Christoph Kappes
Ausgabe 0117 | 05.01.2017 | 06:00 16

„Mit Material von dpa“

Silvesternacht Der Journalismus sollte sich an seine Kardinaltugenden erinnern. Über Köln II und das Versagen der Massenmedien

„Mit Material von dpa“

In diesem Jahr steht vor allem das Verhalten der Polizei zur Diskussion

Foto: Maja Hitji/Getty Images

Die Ereignisse der Kölner Silvesternacht geben auch in ihrer zweiten Auflage zu denken. Für das Ergebnis muss man dankbar sein, aber auch dieses Jahr gibt es Kritik: Das Vorgehen der Polizei sei racial profiling gewesen, die Polizei habe anreisende junge Männer nordafrikanischer Herkunft aussortiert und anders behandelt als andere. Die Polizei hingegen spricht von Gefährdergruppen, die erkennbar gewaltbereit gewesen seien. Der Vorwurf, eine Diskriminierung allein aufgrund der Herkunft, ist trotz des im Verhältnis zu sonstigen polizeilichen Standardmaßnahmen eher geringen Eingriffsniveaus schwer: Wenn es nicht nur Einlasskontrollen gab, sondern auch Festsetzungen, handelt es sich um Freiheitsberaubungen unter Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz nach Artikel 3 GG. Was also genau war den Personen vorzuwerfen, die aussahen wie solche aus Nordafrika?

Bürger, die dieser Sache auf den Grund gehen wollen, sind auf Massenmedien angewiesen. Doch was diese verbreiten, gibt kein stimmiges Bild: Von Einlasskontrollen, Platzverweisungen, Festsetzungen, Einkesselungen ist die Rede. Angetrunken seien die Nordafrikaner gewesen, sagt ein Kommentator, andere sahen „Gewaltbereitschaft“ (eine Verhaltensprognose, kein Faktum), Dritte wollen außer Äußerlichkeiten nichts gesehen haben. Fotos zeigen auch andere Personen eingekesselt. Es bleibt im Vagen, wo und wie sich Gruppen zuvor in sozialen Netzwerken verabredet haben sollen. War das Auswahlkriterium also Hautfarbe oder Ethnie oder geografische Herkunft oder nur eines oder beides nebst Geschlecht und Alter? Oder kamen zu diesen eher statischen Eigenschaften auch Verhaltensmerkmale in der konkreten Situation hinzu? Offenkundig gelangen wir an Erkenntnisgrenzen, denn wir müssen – nicht anders als die Polizei – eine Verhaltensprognose machen, für die wir keine belastbare Grundlage haben.

Unbefriedigend ist dabei, dass wir der Intuition keinen Lauf lassen dürfen, denn dass ein äußerlich gleichartiger Personenkreis im Vorjahr kriminell war, erhöht zwar die statistische Wahrscheinlichkeit von Taten, diese Ähnlichkeit ist jedoch blanke Diskriminierung von Phänotypen. Das „Es sind wieder die vom Vorjahr“ ist uns nur erlaubt, wenn es dieselben „die“ sind und nicht die einer Gruppe. Ein und dieselbe Auswahl konkreter Personen (etwa 900 junge Männer aus Nordafrika) kann also sowohl rechtmäßig als auch rechtswidrig sein, und dies hängt allein von Auswahlkriterien und Sachverhalten ab. Nur Logikern bereitet dies kein Kopfzerbrechen.

Warum aber berichten Massenmedien ganz überwiegend nur „mit Material von dpa“, und warum ist fast nichts außer Koloratur über den Abend vor Ort bekannt? Es wäre ein Leichtes gewesen, durch Nachfragen und Interviews für die Öffentlichkeit zu recherchieren, welche Geschichte die Nordafrikaner erzählen, und sich ein Bild von den Gruppen zu machen. Woher kommen sie? Waren sie schon im Vorjahr da? Wie haben sie sich verabredet? Was führt sie an den Ort? Wie wirken sie? Was ist ihre Intention? Und wie nahmen andere die Situation wahr, etwa Frauen?

Racial profiling ist abzulehnen, weil es nach äußerlichen, abstrakten Kriterien erfolgt. Gegen diese gefährliche Verallgemeinerung hilft nur die Aufklärung des Konkreten. Journalisten müssen dabei nicht zum Ermittler werden – aber präzise die Fakten sammeln, mit allen erlaubten Mitteln, bevor andere die Narrative stricken.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 01/17.

Kommentare (16)

Gugel 05.01.2017 | 07:02

Da der Beitragsersteller nicht vor Ort war, sind seine Äußerungen als untauglicher Versuch zu werten, die Sache in seiner genehmen politischen Ausrichtung einfach mal so hin zu stellen.

