Ruth Wolf-Rehfeldts Schreibmaschinengrafiken: „Tippe deine eigene Kunst“

Hannah-Höch-Preisträgerin Mit der Wende 1989/1990 stellte die Künstlerin Ruth Wolf-Rehfeldt die Arbeit an ihren Schreibmaschinengrafiken ein. Ihr Werk wird jetzt erst umfassend gewürdigt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 45/2022
In den 1980ern dringt Wolf-Rehfeldt mit den Zeichen, die ihr die Schreibmaschine zur Verfügung stellte, in den Raum vor
In den 1980ern dringt Wolf-Rehfeldt mit den Zeichen, die ihr die Schreibmaschine zur Verfügung stellte, in den Raum vor

Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen/H. Boswank

„B WIEBLAU STERBENDESBLAUDERHIMMEL (…).“ So beginnt B wie Blau, eine der Schreibmaschinengrafiken von Ruth Wolf-Rehfeldt aus dem Jahr 1973. Auf dem DIN-A4-Blatt erscheint von Weitem betrachtet erst mal nur die Form des Buchstabens B. Je näher man herantritt, desto deutlicher wird, dass das B selbst aus vielen weiteren Buchstaben zusammengesetzt ist, die sich als Gedicht lesen lassen: ein poetisch-visuelles Schriftbild.

Ruth Wolf-Rehfeldt, die seit mehr als 70 Jahren in Berlin lebt, ist eine der wenigen Künstlerinnen, die sich in der DDR der Schreibmaschinengrafik widmeten. Ihr Œuvre umfasst neben Gemälden und Zeichnungen über 800 solcher auch Typewritings genannten Werke, die sie von 1972 bis 1989/90 anfertigte. Vergangene Woche wurde der inzwische

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