Ilko-Sascha Kowalczuk
Ausgabe 0217 | 12.01.2017 | 06:00 101

Täter und Opfer

Debatte Stasi-Forscher Ilko-Sascha Kowalczuk über den Fall Andrej Holm und voreilige Schlüsse über DDR-Biografien

Ich bin nur wenig älter als Andrej Holm und wuchs wie er in einem DDR-Elternhaus auf, das ich als staatsnah, aber systemimmanent kritisch beschreiben würde. Mein katholischer Vater konvertierte 1961 zum Kommunismus. Er wollte zur Staatssicherheit, die ihn aber nicht nahm. Holms Vater machte Karriere in der Abteilung XX der Stasi. Offenbar sind wir ähnlich erzogen worden: im treuen Glauben an Kommunismus und SED-Staat. Mit zwölf Jahren verpflichtete ich mich auf Anraten meiner Eltern, Offizier der Nationalen Volksarmee (NVA) zu werden. Mit 14 wurde ich wie Andrej Holm Mitglied eines FDJ-Bewerberkollektivs für militärische Berufe. Für die Unterschrift sei jemand zu ihm nach Hause gekommen, so erinnert er sich, das war’s. Ich sage: Das FDJ-Bewerberkollektiv hielt einen immer auf Trab.

Ich habe mir das womöglich anders eingeprägt, weil ich mit vierzehneinhalb Jahren den Mut fand, Nein zu sagen zum Offiziersberuf, Nein zu meinem Vater und letztlich Nein zum SED-Staat. Eineinhalb Jahre hatte ich mich dafür in kindlichem Alter vor Lehrern, Offizieren und SED-Funktionären zu rechtfertigen – überwiegend ohne jeden Beistand. Man prophezeite mir: Das war’s für dich! Ich war 15 Jahre alt – und zum Staatsfeind mutiert. Meine Welt lag in Trümmern. Ich wusste aber mit 14 und 16 und 18 ganz genau, was ich tat.

Vielleicht erinnere ich mich deshalb auch anders an die Stasi als Andrej Holm. Aber genau wie nicht alle meine Erinnerungen nachträgliche Rekonstruktionen sein können, so können es auch nicht seine durchweg sein. Erst wenn man älter wird und womöglich Kinder in diesem Alter hat, weiß man, wie jung man mit 14, 16 oder 18 wirklich war. Entscheidungen in diesem Alter dürfen nicht lebensbestimmend sein. Mir hingen sie unerbittlich bis 1989 nach – das war Unrecht. Und Andrej Holm sollen sie noch 27 Jahre später unerbittlich verfolgen – das ist nicht gerecht. Es ist nicht verwunderlich, dass Andrej Holm bei der Stasi landete. Aus Familien wie seiner rekrutierte die Geheimpolizei vorzugsweise schon im Jugendalter ihre Nachwuchskader. Niemand wurde von der Stasi so intensiv überwacht wie die Stasi-Leute selbst, niemand so dauerhaft ideologisch infiltriert. Andrej unterschrieb mit 14 – und er ist damit zunächst ein Opfer des SED-Regimes. Wer als Kind zu so weitreichenden Entscheidungen genötigt wird, ist ein Opfer der Umstände: des Staates und der Eltern.

Öfter mal kleinere Aufträge

Nun war es aber nicht so, dass Holm erst zum Dienstantritt 1989 wieder etwas von seinem künftigen Arbeitgeber hörte. In den folgenden fünf Jahren kümmerte sich das Ministerium für Staatssicherheit intensiv um seinen künftigen Offizier. Es sollte ja niemand mehr abspringen, es sollte sich bei den künftigen Offizieren ein Sonderbewusstsein ausprägen. Dazu gehörten normalerweise auch Gespräche oder kleine Aufträge, etwa in getarnten FDJ-Sicherheitsgruppen zu Konzerten zu gehen. „Gesellschaftliche Kräfte kamen zum Einsatz“, hieß das im Stasi-Jargon. Jeder junge Mann aus der DDR weiß genau, was Militarisierung der Gesellschaft hieß, wenn er sich denn erinnern mag. Das war eine Alltagserfahrung. Und jeder, der Offizier werden wollte, weiß, worin die Unterschiede zum Grundwehrdienst bestanden. Niemand kannte den Unterschied nicht.

Andrej Holm war vier Jahre lang herausgehobener FDJ-Funktionär in seiner Schule, im Jahr 1988 trat er in die SED ein. Auch dies eine bewusste Entscheidung, die mit vielen Ritualen befrachtet war. Er rückte mit fast 19 Jahren zum 1. September 1989 als Offiziersschüler in die Kaserne ein – mit einem Sold von 675 DDR-Mark, etwa viermal so viel wie bei einfachen Soldaten. Holm war nun Offiziersschüler, der zwei Jahre später in Leipzig im Auftrag der Stasi Journalismus studieren sollte. Er absolvierte zunächst eine sechswöchige obligatorische Militärausbildung in der Berliner Wach- und Sicherungseinheit des MfS (die übrigens nicht zum Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ gehörte). Holm war seit 1. September 1989 Mitarbeiter der Auswertungs- und Kontrollgruppe (AKG) der Abteilung XX der Bezirksverwaltung Berlin – einer Einheit zur Bekämpfung kritischer und oppositioneller Menschen. Seine Grundausbildung endete laut Akten am 6. Oktober 1989. In diesen Tagen waren die Offiziersschüler des MfS in höchste Einsatzbereitschaft versetzt worden – wie alle Angehörigen in MfS, NVA und Polizei. Sie wurden in Berlin, Leipzig und 50 weiteren Orten eingesetzt. Andrej Holm nicht, wie er sagt. Er saß in der AKG und las Betriebsberichte, wie er sagt. Auch AKG-Mitarbeiter waren in den letzten Monaten des Jahres 1989 im operativen Einsatz: etwa vom 7. bis 9. Oktober rund um die Gethsemanekirche. Oder bei der Observierung der vielen neuen Gruppen. Oder bei der großen Freiheitsdemo am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz.

Vertrackt ist, dass Andrej Holm als künftiger Führungsoffizier nicht irgendwelche Berichte las, sondern auch IM-, also Spitzelberichte: Das war die Aufgabe der AKG, des Kopfs der Abteilung XX. Und natürlich las er sie nicht um des Lesens willen; es sollte ihm obliegen, Rückschlüsse zu ziehen und daraus Maßnahmen vorzuschlagen, genauer sollte er es lernen. Verwirrend ist, dass die Linkspartei und er bislang so taten, als wäre dies weniger problematisch, als Spitzelberichte zu verfassen. Historisch-strukturell gesehen ist es genau andersherum.

Offene Fragen

Andrej Holm ist Stadtsoziologe und einer der prominentesten Gentrifizierungskritiker. Die neue Berliner Bausenatorin Katrin Lombscher (Linke) hatte ihn im Dezember zu ihrem Staatssekretär ernannt. Noch vor Amtsantritt wurde bekannt, dass Holm, der aus seiner Stasi-Vergangenheit nie ein Geheimnis gemacht hat, einige wichtige Details nicht genannt hat. So verschwieg er seinem bisherigen Arbeitgeber, der Humboldt-Universität, dass er bei der Stasi eine Offizierslaufbahn einschlagen wollte. Der Fall belastet inzwischen auch die gerade gestartete rot-rot-grüne Koalition in der Hauptstadt. Bis zum 12. Januar läuft derzeit eine Frist, in der sich Holm gegenüber der Humboldt-Uni zu seinen Stasi-Verstrickungen äußern soll. Philip Grassmann

Es bleiben viele Fragen offen. Aber selbst wenn sich herausstellen sollte, dass seine Tätigkeiten bei der Stasi anders aussahen, als Holm sie schildert, bleibt der Umstand, dass er jung war und dass für ihn nach wenigen Monaten der Dienst beendet war – wegen der Revolution. Zurück bleibt der Eindruck, dass Holm Erinnerungslücken besitzt, die die Vergangenheit nicht gerade in konsistentem Lichte erscheinen lassen.

Und hier beginnt das Gegenwartsproblem der Debatte. Im Kern geht es darum, wie wir als Berliner, wie die Landesregierung und wie ein Staatssekretär heute mit dem umgehen, was in einer kommunistischen Diktatur, die diese Stadt prägte, geschah. Meine Meinung: Staatssekretär Holm hat nicht das geleistet, was von einem Mann in seiner Position zu erwarten ist.

Doch das Problem ist weitaus komplizierter. Zwischen 1990 und 1992 kam eine merkwürdige Allianz mit einer fragwürdigen Suggestion zustande: Die Staatssicherheit wurde zum historischen Sündenbock erklärt. Jeder kennt die Rede vom „Schild und Schwert der Partei“, das MfS war Schild und Schwert, die SED die Partei, also Arm, Hand und Kopf, die das Schwert führten. Wenn wir das ernst nehmen, müssen wir feststellen, dass Arm, Hand und Kopf seitdem kaum beachtet wurden. Das hatte eine gesellschaftliche Entlastungsfunktion. Man konnte eine vergleichsweise kleine Gruppe dafür verantwortlich machen, was eine viel größere Gruppe zu verantworten hat. Jeder kleine IM wurde gejagt, hauptamtliche Mitarbeiter hatten gar keine Chance. Hauptamtliche SED-Funktionäre hingegen, die Auftraggeber der Stasi, konnten mehr oder weniger weitermachen – bis zum heutigen Tage. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat erklärt, eine Personalie wie Holm wäre mit ihm nicht möglich. Das zeigt, wie die Linkspartei die Stasi als alleiniges Übel hinzustellen versucht. Tatsächlich aber war die SED in jeder Hinsicht verantwortlich – auch für die Stasi. In Bodo Ramelows Erfurter Landtags- und in Sahra Wagenknechts Bundestagsfraktion sitzen frühere SED-Kader, die weitaus mehr auf dem politischen Verantwortungskerbholz haben als der Jungerwachsene Andrej Holm.