Ich war vor Ort nach dem Besuch der Philharmonie in Köln. Die Polizei hat jedes Aufkommen von erkennbarem Agressivitätspotential von jedem durch konkrete Ansprachen verhindert. Hat die Zusammenrottung , aus der eine agressive Stimmung entstehen konnte "eingefriedet".

Das Zusammenrotten war nu mal bei bestimmten Personen auffällig und dem musste begegnet werden.

Fazit für mich: Beitrag ist als Geschwafel einzustufen, weil theorethischer Überbau, der in Begriffen steckt, auf einen konkreten Einzelfall falsch herübergezogen wird., dies mit erkennbar unbeleckter Erlenntnis.

Lob an die Einsatzkräfte vor Ort dort und weitermachen. Den weltfremden Quark der lebensfremden Schreiber kann man dann akademisch abarbeiten.

sch123 05.01.2017 | 11:11

Es ist richtig und ja ein allgemeines Problem, dass gründliche journalistische Arbeit Luxus geworden ist, im Zweifel also auch einfach nicht gemacht wird.

Mit dem Vorwurf des racial profiling wäre ich in diesem Kontext vorsichtig. Gute Polizeiarbeit basiert immer auf Profiling, das darf man nicht vergessen. Wenn bekanntermaßen gewaltbereite Fussballfans z.B. eine Stadt "besuchen", würde man auch erwarten, dass die Polizei ein besonderes Auge auf sie hat.

In Köln gab es vor einem Jahr eine starke Häufung von Straftaten von einer Personengruppe mit diesem Profil, insofern ist das besondere Augenmerk gerechtfertigt. Selbst wenn bzw. obwohl es sich in diesem Fall um racial profiling handelt.

Welche Art von Maßnahmen getroffen werden, wie sensibel das Profiling betrieben wird (wurden tatsächlich offensichtlich aggressive Gruppen herausgefiltert, oder pauschal jeder der "nordafrikanisch" aussah) usw. sind natürlich Punkte über die man diskutieren kann. Aber dass diese Personengruppen kontrolliert wurden und nicht Gruppen von Schülerinnen oder Rentnern, das kann man der Polizei nicht ernsthaft vorwerfen.

Vin 05.01.2017 | 15:24

Da der Kommentatarschreiber Gugel nicht vor Ort war, sind seine Äußerungen als untauglicher Versuch zu werten, die Sache in seiner genehmen politischen Ausrichtung einfach mal so hin zu stellen.

Ich war vor Ort nach dem Besuch der Philharmonie in Köln. Die Polizei hat alle südländisch aussehenden Männer ausgesondert und eingekesselt, um sie von der öffentlichen Feier auf der Domplatte abzuhalten. Die in der Verfassung vorgeschriebene Unschuldsvermutung und das Diskriminierungsverbot spielte dabei keine Rolle.

Die Freude von Rechtsradikalen über das diskriminierende, unverhältnismäßige und rechtswidrige Vorgehen der Polizei war auffällig. Dem muss begegnet werden.

Fazit für mich: Beitrag von Gugel ist als Geschwafel einzustufen, weil theorethischer Überbau, der in Begriffen steckt, auf einen konkreten Einzelfall falsch herübergezogen wird. Dies mit erkennbar unbeleckter Erkenntnis.

Lob an die Menschen, die gegen Rassismus kämpfen und die Grundrechte aller Menschen verteidigen, und weitermachen. Den weltfremden Quark der staats-untertänigen Schreiber kann man dann - selbstverständlich mit gehobener Fachkompetenz und überdurchschnittlicher Bildung - auch akademisch aufarbeiten.

Vin 05.01.2017 | 15:32

Gute Polizeiarbeit basiert ausschließlich auf Fakten und auf Befolgung der Anordnungen der höherrangigen Gerichte, die dafür sorgen, dass die von einem demokratisch gewählten Parlament erlassenen Gesetze durch die Regierung und ihre Polizeibehörden auch eingehalten werden. Und diese Gerichte haben festgestellt, dass der Gesezgeber das rassistische Profiling verboten hat. Daher ist die Behauptung, dass rassistisches Profiling zulässig wäre, rechtlich abwegig.

Letztendlich hat sich eine dilettantische Polizei davon abgelenkt, dass im letzten Jahr tatenlos dabei zugesehen hat, Straftaten aufzuklären und zu unterbinden. Für die schlechte Presse hat sie sich in diesem Jahr an Unschuldigen gerächt und Macht demonstriert. Damit will sich zugleich der unfähige Innenminister den Hintern retten, der vor einem Jahr einen von ihm selbst ernannten Polizeipräsidenten entlassen musste.

