Historiker Tom Segev: „Ich wollte immer der Erzähler sein, nicht die Story“

Interview Der israelische Historiker Tom Segev hat sich immer wieder kritisch mit der Mythenbildung seine Landes befasst. In seinem neuen Buch setzt er sich mit den Mythen der eigenen Familie auseinander – und erklärt, warum er sie schwerer begreift
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 44/2022
Der Historiker Tom Segev im Gespräch: „Ohne Vision ergibt es keinen Sinn, eine linke Partei zu unterstützen“
Der Historiker Tom Segev im Gespräch: „Ohne Vision ergibt es keinen Sinn, eine linke Partei zu unterstützen“

Foto: Ofir Berman für der Freitag

Seit über 50 Jahren schreibt der israelische Historiker und Journalist Tom Segev Artikel und Bücher. 1995 erschien sein erstes bahnbrechendes Buch Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der Erinnerung, 2018 seine Biografie von Ben Gurion. In Segevs Werken stehen die Geschichte Israels, das Verhältnis zwischen Israelis und Arabern sowie Deutschland und der Holocaust im Zentrum. Doch nun erzählt er in Jerusalem Ecke Berlin erstmals, spannend und berührend zugleich, seine eigene Lebensgeschichte, die sich zwischen Israel und Deutschland und entlang der historisch-politischen Entwicklungen seit 1945 bewegt.

der Freitag: Herr Segev, unterhalten wir uns auf Englisch? Deutsch sprachen Sie ja lange nicht gerne.

Tom Segev: Deutsch ist meine Muttersprache, doch

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