Petition zu dem unbestreitbaren Mobilisierungserfolg. Und die Person Lanz ist meines Erachtens sehr authentisch für den Zustand des ZDF. Daher ist das Mittel aus meiner Sicht gerechtfertigt (im Gegensatz dazu ist unsere Kanzlerin nicht authentisch, das ist ein Problem).

Ich würde mir wünschen, dass bei ähnlich gelagerten Petitionen bald die 500.000 Marke erreicht wird, und sich erneut verdoppelt ... Nur durch Mobilisierung funktionieren Revolutionen. Es geht hier also auch darum, Petition zu üben. Dafür braucht es Anlässe.

derde 13.02.2014 | 14:20

Dieter Nuhr ist zweifelsfrei ein guter Kabarettist, aber die Äusserungen in seiner Sendung sollten nicht wirklich überraschen: er steht sehr liberal und keineswegs links - um das mal in diese vorurteilsbehafteten Schubladen einzuordnen - und liberal heisst in seinem Fall: nörgeln am Nörgler. Das ist das Konzept. Klappt manchmal ganz gut, klappt manchmal garnicht, und klappt ganz sicher nicht nach dem Rasenmäherprinzip. Bei dem Thema Lanz kann man auch exemplarisch sehen, wie schwer sich das Publikum mit Lachern tat - die kamen nämlich erst bei minimalstem gemeinsamen Nenner.

Aber irgendwie muss auch er Geld verdienen .. von Foto`s kann man nicht leben, meistens, fast immer.

derde 13.02.2014 | 14:30

Und um die Sache anhängend auf den Punkt zu bringen: Lanz ist ein begnadet Schwacher-Kopf zum Hang für "unterirdische Interviews" (siehe Artikel Andrea Wierich - trefflich, trefflich, tausend like`s !!) .. das weiss Lanz selber, das weiss Dieter Nuhr und allerhöchstwahrscheinlich auch alle Anderen!

Aber das war nunmal nicht das Thema!