In den 1990er Jahren wurde die vielbeschworene Einzelfallprüfung zu einem Mittel, den Personalabbau mittels Stasi-Akten voranzutreiben. Ich kann weder nachvollziehen noch glauben, dass Andrej Holm nicht erinnerte, dass er als Offiziersschüler hauptamtlicher MfS-Mitarbeiter gewesen war. Das aber bedeutet, dass er beim Ausfüllen von Personalfragebögen vor einem schier unlösbaren Problem stand: die Wahrheit sagen – und den Job an der Humboldt-Universität nicht bekommen. Oder den Job bekommen – und dafür lügen. Ich kann gut verstehen, dass er sich für die zweite Alternative entschied. Der jetzige Staatssekretär hatte praktisch keine andere Wahl, weil hauptamtliche MfS-Mitarbeiter im Gegensatz zu IM bei der Einstellung im gehobenen öffentlichen Dienst in Berlin nie eine Chance hatten. Wer instrumentalisiert die Geschichte im Fall Holm? Die Frage lässt sich ganz einfach beantworten: Alle tun das.

Die Linkspartei beruft Andrej Holm zum Staatssekretär, wohl auch, weil sie potenziell neue Wählergruppen gewinnen will. Das ist Politik. Aber zugleich erneuert die Partei ihren Ruf, ein problematisches Verhältnis zur eigenen Geschichte zu haben. Dass sie Andrej Holm mit dem Argument zu schützen sucht, er habe als hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter ja nicht gespitzelt, ist verwegen und historisch ekelhaft. Mit SPD und Bündnis 90/Die Grünen sieht es nicht viel besser aus. Offenbar haben sie angesichts der sagenhaften 25 Staatssekretäre den Überblick verloren. Und die CDU geriert sich als Saubermannpartei – und vergisst dabei, wie sie das Politbüro-Mitglied Günter Schabowski einst hofierte, der immerhin dritthöchster Vorgesetzter Holms war.

Es gibt keine einfache Lösung. Ob Rücktritt, Entlassung oder Status quo – jede Variante hat Vor- und Nachteile für die politische Kultur und den Aufarbeitungsdiskurs. Die schlechteste Option aber ist, der Humboldt-Universität den Fall zuzuschieben: Es geht um eine politische Entscheidung. Die muss Berlins Landesregierung treffen – und nicht etwa die Universität.

Ilko-Sascha Kowalczuk arbeitet als Historiker bei der Stasi-Unterlagen-Behörde. Gekürzte Fassung eines Vortrags zur Diskussion mit Andrej Holm bei der Havemann-Gesellschaft

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 02/17.

Kommentare (101)

Regimekritiker_Dracula 12.01.2017 | 09:42

Der Kalte Krieg wurde von beiden Seiten mit ähnlichen Mitteln geführt aber nach dem Sieg der Vernunft nur einseitig aufgearbeitet. Ein verurteilter (unpolitischer) Mörder der 1980-iger ist heute ein unbeschriebenes Blatt. Die Bundesrepublik und in geringerem Ausmaß auch die DDR wurde von Altnazis aufgebaut. Selbst Widerstandskämpfer sind zwangsläufig keine Unschuldslämmer. Wen kümmert es? Aber u. a. Günter Grass wurde seine kurze Mitgliedschaft in der Waffen-SS übelgenommen. Doppelmoral nach politischer Kassenlage.
Wie sollen wir in Zukunft mit Überzeugungstätern, also den Abhörern von Merkels Handy, den staatlichen Fakemeldern (u. a. Saddams Massenvernichtungswaffen, ...) und den heute noch geschützten Wirtschaftskriminellen unter uns umgehen, wenn sie aufgeflogen sind? Denn Auffliegen werden sie auf jeden Fall. Ob sie es alle noch erleben, wird die Zeit ergeben. Aber Überleben sollten sie in einem Rechtsstaat auf jeden Fall, und das mit einer Chance zum Umdenken und Mitgestalten.

apatit 12.01.2017 | 09:55

Ein fundierter und einer der wenig “Lebensnahen“ Analysen zum Thema MfS ( Stasi ) - Danke!

“Man konnte eine vergleichsweise kleine Gruppe dafür verantwortlich machen, was eine viel größere Gruppe zu verantworten hat. Jeder kleine IM wurde gejagt, hauptamtliche Mitarbeiter hatten gar keine Chance. Hauptamtliche SED-Funktionäre hingegen, die Auftraggeber der Stasi, konnten mehr oder weniger weitermachen – bis zum heutigen Tage. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat erklärt, eine Personalie wie Holm wäre mit ihm nicht möglich. Das zeigt, wie die Linkspartei die Stasi als alleiniges Übel hinzustellen versucht.“

Wichtig bei dieser Thematik, Schufte wird es immer geben, in Diktaturen und Demokratien. Und auch im Geheimdiensten arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Motiven. ( nicht nur beim Geheimdienst ) (Geld, eine Überzeugung geprägt durchs Elternhaus, Abenteuerlust, Macht ausüben zu können, Wichtigtuer, zu viele 007 Filme usw.)

Ein IM der gemeldet hat, dass im Wohngebiet die Kackegrube überläuft über den Transparent: “ Schöner unsere Städte und gemeinden, mach mit “ MUSS anders bewertet werden, wie der IM, der sein Kumpel in den Knast gebracht hat! Ich finde, dass wird bis heute nicht gemacht – es wird brutalst und auch gewollt – Pauschalisiert! Und auch ein Rainer Rupp (HVA) – hat dazu beigetragen, dass wir! - so lange Frieden zwischen den Militärblöcken hatten! ( OST/ WEST) Und man soll bitte aufhören, dass war nur die “besonnen“ Nato-Politik. Stichwort : Fast Atomkrieg / 1983 durch das Nato-Manöver "Able Archer" – was Rupp ( Topas) verhinderte...

Differenzierung ist da angesagt und nicht Stasikeulen wie es Herr H. Knabe praktiziert. Außerdem konnte man in der DDR auch NEIN sagen zu IM!

Und richtig, es gab sie da – Funktionäre die im SED Apparat die Wahrheit gepachtet hatten, … aber die haben sich nach 1989 wunderbar den neuen “ Machthabern“ angebiedert … ( mit Erfolg – manch einer grüßte dann mit “Grüß Gott“und noch andre peinliche Dinge... Aber auch die Blockparteien waren doch nicht ganz unschuldig, Stichwort: Grenzgesetz! Wer hat da von der CDU in der Volkskammer mit das Händchen hochgehalten …? Geschenkt!

Holm sollte seine Chance bekommen und die Stasi – Aufarbeitung ist in meinen Augen, zu einen modernen, doppelmoralistischen, modernen – Hexenhammer verkommen. Es spaltet die Gesellschaft und lenkt mit! - von Krieg und Krisen ab!

Ein kluger Mann, Egon Bahr war für die Schließung der Stasi-Unterlagen-Behörde!

ER sah die Jahn-Behörde als Ursache der mentalen Spaltung der Deutschen und wollte sie abschaffen. Ein Mann der Entspannung eben, die man in Deutschland bist heute nicht will!

Jovan 12.01.2017 | 09:58

Die schlechteste Option aber ist, der Humboldt-Universität den Fall zuzuschieben: Es geht um eine politische Entscheidung. Die muss Berlins Landesregierung treffen – und nicht etwa die Universität.

Meine Frage: Was hat die Universität denn überhaupt zu entscheiden? Ob sie ein Klage einreicht? "Lücken" im Lebenslauf sind doch nicht illegal, man darf Dinge aussparen, insbesondere wenn sie brisant sind bzw. der Einstellung entgegenstehen könnten.

balsamico 12.01.2017 | 10:07

So sehr man Andrej Holm zugesteht, dass er dazu gelernt hat: Es gibt in Deutschland einen stillschweigenden Konsen, der lautet: Wer einmal auf der falschen Seite gestanden hat - und nicht gerade Globke heißt und von einem Adenauer geschützt wird - kommt nicht mehr in Amt und Würden, zumindest nicht offiziell und auf geradem Weg. Und wenn er es doch irgendwie geschafft hat, und es kommt heraus, muss er gehen. Daran versucht die Linkspartei mit ihrem Festhalten an Holm zu rütteln. Das wird aber nichts. Denn es gibt noch eine andere Maxime, welche lautet: Da könnte ja jeder kommen! Also wird es zu einem in solchen Fällen ebenso üblichen wie scheinheiligen Kuhhandel kommen. Wie der aussehen könnte, weiß ich freilich nicht. Aber es wird dazu kommen. Denn wir sind die besten Kuhhändler der Welt, jedenfalls solange wir dabei unter uns sind.

Gugel 12.01.2017 | 10:49

Solange Gesinnungstypen ihrer Art, wie es ihren Kommentarzeilen hervor quillt, in Deutschland herum Rappern, ist Deutschland noch nicht im zutreffenden Status eines Rechtsstaates auf gesichertem Grund. Danke an den Schreiber des Artikels, dessen Tenor noch mal deutlich macht, dass die kaputte Denke aus DDR Sozialisation noch nicht überwunden ist bei denen, die in Deutschland aufgenommen wurden.

Reinhold Schramm 12.01.2017 | 13:04

Bemerkungen.

Zu (von) “wegen der Revolution“, des bürgerlichen Historikers.

Historisch richtig ist, es handelte sich um eine Konterrevolution. Um einen Anschluss an den imperialistischen westdeutschen Staat des Finanz- und Monopolkapitalismus.

Eine Revolution ist ein progressiver gesellschaftlicher Fortschritt. Eine bürgerlich-ideologisch als “Revolution“ getarnte Konterrevolution ist ein gesellschaftspolitischer Rückschritt.

Die Möglichkeit einer progressiven Entwicklung wurde für die Teilhabe am Kapitalismus und Imperialismus westdeutscher Prägung geopfert. Für die bewusste Teilhabe der Mehrheit – auf allen Ebenen der ostdeutschen Gesellschaft – am Wohlstand, Konsum und Reichtum der westdeutschen imperialistischen Klassengesellschaft.

