Tagebuch 25

Kritiker sein ist ein einsamer Beruf. Man sitzt allein vor einem weißen Stück Papier. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich vor vielen Jahren ...

Kritiker sein ist ein einsamer Beruf. Man sitzt allein vor einem weißen Stück Papier. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich vor vielen Jahren immer an einem Plakat mit dieser Aufschrift vorbeiging, das an der Tür zur Kulturredaktion des Freitag hing, der damals noch tief im Osten, am Treptower Park residierte. Der desillusionierende Satz wird dem Stern-Gründer Henri Nannen zugeschrieben. Das existenzialistische Pathos des legendären Zeitungsmachers scheint aber niemand von diesem Beruf abzuschrecken. Journalismus gilt nach wie vor als Traumberuf. Und die Henri-Nannen-Journalistenschule gilt als der Königsweg dorthin. Einer von denen, die es bis dorthin geschafft haben, ist Dirk Schneider. Vor Jahr und Tag hat er schon einmal ein Praktikum beim Freitag absolviert. Jetzt, da er die Schule erfolgreich abgeschlossen hat, kehrt er als Redakteur zurück und vertritt Connie Uschtrin, die sich in den Mutterschutz abgemeldet hat. Auch in der Innenpolitik sitzt Dirk erst mal vor einem weißen Blatt Papier. Trotzdem hat die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ihre Vorteile. Er kennt hier noch einige. So schnell kann er da nicht einsam werden, hofft jedenfalls der

Schlussredakteur dieser Ausgabe: Ingo Arend


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