Vin 05.01.2017 | 15:38

Es muss auch noch daran erinnert werden, dass in NRW in 2017 Landtagswahlen stattfinden. Die rot-grüne Regierungskoalition wird mit 99,9prozentiger Sicherheit ihre Mehrheit verlieren, das besagen alle Umfragen seit Jahren. Hannelore Kraft ist schon lange kein Zugpferd und kein Hoffnungsträger mehr, sondern hat sich Sigmar Gabriel und seiner großen Koalition untergeordnet. Große Koalitionen führt geradezu zwangsläufig zur wachsenden Popularität von rechtsextremen Parteien wie der AfD. Der rechtswidrige Polizeieinsatz in Köln richtet sich ausschließlich gegen Menschen, die nicht wahlberechtigt sind. Die Landesregierung spekuliert erkennbar darauf, ein paar Wählerstimmen am rechten Rand zu gewinnen. Welchen sozialdemokratischen Landespolitiker interessieren da noch die Grundrechte von Menschen, die keine politische Macht haben?

Gugel 05.01.2017 | 18:35

;-) oh stimmen Sie denn der Konzertkritik von Markus Schwering über das tolle Konzert unter Saraste zu ?

Ich teile seine Meinung. Ich teiel auch die Beurteilung der tausenden von Mesnchen dort vor Ort, die die Arbeit der Polizei am Krisenpunkt dort als sehr positiv empfunden und betrachtet haben. Selber habe ich Polizisten mit Aututonen Jungbullen Gepräche führen sehen und sehr nahe mitbekommen ( also gehört) , wie die zupackneden Ansprache von Polizisten gegenüber dieser Jingbullenschar hin zum korrekten Verhalten verlief.Leider waren die Polizisten nicht überall dort, wo die Jungbullen aus doch asozialen Hintergründen es sich nicht nehmen ließen Feuerwerkskörper gezielt in Menschntrauben abzuschießen.

Also weiter so machen und noch ausweiten, die Prävention nach Auftreten, Risikogruppe und dem Erahrungsschatz, den man gesammelt hat. Dank dafür.

Den Erfahrungsschatz den man mit ihrer Aufstellung gewinnen kann, ist nun mal nur ein Pfffft in der Auseinadersetzung, die an die Grundlagen des Verhaltens in unserem öffentlichen Raum rückelt , die bis an die Wäsche gehne. das haben schon guten Soziologen früher und prägnant geschildert.....diese Verrohung durch falsches Männlichkeitsverständnis eines Kulturkreises und schichtenspezifischer Erziehungsmängel im öffentlichen Raum ( u.a. hier :http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-wie-naiv-wollen-wir-bei-der-zuwanderung-sein-kolumne-a-1056364.html) .

Ich packe ihre Einlassungen ins Pflichtenheft des akademischen Dislurses, in der Praxis zu vernachlässigen.

Gugel 05.01.2017 | 18:51

Na wunderbar, Sie waren da ? Schön, teilen Sie auch die Rezession von Markus Schwering über die Arbeit von Herrn saraste bes. beim Werk von Fazil Say? Ich tue das, besonders weil es der Zufall wollte, dass drinnen in der Phil !harmonie! ein Werk aus dem Kulturkeis der Aufmarschierer in wunderbarer Form aufgeführt wurde, wären draußen sich zugelaufene Jungbullen aus dem Kulkturkreis wunderbar aufbauten um ihr Werk aufzuführen.

Danke für die wunderbare Arbeit der Poizei. Die ist nach meiner persönlichen in Augenschinnahme alle Störenfriede ,die sich aufmachten mal die Sau rauszulassen, angegangen. Dank des Erafhrungsschatzes , dem reichtzeitigen Eingreifen bei offensichtlicher Stoßrichtung der Störer und die zureffende Lageeinschätzung der Polizei war das alles ein Erfolg für die Bürger an dem Abend.

Ihre Einlassung betrachte ich als ein Pffft in der Debatte. Sie sollten sich die Dabatte über die Verrohung des öffentlcih Raumes (u.a. hier : http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-wie-naiv-wollen-wir-bei-der-zuwanderung-sein-kolumne-a-1056364.html uvm ! unter Stichwort "Maskulisierung des öffentlichen Raumes" ) mal reinziehn.