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Ehemaliger Nutzer 12.01.2017 | 13:13

Ich kann nicht verstehen, warum wieder und immer noch dieses Thema auf den Tisch kommt. Das lässt sich nur mit Wahlkampf erklären. Die Stasi-Keule dient immer nur dazu, linke Politik zu verhindern, indem man die Linken spaltet und die Rechten mit solchem Zeug aufhetzt.

War es nicht die FDP, die sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg gegen die Entnazifizierung aussprach? Haben die christlichen Parteien nicht aus Nazi- und SS-Kreisen rekrutiert? Kiesinger war nun nicht gerade ein Vorzeigedemokrat.

Und was ist mit der DDR-Vergangenheit unserer Kanzlerin? Wo war sie denn, als die Mauer fiel?

Diese dämlichen Stasi- und SED-Keulen, wie sie unreif seit Mauerfall über Teile der Bevölkerung gezogen werden, dienen nur dazu, soziale Rückschritte zu legitimieren, indem man ganze Wählerschichten zu kriminellen Antidemokraten erklärt...

Reinhold Schramm 12.01.2017 | 13:41

Diese bürgerlich-ideologischen Keulen “dienen nur dazu, soziale Rückschritte“ und (künftig noch weitere weltweite) militärische Einsätze “zu legitimieren“.

Aktuelle -offizielle- Einsätze der “Bundeswehr“

• Afghanistan (resolute Support)

• Kosovo (KFOR)

• Italien/Mittelmeer (EUNAVFOR MED Sophia)

• Syrien/Irak - Türkei - (Operation Inherent Resolve)

• Ägäis

• Mali (EUTM Mali)

• Mali (MINUSMA)

• Libanon/Zypern (UNIFIL)

• Horn von Afrika/Djibouti (EUNAAVFOR Somalia Atalanta)

• Somalia (EUTM SOM)

• Sudan (UNAMID)

• Südsudan (UNMISS)

• Westsahara (MINURSO)

• Afghanistan (UNAMA)

• Mittelmeer (Sea Guardian)

usw.

Anm.: Natürlich, stets für "Frieden", "Freiheit", "Demokratie" und "Menschenrechte" der ökonomischen, ideologischen und politischen Administrationen der Vorstände und Aufsichtsräte der daran beteiligten Deutschen Banken und BDA-Wirtschafts- und BDI-Monopolverbände, deren Rüstungs- und Rohstoffunternehmen, der DAX-Konzerne und Dividenden- und Aktiengesellschaften.

Noch Fragen?

Che Nie 12.01.2017 | 14:22

Seltsam wie alle den Zusammenhang ignorieren! Herr Holm ist nicht zum Staatssekretär beim Senator für Inneres oder Justiz, wo ein ehemaliger Stasi-Offizier selbstverständlich naheliegende Fragen aufwerfen würde. Er ist Staatssekretär für Wohnen! In der Humboldt-Universität war er in einem Projekt über Stadtentwicklung beschäftigt. Meiner Meinung nach ist das da ziemlich irrelevant ob er mal 2 Jahre bei der Stasi war.

CS Spuhr 12.01.2017 | 15:32

Danke, das war genau was ich dachte. Dieser ganze Terz der hier veranstaltet wird lässt sich nur damit erklären, daß es irgendwelche geheimen Dokumente gibt, aus denen hervorgeht, daß er alle Berliner Immobilienbesitzer enteignen will und alle Villen und Wohnungen von über 150 Quadtratmetern verstaatlichen oder so....

Lächerlich das Ganze. Vor allem wenn man die Vergangenheit von 80% der Politiker der BRD nach dem 3. Reich anschaut.

Karlson 12.01.2017 | 16:03

Der Artikel hätte nach den ersten Absätzen eigentlich schon zu Ende sein können. Holm nachzutragen, was er vor dreißig Jahren mal unterschrieben hat, sei Unrecht. Ist es auch. Holm ist ja nicht Staatssekretär geworden, weil er früher Staatssicherheitsmitarbeiterschüler gewesen ist, sondern Gentrifizierungskritiker. Da hat er sich vermutlich Feinde gemacht, die Hausbesitzer, die Immobilienbranche, die Berliner CDU. Und die vom Erbe der Stasi lebende Behörde, die die Akten verwaltet. Wenn heute ein mit 14 Jahren für die Stasi unterschreibender Holm dennoch Staatssekretär werden kann, sehen sie Handlungsbedarf und verwenden Adjektive wie "ekelhaft". Passt nicht zu dem Wissenschaftlichkeitsanspruch, den die Behörde übrigens unter anderem erhebt. Und die Behörde ist auch nicht ehrlich, denn der Autor, offenbar Mitarbeiter des Archivs, kennt die Akten und könnte sagen, ob irgendetwas in den Akten steht, dass Holm belastet. Dass Spitzelakten zu lesen, schlimmer sei als welche zu verfassen, macht mich schmunzeln. Wäre der Historiker noch ein wenig katholisch geblieben (wie sein Vater bis 1961), würde er den Denkfehler schnell erkennen. Und was ich am merkwürdigsten finde für Historiker: das ahistorische. Die wirklichen Verbrecher (Juristen, Offiziere, GESTAPO-Agenten etc.) sind in der Bundesrepublik nicht oder kaum verfolgt worden. Und dies waren nun wirklich Verbrecher, mit realen Opfern und Millionen Toten. Bis auf ein paar Uralt-Senioren ist hier niemand zur Rechenschaft gezogen worden. Dafür sind diese Stasi-Amateure, die selbst zwischen Dichtung und Wahrheit kaum unterscheiden konnten, jetzt am Pranger. Lebenslang. Lächerlich. Pardon.

JensNeumann 12.01.2017 | 16:11

DIe Aussage im Text zum Gehalt, das übrigens alle beim Wachregiment dienenden erhielten, zeugt leider von Unkenntnis der Verhältnisse. Alle, die Ende der 80er Jahre dort Dienst taten, auch wenn sie, wie ich, dort drei Jahre geblieben wären, erhielten über 600 Mark brutto im Monat. Der Sold mit dem im Text verglichen wird, war offenbar der für Wehrdienstleistende im Grundwehrdienst der NVA mit 18 Monaten länge.

Das ist keine Bewertung von Gerechtigkeit, lediglich die Feststellung, dass sich aus den 675 Mark in keine Weise ableiten lässt, dass Herr Holm eine besondere Position innehatte.

apatit 12.01.2017 | 17:25

“Und jetzt...Stasi-Typen haben in den Enstcheidungsebenen der BRD nix zu suchen. Stasi-Typen sind halt per sozialisation auf dem faschen Dampfer und keinen Holmen für ne demokratisch, freiheitliche Ausrichtung einer Gesellschaft zu gebrauchen. UND “Werden per Pegida durch den Hinterwald der Republik getragen“ Ich möchte sie ja verstehen, ist an Pegida auch die Stasi Schuld?

Hätten die neuen “Rechthaber“ damals wie heute lehren aus der Geschichte gezogen, wäre die Welt friedlicher, bunter, sozialer, gerechter, versöhnlicher, menschlicher und dann tritt auch der Stolz ein auf ein Land usw. UND “ "Freu dich, Hamburg!", rief Bundespräsident Joachim Gauck den 2100 Gästen des ersten Elbphilharmonie-Konzerts zu “ Da setzt bei mir allerdings das nachdenken ein, wenn die “Elite“ feiert lieber Diskutant und ich bin wahrlich kein Kunstbanause!

Reinhold Schramm 12.01.2017 | 17:27

Die bürgerlichen Ideologen des Faschismus sprechen und schreiben auch hier von "Revolution". Sie bedienen damit die ideologische und politische Ablenkung vom eigentlichen Inhalt des Begriffs Revolution. Revolutionen dienen stets dem gesellschaftlichen Fortschritt und der fortschrittlichen humanistischen Entwicklung der Menschheit. Auch bei Ihrer vorgeblichen faschistischen "Revolution" handelt es sich um eine Konterrevolution. Genauer, um die gesellschaftspolitische Durchsetzung einer nationalistischen, rassistischen und imperialistischen Zielsetzung der am meisten reaktionären Kreise der Finanz- und Monopolbourgeoisie [- auch hier gibt es Kapital-Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen und Zielsetzungen].

Die Entscheidung der großen Mehrheit der ostdeutschen gutgebildeten Erwachsenenbevölkerung in den Jahren 1989/1990, war eine Entscheidung gegen eine eigenständige antifaschistische und antiimperialistische Entwicklung - und damit für die gesellschaftspolitische Konterrevolution und Liquidierung der Deutschen Demokratischen Republik! Sie war eine freiwillige Entscheidung für die (auch persönliche) Unterstellung unter die Macht und Herrschaft der (westdeutschen) Kapitalisten, - insbesondere der Finanz- und Monopolbourgeoisie!

Die ostdeutsche Bevölkerungsmehrheit hat sich 1990 klar für die SUPERIllu und Bildzeitung entschieden. Also demnach für die freiwillige Gehirnwäsche und dafür als Gegenleistung die persönliche Teilhabe am (westdeutschen) Konsum und Wohlstand.

[- stets ungeschminkt und ohne akademische Verschönerung der tatsächlichen Realität dieser Fehleintscheidung der großen Mehrheit der Ostdeutschen für die Selbstentmündigung. Siehe nur die Ergebnisse der ostdeutschen Volkskammerwahlen vom März 1990. Hier wurde die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung freiwillig über Bord geworfen! So auch von der großen Mehrheit der ostdeutschen Arbeiterklasse! //

Anm.: Auch im deutschen NS-Kapitalfaschismus von 1933-1945, insbesondere nach den ersten imperialistischen Kriegserfolgen im Osten gegen Polen und im Westen gegen Frankreich, wurde von der großen Mehrheit der auch noch in der Weimarer Republik sozialdemokratischen Arbeiterklasse --- für den [zeitweiligen] Kriegserfolg und in Erwartung der persönlichen Früchte des kommenden räuberischen Wohlstands --- die vormalige ideologische Differenz zu den NS-Kapitalfaschisten über Bord geworfen. --

Bekanntlich hat es keinen nennenswerten antifaschistischen Widerstand in Deutschland gegeben. Was die NS-Faschisten nicht schafften, das dauerhafte Verbot der antifaschistischen KPD, dies wurde 1956 erfolgreich in der BRD, ebenso die Berufsverbote: sog. "Radikalenerlass" unter Willy Brandt 1972, nachgeholt. ]

Gugel 12.01.2017 | 18:40

@ Apitit und Reinhold Schramm

ich darf Ihre Beiträge unter die Rubrik geschichtliche Verblendung auf die Sicht der RD aus verbohrtem, überholten Sozialisierungsstaus fassen.

