Wann endet diese Erpressung?

Wahrheit und Israel Tragen wir Deutschen auf ewig an einer Kollektivschuld?
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Es liegt schon einige Monate zurück, als mehrere junge Männer aus Israel in einem Berliner Hotel sich zunächst abfällig über das Personal äußerten. Unfähig sei es und das Verhalten gegenüber ihnen sie unangemessen. Schließlich, so der Wortführer, sei das Personal aus Deutschland und sie, die Gäste, kämen schließlich aus Israel. Und dann kam es zur bewussten Provokation, die deutschen Nazis sollten doch lieber ruhig sein.
Wer sich mit Mitarbeitern aus Hotels unterhält, wird feststellen, dass ein solches Verhalten kein Einzelfall ist. Die Titulierung als deutsche Nazis erfolgt immer dann, wenn das eigene Verhalten als Gast gegen berechtigte Kritik verteidigt wird.
Was hier im Kleinen passiert, erleben wir in den Ausfällen des Simon Wiesenthal Centers gegen den Journalisten und Verleger Jakob Augstein nur in einer anderen Dimension. Dass Augstein gegen den Mainstream der deutschen Intellektuellen das israelkritische Gedicht von Günter Grass verteidigt hat, war der Auslöser.
Nur, was hat Grass denn gesagt? Er hat die Wahrheit ausgesprochen, die die deutsche Politik nicht hören möchte, weil sie seit Bestehen der Bundesrepublik dagegen handelt. Schon zu Zeiten des Verteidigungsministers Strauß wurde Israel mit Waffen versorgt, und zwar nicht nur auf legalem Weg, wie der Spiegel vor einigen Monaten in seiner Titelstory berichtete. Dass die Bundesrepublik jetzt U-Boote liefert, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können, muss nicht mehr dementiert werden, es ist bekannt.
Die Frage stellt sich hier, ob dies alles mit den unbestrittenen Greueltaten der Nazis entschuldigt werden darf. Müssen wir Deutschen auf immer eine Nibelungentreue zu Israel wahren, als Kollektivschuld aller nachgeborenen Generationen? Ist ein Deutscher, der die Wahrheit ausspricht, dass Israel internationales Recht bricht, gleich ein Antisemit und Feind Israels?
Nein, das ist er nicht! Und auch ein Teil der israelischen Bevölkerung befürwortet inzwischen eine Zwei - Staaten - Lösung. Es sind die Hardliner in der israelischen Regierung und die deutschen Mainstream - Intellektuellen mit dem unsäglichen Henryk M. Broder an der Spitze, die die Wahrheit nicht hören wollen.
Und so gilt es nicht nur den Kreislauf der Waffengewalt im Nahen Osten zu durchbrechen. Auch der Kreislauf der reflexartigen Stigmatisierung als Antisemit muss in Deutschland durchbrochen werden. Wer nicht will, dass junge Deutsche straffrei von jungen Israelis als Nazis bezeichnet werden dürfen, hat sogar die Pflicht, israelisches Unrecht als solches klar zu benennen. Weder die jungen Israelis noch die jungen Deutschen waren persönlich in die beispiellosen Verbrechen des Naziregimes involviert. Sie sind weder Opfer noch Täter.
Solange aber Deutschland mit diesen Verbrechen erpresst werden kann, ob zu Waffenlieferungen und dem bewussten Schweigen zu Rechtsverletzungen oder mit dem der Diffamierung und Verunglimpfung als Nazi, sitzt ein Stachel im deutsch-israelischen Verhältnis. Und deshalb ist eine offene Debatte darüber notwendig, was Antisemitismus heute darstellt. Deswegen ist es um so dringlicher, Unrecht auch als Unrecht zu bezeichnen. Was das offizielle Israel betreibt, ist eine Erpressung Deutschlands mit dem Leid von Millionen Juden, das 1933 begann und 1945 endete.
Wann endet diese Erpressung?
22:02 01.01.2013
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Geschrieben von

rolf netzmann

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