Ich legen Ihren Beitrag ins Pflichtenheft des akademischen Diskurses, in der Parxis ist er als bedeutungslos.

sch123 05.01.2017 | 19:06

Zum einen ist "rassistisches Profiling" die falsche Übersetzung, zum anderen ist, soweit ich weiß, die Rechtslage in Deutschland durchaus nicht so klar wie sie behaupten. Das nur nebenbei.

Ihre Interpretation des racial profiling ist: pauschale Verdächtigung aufgrund unveränderlicher Merkmale. Das ist natürlich abzulehnen. Davon kann aber in diesem Fall nicht zwangsläufig die Rede sein. Sie behaupten, die Polizei hätte pauschal jeden südländisch aussehenden Mann überprüft, die Polizei behauptet, sie hätten Männergruppen überprüft, die sich aggressiv verhalten hätten. Ich kann es nicht beurteilen, ich war auch nicht da.

Ein einfaches konstruiertes Beispiel mag aber meinen Punkt verdeutlichen. Nehmen wir an zu Sylvester kommt eine Gruppe Schwarzer in eine Kleinstadt und begeht schwere Straftaten, verprügelt z.B. einige Personen. Im nächsten Jahr kommt wieder eine Gruppe Schwarzer zu Sylvester in diese Kleinstadt. Wenn diese Gruppe nun von der Polizei besonders beobachtet oder kontrolliert wird könnte man das als racial profiling bezeichnen.

Legitim oder nicht?

Meiner Meinung nach selbstverständlich legitim, weil es weder pauschal noch anlasslos ist. Wie gesagt, Profiling ist entgegen ihren Darstellungen immer Teil der Polizeipraxis, nehmen sie den Zoll, der aufgrund seiner Erfahrung und Menschenkenntnis Stichproben macht. Wenn Teil einer Täterbeschreibung z.B. seine Hautfarbe ist (oder sein Geschlecht), wird das selbstverständlich berücksichtigt. Im Fall Köln ist daher nur die Frage ob der Anlass gegeben war oder nicht. Da im letzten Jahr massiv Straftaten begangen wurden von Tätern, die von allen Zeugen und Opfern als dunkelhaarig und -häutig, also vermutlich südländischer Herkunft, beschrieben wurden, ist es meiner Meinung nach gerechtfertigt, dass die Polizei, deren Aufgabe es ist, Straftaten zu verhindern und Bürger zu beschützen, diese Beschreibungen bei ihrer Arbeit berücksichtigt.

Wie die Polizei sich verhält etc... das ist wieder eine andere Diskussion, ob das angemessen/professionell etc... ist.

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Ehemaliger Nutzer 05.01.2017 | 19:28

In Schweden diskutiert man gerade über ein Verbot von Silvesterraketen, nachdem Silvester die Situation in Malmö völlig entgleist ist. Menschen wurden mit Raketen beschossen usw. Kommt einem bekannt vor. Wer sich ein Bild machen möchte, hier ein Video. Zu sehen auch völlig überforderte Polizisten. Ich möchte eigentlich nicht, dass solche Zustände in Europa zum Normalzustand werden.

http://nyheteridag.se/har-attackeras-manniskor-med-nyarsraketer-mitt-i-malmo/

In Odense in Dänemark ist das Radhaus beschossen worden und die Uhr beschädigt.

https://www.youtube.com/results?search_query=Odense+nyt%C3%A5r+r%C3%A5dhus

Silvester Hannover:

„Die Behörde hatte mitgeteilt, dass während des Jahreswechsels immer wieder größere Gruppen junger Männer mit Migrationshintergrund versucht hatten, die Beamten und die Feiernden zu provozieren.“

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/CDU-fordert-Aufklaerung-im-Landtag-zur-Silvesternacht-in-Hannover

Anstatt immer diejenigen zu beschuldigen, die buchstäblich ihr Fell für unsere Sicherheit hinhalten, sollte sich der Verfasser mal überlegen was da eigentlich auf den Straßen passiert!

Verwegen 05.01.2017 | 19:31

"War nicht vor Ort" geht voll am Thema vorbei.

Der Autor bemängelt allein, dass es nicht möglich ist, aus Medienberichten zu erfahren, was eigentlich genau der Sachverhalt ist. Die Berichte darüber triefen von Wertungen, Vorunterstellungen und Andeutungen im Zusammenhang mit den Geschehnissen vor einem Jahr. Mir ist ehrlich gesagt immer noch nicht klar inwieweit die Verdächtigen da in einer Gruppe unterwegs waren oder einzeln rausgepickt wurden, wie viele wirklich aus Nordafrika kamen und wie sich die vermeintliche "Gewaltbereitschaft" (Gewalt gab es ja anscheinend nicht) äußerte.