In der BRD gab es Nazi in der Folgeentwicklung, in der DDR gab es Nazis in der Folgeentwicklung. Sind ausgestorben. Die Stasi -Typen mit ihrer anerzogenen menschenverachtenden Sicht auf das gesellschaftlich erwünschte Verhalter der Staatsbürger (incl Schießbefehl) in der repubklik hinter Stachendraht sind noch am Leben.

Deren Mitwirkung an entscheidenden Stellen der Republik ist zu unterbinden, genau aus den zutreffenden Erkenntnissen der Vergangenheit epigonaler Nazifiguren in beiden Republiken.

a.schulze-allenk 12.01.2017 | 19:19

Mir fällt zu den ganzen Vorwürfen nur der alte Jesus-Satz ein "Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein." Wir sollten mit den wenigen Fachleuten in der Wohnungspolitik, die die Traute und die Fähigkeit haben, eine Wende in der gegenwärtigen von Investoren diktierten Politik wenigstens einzuleiten und ein Bewusstein für die gegenwärtige Problematik zu schaffen, schonend umgehen. So viele gibt es leider davon nicht. Die Kritiker von Herrn Holm werden jedenfalls nicht an ihre Stelle treten.

Reinhold Schramm 12.01.2017 | 19:44

"Deren Mitwirkung an entscheidenden Stellen der Republik ist zu unterbinden ..."

Mein Verständnis für Sie, würden doch die Antifaschisten der Stasi bemüht sein, den heutigen weltweiten Einsatz der Wehrmacht, entschuldigen Sie, natürlich den weltweiten Einsatz der "Bundeswehr", zu verhindern! Aber ebenso auch den bundesdeutschen Export von Waffen an die Hauptfinanziers des islamischen Terrorismus! Die Stasi würde dem Kapitalismus sein imperialistisches Blut- und Dividendengeschäft gründlich versauen! Schon von daher können die west-ostdeutschen Bürgerbewegten und heutigen Staatsbeamten der Siemens und ThyssenKrupps mit deren weiteren Tätigkeit im Staatsdienst nicht einverstanden sein!

Christian Füller 12.01.2017 | 20:20

Interessant, wie hier rein ideologisch argumentiert wird. Es geht nicht darum, Andrej Holm wegen seiner Offizierslaufbahn oder gar seiner Unterschrift mit 14 Jahren einen Strick zu drehen. Deutlicher als das Kowalczuk ausführt, kann man nicht formulieren. Thema ist, dass stets der Kern der Tätigkeit Homs trickreich umkurvt wurde - und zwar von ihm selbst und von der Partei Die Linke. Es fand zu keinem Zeitpunkt ein offensiver und diskursiver Umgang mit der hochrangigen Verwendung Holms statt: in der Abteilung, deren Aufgabe in der Bespitzelung und Zersetzung der Opposition bestand. Erst Kowalczuk hat offen gelegt, um was es im Fall Holm wirklich gut. Die Bemerkungen hier in der Kommentarspalte auf die grossen Verdienste Holms sind, Verzeihung, albern. Selbstverständlich ist er ein wichtiger und sachkundiger Kritiker der Wohnungspolitik, @karlsson und @che nie. Aber das ist nicht das Thema des Aufsatzes hier. Es geht allein um die Zwänge des jungen Mannes - und seinen Job in der Steuerzentrale der Stasi.

Sägerei 12.01.2017 | 20:55

Das Wachregiment Felix Dzerzinski bedeutete für junge Ost-Berliner eine Möglichkeit, einem allzu harten NVA-Dienst zu entkommen und gleichzeitig auch noch nahe des Wohnortes stationiert zu sein.

Für CDU-Mitglieder bedeutet das Wachregiment natürlich etwas ganz anderes. So was wie Sicherheitsfirma oder Personenschutz, wissen schon ...

https://www.facebook.com/bodo.ramelow/photos/pb.669243103118034.-2207520000.1481482326./1326382724070732/?type=3&theater

Reinhold Schramm 12.01.2017 | 22:11

Es geht um die Jobs der Bösen von der Stasi. Damit beschäftigt sich der kapitaltreue Staatsbürger seit 27 Jahren. Wann geht es Ihnen mal ernsthaft um die Guten, u.a. in der Justiz, beim SD-BND, MAD, BfV und Bundeswehr, in den Banken und BDA-Wirtschafts- und BDI-Monopolverbänden, in den Privat- und Konzernstiftungen, im Strafvollzug, in den Ministerien und Behörden, in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik und privaten Sicherheitsunternehmen?

Anelim Aksnesej 12.01.2017 | 23:51

Die,, Kritiker'' von Herrn Holm sind zu unterscheiden

1. rachedurstige Nichtopfer aber Aktenverwalter-keine ehemaligen Stasimitarbeiter usw. in irgendeine Position

2. Betroffene mit psychischen Spätfolgen usw.

Und dann gibt es die Zweibeiner,die nicht nur kritisch sind und bla bla bla aber lobbyistisch unterwegs sind, denn die dienen anderen Herrn und haben nur einen Ansatz-Besitzstandswahrung.Und heute im RadioEins wurde kurz und prägnant gebracht,daß Einer im Berliner Senat sagte,daß Herr Holm nur den hausbesetzern verbunden ist.Was war das für eine diskreditierende Sch... aber so sind sie-das Lobbyistenklüngelp...,habe keine Zeit für Recherche aber hier wird es doch jemand wissen oder,wer das heute gesagt hat.

weinsztein 13.01.2017 | 02:48

Verblüffend, wie rasch wikipedia reagiert. Seit gestern steht dieser Beitrag hier im Freitag online, ebenfalls seit gestern heißt es bei wikipedia zu Andrej Holm (allerdings mit falschem Quellenverweis):

"Nach Ansicht des Historikers und Projektleiters beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Ilko-Sascha Kowalczuk, ist die Erklärung Holms nicht glaubhaft, sich an eine hauptamtliche Tätigkeit beim MfS nicht erinnern zu können. Holm habe beim Ausfüllen von Personalfragebögen vor der Alternative gestanden, entweder die Wahrheit zu sagen und nicht angestellt zu werden oder angestellt zu werden und dafür zu lügen. Verwirrend sei auch, dass sowohl Holm als auch die Linkspartei so täten, als sei seine Tätigkeit beim MfS weniger problematisch als die eines Informellen Mitarbeiters. Historisch-strukturell gesehen sei es genau andersherum einzuschätzen."

apatit 13.01.2017 | 06:25

“Es geht allein um die Zwänge des jungen Mannes - und seinen Job in der Steuerzentrale der Stasi.“

“Zwänge“ Nun verstehe ich aber nichts mehr, wer muss denn da nicht auf die Cauch? Ich empfinde den Beitrag von Kowalczuk trotzdem informativ obwohl ich viel Dinge anders sehe. Was ich nun nach 27 Jahren “Kehre“ feststelle – wie alte und neue Rechthaber auf der Stasi Problematik weiter herum dreschen! Fazit: Man müssen die Jungs und Damen von Markus Wolf gut gewesen sein!

Tschüss Apatit

Regimekritiker_Dracula 13.01.2017 | 07:52

Guten morgen altes Deutschland, der Kalte Krieg tobt ja hier immer noch weiter und das im Namen unserer westlichen Wertekultur. Die wichtigen Probleme liegen in der Zukunft und wir sind dabei sie wieder einmal tief in den Sand zu setzen. Im Prinzip sind es die gleichen Probleme, für die damals der Wanderprediger in Galiläa an's Kreuz genagelt wurde. Und noch vernagelter sitzen wir heute in unserem Sandkasten: Spiel nicht mit dem Schmuddelkind (Standpunktfrage) und die Mama wird's schon richten.
Mit der Einteilung der Welt in GUT und BÖSE lässt sich jedes Verbrechen rechtfertigen (Weisheit aus der Aufklärung), darunter auch lebenslange Verdammnis für ehemalige Anwender überholter Wertekataloge.
Wann werden wir endlich erwachsen oder muss es immer auf ein böses Erwachen hinauslaufen.

Wir sind nicht die GUTEN!

gelse 13.01.2017 | 08:13

>>Was ich nun nach 27 Jahren “Kehre“ feststelle – wie alte und neue Rechthaber auf der Stasi Problematik weiter herum dreschen!<<
Na ja, was sollen sie denn sonst machen? Die BRD bezog ihre Existenzberechtigung daraus, dass sie „Frontstaat“ im Kalten Krieg war. Die Untertanen warens zufrieden, weil ihnen ein paar angenehme Zugeständnisse gemacht wurden, als Beweis, dass der Kapitalismus das bessere System sei.
Nach Ende des KK hätte nichts näher gelegen, als die Frontsstaatler abzusetzen und einen neuen Staat zu gründen. Um das zu verhindern müssen sie immer weiter Kalten Krieg spielen: Sie haben eine Vergangenheit und keine Perspektive.

Gugel 13.01.2017 | 09:20

Na so was aber...

A) hab ich gesehen auch etwas mehr von ihr rezipiert. Sie nach der Ausrichtung ihrer Beiträge nicht.

B) der Totalitarismus war 12 Jahre in D da, nachdem der Begriff politische Bedeutung bekam. Und heute ist das, was der Begriff aussagt, nicht mehr da. Selbst in ihrer sich vorgegaukelt Matrix nucht. Der existiert nur noch in den Köpfen deren, die mit der Nutzen des Begriffes eine Relativierung ihres Versagens unter einem totalitären (stasi-verseuchten) Staates versuchen. Unglaublicher Versuch.....

