Mädchen appelliert an Weltgemeinschaft

1000 Tage Krieg im Jemen: „Alle Menschen, die in der freien Welt leben, sollen helfen, diesen furchtbaren Krieg in meiner Heimat zu beenden.“ Das ist der verzweifelte Appell der 13-jährigen Noran
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Pressemitteilung von "Save the Children"

Sanaa/Berlin, 20. Dezember 2017. „Alle Menschen, die in der freien Welt leben, sollen helfen, diesen furchtbaren Krieg in meiner Heimat zu beenden.“ Das ist der verzweifelte Appell der 13-jährigen Noran* zum heutigen tausendsten Tag seit Beginn des Bürgerkriegs im Jemen. Noran hat durch einen Bombenangriff schwerste Behinderungen erlitten. „Wir Kinder haben das Recht, in die Schule zu gehen und eine gute Zukunft zu haben. Ich will nicht, dass andere Kinder so verletzt werden wie ich, das ist nicht fair! Ich will nicht, dass sie so enden wie ich.“

Jede Stunde stirbt im Jemen ein Mensch aus der Zivilbevölkerung. Unabhängigen Untersuchungen zufolge hat es seit März 2015 im ärmsten Land des Mittleren Ostens 15.000 Luftangriffe gegeben. 92 Prozent der Opfer sind Zivilisten, da viele Bombenangriffe dicht bewohnte Städte treffen, sogar Schulen werden bombardiert.

Tausende Kinder sind dem Krieg bereits zum Opfer gefallen, durch Gewalt, Hunger und Krankheiten, oder haben bleibende Schäden davongetragen, so wie Noran. Ihre Wirbelsäule ist dauerhaft verletzt. Ihr Vater hat seit anderthalb Jahren keinen Lohn mehr bekommen, neben Noran muss er acht weitere Kinder ernähren.

„Früher bin ich zu Fuß in die Schule gegangen, das Leben war schön, denn ich konnte gehen und aufrecht an einem Tisch sitzen und schreiben“, sagt Noran. „Jetzt kann ich nicht mal mehr einen Stift in der Hand halten.“

Save the Children appelliert im Namen der Kinder an die Weltgemeinschaft, sofort auf die Beendigung des Embargos einzuwirken, damit Hilfsgüter, Nahrungsmittel, Wasser und medizinische Versorgung unverzüglich zu den Menschen in Not gelangen kann. Der UN-Sicherheitsrat muss umgehend einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen veranlassen.

* Name geändert

Norans Appell im Film

mit englischen Untertiteln

https://www.facebook.com/aljazeera/videos/10156318099448690/

https://twitter.com/savechildrenuk/status/943375420270960640 (Teil)

kurzer Ausschnitt Deutsch

https://www.facebook.com/heuteplus/videos/1846098788735694/

Zusätzliche Informationen

Als Folge des Krieges in Jemen:

  • sind 4,5 Millionen stillende und schwangere Frauen sowie ihre Kinder von Hunger betroffen, was einem Anstieg von 148 Prozent entspricht.
  • leiden 600.000 Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung.
  • sind 462.000 Kinder von schwerster Unterernährung betroffen, was einem Anstieg um 200 Prozent entspricht.
  • können 4,5 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, ihre Entwicklung ist sehr gefährdet.
  • sind fast eine Million Menschen von Cholera betroffen.
  • wurden 1.900 von 3.507 Gesundheitszentren geschlossen oder sind gezwungen den Service massiv einzuschränken.
  • ist die Sterblichkeitsrate bei Kindern bis zum fünften Lebensjahr von 53 auf 63 auf 1000 Geburten angestiegen – diese Rate ist rund 20 mal höher als in Europa.

Englische Version:

Eine längere, englische Version können Sie hier lesen:

https://www.savethechildren.net/article/i-used-love-writing-now-i-can-t-even-hold-pen-children-yemen-bear-brunt-endless-war

Wie Sie Save the Children im Jemen mit Ihrer Spende unterstützen können:

https://www.savethechildren.de/unterstuetzen/nothilfe/jemen/

Kontakt:
Save the Children Deutschland e.V.

Pressestelle – Bastian Strauch

Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 889

Mail: presse@savethechildren.de

10:52 23.12.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Dietrich Klose

Vielfältig interessiert am aktuellen Geschehen, zur Zeit besonders: Ukraine, Russland, Jemen, Rolle der USA, Neoliberalismus, Ausbeutung der 3. Welt
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Dietrich Klose

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