Ihr werter Kommentar reiht sich da übrigens sehr gut ein - wenn ein angeblicher Augenzeugenbericht nur aus Begriffen wie "erkennbares Aggressivitätspotential", "eingefriedet" und "das Zusammenrotten war nun mal auffällig" besteht, nun ja...

Vin 05.01.2017 | 19:38

Sch123, wenn man es für legitim hält, friedliche Menschen, deren Identität die Polizei noch nicht einmal kennt, aufgrund des Aussehens oder Geschlechts (im Gegensatz zum Verhalten) polizeilich zu kontrollieren, genau dann ist man rassistisch, sexistisch und/ oder fremdenfeindlich. Mir ist klar, dass Sie und andere Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit für legitim halten, also stehen Sie doch einfach dazu, nehmen Sie dann aber auch die rechtlichen Konsequenzen in Kauf. So werden Rassisten beispielsweise gerne von ihren Arbeitgebern gekündigt, weil das die Kundschaft verprellt. Ist nun mal einfach schlecht fürs Geschäft, wenn man keine Menschen mag.

Ich mache mal ein anderes Beispiel: Millionen von Deutschen haben zwei Weltkriege und einen Völkermord aktiv betrieben bzw. toleriert. Diese Verbrechen waren doch etwas gravierender als die Taschendiebstähle und Belästigungen an Silvester.

Folgt man ihrer Argumentationsline, dann könnten sieben Milliarden nicht-deutsche Menschen auf dieser Erde fordern, dass Deutsche außerhalb der deutschen Grenzen generell intensiv polizeilich kontrolliert werden müssen. Das wäre auch nicht besonders gut für die Lebensqualität.

Vielleicht lassen Sie also einfach mal die Kirche im Dorf und verurteilen Menschen nicht, bevor Sie nicht beweisen können, dass diese eine Straftat begangen haben. Die Polizei in NRW kann natürlich auch gar nichts beweisen, weil sie überwiegend Unschuldige eingekesselt hat. Eine politische Inszenierung war das, und sonst gar nichts.

Da die Menschheit mehrheitlich erfreulicherweise nicht rassistisch ist, sondern sehr kommunikativ und kooperativ , gehen die sieben Milliarden Ausländer in ihren Ländern mit den deutschen Touristen und den deutschen Verkäufern der von Deutschen hergestellten Waren ganz zivilisiert um. Das ändert sich aber ganz schnell, wenn man Ausländer vorverurteilt und schlecht behandelt. Daher ist es auch gut, wenn Rassisten in der Politik nichts zu melden haben. Das schadet nicht nur der Kultur und der Lebensqualität, sondern auch dem Wohlstand des Landes.

sch123 05.01.2017 | 21:15

Ihre Anschuldigungen und Unterstellungen können Sie sich sparen. Die sprechen übrigens nicht gerade für Ihre vorgeblich tolerante, menschenfreundliche Haltung.

Ihr Beispiel ist völlig hanebüchen, da muss man nicht mal drauf eingehen.

Noch ein Beispiel: ein Schwarzer (oder von mir aus ein Weißer) hat eine Bank überfallen, die Polizei fahndet danach nach einem Schwarzen (/Weißen). Würden Sie soweit mitgehen, dass das in Ordnung ist?

Versuchen Sie doch mal sachlich und differenziert zu diskutieren und verzichten sie auf moralisch selbstgewisse Ausfälligkeiten.

sch123 05.01.2017 | 22:25

Ein willkürliches Beispiel habe ich noch zu ihrem anderen Punkt.

Der Polizei wird gemeldet, dass eine größere Gruppe angetrunkener, offenbar der rechten Szene zugehöriger, Männer auf eine Geflüchtetenunterkunft zugeht. Die Stimmung wirkt aggressiv, aber es wurden bisher keine Straftaten begangen, geschweige denn bewiesen.

Darf/soll die Polizei präventiv tätig werden, z.B. der Gruppe den Zugang zur Unterkunft verwehren? Was sagen Sie?

gelse 07.01.2017 | 08:29

>>Millionen
von Deutschen haben zwei Weltkriege und einen Völkermord aktiv betrieben bzw.
toleriert.<<
Ich habe 1970 erlebt, wie viele Franzosen älteren Deutschen mit zurückhaltender Skepsis begegneten, während sie sich zu uns Jüngeren, die offenbar keine Nazen gewesen sein konnten, offen und freundlich verhielten. Da hat tatsächlich ein „Profiling“
stattgefunden. Die "Diskriminierten" fanden das empörend, während wir Jungen dafür Verständnis hatten ;-)