C) Den Joker ziehen die Putin-Versteher und Antidemokraten gern.....Nur sticht der nicht. Es verbleibt in der Politologe ein umstrittener Begriff und ihr pöhser Amerikaner hat es gut begründet als These in die Welt gesetzt. Die These nehmen Putin-Versteher ( besonders die Relikte der DDR Sozialisation) dann als Wort des Bösen für die Grundlage ihres Antiamerikanismus, ihrer antidemokratische Haltung und ihrer Kapitalismus- bzw Imperialistenschelte. Schmales Brett.......aber für dumme Jungs im Leben Deutschlands anscheinend ausreichend.

Sägerei 13.01.2017 | 14:06

Sie schätzen mich komplett falsch ein, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie selbst Teil des totalitären Systems sind, dass sie als die natürlichste, selbstverständlichste und freiheitlichste Ordnung verstehen.

Ich habe (als junger Westbürger) mein kleines aber feines millionstel Schärflein zum Niedergang der DDR beigetragen, habe die Wende als junger Vater in Berlin erleben dürfen, und habe auch vorher direkte und indirekte Kontakte nach drüben gepflegt.

Ihr Führungsoffizier könnte das bestätigen.

Reinhold Schramm 13.01.2017 | 15:08

“ . . . Putin-Versteher ( besonders die Relikte der DDR Sozialisation) dann als Wort des Bösen für die Grundlage ihres Antiamerikanismus, ihrer antidemokratische Haltung und ihrer Kapitalismus- bzw Imperialistenschelte.“ = kotz, kotz, kotz ...

Als SD-Beamter und Staatsschützer der Berliner Republik muss man schon kräftig in der bundesdeutschen Kapital- und Staatssicherheit (BRD-Stasi) rudern, um seinen gut-geschmierten künftigen Pensionsansprüchen zu genügen!

Christian Füller 13.01.2017 | 15:45

@sägerei Herr Holm war überhaupt nicht im Wachregiment Feliks Dzierzynski. Er machte erst bei der Wach- und Sicherungseinheit der Stasi eine militärische Grundausbildung und las dann bei der wichtigen "Auswertungs- und Kontrollgruppe" der Abteilung XX Berichte. Angeblich, weil er für das Anlegen eines Personeneregisters nicht geeignet war. So hat er es selbst dargestellt. Nun ist das Lesen von Spitzelberichten sicher komplexer als das Anlegen von Dateien. Hier könnte noch eine interessante künftige Wendung des Falles liegen, wenn heraus kommt, was die Auswertungsgruppe eigentlich im Oktober so alles gemacht hat.

Reinhold Schramm 13.01.2017 | 19:57

"Mich interessiert, worüber ich noch nie etwas gehört oder gelesen habe, wie viele Mitarbeiter in der DDR für die BRD-Stasi aktiv waren und was sie dort so gemacht haben."

Die Mitarbeit bestand vor allem in der persönlichen Verweigerung am Aufbau einer antifaschistischen und antiimperialistischen Gesellschaftsordnung in der DDR.

Nehmen Sie doch nur die Ergebnisse zur Volkskammerwahl vom März 1990 und die gewaltfreie und widerstandslose Übernahme durch die westdeutsche BRD-Stasi-Administration - der westdeutschen Finanz- und Monopolbourgeoisie.

Alle vormaligen staatlichen und gesellschaftlichen Organe, Einrichtungen und ostdeutschen Parteien, einschließlich SED, NVA und MfS, warfen ihren Eid auf die DDR über Bord, um ihren Platz im imperialistischen Wohlstands-, Konsum- und Reichtumsparadies einzunehmen!

Ein einmaliger Vorgang in der gesamten bisher aufgeschriebenen und überlieferten Menschheitsgeschichte.

[Im historischen Rückblick muss man heute feststellen: Es hat in der deutschen Geschichte des Kapitalismus niemals eine bewusste Abrechnung mit den Quellen und Wurzeln des NS-Faschismus gegeben. Nicht in Ost und nicht in West. Die Auswirkungen können wir heute im 21. Jahrhundert in Europa beobachten.]

Sägerei 13.01.2017 | 21:24

Hier wird in einer konzertierten Aktion ein Mann demontiert, dessen Familie vor gar nicht langer Zeit selbst Opfer einer geheimdienstlichen Zersetzungsaktion wurde.

Die Vertreter des Regimes können nicht zulassen, dass so einer eine einflussreiche Position bekleidet. Seine Ziele sind pauschal falsch, die des Berliner Beton-Adels, der Steuerhinterzieher aller Länder, der Investitionsversager, Enteigner und Erbhofverwalter haben gefälligst unangetastet zu bleiben.

Aber selbstverständlich steht der Herr Holm Hausbesetzern näher als den Eigentümern! Das trifft auf einen großen Teil der Berliner Bevölkerung ebenfalls zu. Es wird Zeit, dass der Sumpf der Berliner "Immobilienwirtschaft" trockengelegt wird. Hier liegt eine Chance, den Bürgern dieser Mieterstadt aufzuzeigen, dass man durchaus etwas besseres auf die Beine stellen kann als die Mafia. Der Herr Holm steht mit beiden Beinen mitten im Thema und hat sicher auch ein paar konkrete Vorstellungen von dem was zu tun ist, um tausenden Menschen das Leben zu erleichtern zu Lasten von ein paar Dutzend Kriminellen.

Joachim Petrick 13.01.2017 | 23:21

Aber zugleich erneuert die Partei ihren Ruf, ein problematisches Verhältnis zur eigenen Geschichte zu haben. Dass sie Andrej Holm mit dem Argument zu schützen sucht, er habe als hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter ja nicht gespitzelt, ist verwegen und historisch ekelhaft"

Das genau ist das Problem. Es hat bis heute an "deutsch-deutschen Instanzen gefehlt hauptamtliche, inoffzielle Mitarbeiter des MfS, der DDR Nomenklatur in Miltär, Politik und Wirtschaft, durch Überzeugungskraft proaktiv von ihren empfundenen "Loyalitäts-Verantowrtlichkeiten" in Ausbildung, Beruf achtsam zu entpflichten.

Stattdessen bleiben viele erpressbare Beute durch Geheimisituerei Verbiegen eigener Biografien irgendwelcher Polit- , Medien- Meute oder in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Politik, Sport, innerparteilichen Stühlerückens.

Dass Gregor Gysi dafür niemals der richtige Mann sein wollte, auch wenn er Vorsitzender der SED/PDS/Linksparei war, belegt sein starr und stur beharrliches Prozessieren als Advokat, sein Insistieren, er sei kein IM gewesen, dabei war er Vorsitzender der DDR- Anwaltkammer, neben Lothar de Maizière u. a., so als wolle er sagen, ich bin von DDR- Nomenklatur Statur Kultur und SED Adel, mein Vater Klaus Gysi war Kulturminister, Pending zuständig für Kirchenangelegenheiten, ich hatte überallhin in Partei, Gesellschaft, MfS Zugang, war Reisekader, ich wurde gehört, mein Rat war gefragt, und habe und werde niemals mit den Schmuddelkindern, den IMs, den Ibrahim Böhmes, Wolfgang Schnurrs, Sascha Andersons. seien sie es aus Überzeugung gewesen oder durch Druck gedungen niemals spielen. "Pfuideibel"

Davon einmal abgesehen stösst mir das Staatssekretärenwsen, d. h, dess sich gegenseitig innerhalb Koaltionen einen politisch hochbesoldeten Spitzenbeamten als Aufpasser an die Seite Stellens, der sich nicht dem Dienstherrn loyal verpflichtet fühlt, auch wenn er so tut, sondern seiner Partei, gewaltig auf, und das seit den Tagen dessen Erfinders Hans Maria Globke, seines Zeichens Kanzleramtschef unter Kanzler Konrad Adenauer 1949- 1963. von der Groko 1966 wg, Intrigantenstadel Spiegel Affäre Fallex62 "bedingt abwehrbereit" außer Kraft gesetzt, von der sozialliberalen Koalition 1969, man staune, durch Kanzeramtschef Professor Voll-Horst Ehmcke SPD, Innenminister Hans-Dietrich Genscher F.D.P. reaktiviert, um Willy Brandts Kanzlerschaft einmal mehr durch innerkoalitonäres Intrgantenstadel erst in den medien madig zu quasseln, dann am 6. Mai 1974 zu Fall zu bringen?

Dass es nun Andrey Holm ausgerechnet genau in diese politisch anrüchig, historisch belastete Staatsekretär Position der rotrotgrünen Koalition in Berlin als parteipolitischer Aufpasser und hochbesoldeter Spitzenbeamter zieht, lässt nichts Gutes ahnen und spricht n. m. E. Bände über seine bis heute gesellschaftspolitisch ungebrochene Einstellung des Vorzugs von Konspiration statt Transparenz und denjenigen in der Linkspartei, die sich Seiner aus welchen Gründen auch imme, gewiss, sicher keine hellen, eher dunklen, ihn ins Amt berufen haben

denkzone8 14.01.2017 | 09:30

ich denke, ich bin noch näher dran am exzellenten beitrag:

es geht um eine erklärungs-kultur.

ein klima, das offenheiten ermöglicht,

nach-fragen zuläßt und damit lernen aus der geschichte.

urteile, berufs-verbote, funktionalisierungen

machen dem begreifen der polit-sozialen situation,

den schwächelnden kalkülen der person,

seinen ex-post-konstruierten alternativen:

einen kurzen prozeß,

eine lösung, die im lernen sozialer verquickungen

bestünde, wird dem druck

vieler anderer interessen ausgesetzt.

Joachim Petrick 14.01.2017 | 11:53

Was soll das? Der Kerl war damals 17!

Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen."

Eben drum ermutige ich zu achtsamer Entpflichtung von seiner hauptamtlichen Tätigkeit u. a. Hauptamtlicher und IMs beim MfS durch eine berufene Instanz und verweise auf die Untiefen bundesdeutschen Staatssekretärwesens, in denen er , ungeachtet seiner möglicherweise Verdienste, die er beim Kampf gegen die Berliner Baumafia erworbenm haben mag, ungebrochen fortsetzen, erweitern kann, was er vor 28 Jahren beim MfS als Azubi getan, wie aus dem vorliegend plausibeel gutgeschriebenen Artikel zu entnehmen ist

apatit 14.01.2017 | 12:15

"demokratischer Transparenz" Witzbold - so wie bei NSA/BND...

( Innenministerium will angeblich Abwehrzentrum gegen Fake News ...https://www.heise.de › News › 2016 › KW 51 )

“Marke Hans maria Globke“ Da solltest Du Fritz Bauer fragen, wenn er noch leben würde und der... hat auch lieber mit den Genossen in der DDR zusammengearbeitet um Globbke zur Strecke zu bringen ...…Eichmann war das hässliche “ Nebenprodukt“ - den hat ja der Mossad geschnappt. In dem Fall kann man den MfS / Mossad gratulieren, ist das nun “Hetze“?

"Nachtigall ick hör dir trapsen" ... und hier wird sich über die Stasi aufgeregt!?

Reinhold Schramm 14.01.2017 | 13:59

Die Miethauseigentümer_innen, die Wohnungsgesellschaften, Baugenossenschaften und Immobilienhaie, sie alle müssen Wideerstands-Menschen wie Holm psychisch brechen und loswerden! Auch hierfür brauchen sie ihre Historiker und BRD-Stasi-Mitarbeiter_innen, unter anderem der VS-BStU-Behörden - und Beamten! Nur so können sie ihre Immobilien-Interessen an hohen Mietpreisen und geschäftlichen Gewinnen und Dividenden - mit Hilfe ihrer Parteien - flächendeckend in der Berliner Republik durchsetzen!

Das sind die eigentlichen Gründe für die fortgesetzte Debatte!

Dabei werden die "besorgten Bürger" und Hauseigentümer-Gesellschaften, aktiv von der BRD-Stasi-BStU unterstützt und mit Informationen versorgt!

[- dies gilt so auch für alle anderen BRD-Wirtschaftsbereiche und für den gesamten Öffentlichen Dienst. // Bevise: 'Nur keine Antifaschisten und Humanisten in den Beamten- und Staatsdienst der gau(c)klerischen Berliner Republik.]

- stets ungeschminkt.

Gugel 14.01.2017 | 15:19

Klug geworden:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-01/michael-mueller-andrej-holm-entlassung-stasi-vergangenheit-senat

Völlig richtig. Stasi-Typen der Art haben in einer freiheitlich demokratisch aufgestellten Gesellschaft keinen verantwortungsvollen Posten inne zu haben.

Die Volksbespitzler (haupt- oder nebenberuflich) der Denunziantengilde in der DDR mögen sich weiter bis zum Ableben in den Gefilden der BRD das Rentner- oder SGB -gestütze Leben angedeihen lassen.

Ihr schräges Weltbild als Autokraten-Freunde und Pegida-Latscher können Sie in die Medienwelt der Republik auskotzen...kotz,kotz,kotz

Sägerei 14.01.2017 | 15:57

Ich rechne es der Linkspartei (die ich bisher nie gewählt habe) sehr hoch an, dass sie genau diesen einen Mann auf genau diesen Posten gestellt hat. Warum sollen Lobbyisten und andere Leute mit einer persönlichen Agenda ausschließlich immer nur der Oberschicht zuarbeiten? Grade auf den Berliner Immobiliensektor muss endlich mal eine rigorose Anti-Mafia-Koalition angesetzt werden. Ausländische Behörden beklagen sich seit vielen Jahren, dass die deutschen Behörden so unwillig sind, internationales Verbrechen auch international zu verfolgen. Hier könnte man endlich eine Sicherheitspolitik einführen, die diese Bezeichnung auch verdient weil sie die Gesellschaft vor dieser Drecksbagage in Schutz nimmt. Leute, die mit ehrlicher Wohnungswirtschaft ihr Geld verdienen (meine Familie zum Beispiel) könnten genauso aufatmen wie Mieter und Käufer von Wohneigentum.

apatit 14.01.2017 | 16:23

Eigentlich soll man auf solch einen Schmutz nicht antworten. Aber Danke für ihre “politische Bildung“ die mir wieder eine Sache deutlich macht. Es war nur eine “Kehre“ - es war richtig einen reformierten Sozialismus zu fordern, er wurde für Tütensuppen geopfert. Sie haben keine Ahnung und können sich nicht PIGIDA erklären, ihre bzw. so eine Überheblichkeit nährt diese Bewegung! Damit kann die “ELITE“ nicht umgehen, sie offensichtlich auch nicht! Da nutzen auch nicht Sonntagsreden von Gauck: "Das ist ein gutes Deutschland, das beste, das wir jemals hatten". Ich kenne noch ein Deutschland wo es eine Hymne gab: 2. Strophe

"Glück und Friede sei beschieden
Deutschland, unsrem Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
schlagen wir des Volkes Feind.
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
daß nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint." ... da sollten wir wieder hinkommen!

Und das lasse ich mir nicht nehmen!

miauxx 14.01.2017 | 16:30

"Es geht nicht darum, Andrej Holm wegen seiner Offizierslaufbahn oder gar seiner Unterschrift mit 14 Jahren einen Strick zu drehen. [...] Thema ist, dass stets der Kern der Tätigkeit Homs trickreich umkurvt wurde - und zwar von ihm selbst und von der Partei Die Linke. [...] Es geht allein um die Zwänge des jungen Mannes - und seinen Job in der Steuerzentrale der Stasi."

Ich denke, es hat wohl aber wesentlich mit dem Ächtungs-Klima zu tun, dass ein offensiver Umgang mit dem Kern der Tätigkeit Holms im MfS für diesen nur sehr schwer möglich war. Es ist doch so, dass von ehemaligen DDR-Bürgern sowohl zu Zeiten der DDR als auch danach, wenn es brenzlige Punkte in der Biografie gibt, ein wahres und außergewöhnliches Heldentum abverlangt wird, so sie überhaupt als Bürger gelten wollen. Und das verlangen vornehmlich Leute, die Zwangszustände, wie es sie in der DDR gab, weder kennengelernt haben noch sie sich wirklich vorstellen können. Kowalczuk benennt diese Malaise zwar richtig, führt diesen Faden dann aber doch nicht konsequent zu Ende. Es ist völlig inakzeptabel jemandem einen Strick auf ewig daraus zu drehen, dass er mit 14 Jahren (!) seitens der Bewaffneten Organe (wie das damals hieß) und wohl auch durch das Elternhaus bekniet wurde, dem Vater nachzufolgen und zwar per Verpflichtungserklärung. Zum Zeitpunkt der "Revolution" war Holm dann gerade 19 Jahre alt.

Die Auswertung von DDR-Biografien durch bestimmte Stellen macht aber nicht den Unterschied, dass ein Kind (!) durch den damaligen Apparat massiv auf eine Laufbahn festgelegt wurde. Insofern sind Holms Entscheidungen nur nachvollziehbar, worin ihn Kowalczuk zunächst ja auch unterstützt.

Sie haben Unrecht, Herr Füller, wenn Sie sagen, es ginge nicht darum, Holm wegen seiner Unterschrift mit 14 und der folgenden Ausbildungslaufbahn "einen Strick zu drehen". Doch, genau darum geht es; das ist die Realität post 1989, der sich "die Holms" stellen müssen. Es wird, wie schon gesagt, verlangt, schon von Kindesbeinen an in der DDR ein blickiger und heldenhafter Dissident gewesen zu sein und wenn man das halt dann schon nicht war, sich wenigstens offensiv dafür zu entschuldigen. Und das, wie auch schon gesagt, gefordert von Leuten, die ich ja mal in einer DDR o.ä. Umständen in ihrem Heldentum hätte erleben wollen ...

Reinhold Schramm 14.01.2017 | 16:44

Nach der politischen Entlassung Holms durch den damit beauftragten SPD-Hauptstadtbürgermeister:

Keine Zusammenarbeit mit Lobbyisten und Miethaien!

Nach der Entlassung von Holm durch den Berliner Bürgermeister auf Initiative durch den VS-BStU-Staatsschutz (der Unterabteilung der BRD-Stasi) -im Interesse der Wohnungsbaugesellschaften und Immobilienhaie- sollte Die Linke ihren Gehorsam gegenüber der Berliner SPD und den CDU-AfD-Lobbyisten beenden und ihre weitere Zusammenarbeit im Berliner Senat aufkündigen.

Derzeit wäre eine starke außerparlamentarische und gesellschaftspolitische Aufklärungsarbeit und Zusammenarbeit mit der Linkspartei -auch im nachhaltigen Interesse der Berliner Mieter - wünschenswert!

Klare Kante in Berlin - gegen Lobbyisten, Miethaie und Wohnungs-Spekulanten!

AltDresdnerin 14.01.2017 | 17:01

Danke für Ihre Posts @Apatit, insbesondere den letzten. Ja, ich (87) lasse mir die Erinnerung an die DDR auch nicht nehmen. Ihr verdanke ich kein leichtes, aber ein erfülltes Leben. Unter diesem Motto begann vor rund 20 Jahren auch die Veröffentlichung von Zeitzeugenberichten in einer Buchreihe des GNN-Verlages Schkeuditz. . In den nunmehr 18 Bänden haben sich weit mehr als 500 frühere DDR-Bürger aus allen Schichten zu ihren Erfahrungen geäußert. Eine lohnende Lektüre vor allem für Jüngere! Ich persönlich halte es mit Peter Hacks: "Wessen sollten wir uns rühmen, wenn nicht der DDR?" Und der Blick auf Gegenwart und Zukunft bestärkt mich immder mehr in dieser Haltung.

moinmoin 14.01.2017 | 17:04

Herr Füller, ich habe Ihre Kommentare- nebst Artikel auf den sie sich beziehen - zum Anlass genommen mich über die Stasi und andere deutsche Geheimdienste, auch den der Nachfolgeorganisation des Reinhard Gehlen, Generalmajor der Wehrmacht, Abteilung Fremde Heere Ost zu informieren.

Und über Herrn Holm.

Das war ja mal ein Schlüsselerlebnis.

Danke dafür, werter Herr Füller und Wikipedia.

Ein paar Fragen hab ich aber nun doch noch zu dem Thema an Fachleute wie Sie und den Stasiforscher (wusste ich gar nicht, dass es zu dem Thema ein Forschungsgebiet, vielleicht sogar einen Studiengang? gibt)

Sie schreiben:

"Es geht nicht darum, Andrej Holm wegen seiner Offizierslaufbahn oder gar seiner Unterschrift mit 14 Jahren einen Strick zu drehen. Deutlicher als das Kowalczuk ausführt, kann man nicht formulieren."

Herr Kowalczuk formuliert:

"Entscheidungen in diesem Alter dürfen nicht lebensbestimmend sein. Mir hingen sie unerbittlich bis 1989 nach – das war Unrecht. Und Andrej Holm sollen sie noch 27 Jahre später unerbittlich verfolgen – das ist nicht gerecht. "

Meine Fragen an Sie:

1. Welche Offizierslaufbahn meinen Sie?

2. Wenn es nicht darum geht Herrn Holm einen Strick zu drehen,wem dann? Oder anders gefragt: Für wen oder was wird der Hals von Herrn Holm in wessen Schlinge gelegt?

3. Finden Sie die heutige Entscheidung von Herrn Müller gerecht?

4. Was sagen Sie hierzu:

"Am 31. Juli 2007 wurde Holm wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB) verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, Mitglied der zum Zeitpunkt der Verhaftung von der Bundesanwaltschaft als terroristisch eingestuften militanten gruppe (mg) zu sein.[11] Bereits im September 2006 leitete die Bundesanwaltschaft gegen Holm und drei weitere Personen ein Ermittlungsverfahren nach § 129a StGB ein. ..... " und ff ?

Ist das nicht total spannend?

Antworten Sie auch Foristen, die nicht Ihrer Meinung sind und ihre Kommentare nicht beginnen mit: "Vielen Dank für Ihren tollen Artikel, lieber Herr Füller.... ? Mal schauen. Ansonsten schönstes WE.

moinmoin 14.01.2017 | 17:23

"... es war richtig einen reformierten Sozialismus zu fordern, er wurde für Tütensuppen geopfert."#

Ich würde nicht "geopfert" sagen, sondern "verkauft". Auch nicht "für Tütensuppen". Die fand ich lecker und hab sie von drüben nach hüben mitgenommen. Verkauft wofür? Für Haschen nach Wind.

------

Ich habe die Sache mit dem Runden Tisch verfolgt und den Entwurf der neuen Verfassung für die DDR gelesen. Fand ich gut.

Andere wohl eher nicht. Wo kämen wir hin, wenn real existierender Sonzialismus funktionierte und ein Großteil der Leute sich dabei wohl, geborgen und sicher fühlten? dazwischengrätschte.

apatit 14.01.2017 | 17:42

Der verstorbene Schriftsteller Gerhard Zwerenz ( ein kluger alter Haudegen ) - von dehnen es nicht mehr viele gibt, hat einmal einen schönen Satz gesagt. “ Zu Zeiten, in denen die heute als asymmetrisch definierten Kriege noch altertümlich symmetrisch waren, galt der gefangene Feind nicht mehr als Feind. Heutzutage ist das anders. Die westlichen Triumphatoren und ihre maulflinken Medienrüssel befeinden die Besiegten im Osten immer heftiger. So langsam beginne ich meine oppositionelle Haltung in der DDR zu bereuen.“ Das sagt eigentlich alles.

Und so, wie das mit Herrn Holm ausgegangen ist, zeugt wie der Zustand in meiner Heimat ist, wo soll da der “Stolz“ herkommen? "Ich bin ein Kind der DDR", hat er im Sommer 1990 erklärt und gleich hinzugesetzt: "Ich bleibe es auch noch, wenn es sie nicht mehr gibt." Friedrich Schorlemmer

Noch ein kluger Mann, von “unseren“ Medien fast vergessen, wie Zwerenz!

Alles Gute Apatit

apatit 14.01.2017 | 17:47

"Ich habe die Sache mit dem Runden Tisch verfolgt und den Entwurf der neuen Verfassung für die DDR gelesen. Fand ich gut."

"Andere wohl eher nicht." Cui Bono!

Guter Beitrag hier im Freitag! Rainer Kahni 06.11.2015 | 12:36 5Deutschland hat keine Verfassung

Artikel 146 GG Eine vom deutschen Volk selbst bestimmte Verfassung ist seit 1989 überfällig! Doch die Politiker fürchten eine Verfassung wie der Teufel das Weihwasser!

Das sind doch keine Zufälle!

apatit 14.01.2017 | 18:10

Rechtsstaat?

Ich muss mich so zusammenreißen …. “Projektleiters beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Ilko-Sascha Kowalczuk, ist die Erklärung Holms, sich an eine hauptamtliche Tätigkeit beim MfS nicht erinnern zu können, nicht glaubhaft.“

Ich bin kein Jurist, aber in Deutschland ist es nicht verboten, sich nicht erinnern zu können. Psychologe bin ich auch nicht, aber Unangenehmes wird (un)bewusst verdrängt ...und die Verdrängung ist ein ganz fundamentaler Abwehrmechanismus, der dem Menschen das seelische Überleben ermöglicht, kann das nicht nur ein Experte festellen und ich will hier nicht unhöflich werden gegen Herrn Kowalczuk …

Und nur ein Richter ist für mich die letzte Instanz, so viel Unrechtsbewusstsein sollte sein, nicht die BStU die immer mehr sich zum “Generalinquisitor“ entwickelt, dass ist schädlich und ein falscher Weg!

Gugel 14.01.2017 | 18:35

Oh, jezt kommt aber ein tolles Argument aus der Kiste dere,die man rechdeppen nennen darf. 146 und so....

Na ja, die causa ist zutreffend erledigt. Die naächste kommt. Hoffentlich sind die Erinnerungen an Unrecht stärker als die sehnliche Wounsch der Täter zum Verdrängen.

Nur so am rande der mensch darf für sich etwas verdrängen, die menschen als Geinschsaft dürfen das nicht, die sind zu etwas verpflichett was man fermenta cognitionis ( hier sei auf Hannah Arendt hingewiesen . Si war es auch, die sich am 28. September 1959, als sie in Hamburg den Lessing-Preis entgegennahm, in öffentlicher Rede mit der Funktionalisierung Lessings im Nachkriegsdeutschland zu einem kulturpolitischen Alibi auseinander setzte. Schon der Titel ihrer Rede "Von der Menschlichkeit in finsteren Zeiten" gibt zu erkennen, dass es nicht um eine auf humanistisch getrimmte Feier zeitloser Werte gehen konnte. Arendt kritisierte, dass Lessing in der kulturpolitischen Landschaft der Bundesrepublik zu einer festen Bastion des "Allgemeinmenschlichen" vermauert worden sei, in deren Schutz und Schatten von Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit geredet werden konnte, ohne sich der Vergangenheit und ihrer andauernden Gegenwart zu stellen.)

nennt.

Hoffen wir weiter auf kluges Handeln.

Reinhold Schramm 14.01.2017 | 18:53

Sie sollten sich mit der NS-Nachfolge und Entstehungsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland und ihrer SD-BRD-Stasi mal ernsthaft beschäftigen. Aber auch mit den Querverbindungen der heutigen BStU-Unterabteilung der Kapital- und Staatssicherheit: der BRD-Stasi, zu allen heutigen Staatsschutzabteilungen, NATO-Staaten und Diensten, juristisch-strafrechtlichen und ideologischen Forschungsabteilungen. Zudem ist die BStU ein gesellsschaftspolitischer Durchlauferhitzer für Beamten- und Professorenkarrieren im Staats- und Kapitaldienst.

Anm.: Gleiches gilt so auch für die freiwillige Hinterlassenschaft in und aus den SED und FDGB - Aktenbeständen. Sie dienen heute auch für die Verfolgung der -internationalen- Arbeiter- und Emanzipationsbewegung, weltweit (- über antifaschistische Organisationen und deren Personendaten; als wesentliche Voraussetzung für deren politische und physische Liquidierung).

gelse 14.01.2017 | 19:38

>>Wie es aussieht hat sich das verkommene Drecksregime aus Verfassungsschutz und Massenmedien mal wieder durchgesetzt.<<
Der Verfassungs"schutz" ist nur der Wadlbeisser. So ne Art Gugel, aber mit IQ >90.
Die "S"PD weiss, was sie ihren Lobbyisten schuldig ist. Und die Grienen hecheln gleich hinterher: "Wir sind erleichtert"
Interessant finde ich, wie jetzt die Linke reagiert. Wenn sie einknickt macht sie sich unglaubwürdig.

Joachim Petrick 14.01.2017 | 21:58

Warum sollte ich aufhören?, einmal fehlt es Dir offensichtlich an Sinn, mich durch Argumente zu überzeigen eines anderen zu belehren, andererseit vermag ich auch nicht zu erkennen, wieso die Debatte, wenn sie doch erst beginnt, entgleiten sollte. Das Problem der Linksparte,i einen Andrey Holm als ausgewisenen Fachmann, wenn er es denn ist, nicht zum Senator zu machen sondern zum weisungsgebundenen Staatsekretär- siehe mein Kommentar uum Staatsekretärwesen oben - ist mir ein Rätsel.

Das was da jetzt passiert war bei der Causa Holm doch absehbar, noch zu, wenn die Linkspartei so kleinmütig darin zur Sache geht

AltDresdnerin 15.01.2017 | 02:19

@Apatit

Nochmals danke, auch für die guten Wünsche!

Leider verfüge ich nicht mehr über die Kraft und Ausdauer, mich hier auf längere Auseinandersetzungen einzulassen. Aber als Ergänzung zu meinem vorigen Post setze ich mal die Links zu den im Internet frei verfügbaren ersten drei Bänden der erwähnten Zeitzeugenberichte. So weit ich weiß, sind die meisten derer, die in dieser Form über ihr Leben in der DDR Rechenschaft ablegten, inzwischen verstorben.

http://www.spurensicherung.org/texte/Band1/Vorwort1.htm#top

http://www.spurensicherung.org/texte/Band2/Vorwort2.htm#top

http://www.spurensicherung.org/texte/Band3/brandt.htm#top

Ja, und es waren auch frühere SED-Mitglieder darunter! Wer sich wirklich für die Thematik interessiert, sollte einfach lesen und danach selbst beurteilen, ob sie all den Müll verdient haben, der nun auf ihre Gräber geschüttet wird. Vor allem von solchen berufsmäßigen Stasijägern wie Herrn Knabe oder eben auch Herrn Kowalczuk , der sich einerseits für eine mildere Beurteilung der Personalie "Holm" einsetzt, um andererseits eine Ausweitung der Hexenjagd auf "die" SED vorzuschlagen. Was nichts anderes heißt, als im Nachhinein jedes ihrer ehemaligen Mitglieder zumindest zu diffamieren, wenn nicht sogar Schlimmeres.

Unstrittig gab es in der DDR auch manches Unrecht, verursacht vor allem durch subjektive Entscheidungen. Aber der Kinkelsche Auftrag an die bundesdeutsche Justiz, die DDR durch die massenhafte Aufdeckung und Ahndung von Verbrechen zu delegitimieren, ging bekanntlich gründlichst daneben, das jämmerliche Ergebnis wird totgeschwiegen und dafür die Propagandatrommel nur desto lauter geschlagen. https://books.google.de/books?id=tWRvDAAAQBAJ&pg=PT488&lpg=PT488&dq=kinkel+delegitimierung+der+ddr+Generalstaatsanwalt+Schaefgen+Zahlen+und+Fakten&source=bl&ots=EnAlAuBvHD&sig=5PhPyA11qN3ycLF4sjSt1myyzog&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwim7_bX98LRAhWDORoKHZgMBzUQ6AEINjAF#v=onepage&q=kinkel%20delegitimierung%20der%20ddr%20Generalstaatsanwalt%20Schaefgen%20Zahlen%20und%20Fakten&f=false

Und selbstverständlich spielt auch das beispiellose Unrecht, welches nach der so genannten "Wiedervereinigung" über Millionen früherer DDR-Bürger hereinbrach und zahllose menschliche Tragödien auslöste, in Politik und Medien keine Rolle.

Einiges darüber hier:

http://offen-siv.kommunistische-geschichte.de/die-konterrevolution-trieb-zehntausende-in-den-tod/#more-1921

Die jungeWelt meldete 2001 unter

https://www.jungewelt.de/2001/08-24/011.php (vollständig leider nur mit online-abo lesbar)

"Bezüglich der Hochschullehrer ist davon auszugehen, daß bis zu 75 Prozent der in der DDR tätig gewesenen Hochschullehrer aus ihren Stellen entfernt worden sind. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 09. 02. 1996 hat z. B. - auf die Humboldt-Universität zu Berlin bezogen - mitgeteilt: »Bei der Umwälzung der Humboldt-Universität wurden rund 70 Prozent der alten Angehörigen entlassen. Neben dem Einwand mangelnder Qualifikation spielte der Gesichtspunkt der politischen Integrität eine Rolle.« "

»Von etwa 200 000 Wissenschaftlern und Forschern der DDR waren Ende 1992 nur noch 12,1 Prozent in einem Vollarbeitsverhältnis tätig.«

»Beträgt der ostdeutsche Bevölkerungsanteil an der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland 20 Prozent, so beträgt der Anteil der Ostdeutschen am Führungspersonal in der Bundesrepublik in der Justiz und beim Militär null Prozent, in der Wirtschaft 0,4 Prozent, in der Verwaltung 2,5 Prozent, in der Wissenschaft 7,3 Prozent, in den Medien 11,8 Prozent und in den Gewerkschaften 12,4 Prozent.«

Das war's von meiner Seite als Ergänzung zum Thema DDR.

Ebenfalls alles Gute!

Christian Füller 15.01.2017 | 10:16

@apatit Zwänge meint, dass bereits Holms Ur-Großvater zum roten Adel gehörte. Die Passage darüber ist im Volltext von Kowalczuk enthalten. Andrej Holm hätte damals nicht nur Nein zu seinem Vater und dem Stasi-Anwerber sagen müssen, sondern die DNA seiner Familie seit 1920 verraten müssen. Das kann man von einem 14jährigen m.E. nicht erwarten.

@moinmoin Es gab rund 90.000 Hauptamtliche bei der Stasi.

Rot-rot-grün könnte in Berlin an der Person Holm sogar zerbrechen. Bürgermeister Müller kann sich mit seinem Willen. Holm zu entlassen, trotz Absprachen nicht durchsetzen. Wenn ein Regierender nicht mal einen StS von seinem Amt entbinden kann, wie soll er dann wirklich wichtige Entscheidungen durchsetzen. Es weht ein Geruch von Ypsilanti durch Berlin.

apatit 15.01.2017 | 10:39

“@apatit Zwänge meint, dass bereits Holms Ur-Großvater zum roten Adel gehörte. Die Passage darüber ist im Volltext von Kowalczuk enthalten. Andrej Holm hätte damals nicht nur Nein zu seinem Vater und dem Stasi-Anwerber sagen müssen, sondern die DNA seiner Familie seit 1920 verraten müssen. Das kann man von einem 14jährigen m.E. nicht erwarten.“

Na und was ist da anrüchig – und es … muss nicht immer der rote Adel sein ( komischer Ausdruck ).

Nein, gefällt mir nicht, einer hat hier im Forum auch berechtigt die Globkes, Gehlens, Filbingers genannt … und mit großer Wahrscheinlichkeit, haben die beim MfS gegen diese Damen und Herren mehr unternommen, als die Adenauer-Truppe! ( Stichwort Fritz Bauer ) Da wirst “du“ in der Demokratie als Schwul denunziert und stirbst mit Tabletten in der Badewanne, weil “du“ Eichmann “verraten“ hast! Ich sage es nochmal, im MfS gab`s die und die Abteilung und wer in der HVA gearbeitet hat oder in der Kantine, der muss anders bewertet werden – wie einer der z.B. über den G. Zwerenz Berichte geschrieben hat! Das wird doch bis heute nicht gemacht. @miauxx

"Ich denke, es hat wohl aber wesentlich mit dem Ächtungs-Klima zu tun, dass ein offensiver Umgang mit dem Kern der Tätigkeit Holms im MfS für diesen nur sehr schwer möglich war." Nochmal Kernsatz!

Und wenn ich die Jubelpost von Herrn Knabe lese, dann schweige ich höflichst, um nicht die Netiquette zu verletzen!

Und auch ich bin oft froh über meine “DNA“... da ist viel bei der Völkerwanderung übrig geblieben, Juden, Italiener, Franzosen, Deutsche – ein Glück das ich kein Biodeutscher bin und mein Opa hatte auch kein Ritterkreuz!

Christian Füller 15.01.2017 | 14:02

@roter Adel

Es gibt nun hier die komplette Fassung des Aufsatzes von Ilko und hier ein Interview mit ihm zum Fall Andrej Holm. Daraus:

Was ist über die Familie von Holm bekannt?

Kowalczuk: Sein Urgroßvater gehörte zur Elite der Kommunistischen Partei Deutschlands und war mit verantwortlich für das Druck- und Verlagswesen. 1943 wurde er in Oslo verhaftet und kam ins KZ Sachsenhausen. Nach dem Krieg versuchte er, in der sowjetischen Besatzungszone Karriere zu machen. Zwischendurch wurde er aus der SED ausgeschlossen - später aber wieder rehabilitiert. Die Stasi hat ihn intensiv überwacht. Andrej Holms Vater hat dann wiederum Karriere bei der Staatssicherheit gemacht."

Sägerei 15.01.2017 | 14:18

Ich zähle meine Argumente, auf die Sie mit keinem Wort eingehen noch einmal:

Was vor allem anderen über die heutige, real existierende Familie Holm bekannt ist:

https://annalist.noblogs.org/post/2010/07/11/einstellung/

Die näheren Umstände jenes Verfahrens dürften Ihnen wohl gur bekannt sein. Er und seine Familie sind in diesem Deutschland Opfer einer politischen Verfolgung geworden.

Seine Stasi-Verstrickung ist gegenstandslos. Er hat nichts getan. Er war nicht mal Volljährig. Für CDU-Mitglieder spielen die Wachmannschaften des MfS keine Rolle.

Da kommen Sie mit irgendeinem Quatsch über "Entpflichtung" und kunstruieren aus seiner Herkunft eine Sippenhaft? Sie machen sich lächerlich.

Reinhold Schramm 15.01.2017 | 18:12

Der Antikommunismus ist weiterhin ungebrochen in der deutschen Politik [und Medien] federführend. Häufig unter besonderer Aktivität [im Beamtenstaat] unter Führung der Sozialdemokraten. Darum brauchen sich die Siemens, Thyssens, Quandts und IG Farben-Hinterlassenschaften und deren Familienclans nicht mehr sonderlich zu bemühen. Der vorauseilende Gehorsam in ihrer Eigentums- und Klassengesellschaft wird immer noch von der Administration nachhaltig garantiert.

So wie hier im dF-Meinungsmedium, so auch in allen anderen Medien der spätbürgerlichen Republik, keiner möchte an die politischen Vorgaben und ans Eingemachte rühren [die tiefen-psychologische Zensur und Bewusstseinsaufspaltung in fast allen Köpfen, so vor und nach 1933 - 1949 - 1990, bis heute! - und morgen?].